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01 / 2020 Februar

Ein kurzer Winter war das! Gefühlt ist der letzte Garten-Muskelkater gerade erst verklungen, der gute Spaten eben erst aus der Hand gelegt, und schon sitze ich wieder am Küchentisch, sortiere meine Saattütchen und denke über die Aussaat und die neuen Beete nach. Bevor es nun aber im nächsten Monat so wirklich rund geht, nutzen wir heute noch einmal die Zeit um kurz zu erzählen was wir uns im golden Rabbit für das neue Gartenjahr so vorgenommen haben. Wir haben wieder viele nette neue Lieferanten gefunden. Wir sind knallhart dabei uns selber zu optimieren (Autsch!). Wir jagen unermüdlich schönen und spannenden Themen hinterher. Wir werden grüner ... und wir bleiben mächtig nett. Wenn das keine goldenen Versprechen sind!? Sollten Sie zu den ungeduldigen Gärtnern gehören, die sich schon einmal alles parat legen damit sie dann im März voll durchstarten können... nun denn - wir wollen Sie nicht aufhalten: schauen Sie einfach in die Rubrik "säen, pflanzen & hegen" und "pflanztaschen & pflanzsäcke" hier tummeln sich eine Menge neuer Dinge: Anzuchtschalen, Erdsiebe, Pikierhölzer, Saat-Dibber, Pflanzenschilder, Pflanzclochen, Pflanzsäcke und, und, und .... und natürlich wieder die schönsten Duftwicken - aber dazu nachher mehr!

Kosmeen, Cosmos, Schmuckkörbchen, Cosmea ... diese Schönheit hört auf viele Namen.

Cosmos (Cosmos bipinnatus) gehören zu meinen absoluten Lieblingen. Ganz egal wo man sie hin pflanzt, sie machen überall eine gute Figur. Im Topf auf der Terrasse, im Gemüsebeet oder zwischen Stauden. Sobald sich diese schlanken Grazien in die Höhe geschwungen haben verbreiten ihre zarten Blüten gute Laune und in der Vase sind sie einfach umwerfend. Umso trauriger macht mich, dass die Auswahl an Cosmea-Saatgut oft ziemlich über-sichtlich ist. Wir wehren uns und haben in diesem Jahr eine Auswahl an feinen Cosmea-Saaten im Sortiment. Das Saatgut kommt vom netten Vater unserer nicht minder netten Duftwicken-Züchterin Elizabeth Crawford. Wir lieben solche Familiengeschichten! Apropos nette Familie: Die Familie der Kosmeen wohnt ursprünglich in den tropischen und subtropischen Gebieten Mittelamerikas und Mexikos. Dort sind sie meist ausdauernd. Hier, in unserem weniger subtropischen deutschen Wetter sind Kosmeen einjährig. Das ist aber kein Grund zur Trauer - man kann am Ende der Saison sehr einfach die Samen ernten und dann im nächsten Jahr wieder aussäen. Kosmeen wachsen auf so gut wie jedem Gartenboden. Nur wer es zu gut mit ihnen meint der wird bestraft: in zu nährstoffreichem Boden bilden sie zwar reichlich Blätter aber oft keine oder erst sehr späte Blüten. Legen Sie für die Kosmeen Ihre Ausputzschere bereit! Regelmäßiges ausputzen von alten Blüten sorgt für einen fetten Blütenrausch oft bis zum ersten Frost.

Karl Blossfeldt

Die Arbeiten von Karl Blossfeldt erscheinen so umwerfend zeitgenössisch, dass man bei der Betrachtung fast vergißt, dass diese Fotografien nahezu 100 Jahre alt sind. Blossfeldt (1898-1932), war Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und unterrichtete dort das Fach "Modellieren nach lebenden Pflanzen". Er nutzte das damals noch sehr junge Medium der Fotografie um das skulpturale Wesen der Pflan-zen herauszuarbeiten. Blossfeldt war  Stipendiat des Malers und Botanikers Moritz Meurer, folgte Meurers Idee, das die Natur grundlegenden Formen folgt und das diese "Grundformen der Natur" wie sie der Aufbau einer Pflanze vor Augen führt, eine Grundlage für architektoni-sche, künstlerische und kunsthandwerkliche Entwürfe sein könnte. Man weiß von Blossfeldt, dass er sich sogar eine eigene Kamera baute mit der er die Pflanzen maximal vergrößert aufne-hmen konnte. Aber jeder noch so großartige Fotoapparat ist nichts ohne ein gutes Auge - und Blossfeldt hatte wahrlich ein meisterliches Auge! Blossfeldts Ziel war es nicht Kunst zu schaffen - er wollte vielmehr eine große Mustersammlung der Natur erstellen. Eine Sammlung, die, anders als bei den zu dieser Zeit gängigen Pflanzenzeichnungen, das Wesen der Pflanze vollkommen objektiv wiedergibt und nicht durch die Intention des Zeichners verfälscht. Das seine Fotos heute auf dem Kunstmarkt gehandelt werden hätten Blossfeldt vermutlich erstaunt. Er selber hat den Erfolg seiner Arbeit nicht mehr lange erlebt. 1928 erschien sein erstes Buch "Urformen der Kunst", 1932 dann dessen Forsetzungsband "Wunder-garten der Natur" - am 9. Dezember des gleichen Jahres starb Karl Blossfeldt in Berlin. Wenn Sie sich anschauen wollen wie diese großartigen Aufnahmen im Erstdruck aussahen dann nur zu: beide Bücher sind antiquarisch durchaus noch zu finden. Oder Sie halten die Augen offen - denn ab und an werden diese Präziosen auch in den Museen gezeigt.

