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Do

23

Jun

2022

03 / 2022 Juni

Der Garten im Juni .....

.... der Garten im Juni ist eine veritable Wundertüte. Hier überrascht uns eine Staude von der wir gar nicht mehr wußten, dass sie in unserem Garten wohnt - dort überfallen Legionen von Blattläusen von heut auf morgen den zarten Bronzefenchel. Der Gärtner hat alle Hände voll zu tun, überall ist etwas zu tun und dann noch die vielen Gartenmärkte - puh! Aber Gott sei Dank gibt es ab und an ja mal verregnete Tage - dann können Sie die rissigen Gärtnerhände auf die Tastatur legen und schauen was es an  schönen neuen Dinge aus dem golden Rabbit zu erzählen gibt! Wir sind ein wenig matt, das Frühjahr war doch arg anstrengend. Aber wir haben rechtzeitig zur Gießsaison unsere Bewässerungssysteme komplettiert und das Gießkannenlager rasant aufgestockt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um über eine schlaue Gartenbewässerung nachzudenken. Und dann sind wir in diesem Monat auch ein klein wenig vom Weg abgekommen. Eigentlich haben wir keine Gartenmöbel im Sortiment - aber bei unserem neuen kleinen Gartenklapptisch konnten wir einfach nicht "nein" sagen. Er ist klein, leicht, schön, knuffig, klassisch. Er kann zusammengeklappt, aufgehängt, unter den Arm genommen und rumgetragen werden. Er ist ideal für die Terrasse, den Leseplatz unter dem Apfelbaum, die kleine Kaffetafel im Gewächshaus oder im Gemüsegarten, als Sommer-Beistelltisch. Er strahlt in sattem Grün und in knalligem Rot. Ein echter Tausendsassa! Aber schauen Sie doch einfach selbst....

Einfach mal gechillt durch Deutschland trollen.

Alarmnachrichten von der Reisefront verdunkeln den sommerlichen Reisehorizont. Aber warum wollen wir uns überhaupt in volle Flugzeuge quetschen? Letzlich gilt doch noch immer der schlaue Satz von André Heller der da singt: "Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht in meinem Kopf, dann sind sie nirgendwo!" Wir haben uns für

 

c) Arboretum Ellerhoop
c) Arboretum Ellerhoop

diesen Sommer also vorgenommen die wahren Abenteuer in unserem Kopf und im nahen Deutschland zu suchen und werden einfach einmal gechillt durch die Gegend trollen. Auf unserer Liste stehen für diesen Sommer: Der Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim an der Weinstraße, die Liebermann Villa samt Garten in Berlin, die altehrwürdigen Herrenhäuser Gärten in Hannover, das Arboretum in

Ellerhoop und vielleicht schaffen wir es ja noch ganz hoch in den kühlen Norden um uns in Leer den Garten von Ernst Pagels, einem der drei wichtigsten deutschen Staudenzüchtern (1913 - 2007) anzuschauen, ein leckeres Matjesbrötchen zu essen und bei einem kühlen Bier über die Gestaltung des großartigsten Gräsergartens überhaupt nachzudenken.

Mein Leben als Dachs

Was wissen wir denn schon von den Tieren? Wir schauen sie an und denken ausschließlich über ihre äußere Erscheinung nach. Diese sehend meinen wir das Tier zu kennen und zu wissen wie es sich fühlt. Ein wenig borniert und oberflächlich - oder? Charles Foster, ein britischer Natur-kundler, Anwalt und Tierarzt, beschreibt es so: "Im Allgemeinen hieß Schreiben über die Natur, dass Menschen, die wie Kolonialherren durch die Welt stolzierten, schilderten, was sie aus 1,80 Meter Höhe sahen, oder dass Menschen so taten, als würden Tiere Kleider tragen..." - er will es genauer wissen. Er lebte monatelang als Otter, als Dachs, als Rothirsch oder als Fuchs. Und dies so radikal, dass es uns ein gerütteltes Maß an Hochachtung abnötigt. In seiner Zeit als wilder Stadtfuchs schlief er im Londoner East End in einem Park unter Büschen, lag Stunden unter einer Hütte um sich vor den Menschen zu verkriechen, fraß aus schlecht ver-schlossenen Mülltonnen und jagte Nachts Wühlmäuse. Als Dachs lebte er über Wochen in einer Höhle, kroch durch das Unterholz, fraß Würmer und Beeren  (und ab und an Lasagne, die ihm ein freundlich gesinnter Bauer vorbei brachte) und schüffelte sich mit der Nase auf der Erde durch die Gerüche von Schnecken, Gras, Mäusekot und Fallobst. All' diese wilden Erfahrungen hat Foster in dem Buch "Being a Beast" zusammengetragen, dass in Deutschland im Piper-Verlag unter dem Titel "Der Geschmack von Laub und Erde" erschienen ist. Eine wirklich sehr vergnügliche Sommerlektüre!


Scheren gehören in ein Holster!

Scheren sind vermutlich das am meisten genutzte Werkzeug eines Gärtners. Aber die meisten Gärtner verschwenden nur sehr wenig Aufmerksamkeit auf die Lagerung und Pflege ihres besten Gartenbegleiters. Wenn Sie zu diesem Club gehören, wollen wir Ihnen heute mal kräftig die Ohren langziehen! Das ist gemein, äußerst rücksichtslos, schofelig und unklug. Im golden Rabbit sehen wir dann die armen Scheren-Seelen: abgestoßene Nasen, schartige Klingen, Rost und Korrosion auf Federn und Klingen. Bessern Sie sich (bitte!). Lassen Sie es nicht soweit kommen. Wenn eine Schere ein passendes Holster hat, neigt man deutlich weniger dazu sie rumfliegen zu lassen. Nach dem Arbeiten einfach Schere abwischen, zurück ins Holster und schon hören Sie die Schere laut "Danke" rufen. Wenn Sie sie dann noch ab und an kurz überschleifen und ölen dann bucht die Schere für Sie einen Platz im Gärtnerhimmel. Versprochen! Es gibt für alle Scherenmodelle passende Holster. Ob man sie auf einen Gürtel auffädelt, in eine Werkzeugrolle steckt oder in eine Korb legt ist eigentlich egal - Hauptsache die Scherenköpfe sind geschützt.

Die 20 + 1 Spargel des Monsieur Édouard Manet

Es gibt in der Kunst gerüttelt viele Bilder auf denen Spargel eine zentrale Rolle spielt. Warum das so ist? Keine Ahnung, vielleicht weil er irgendwie ziemlich viel mit Frühlingsgefühlen zu tun hat ... ? Meine Lieblingsgeschichte ist die, des legendären Spargelbündels von Édouard Manet. Er hat dieses Bild 1880 als Auftragsarbeit für einen gewissen Charles Ephrussi gemalt. Dieser war ein Pariser Bankier, der für die Kunst brannte und neben seinem

Édouard Manet, Une botte d'asperges, 1880, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
Édouard Manet, Une botte d'asperges, 1880, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln

Brotjob als Bankier mit den Künstlern des Impressionismus, mit Degas, Monet, Sisley, Renoire oder Pissarro in Paris um die Häuser zog - man findet ihn auf recht vielen Bildern dieser Künstler. Nämlicher Charles Ephrussi also, wünschte sich von  Manet ein Stilleben mit einem Bündel Spargel. Warum er sich eben ein solches wünschte, hat die Kunstgeschichte noch nicht erforscht. Als Lohn für diese Arbeit aber, vereinbarte man 800 Franc das ist verbrieft. Manet, der zu dieser Zeit einige Stilleben mit einzelen Gemüsen und Früchten malte, machte sich ans Werk. Als er das Bild Ephrussi übergab reichte dieser ihm einen dicken Umschlag mit

Édouard Manet, L'Asperge, 1880, Musée d'Orsay, Paris
Édouard Manet, L'Asperge, 1880, Musée d'Orsay, Paris

1000 Franc statt der vereinbarten 800. Manet revanchierte sich und sandte Ephrussi einige Tage später ein Bild mit einer einzigen Spargelstange und einer kleinen Notiz auf der stand: "Il en manquait une à votre botte“ ("Es fehlte noch eine in ihrem Bündel"). Das Spargelbündel ist in der Sammlung des Wallfraf-Richartz-Muesums in Köln, der einsame einzelne Spargel im Musée d'Orsay in Paris. Beide sind nicht oft gemeisam zu sehen, schade.

Geum in der Topfpflanzung - charmant!
Geum in der Topfpflanzung - charmant!
Nelkenwurz in Kombi mit Katzenminze - auch schön.
Nelkenwurz in Kombi mit Katzenminze - auch schön.