c) The golden Rabbit

Was, bitte schön, ist ein Ameisenbrötchen?

... fangen wir vielleicht damit an was es nicht ist: ein Ameisenbrötchen ist kein Marmeladenbrötchen das auf dem Picknick-Tuch vergessen wurde. Nein. Das ist zwar ein Brötchen mit Ameisen - aber eben kein Ameisen-brötchen. Wir reden über Myrmekochorie - einer Ausbreitungsstrategie von Pflanzen, die darin besteht, ihre Samen mit leckeren Anhängseln (sogenann-ten Elaiosomen) zu versehen. Die cleveren Pflanzen (über 3.000 Pflanzen-arten gehören zu dem Ameisenbrötchen-Club) kleben Fette oder Zucker, Vitamine oder Eiweiß an die Saat. Die hungrigen und fleißigen Ameisen schleppen die Leckerbissen in ihren Bau, mampfen das Elaiosom - vulgo das Ameisenbrötchen - vom Saatkorn und das Körnchen hat an der neuen Stelle einen wunderbaren Platz zum Keimen gefunden. In unseren Gärten machen es unter anderem Veilchen, Leberblümchen, Schneeglöckchen, Schöllkraut und Stiefmütterchen so und lassen sich bis zu 70 Metern verschleppen. Smart - oder ?


Herbarien

Stellen Sie sich einmal für 10 Minuten vor, Sie wären Carl Haussknecht. Das mache ich gerne, werden Sie sagen - aber wer zur Hölle ist Carl Haussknecht? Nun, Heinrich Carl Haussknecht (1838 - 1903) war ein deutscher Botaniker und Pharmazeut. Er war mächtig viel auf Achse und hat auf all seinen Reisen dicke Herbarien angelegt. Er sammelte sich quer durch die Fauna der Welt - durch den Iran, durch Kurdistan, Griechenland, die

Schweiz. Außerdem war er Mitbegründer des Thüringischen Botanischen

Vereins und gründete 1896 in Weimar das "Herbarium Haussknecht". 

Nick Knight "FLORA"
Nick Knight "FLORA"

Diese Sammlung, mittlerweile ein Teil der Uni Jena, ist die größte Sammlung dieser Art weltweit und umfaßt unglaubliche 3,5 Millionen Herbarbelege. Neben der Sammlung von Carl Haussknecht auch die von vielen anderen berühmten Botanikern. Wenn Sie sich also heute vorstellen Sie wären Carl Haussknecht und anfangen direkt an sich ein eigenes Herbarium anzulegen - sagen wir, über die Flora in und um Düsseldorf - dann könnte dieses eines fernen Tages vielleicht zwischen den dicken Büchern in Jena stehen 

Klassische Herbarien bei www.the-golden-rabbit.de

und der nachfolgenden Botaniker-Generation Geheimnisse über die Pflanzenwelt im Düsseldorf des Jahres 2020 zuflüstern. Vorausgesetzt natürlich, Sie kommen nicht vorher auf den Trichter Ihre wunderschönen Herbarien an ein Museum in Australien auszuleihen. Das dies eine schlechte Idee ist, davon kann das Pariser Musée National d'Histoire Naturelle ein Liedlein singen. Das Museum hatte 2017 einem Museum in Brisbane ein Herbarium von unersetzlichem historischen und wissenschaftlichen Wert ausgeliehen. Der australische Zoll indess sah nur trockene Pflanzen deren Einfuhr verboten ist und verbrannte das Kompedium mit Blatt und Stiel. Vergessen Sie also Australien aber fangen Sie unbedingt heute mit dem coolen, sehr mediativen Herbarisieren an. Wir können ab sofort auf jeden Fall schon einmal mit großartigen, klassischen Herbarien dienen. Als Ansporn empfehlen wir zudem das schöne Fotobuch "FLORA" von Nick Knight, der im Herbarium des Londoner National History Museum den Zauber dieser Welt auf das Schönste eingefangen hat.