Kombinieren Sie Geum mit Iris, Allium, Saxifraga, Storchenschnabel, Lupinen, Glockenblumen, Margariten, Akelei, Rittersporn, Frauenmantel, Salvia nemorosa, Sterndolden, Begenie und Co.

Die Möglichkeiten sind nahezu endlos.

Geum - Geum überall!

Nach zwei Jahren Abstinenz waren wir in diesem Mai endlich wieder auf der (wie wiederholen uns hier gerne) immer wieder unglaublich beeindruckenden Chelsea Flower Show. Es ist jedes Mal spannend zu sehen in welche Richtung sich die Showgärten bewegen. Seit Jahren schon sind viele wirklich spektakuläre naturnahe Gärten zu sehen deren Blütenpracht und deren clevere Pflanzenauswahl zum Nachdenken anregen. Und in jedem Jahr gibt es so etwas wie eine "Trendstaude". In diesem Jahr war es das Geum - vulgo die "Nelkenwurz". Nelkenwurz ist den meisten Gärtnern als robuster, etwas altfränkischer, in der Regel gelb blühender Bodendecker bekannt - er war bisher nicht die Staude meiner Wahl. Aber ich habe gelernt: Geum kann viel, viel mehr! Mittlerweile gibt es eine Vielzahl wunderbarer Züch-tungen, deren feine, eher einfache Blüten auf hohen Stängeln wippen und einen sehr eigenen, ein wenig wilden Touch in Topf und Beet bringen. Gleichtzeitig ist Geum recht hart im nehmen und steckt Wetterwidrig-keiten gut weg. Seinen Namen verdankt die Staude dem nelkenartigen Duft der Wurzeln. Sie wurden früher als preiswerter Ersatz für Gewürznelken genommen. Aber wir wollen nicht an der Wurzel schnuppern, wir wollen uns an den Blüten erfreuen. Und da ist es gut, dass es im Rheinland einen Züchter gibt, der auf Geum spezialisiert ist und uns alle tollen neuen Sorten quasi vor die Haustüre liefert. Im kleinen Ort Würselen bei Aachen sitzen Armand und Hubert Kremer. Sie sind die Eigentümer der Staudengärtnerei Green Globe und Hüter einer Geum-Sammlung von unglaublichen 160 Sorten von denen sie viele auch für den Verkauf weiter kultivieren und die sie auf Anfrage freundlicherweise auch verschicken.

 

Staudengärtnerei Green Globe, Von-Goerschen-Str. 49, 52146 Würselen / www.greenglobe-sammlung.de

Geum "Alabama Slammer", Chelsea Flower Show
Geum "Alabama Slammer", Chelsea Flower Show

Geum first: die Staudengärtnerei Green Globe 


Eine ziemlich kugelige Familie - ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Coccinellidae-Clan
Eine ziemlich kugelige Familie - ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Coccinellidae-Clan

Wer Blattläuse hat, der hat auch Marienkäfer!

2, 4, 5, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 22 oder 24 Punkte, Schwarz auf Rot, Rot auf Schwarz, Schwarz auf Gelb oder ganz Rot oder ganz Gelb, oder gar vollständig Schwarz. Mit scharf umrandeten oder mit fluffig- ausgefransten Punkten, mit rund-kuglig hohem Panzer oder mit oval-flachem Schild. Marienkäfer gibt es in unzähligen Erscheinungen. Über 4.500 Arten umfaßt die große Familie der Coccinellidae, circa 70 davon findet man in unseren Gärten. Gott sei Dank, denn ganz egal wieviele Punkte die kleinen Kollegen auch haben mögen, allen zu eigen ist ihr unstillbarer Hunger auf Blatt- und Schildläuse und auf Mehltau und Schimmelpilze. Ein einziger Käfer verputzt im Laufe seines Lebens um die 3.000 Läuse und ein ungeschriebenes Gartengesetzt lautet: "Wo viel Laus, da viel Marienkäfer". Marienkäfer sind Ihre Gärtnergeheimwaffe im Garten! Sollten Sie also im Moment mitten in einer Blattlauskolonie so eine Art schwarzen "Mini-Lurch" mit roten Flecken finden dann klatschen Sie in die Hände und erzählen den Läusen noch einen Witz bevor die Armen ihr Leben aushauchen. Während seiner Entwicklung sieht der Marienkäfer nicht sehr marienkäferig aus, aber er ist eigentlich ganz leicht zu erkennen. Wußten Sie übrigens dass das Rot des Panzers mit Lycopin und Carotin gebildet wird? Und das Marienkäfer einen Luftspeicher unter den Flügeln haben der sie ganz passabel auf Wasser schwimmen läßt? Und das sie mit 91 Flügelschlägen pro Sekunde fliegen? Und das sie wechselwarm sind? Und das sie, wenn sie Schmacht haben, sich auch schon einmal gegenseitig fressen? Und das sie, wenn man sie ärgert ein grauslich stinkendes und beißendes Sekret aussondern ... aber ja, das wußten Sie bestimmt. Denn jeder, der schon einmal einen Marienkäfer zärtlich auf die Hand genommen hat weiß, dass dieser kleine Banause die nette Geste oft nicht recht zu schätzen weiß.

Aus dem Marienkäferei schlüpfen nach 4-5 Tagen die Larve, die wächst und häutet sich im Wachstum drei Mal. Je nach Käferart kann die Larve auch gelb oder grau sein. Dann klebt sich die Larve mit dem Hinterleib an ein Blatt und verpuppt sich. Nach 6 - 9 Tagen schlüpft aus der Puppe der Käfer und der großen hat Hunger ...

Der Vorblütenschnitt - eine harte Sache.

Der Vorblütenschnitt ist nur was für die ganz harte Gärterin. Denn wer sonst, außer einer kalten Seele, bringt es über sich, im späten Mai / frühen Juni, wenn alle Stauden sich freudig der Blüte entgegenrecken, zur Schere zu greifen und die Pflanze um ca. 1/3 einzukürzen. Erfunden haben diesen Schnitt die mutigen englischen Gärtner - sie haben ihm den hübschen Namen "Chelsea Chop" verpaßt. Ein sanfter Hinweis auf den Zeitpunkt des Schnitts, der ca. um den Zeitpunkt der Chelsea Flower Show rum passieren sollte - also Mitte/Ende Mai. Der Rückschnitt kann bei der ganzen Pflanze durchgeführt werden oder auch  nur bei einem Teil (zB. nur bei den äußeren Trieben um eine schöne runde buschige Form zu erreichen und eine Nachblüte nachdem die Hauptblüte in der Mitte durchgeblüht ist). So oder so sorgt er für einen buschigeren Wuchs, eine verlängerte Blühphase, spätere Blüte (logisch) und mehr Blüten. Ideal ist er für Rudbeckia, Phlox, Sonnenhüten, Astern, Sonnenbraut, Indiaernessel aber auch für Sedum und Katzenminze.

Bottomsup - oder - the Jubilee Triple

Wir waren ja in diesem Jahr einmal wieder in London auf der Chelsea Flower Show. Es war toll wie immer, was sage ich, es war noch toller weil nicht nur ganz London im Blumenfieber war sondern auch ganz England im Königinnenfieber. Her Majesty Elizabeth II feierte 70-jähriges Firmenjubiläum ohne gröbere Fehler. Congrats! Die Barkeeper der Nation nahmen das zum Anlaß der Queen einen Drink zu widmen, von dem bekannt ist, dass sie ihm, ebenso wie ihre Mutter vor ihr, nicht abgeneigt ist. Den sogenannten Jubilee Triple. Das Rezept kommt aus den 1920er Jahren und ist aber - wir haben ihn probiert und können das deswegen mit der Hand auf Schumann's Barbuch schwören - heute noch so modern wie damals. Sie wollen der Queen nachträglich zum Jubiläum gratulieren und ein Glas auf sie heben? Sehr wohl. Hier ist das Rezept: 1 Unze Gin (die Queen schwört auf Gordon's London Dry Gin), 2 Unzen Dubonnet, 1/2 Zitronenscheibe, Eiswürfel. Der Kellermeister des Buckingham Palace rät zu folgender Zubereitung: "Gießen Sie einen Teil Gin und zwei Teile Dubonnet in ein kleines Weinglas oder eine Cocktailschale. Fügen Sie die halbe Zitrone dazu und füllen Sie das Glas mit zwei perfekt proportionierten Eiswürfeln, wobei Sie die Zitrone im Cocktail versenken. (Hinweis: Fügen Sie nach eigenem Ermessen mehr Eis hinzu)". Das, so finden wir, ist höherer Bar-Zen. Wir geben Ihnen lieber noch einen ur-englischen Trinkspruch mit auf den Weg, der da lautet: "May we get what we want, May we get what we need, But may we never get what we deserve. - Bottomsup.

 

Mrs. Margery Fish (1888-196)
Mrs. Margery Fish (1888-196)

Dürfen wir vorstellen:  Margery Fish:

In einer Zeit, in der Frauen noch in erster Linie als verlängerte Kochlöffel wahrgenommen wurden, machte sich die junge Margery Townsend auf um Sekretärin zu werden. Ein unerhörtes Vorhaben für ein englisches Mädchen aus der Mittelklasse. Aber Margery biß sich durch, bekam eine Stelle in der Fleet Street, im wusligen Zentrum der Londoner britischen Presse. Bald arbeitete sie für den Herausgeber der Daily Mail, Tommy Marlowe, später für seinen launisch, mürrischen Boss, Lord Northcliff, der sie dann wiederum seinem Nachrichtenredakteur Walter Fish ans Herz legte. Fish war von Northcliff auserkoren Marlowe zu ersetzen - er brauchte eine ordentliche Sekretärin. Es kam wie es kommen mußte - aus Miss Townsend wurde Mrs. Fish. Sie werden sich nun so langsam fragen: very nice - aber was hat das mit Garten zu tun? Nun ja, jetzt hat es noch nichts

damit zu tun - aber gleich. Es war Krieg, die Deutschen fingen an London zu bombardieren und Mr. und Mrs. Fish zogen aus dem sirenengeschüt-telten London hinaus in das beschauliche Dorf East Lambrook. Dort erwarben sie ein kleines Landhaus - so, und hier nun beginnt endlich die Gartengeschichte der Margery Fish. Das Haus hatte einen großen Garten und Margery Fish, die vorher nie auch nur einen kleinsten Handgriff in einem Garten gemacht hatte, entdeckte ihre Passion für das Gärtnern. Aber es war Krieg, das Grundstück war groß aber es gab keine bezahlten Gärtnerarme, die in der Lage gewesen wären daraus einen Garten im X- oder Y-Stil zu machen. Also erfand Margery Fish einen eigenen Stil und nannte ihn "the Cottage Garden". Sie kombinierte klassische Wildblumen mit "edlen" Stauden, bepflanzte Ritzen und Spalten, erlaubte den Pflanzen die Selbstaussaat und schuf einen maximal kunstvoll informellen Garten. Wenn wir heute also über die berühmte British Border sprechen, dann wäre diese ohne die spät berufene Gärtnerin Margery Fish nicht so populär geworden. Mrs. Fish hat in ihrem zweiten

Leben als Gärtnerin einige Bücher geschrieben, jedes einzelne dieser Bücher könnte heute wieder ebenso geschrieben werden - zahlreiche Stauden wurden nach ihr oder nach ihrem Garten benannt. Unsterblich aber hat sie sich als Schneeglöckchen-Sammlerin gemacht, in ihren Schriften erwähnt sie über 200 Schneeglöckchensorten und wer im sehr zeitigen Frühjahr East Lambrook Manor Gardens besucht, der kann ja mit der Nase am Boden versuchen, auch nur einige davon sicher zu bestimmen. Mrs. Margery Fish sitzt ganz sicher auf dem Ast eines Baumes in ihrem Schattengarten und flüstert leise die richtigen Namen in unser Ohr.... Galanthus elwesii "Godfrey Owen", Galanthus "Ophelia", Galanthus plicatus "Phil Cornish", Galanthus "Ivy Cottage Corporal" ...


Hydrolat - Pflanzenwässer

Hydrolate erleben in der Hautpflege eine großes Revial. Kein Wunder, stecken in ihnen doch alle guten Eigenschaften der Ausgangspflanze aber kein Quent-chen olle Chemie. Hydrolate werden durch Dampf gewonnen. Der Wasser-dampf strömt duch das zu extrahierende Pflanzenmaterial. Der Dampf, gesättigt mit der Pflanzenextraktion steigt auf, schlägt sich oben im Destilla-tor nieder und kühlt wieder ab. Es entsteht eine wässerige Lösung auf der das extrahierte ätherische Pflanzenöl schwimmt. Das Öl wird abgeschöpft und als Pflanzenöl, also zum Beispiel Rosenöl, verkauft. Zurück bleibt das Hydrolat. Es enthält noch einen kleinen Anteil des ätherischen Öls und anderer gelöste

Bestandteile der Pflanze. Hydrolate sind leicht sauer und haben einen ähnlichen PH-Wert wie die Haut. Sie sind deshalb ein großartiges Haut-pflegemittel. Zusammen mit einem reinen Pflanzenöl wie zum Beispiel Himbeerkernöl oder Kaktusfeigen-öl sind sie die ideale Pflege für jeder Haut. Dabei gilt: Öle sollten nur auf die feuchte Haut aufgetragen wer-den. Also zuerst das Gesicht mit einem schönen Hydrolat befeuchten und dann mit einem Öl pflegen. Sie werden nach einer kurzen Eingewöhnung alle Cremes zur Seite legen. Sicher! Aber Achtung: Hydrolate sind kein Parfum, sie duften nicht wie das Pflanzenöl sondern riechen eher grasig grün.

Die Besten finden!

Sie suchen ein ganz spezielles Allium? Oder einen Spezialisten für Helleborus, oder für Narzissen oder für Farne? Kein Problem, denn endlich haben sich zwei schlaue Frauen aufgemacht, um die Adressen all jener fleißigen Hände zusammen- zutragen, die dem Gärtner /der glücklichen Gärtnerin ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Die Garten-journalistin Anja Birne und die Gartenfotografin Marion Nickig haben die 100 spannensten Gärtnereien in Deutschland, der Schweiz und in Österreich portraitiert und verraten uns ihre Lieblings Pflanzenmärkte und Garten-Hot-Spots. Ein wirklich sehr schön gemachtes Nachschlagewerk - ein Reiseführer rund um das Thema Garten. Lange haben wir auf dieses Buch gewartet.


Bergenien - viel mehr als nur Bodendecker.

Wer in seinem Garten Flächen hat, auf denen nichts so recht wachsen will, der sollte einen Blick auf Bergenien werfen. Sie sind wahre Alleskönner - sozusagen die "Ist mir doch egal"-Pflanze des Gartens. Feucht oder knochentrocken? Hell oder schattig? Wurzeldruck oder alleine auf freiem Feld? Ist mir egal sagt die Bergenie und zeigt ihre schönen grünen Blätter und stolzen rosa oder weißen Blüten. Bergenien sind Mitglieder der Saxifraga Familie, also der Steinbrechgewächse. Sie bilden mit der Zeit lange Rizome und neigen dann unschön zum Verkahlen. Aber sie sind leicht zu verjüngen und zu vermehren: einfach die Rizome zurückschneiden, die Kopfstücke des Rizoms einkürzen und wieder in die Erde stecken. Der Bergeniensteckling wurzelt ohne Murren an und aus dem zurückgeschnittenen Rizomende sprießen viele neue frische Blätter. Es gibt frühlingsblühende Bergenien und Herbstblühende, Bergenien mit grünem Laub, mit rotem Laub und solche mit grünem Laub, dass sich im Winter auf das Schönste rot verfärbt. Ich liebe Bergenien als Beeteinfassung und Strukturgeber im Beet. Die Spezialistin für Bergenien (und Geranium) ist Annemarie Eskuche. Ihre kleine Staudengärtnerei in Osterholz, am Rand der Lüneburger Heide ist eine Goldgrube für Staudenfreunde! Bergenien über Bergenien und jede Menge andere Staudenschätze gewissenhaft kultiviert. Glücklicherweise hat die Staudengärtnerei auch einen kleinen Webshop.... Also nichts wie los - füllen Sie Ihre schwierigen Plätze im Garten mit Bergenien, die Auswahl ist riesig, wir machen Ihnen einfach mal ein wenig den Mund wässerig .. als da wären:

Bergenia  "Abendglocken"       * "Admiral"                                               * "Pink Dragon Fly"                 * "Schneekönigin"             * "Rosa Zeiten"

c) Staudengärtnerei Annemarie Eskuche

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Sa

16

Apr

2022

02 / 2022 April

Anzuchtboxen und Saatsiebe von www.the-golden-rabbit.de

April - was für ein Monat!