Kusakichi Hackbeil - der robuste Helfer im Garten bei www.the-golden-rabbit.de

Ein Haumesser - Oldie but Goldie!

In meiner (fernen) Jugend im schönen Schwabenland gehörte ein Hau-messer in jeden guten Garten. Kein Wunder denn ohne Zahl sind die Möglichkeiten es einzusetzen: Man kann mit einem Haumesser Reisig zerhacken, Bäume entasten, Buschwerk auslichten, zähe Wurzeln zer-trennen, Brombeeren und Rosa Rugosa im Schach halten. Man kann aber auch schnittig Grün von Rüben köpfen, Material für den Kompost fix zerkleinern oder kleines Feuerholz spalten. Wir haben 6 lange Monate auf diese wunderschönen Haumesser von der japanischen Schmiede Kusakichi gewartet - nun liegen sie glänzend auf unserem Tisch und warten ungeduldig auf den Einsatz in Ihrem Garten. Die Kusakichi Haumesser sind Meisterstücke. Geschmiedet aus Hartstahl der wiederum mit einem Weichstahl verbunden wird. Das macht das Haumesser sehr robust und sorgt gleichzeitig für eine messerscharfe, elastische Kante, die nicht bricht und leicht nachgeschliffen werden kann. Da das Haumesser nur einseitig angeschliffen ist können Äste und Büsche mit schönen glatten Schnittkanten abgehackt werden. Wem bei dem Anblick des Haumessers der Reim: "Warte warte nur ein Weilchen, dann komme Haamann auch zu Dir ... " in den Sinn kommt... nun, dem macht vielleicht dieser kleine Link-Ausflug Freude ;-)

Spring - Frühling

Es wird bestimmt noch den einen oder anderen Rückschlag geben. Aber der Frühling lässt sich nicht aufhalten! Der zauberhafte Film "Spring" von Jamie Scott, den wir auf unserem Lieblingsportal Nowness gefunden haben, ist schon einmal eine schöne Einstimmung! Um diese kleine Blumensymphonie zu drehen hat Scott drei Jahre gebraucht: drei Frühlinge in denen er geduldig den Blumen im New Yorker Central Park dabei zugeschaut hat, wie sie ihre vergängliche Pracht entfalten. Wenn das keine Gärtner-Vorfreude auslöst dann wissen wir auch nicht weiter.

Gartentermine 2020

Auch in diesem Jahr locken uns wieder einige Gartentermine in die Ferne. Auf unserem Kalender stehen: Berliner Staudenmarkt; 4. und 5. April 🌸  (natürlich) Chelsea Flower Show; 19. - 23. Mai 🌸 Hex Garden Festival 12. - 14. Juni und 12 - 13. September 🌸 Ippenburger Sommer-festival; 11. - 14. Juni 🌸 Internationale Pflanzentage Bingerden; 19. - 21. Juni  🌸 Gartenfestival Chaumont-sur-Loire; Juni - September 🌸


Biologische Pflanzenstärkung - der Königsweg im Garten

Vergessen Sie all die Schachteln, Fläschchen und Dosen mit Dünger, Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfungsmitteln auf denen ein fetter Toten-kopf prangt! Was tödlich ist gehört auch nicht in den Garten. Wir schwören seit Jahren auf biologische Pflanzenstärkungsmittel. Wer der Meinung ist, dass wäre alles esoterischer Humbug der möge es ausprobieren und sich eines besseren belehren lassen! Ackerschachtelhalm-Extrakt: das Wunder-mittel für kräftige, gesunde Pflanzen - ist perfekt für die Anzucht - besprühen Sie die jungen Pflanzen mit einem Nebel aus Ackerschachtelhalmsud und Sie bekommen Dankespostkarten von den Setzlingen geschickt! Brennessel-Extrakt: zur allgemeinen Gesunderhaltung das Beste überhaupt. Meeresalgen-Extrakt: ein leichter Dünger zur Stärkung. Bentonit: zur Verbesserung der Bodenstruktur unerlässlich - Regenwürmer sind vollkommen verknallt in diesen Zusatzstoff. Steinmehl: zur Bodengesundung unerlässlich auch bei Topfpflanzen. Kompostmeister: eine super Hilfe für eine zackige Kompostierung. Meisterdünger: ein sanfter Dünger für Balkon- und Garten. Mehr als diese Mittel, Passion, Wasser und gute Erde braucht man nicht für eine erfolgreiche Kultur. Wir sind davon komplett überzeugt und haben deshalb unser Sortiment aufgestockt. Aber sehen Sie selbst ...

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