Es mag ja sein, dass der April noch die eine oder andere Wetterüberraschung bereithält. Aber im Moment fließt Milch und Honig vom Himmel. Die Tulpen blühen schon und die Frühblüher blühen noch. Es herrscht eine zauberhafte Aufbruchsstimmung im Beet. Endlich kann man sehen welche Pflanzen wiederkommen und welche der späte Winter als Tribut genommen hat. Und es sieht garnicht so schlecht aus. Einige vorwitzige Wicken haben den Kälteeinbruch nicht überlebt aber die, die einige Wochen später gesteckt wurden nehmen unbeeindruckt den freigewordenen Platz ein. Rosmarin, Lorbeer und Feigen haben diesen Winter sogar ohne Winterschutz überstanden und stehen besser da als je zuvor. Wir werden sehen was der April noch bringt. Nun ist die beste Zeit um Stecklinge zu schneiden und vor allem um einjährige Schnittblumen zu säen. Cosmeen, Calendula, Wicken, Mohn, Löwen-mäuler, Sonnenblumen und viele, viele mehr scharren mit den Füßen und wollen nun loslegen. Das gleiche gilt für viele Kräuter: Dill, Petersilie, Schnittlauch, Anis, Ysop, Bohnenkraut stehen bereit für einen grandiosen Küchengarten 2022. Nur Basilikum - Basilikum pennt noch - damit wartet man besser noch bis Mai. Aber es wäre ja eh schad' wenn man im Mai nichts mehr zu tun hätte.

c) RHS / The Garden

Dahlien-Stecklinge - aus 1 mach 2 mach 3 mach 4

Einige von Ihnen werden das Thema schon kennen - aber wir werden nicht müde Ihnen die Vermehrung von Dahlien über Stecklinge warm an das Herz zu legen. Warum? Es ist einfach, es ist genial, man kann, ohne die Mutter-Dahlie zu verlieren zahlreiche neue Dahlien ziehen. Es ist ein wenig wie im Märchen! Das Vorgehen ist extrem einfach und in den vier Bildern oben perfekt illustriert: 1) Legen Sie die Mutter-Knolle in ein Pflanzgefäß das mit guter Erde gefüllt ist. Die Krone der Dahlie sollte dabei über der Erde liegen. Sobald sich die ersten Triebe entwickelt haben schneiden Sie diese 2) mit einem scharfen, sauberen Messer unten

(ein wenig in die alte Knolle hinein) ab. 3) Reduzieren Sie die Triebe um die meisten Blätter - es bleiben nur 4 - 6 Triebblätter und setzen Sie sie in gute neue Erde. 4) Gut feucht halten. Nach ein bis zwei Woche sollten sich die Stecklinge bewurzelt haben und sind bereit für die den Umzug in größere Töpfe. Die kleinen Dahlien wachsen dann schnell und und blühen noch im gleichen Jahr. Ein kleines Wunder!

Joseph Monier 1823 - 1906)
Joseph Monier 1823 - 1906)

Unser Mann für das Grobe

Wer den golden Rabbit Blog schon länger liest, der weiß, dass wir eine gewisse Vorliebe für wilde Geschichten von der Seitenlinie haben. Heute wollen wir Ihnen Joseph Monier vorstellen. Monier (1823 - 1906) war der Sproß einer Gärtnerfamilie, aus Nimes, die im Dienst der Herzöge von Uzès standen. Monier stellte sich geschickt an und der Herzog von Uzès lieh ihn gerne an befreundete Güter aus. Auf diese Weise lernte Monier über den Tellerrand zu schauen. Monier bekam die Chance im Jardin des Tuileries zu arbeiten und griff freudig zu. Er war dort für die Orangerie zuständig und pflegte die sensiblen Zitronenpflanzen. Zu dieser Zeit waren die Zitronen in großen, schon damals recht teueren, Holzkübeln untergebracht. Monier suchte nach einer Alternative und er bastelte Kästen, die aus Zement, Sand, Schlacke und Wasser bestanden, einem schon gängigen Zement-Mix. Moniers großartige Idee war es, in dieses Gemisch ein Drahtgewebe einzulegen. Diese neuen Kästen stellten sich als extrem haltbar und super formstabil heraus. Er experimentierte weiter und baute künstliche Landschaften aus Zement und Draht, Grotten und Felsenlandschaften für die Gärten der Oberschicht. Das von ihm erfundene Material wurde "Eisenzement" (ciment et fer) genannt. Auf der zweiten Pariser Weltaus-stellung präsentierte Monier die Erfindung der Öffentlichkeit. Er hielt ein Patent auf seine Erfindung und auf einige weitere Abwandlung hiervon und gründete eine sehr erfolgreiche Firma die Brücken, Häuser, Wasser-

reservoirs und ähnliches baute. In den Wirren des Krieges ging es auf und ab. Monier verkaufte seine Patente an das deutsche Unternehmen Wayss und Freytag (die es heute noch hält), die Steuerbehörde war ihm auf den Fersen, Glück und Unglück gaben sich die Klinke in die Hand. Joseph Monier - der Erfinder des Eisenbetons (heute Stahlbeton), Namensgeber des Moniereisens, stirbt, wie viele große Geister, arm wie eine Kirchenmaus. So sind denn alle Hochhäuser, alle kühnen Türme und Brücken, alle Staumauern, Tunnels, Opern und Flughäfen unserer Zeit, entsprungen aus der Idee, wie man einen einfachen Blümenkübel für Zitronen haltbarer und billiger herstellen könnte. Da sage nun noch einmal jemand, gärtnern würde nichts zum Fortschritt beitragen!


Welche Hacke für welche Aufgabe ... jedes Land hackt anders.

Es gibt so etwas wie nationale Gartengeräte-Vorlieben. Lassen Sie uns also heute einmal einen Blick über den deutschen Tellerand werfen und schauen wie Gärtner rund um die Welt so hacken. Da wäre zum Beispiel die japanische Hand-Hacke: das ist eine eher grobe Hacke deren absoluter Vorzug ein sehr schwerer Kopf ist. Die Hacke ist genial wenn man größere, auch unbearbeitete Flächen von Hand hacken möchte. Diese japanischen Hacken fressen alles ratz fatz weg, ohne die Kraft des Gärtners zu fordern. Etwas feiner, aber auch recht bissig ist die japanische Sichelhacke. Ihr Blatt ist an der Unterseite scharf geschliffen und man kann damit kurz unter der Erdoberfläche schuffeln um neu aufgelaufene Beikräuter zu entfernen. Gleichzeitig aber ist sie so robust, dass man auch richtig mit Wucht hacken kann (sie ist einer meiner pers. Favoriten !). Dann natürlich die normalen Handhacken mit unterschiedlichen Köpfen. Großartig ist hier die Halbmondhacke von Sneeboer - der halb-runde Kopf mit den weit auslaufenden Spitzen eignet sich besonders gut für die Arbeit zwischen Gemüse. Und es gibt noch die Handharke - die ist eine Mischung zwischen Hacke und Harke. Sehr gut wenn größere Flächen zwischen Büschen freigehalten und gleichzeitig glatt gezogen werden sollen. Typisch deutsch ist die Kombi "Hacke und Jäter" also eine Hacke die auf einer Seite ein Hackblatt hat und auf der anderen Seite einen drei- oder zweizinkigen Jäter. Diese Hacke eignet sich wunderbar für die Bearbeitung von Flächen die von flachwurzelndem Beikraut, zum Beispiel Giersch, durchzogen sind. Die Hacke lockert, die Gabel zieht die gelockerten Wurzeln aus dem Boden.

Japanische Hand-Hacke
Japanische Hand-Hacke
Japanische Sichelhacke
Japanische Sichelhacke
Sneeboer kleine Halbmond-Hacke
Sneeboer kleine Halbmond-Hacke
Sneeboer Handharke
Sneeboer Handharke
Sneeboer Kombi "Hacke + Jäter"
Sneeboer Kombi "Hacke + Jäter"

Narzissen - verblüht! Ach schade. Was nun?

Wenn sich Anfang April die Narzissen, müde vom Blühen, zur Ruhe legen - dann ist die <hand des vorausschauenden Gärtners gefragt. Denn nun wird der Grundstein gelegt für die Blüte im nächsten Jahr! In der Zeit direkt nach der Blüte ist in der Zwiebel mächtig was los. Jetzt schon wird hier die Anlage für die neue Blüte im kommenden Jahr gelegt. Wenn die Zwiebel nun nicht genug Wasser bekommt oder zu wenig Futter, dann fällt die Blüte im kommenden Jahr dünn und sparsam aus. Für den schlauen Gärtner heißt das: Abgestorbene Blüten abknipsen damit die Zwiebeln keine Kraft in die Saatbildung steckt. Ausreichend wässern und warten, bis die Blätter der Nazissen absterben. Die Fläche, unter der die Zwiebeln schlummern, mit Kompost gut düngen. Sobald die Blätter abgestorben sind können sie abgeschnitten werden (meist ist es Anfang Juni so weit) dann kann auch das Gießen eingestellt werden. So verlockend es auch ist: binden Sie niemals die Blätter der Narzissen  zusammen um ein wenig Ordnung in das Beet zu bekommen. Sie mögen das nicht und es wirkt sich negativ auf die Blüte im nächsten Jahr aus. Hier muß der Gärtner Unordnung aushalten.

Zwei die sich mögen:

Hase & Ei

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt warum Hasen bunte Eier verstecken, wo doch Hasen ganz gewisslich keine Eier legen? Dann wollen wir heute  Licht in diese tierische Beziehung bringen. Tatsächlich war das mit den Hasen nicht immer so, sie haben den Job des Eierbringers erst um 1678 rum übernommen. Vorher wurden die Ostereier von Füchsen, Störchen und Hähnen überbracht. Gut, das ist (bis auf die Störche) auch nicht viel logischer.... An einem schönen Frühlingsmorgen im Jahr 1678 nun, sinniert ein gewisser Georg Franck von Franckenau, seines Zeichens Mediziner und Botaniker, vor sich hin und beschreibt in seinen Notizen zu seinem neuen Werk "Satyrae medicae" also "Medizinische Satire" den im Süden Deutschlands und dem Elsaß aufkommenden Brauch des Osterhasens. Er schrieb wohlgesetzt in Latein in etwa dieses: "In Südwestdeutschland, in unserer heimatlichen Pfalz, im Elsaß wie auch in Westfalen heißen solche Ostereier die Haseneier. Man macht einfältigeren Leuten und kleinen Kindern weis, diese Eier brüte der Osterhase aus und verstecke sie im Garten im Gras, im Gebüsche und so weiter, man will sie von den Buben umso eifriger suchen lassen zum erheiternden Gelächter der Älteren". So. Damit hatte der Hase den Job und bis heute ist er im Besitz des Ostereier-Monopols. Es gibt zu Ostern die eigenartigsten Bräuche - so bewirft man sich zum Beispiel in Bulgarien mit rohen Eiern. Wenn die Eier unbeschadet bleiben ist das ein Zeichen für ein großartiges Jahr. Mir scheint, die Chance ein großartiges Jahr zu haben, ist als Bulgare ganz besonders gering.


Kleiner Garten à la "Gartenprofi" / c) ZDF
Kleiner Garten à la "Gartenprofi" / c) ZDF

Warum sind deutsche TV-Gartenshows so grauslich ... ?

Ich möchte heute einmal ein persönliches Leid mit Ihnen teilen. Darf ich? Ab und an schaue ich fern - und wenn, dann stolpere ich auch schon mal über Gartensendungen in denen Profigärtner in einen Wettstreit treten um für 10.000 Moppen netten Familien den Garten neu zu gestalten. Am Ende dieses Prozesses soll ein "Traum-garten" stehen. Dieses (an und für sich ja löbliche) Vorhaben wird mit Handschlag besiegelt und ich bin hoffnungsfroh und gespannt was für tolle Dinge aus trauigen Hintergärten entstehen werden. In den dann folgenden Minuten sitze ich aber immer blasser werdend vor dem Bildschirm. Mich erfaßt das kalte Grausen bei dem Gartenbild das hier vermittelt wird. Ein neuer Garten besteht in der Regel aus 80% versiegelter Fläche. Terrassen, Wege, Schotterbeete, Grillplätze, Hüpfburgen ... das Grün darin ist vollkommen zweitrangig und wird kurz vor Schluß noch fix im Gartencenter zusammengekauft. Zack zack Rollrasen gelegt, hier noch schnell einen Kirschlorbeer rein, dort ein paar Gräser - dazwischen ein paar blühende Einjährige gesteckt und oben drauf - wie Kirsche auf Torte - eine Buddha-Statue. Ich bitte Sie, das ist doch kein Garten! Und das dann auch noch von ausgebildeten Gärtnern gestaltet die eigentlich Besseres gelernt haben sollten. Das ist bitter. Irgendwann in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen und den gartenfeindlichen 68igern ist uns in Deutschland die Gartenkultur nahezu vollständig abhanden gekommen. Und es gibt bis heute keine Gegenbewegung die stark genug ist, um

 

gestaltend in die Breite der Gesellschaft zu wirken. Das wäre doch ein Bildungsauftrag für die Öffentlich Rechtlichen. Zumal es ja auch in Deutschland durchaus jede Menge tolle Gärtner und umwerfende Gärten gibt die hier helfen könnten.  Zum Beispiel die Gärtnervereinigung "Gärtner von Eden" - hier findet man eine ganze Reihe guter Gärtner. Alleine in unserer nähren Umgebung gibt es Menschen wie Peter Jahnke, Hermann Gröne oder Michael Große und Staudengärtnereien wie Arends Maubach in Wuppertal. Dort findet man wunderbare Stauden und Anja Maubach - wie im übrigen auch die ziemlich nette Ulla Hannecke in Düsseldorf, von der Gartenberatung "Primerose" helfen einem den eigenen Garten selber (sozusagen mit der Hand am Arm) zu gestalten. Das ist ein ziemlich guter Weg, denn schlußendlich sind es ja Sie, der den neuen Garten pflegen und weiterentwickeln soll. Aber zurück zu der enttäuschenden Rolle der Medien in der Gartenbildung der Deutschen. Ich will hierzu zum Schluß noch eine ganz besonders schauerliche Geschichte erzählen: Neulich habe ich in einer WDR Garten-sendung ein Special zum Thema "Hochbeet" gesehen. Nicht nur, dass dort das Hochbeet schlicht als ein in die Höhe verlagertes Beet vorgestellt wurde. Sie wissen sicherlich, die Idee eines Hochbeets ist, dass es in mehreren Schichten mit Rottmaterial gefüllt ist und so zum einen satt Pflanzennahrung bietet - zum anderen durch den Rottprozess Wärme entwickelt, die die Pflanzen früher und länger wachsen läßt. Nun ja - bis zum WDR hat sich das noch nicht rumgesprochen. In dieser Sendung wurde tatsächlich der Tipp gegeben zur Füllung des Hochbeets (ist ja viel Platz zu füllen) altes Material aus dem Keller zu verwenden - explizit wurde dem geneigten Zuschauer altes Styropor empfohlen. Uff ...!

Rechts: kleiner Stadtgarten in London gestaltet von Henrietta Courtauld, c) Elsa Young, House & Gardens

Around the world in 80 Gardens.

Wer Monty Don mag, der wird diese nette Video-Serie aus dem Jahr 2008 vergnüglich finden. Monty reist rund um die Welt und besucht die schönsten Gärten. Das ist spannend, interessant, lehrreich und lustig und macht Lust darauf sofort die Schuhe anzuziehen und los zu ziehen. Wer also ein wenig Zeit für eine lange Reise im Kopf hat, der folge diesem Link https://youtu.be/E1H3ICZ-etA und reise in die Ferne!

Die schönsten Gärten der Welt.

Und noch ein wenig Material für das Gärnter-Fernweh! Wenn man mal ganz, ganz viel Zeit hätte, und der Geldbeutel immer voll wäre, dann könnte man sehr schön auf die Website "Great Gardens of the World" gehen und dort dann  einen Garten nach dem anderen abklappern. Von Marocco nach Ägypten, von dort nach China, nach Brasilien, nach Italien, nach Portugal, nach Spanien und auf jeden Fall nach Italien.... Sie können sich die Website mal anschauen und sich schon einmal einen kleinen Reiseplan machen ... träumen kostet ja glücklicherweise garnichts. https://www.greatgardensoftheworld.com


 

Kartoffeln ...

 

Wußten Sie, dass Kartoffeln, die ja aus Peru kommen, in Europa erst einmal nur wegen der hübschen Blüten angebaut wurden? So gesehen hat die Kartoffel eine beachtliche Karriere hingelegt. April ist der Monat, in dem Kartoffeln in den meisten Regionen Deutschlands in die Erde sollten. Aber wie und wo anbauen? Kartoffeln lieben leichte bis mittelschwere, gut durchlässige Böden. Staunässe ist ihnen ein Gräul. Und sie sind hungrig - sorgen Sie also dafür, dass die Böden mit Kompost angereichert sind. Man kann Kartoffeln vortreiben - dazu weden sie ähnlich wie Dahlien in mit Erde gefüllte Kisten locker in die Erde gesteckt und feucht gehalten. Sie keimen dann recht schnell vor, sind im Beet schneller am Start und habe so höhere Erträge. Meist aber werden sie direkt gelegt. Dazu zieht man ca 10 - 15 cm tiefe (möglichst gerade) Rillen in die die Kartoffeln in einem Abstand von vier bis fünf Knollen pro Quadratmeter in Reih und Glied gelegt werden. Die Rillen schließen und gut wässern. Wasser ist für die Knollenbildung entscheidend. In den ersten drei Wochen sollte der Boden fein feucht (nicht nass) gehalten werden. Sobald die ersten Triebe geschossen sind sollten sie ein wenig mit Erde angehäufelt werden. So bildet die Pflanze oben am Stängel noch mehr Kartoffeln aus.

Zu guter Letzt: die schönsten Gartenveranstaltungen im Frühjahr 2022!

Da ist natürlich die unvergleichliche, unglaubliche, überwältigende und immer wieder super-coole Chelsea Flower Show: 24. bis 28. Mai, Royal Hospital Gardens, London * Journées des Plantes Chantilly: 13. bis 15. Mai, F-60500 Chantilly * Gartentage auf Schloß Dennenlohe: 26.Mai bis 29. Mai,  91743 Unterschwaningen * Inselfest Mainau: 26. Mai bis 29. Mai, Insel Mainau * Gartenfestival Herrenhausen: 3. bis 6. Juni, 30419 Hannover * Landpartie auf Schloss Bückeburg: 16. bis 19. Juni, 31675 Bückeburg * Bingerden Pflanztage: 17. bis 19. Juni, 6986 CE Angerlo/Niederlande * Gartenfestival Hex: 3. bis 5. Juni.  3870 Heks-Heers/Belgien * Gartenlust auf Schloß Dyck: 16. bis 19. Juni, 41363 Jüchen * 

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Sa

05

Mär

2022

01 / 2022 März

Wir reiben uns verwundert die Augen: gerade einmal Anfang März, der kalendarische Frühlingsanfang ist noch ein paar Wochen hin und doch sprießt es schon an allen Ecken und Enden. Die Frühblüher machen ihrem Namen alle Ehre und sogar die Tulpen, Narzissen und Hyazinthen schieben ihre Blätter schon kräftig durch die noch kalte Erde. In meiner Vorsaat-Box gibt es jeden Tag neue Überraschungen (umso mehr, als das ich im letzten Herbst komplett vergessen habe mir zu notieren was ich da hineingesät habe. Ufff - ein Anfängerfehler und das mir ... ). Kurz: Wäre in der Welt alles gut, dann könnte glatt alles gut sein. Wer jetzt schon aufmerksam auf seine Beete schaut und die auflaufenden Beikräuter im Vorbeigehen hier und da auszupft, der verschafft den kleinen Keimlingen Platz und Licht. Bei mir im Beet ist das im Moment eine echte Sisyphusarbeit - ich hatte im letzten Jahr einem großen Busch Springkraut erlaubt sich dick zu machen. Ich gebe zu, ich liebe es wie die Saamenschoten aufspringen und die Saat mit Tempo raus-schleudern. Jetzt habe ich den Salat: das ganze Beet ist voll von Springkraut-Sämlingen. So schön die Pflanze auch ist, sie ist eigentlich ein Eindringling und macht sich einfach zu mopsig. Also raus damit. Der Monat März ist der Monat der harten Entscheidungen. Was bleibt im Beet? Was muß uns leider verlassen?

Die schönsten: Hex & Bingerden

So langsam melden sich die Gartenfestivals wieder zurück. Das ist toll, denn wir haben sie wirklich vermisst in den letzten zwei Jahren! Auf unserer Reise-Agenda ganz oben stehen Hex und Bingerden. Das Garden Festival Hex

findet in diesem Jahr (bis zum Beweis des Gegenteils) vom 3. bis zum 5. Juni statt. Das schöne Schloß und sein Garten ist unbedingt eine Reise wert. Wenige Gartenfestivals sind so sorgsam kuratiert wie Hex, wir sind immer

wieder verzaubert von der heiteren Stimmung und den tollen Ausstellern. Die Pflanztage in Bingerden sind in diesem Jahr auch auf den Juni verschoben worden (17. - 19. Juni) das wird also ein praller Gartenmonat! Auch Bingerden  ist unbedingt eine Reise wert. Das alte Land- gut hat einen wunderschönen englischen Park und einen nicht minder beeindruckenden Gemüsegarten (mein Favorit!).

Insektenhotels

wir werden von unseren Kunden sehr oft nach "Insektenhotels"  gefragt. Bisher haben wir uns nicht entscheiden können so etwas in das Sorti-ment des golden Rabbit aufzunehmen. Warum? Eigentlich einfach: weil wir es viel besser finden wenn der ganze Garten ein einziges Insekten-hotel ist. Lieber einen kleinen Sack Unordnung akzeptieren und den Insekten Nistmöglich-keiten lassen als in einem ausgeräumten, gefegt und gebohnerten Garten mit großer Geste den traurigen Insekten ein "Hotel" anzubieten. Jetzt

aber sind wir über diese schönen Bienensteine gestolpert - nicht dass wir unsere Meinung geändert hätten - wir sehen sie eher als kleine Addition. Sozusagen als Bienen-3-Sterne-Loft. Die knuffigen Bienensteine sehen besonders schön aus wenn zwei oder drei in Reihe hängen. Wußten Sie, dass so eine werdende Wildbiene ein ganzes Jahr in der Brutröhre verpennt. Nicht viel Check-out Aktivitäten in diesem Hotel....

Der golden Rabbit Aussaat-Zettel

mit den Jahren wird das Gehirn löcherig - ich habe mir vor ein paar Jahren einmal die Mühe gemacht mir einen kleinen Aussaat-Spickzettel zu schreiben. Im Original ist er freilich recht unleserlich und in Handschrift. Nun habe ich ihn für den golden Rabbit schick gemacht und

poliert - eine gute Hilfe im Garten - ich schwör!

Kleiner golden Rabbit-Aussaatzettel.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.4 MB

Zwei Zweige und eine Idee - voilà: the art of "How to stütze eine Pflanze" ....

Bei meinen vielen Gartenbesuchen fotografiere ich jede Variante an Pflanzenstützungen die mir vor die Augen kommt. Ein paar Hasel- oder Weiden-zweige, eine Idee & eine Schnur und schon haben Erbsen, Dahlien, Bohnen, Lilien & Co. eine hübsche und 100% ökologische, verrottbare Unterstütz-ung. Das hält nur eine Saison - aber viel länger braucht man es ja eigentlich auch nicht. Eine Alternative sind die unsere schönen Staudenstützen von Peacock - einer niederländischen Firma. Diese wiederum, sind so stabil verarbeitet, die halten ganz sicher ein ganzes Gärtnerleben lang ....

Anna Atkins - eine Frau sieht blau

Wenn man heute so die Medien anschaut, dann vergisst man gerne, dass die Fotografie als Bildmedium noch gar nicht so alt ist. Erfunden wurde sie um 1826 also vor schlappen 196 Jahren. Als Erfinder der Fotografie gelten zwei 

Franzosen: Joseph Nicéphore Niepce (1765-1833) und Louis Jaques Mandé Daguerre (1787-1851). Dem Ersteren gelang es 1826 den Blick aus seinem Fenster auf Chlorsilberpapier zu bannen (mit einer irren Belichtungszeit von 8 Stunden!). Der Zweite entdeckte dann durch einen Zufall wie man diese Belichtungszeit durch das Bedampfen mit Queck-silber massiv reduzieren konnte. Während sich die beiden Franzosen, vermutlich (wein)seelig, in ihrem Ruhm sonnten, experimentierte ein Brite

völlig sorg- und ahnungslos in seinen Ferien am Comer See mit normalem Papier, dass er mit einer

Kochsalz/Silbernitrat-Lösung tränkte, darauf Gegenstände legte und es der Sonnenstrahlung aussetzte. Die belichteten Flächen verfärbten sich, die abgedeckten Flächen blieben weiß. William Henry Fox Talbot - eben jener lazy vor sich hin urlaubende Engländer, war begeistert und nannte seine Erfindung "sciagraphs" also "Schattenzeichnungen".  Als er dann etwas später erfuhr, dass Niepce und Daguerre schon ein wenig weiter waren hat er schnell noch die Erfindung des Negativ/Positiv-Abzugs hinterhergescho-ben. So konnten Fotografien vervielfältigt werden. Allen 3 Herren gebührt also ohne Zweifel die Krone. Nun werden Sie sich (und mich) fragen: so weit so gut, aber was hat das mit Anna Atkins zu tun? Nun ja - eine ganze Menge. 

Denn wenn Niepce, Daguerre und Talbot die ersten Männer waren, die Fotografie angewendet haben - so war Anna Atkins ohne Zweifel die erste Frau. Atkins war Botanikerin und die Tochter von John Georg Children,  

einem Naturwissenschaftler und Universalgelehrten. Beide lernten Talbot kennen und den britischen Physiker John Herschel, der in die-ser Zeit ebenfalls mit Lichtdrucken experimentierte und in seinem Verfahren statt Silber, Eisen verwendete. Seine sogenannten "Cyano-typien" waren blaue Blätter auf denen die abzubildenden Objekte weiß waren. Anna Atkins war von der Technik begeistert und verfei-nerte sie. Ihre erste große Arbeit war eine selbst verlegte Publikation mit Cyanotypien aller in England vorkommenden Algenarten. Und eben dieses Buch ist soeben in einem schönen Reprint im Verlag Klinkhardt & Biermann erschienen. Mit schlauen Texten und den

eigenartigen, zwischen Abstraktion und Präzision schwankenden Lichtdrucken von Anna Atkins - der ersten Fotografin überhaupt! So, und wenn Sie nun die Corona-Langeweile mit der Produk-tion von Cyanotypien überbrücken wollen - warum nicht? Man nehme ein saugfähiges Papier (oder einen Stoff), tränke ihn mit einer Mischung von grünem Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumferrycyanid. Hört sich giftig an - ist es aber nicht (auf jeden Fall nicht so arg). Dann wandert man durch den Garten und sucht sich jede Menge coole pflanzliche Fotomodelle. Gute Anleitungen zur Cyanotypie findet man leicht im Internet, z.B. bei  Lomography.de


Nachschub für die Lilienhähnchen!

Wie, Sie kennen Lilienhähnchen nicht? Wenn das so ist, dann haben Sie vermutlich keine Lilien im Garten. Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) sind wirk-lich exquiste und hübsche Käfer. Entdeckt man sie, so ist man geneigt, sich über sie zu beugen und ihre elegante Form und ihre wunderschöne siegellackrote Färbung zu bewundern. Aber hola - diese Schönheiten haben eine dunkle, schmierige klebrige, ja ich versteige mich sogar zu sagen "eklige" Seite! Denn so hübsch die Käfer auch sind, sie kleben ihre Eier unter die Blätter der Lilien und aus diesen Eiern werden später (näm-lich ungefähr dann, wenn man sich auf eine schö-ne Lilienblüte freut) Larven, die sich mit einer


dicken Hülle aus ... nun ja ... Kacka umhüllen. Sie schaffen es eine Lilie innerhalb kürzester Zeit vollständig zu massakrieren. Stehen bleibt ein klebriges, zerfressenes Skelett voller, in Kotbeutel träumender, Larven. Traurig! Deshalb gilt: Lilienhähnchen absuchen! Die Käfer sind schlau - wenn sie das Ge-fühl haben angegriffen zu werden lassen Sie sich fallen, drehen sich auf den Rücken und strecken dem Gärtner ihren schwarzen Bauch entgegen. So sind sie auf dem dunklen Boden kaum mehr zu finden. Aber wir sind schlauer! Wenn Sie auf Lilienhähnchen-Jagd gehen - nehmen Sie eine Zeitung oder ein helles Tuch mit und breiten es vorsichtig unter der Lilie und dem nichtsahnenden Lilienhähnchen aus. Lilienhähnchen sind eine Plage, aber sie sollten sich von ihnen auf keinen Fall die Freude an Lilien im Garten vermiesen lassen. Rüsten Sie einfach auf: verdoppeln Sie die Anzahl der Lilien in Ihrem Garten. Das geht ganz einfach den Lilien lassen sich leicht selber vermehren. Die einfachste Vermehrungsart ist, die Lilienzwiebeln zu teilen. Das geht nicht mit allen Lilienzwiebeln sondern nur, wenn sich die Zwiebel quasi schon selber geteilt hat. Experten nennen eine solcherart geteilte Zwiebel "Doppelnase" oder bei einer Dreierteilung "Dreiernase". Diese Zwiebeln kann man entlang der Teilung vorischtig auseinander trennen und neu

Lilienzwiebel mit "Doppelnase"           Entfernen der Schuppen                           Lilienschuppen                          Schuppen in Erde stecken                                       Brutzwiebeln

einpflanzen. Lilien können auch aus Samen gezogen werden. Allerdings dauert es dann einige Jahre bis die Pflanze groß genug für eine Blüte ist. Aber wirklich spannend ist: man kann Lilien aus den "Schuppen" der Lilienzwiebel ziehen. So werden heutzutage die meisten Lilien gezogen. Dazu werden die "Schuppen" vorsichtig von der Zwiebel gelöst, mit der Bruchkante nach unten in ein Sand-Erdgemisch gesteckt und gut feucht und warm gehalten. Nach dieser Zeit erscheinen auf den Schuppen kleine Brutzwiebeln. Diese werden dann vorsichtig weiter kultiviert und sobald sie groß genug sind in das Freiland gepflanzt. Auch die Lilienzucht aus den Brutschuppen braucht ein klein wenig Geduld aber sie ist eine gute Idee, denn eine große Lilien-zwiebel hat um die 20 Schuppen und im Schnitt erscheinen 2-3 Brutzwiebeln pro Schuppe. Sie werden also dem Lilienhähnchen ein Buffet von nahezu 50 neuen Lilien kredenzen können. Es wird so verwirrt sein, dass es vor lauter Verzückung nicht ein noch aus weiß. Voilà - gewonnen!

Herbst-Anemonen -

Hätten Sie gedacht, dass die prächtigen Herbst-Anemo-nen und das bescheidene Windröschen aus der gleichen Pflanzengattung stammen? Jep, so ist es! Herbst-Anemonen wurden von fleißigen Botanisierern aus China, Taiwan und/oder Japan nach Europa gebracht und 1908 von Pierre Louis Victor Lemoine, einem mächtig  berühmten französischen Gärtner und Pflanzenzüchter, in seinem Verkaufskatalog beschrieben, benannt und ganz Europa zum Kauf angeboten. Seither haben sich Herbst- (Japan-, oder China-) Ane-monen einen festen Platz in den Gärten erobert. Das ist wenig verwun-derlich, denn wenn sich die Pracht der Sommerblumen im Beet dem Ende zuneigt, dann übernehmen die Herbst-Anemonen das Regiment, blühen unermüdlich bis weit in den Herbst hinein und schmücken dann im tiefen Winter den Garten auf das Schönste mit ihren plüschigen Saat-

köpfchen. Unterschieden werden zwei Varietäten: Anemone hupehensis 

var. hupehensis. Sie kommt ur-sprünglich aus Taiwan und China. Und die Anemone hupehensis var. japonica, sie ist in Japan und China beheimatet. Dem Laien ist es so gut wie nicht möglich diese beiden zu unterscheiden aber das ist eigentlich auch egal, denn schön sind sie beide und beide verlangen die gleichen Pflanzbedingungen. Anemonen fühlen sich in halbschattigen Plätzen mit frischem, humosem Boden wohl. Je heller sie stehen umso kräftiger

wachsen und blühen sie. Und je feuchter der Boden ist, umso mehr Sonne vertragen sie. Sie bilden mit den Jahren große Horste. Wenn diese zu viel Platz im Beet einneh-men kann man sie im zeitigen Frühjahr gut teilen. Herbst-Anemonen sind - so will ich hier einmal schlank behaupten, die perfekten Stauden für den faulen Gärtner!


Blumen für den Hund!

Wer schon einmal im fernen Bilbao war, der ist in dieser schönen, Stadt bestimmt über einen großen Hund gestolpert. Man kann ihn eigentlich überhaupt nicht übersehen. Der zwölf Meter hohe Hund aus Blumen, "Puppy" genannt, ist eine Arbeit des amerikanischen Künstlers Jeff Koons. Der Hund (übrigens ein West Highland White Terrier) sitzt vor dem Guggenheim Museum Bilbao und schaut über das ehemalige Hafen-gelände. Die 38.000 Pflanzen auf der Skulptur werden zweimal jährlich ausgetauscht. Ringelblumen, Begonien, Petunien und Fleißiges Lieschen bilden ein wild durcheinanderblühendes Fell. Nun, nach fast 24-jähriger Standzeit muß die Stahlkonstruktion im Inneren des "Puppy" saniert werden und das Museum bittet in einer Crowdfunding-Kampagne um 100.000 Euro um die Skulptur zu sanieren. Schon 62.628 Euro sind zusammengekommen. Haben Sie mal einem Euro für einen Hund ?

Palindrome für Gärtner

Zu wissen was ein Palindrom ist, gehört nicht unbedingt zur kleinen Gärtner-Grundausbildung. Aber mit Palindromen kann man fein Eindruck schinden! Palindrome sind Worte, Sätze oder Daten die man von vorne wie von hinten lesen kann. Es gibt für die Kindsköpfe unter den Gärtnern eine Menge schöner Palindrom-Garten-Sätze. Darf ich Ihnen meine Lieblinge verraten - es sind Sätze voller verrätselter Poesie. Als da sind: Horsts Beil liebt's roh * In Nagold legen Hähne Geld, log Anni * Leg in eine so helle Hose nie'n Igel * Nie leg Raps neben Spargel ein! *

O Tulpe, Pluto! * Pur ist Saft fast Sirup * Thea, man renne, wenn Erna maeht! .... Sei fein, nie fies oder ein besserer Tipp, Sei lieb - nebenbei lies!

Gartengerätehalter "Hooki" bei www.the-golden-rabbit.de

Hans Carl von Carlowitz

Sollten Sie nicht wissen wer das war, dann kann ich Sie beruhigen. Das ist keine Bildungslücke! Aber wenn Sie nun mehr über diesen Herrn lernen, dann werden Sie bei jedem Gespräch zum Thema "Nachhaltigkeit" glänzen können. Denn: anders als heute viele denken, haben nicht die Grünen den Begriff der Nachhaltigkeit erfunden sondern - genau - eben jener Hans Carl von Carlowitz  (1645 - 1714). Der war ein Sproß einer großen sächsischen Adelsfamilie die auf der Burg Rabenstein im Erzge-birge residierten und sich seit Generationen mit der Verwaltung der dortigen Wäldern befasste.  Nun war das Erzgebirge, ähnlich wie der Schwarzwald, so etwas wie der Ruhrpott der damaligen Zeit. Holz wurde

zur Verhüttung von Erz benötigt, zum Bau der Städte, zur Glasherstellung. Ohne Holz lief garnichts. Das führte zu einer rasanten Abholzung der großen alten Wälder. In dieser Zeit verschwanden 70% des deut-schen Waldes. Der recht schlaue Hans Carl von Carlo-witz begriff, das das eine schlechte Idee war und entwickelte in seiner Schrift "Sylvicultura oecono-mica, oder haußwirtschaftliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht" erstmalig die Idee einer nachhaltigen Waldbewirt-schaftung und prägte so en passant den Begriff der "Nachhaltigkeit".

Knoblauch-Reserve neben dem Zatar
Knoblauch-Reserve neben dem Zatar

Knoblauch-Reserve-Depot

Ich bin mir sicher, das ist Ihnen auch schon passiert: es ist Sonntag, in der Küche legen sich Koch/Köchin ins Zeug um den Liebsten einen sensa-tionellen Teller Spaghetti aglio e olio zu zaubern und dann: kein Knob-lauch mehr da! Man kann beim Kochen ja schon viel zaubern - aber Knoblauch läßt sich ziemlich schwer  ersetzen. Jetzt ist die richtige Jahreszeit um vorzusorgen. Legen Sie sich Ihre eigene "Knoblauch-Not-Reserve" an. Wie? Das ist ganz einfach: kaufen Sie sich auf dem Markt einen Knoblauch beim Biostand, brechen Sie die einzelnen Zehen raus und stecken sie irgendwo auf eine freie Stelle - im Garten, im Blumentopf, im Pflanzsack - egal! Der Knob-lauch wird dort leise vor sich hinwachsen und auf den besagten Sonntag warten. Sie werden lässig die kleine Not-Knoblauch-Knolle präsentieren und der Koch wird Sie auf ewig bewundern (und die Esser sowieso).


März - der Monat um Stauden zu teilen

Der März gehört mit zu den betriebsamsten Gartenmonaten. Jetzt müssen langsam Tomaten, Auberginen, Artischocken, Paprika und Chilis vorgezogen werden. Die erste Blumensaat kann in die Erde und es ist die beste Zeit um Stauden aufzunehmen und zu teilen. Entweder um die Staude zu verjüngen oder um aus einer schönen Pflanze zwei oder gar drei schöne Pflanzen zu machen. Der schlaue Gärtner kann so mit Geduld und Umsicht seinen Garten (und viele Nachbarsgärten) aus eigenen Beständen füllen. Das Teilen von Stauden macht ein wenig Arbeit - aber es ist wirklich einfach. Es gilt der Merksatz: Sommerblühende Stauden werden am besten im zeitigen Frühjahr geteilt (März bis Mai) oder im Herbst. Sollte der Herbst zu nass sein, ist es besser auf das Frühjahr zu warten. Frühlingblühende Stauden (wie zum Beispiel Iris) sollten nach der Blüte im Sommer (Juni - August) geteilt werden. So haben sie bis zum kommenden Frühjahr genug Zeit neue Wurzeln zu bilden. Aber wie teilt man denn nun Stauden am besten?

 

Graben Sie die Staude vorsichtig mit einer Grabegabel aus. Arbeiten Sie dabei nicht zu nah an der Pflanze sondern arbeiten Sie sich von außen an den Wurzel- ballen heran. Ziel ist es so wenig Wurzeln wie möglich zu beschä-digen. Nehmen Sie den Wurzel-ballen hoch und schütteln Sie die

Erde gut ab damit die Pflanze in ihrer Struktur gut erkennbar ist.

Manche Pflanzen bilden kleine Tochterpflanzen an ihren Wurzelballen aus. Diese kann man einfach mit der Hand von der Mutterpflanze trennen und einpflanzen. Auch kleinere Stauden mit faserig verschlungenen Wurzelballen können leicht von Hand auseinandergezogen und in einzelne Teile geteilt werden.


Harte Arbeit ist das Teilen von Stauden die große, kompakte, beton-harte und eng verwurzelte Wurzelballen haben. Hier braucht auch der sanfteste Gärtner ein wenig Gewalt. Entweder man trennt diese Wurzelballen mit einem scharfen Spaten, oder einem Messer oder man setzt zwei Grabegabeln ein und stemmt den Ballen in der Mitte auseinander bis er bricht. Bei solch' harten Jungs kann auch ein scharfes Messer, eine Säge, eine kleine Axt oder ein Haumesser hilfreich sein. Achten Sie auf glatte Schnitte, es sollten so wenig Verletzungen wie möglich am Wurzelwerk sein.

So, nun haben Sie aus einer großen Pflanze viele kleine Pflanzen gemacht - die müssen jetzt schnell und mit viel Liebe in neue Pflanz-löcher wandern. Bereiten Sie die Pflanzlöcher mit guter Erde und einer Handvoll Kompost auf, setzen Sie die kleinen Pflanzen ein und gießen Sie sie sehr groß-zügig (am besten mit einer schönen HAWS-Gießkanne ;-) ) an, damit sich die Hohlräume zwischen den Wurzeln mit Erde füllen und die Pflanze gut eingeschwemmt wird. In der nächsten Zeit darauf achten, dass die Pflanze nicht austrocknet.


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Nov

2021

03 / 2021 November

Herbst: Bilanzsaison im Garten!

wer mich im Moment sucht, der findet mich (wenn ich nicht gerade unermüdlich für den golden Rabbit rackere) grübelnd und frierend auf einem Steindörpelchen sitzen. Ich schaue auf meine Beete und denke so vor mich hin. Der Herbst ist die Bilanzsaison des Jahres. Was hat funktioniert? Was war brilliant aber leider dumm? Bei mir lautet die Bilanz kurz und knapp: die Frühblüher waren umwerfend, die Stauden soweit ganz fein, die Rosen haben sich die Seele aus dem Leib geblüht. Meine Ernüchterung im Gartenjahr 2020 heißt: Dahlien. Die sind in diesem kühlen Jahr so unglaublich spät in die Puschen gekommen. Und erst jetzt, wo Väterchen Frost schon auf dem Ast des nächsten Baumes sitzt, sich die Nägel poliert und wissend lächelnd vor sich hinpfeift, blühen sie noch wie verrückt. Nun, es war anders geplant. Aber ein Garten ohne Dahlien ist ja auch Nix also werden sie im nächsten Jahr früher vorgetrieben und wir versuchen es aufs Neue. Ein echter Gärtner läßt sich von solchen Petitessen nicht unterkriegen! Jetzt schließen wir erst einmal das letzte Jahr ab. Zeit die Scheren und Werkzeug gründlich zu putzen, zu schleifen und zu ölen. Noch schnell von dem einen oder anderen Liebling Saatgut zu sammeln, neue Stauden und Sträucher zu setzen... und dann schleicht sich auch schon wieder Weihnachten an .... immer wieder erstaunlich wie unvermittelt das vor der Türe steht. Wir haben in diesem komplizierten Jahr alles gegeben um unser Lager gut zu füllen. Aber es zeichnet sich ab, dass es mit Lockdown & Co. in den nächsten Wochen nicht so ganz unbeschwert werden wird. Wie wäre es also, wenn Sie shon jetzt mit den Weihnachtseinkäufen beginnen ? Dann können Sie sich im Dezember lässig zurücklehnen und dem Weihnachtsmann bei Portwein & Keksen einen Schwank aus Ihrer Jugend erzählen.

Spätherbst: sich jetzt einen Garten wie Piet Oudolf anlegen!

Nehmen wir einmal etwas ganz und gar Unwahrscheiliches an. Nehmen wir an, Sie haben einen Vorgarten, und den haben Sie irgendwann (vielleicht sogar auf Anraten eines "Profis") mit einer Plastikplane unten und mit mattgrauem Schotter oben versehen. Das alles in der Annahme, so für immer irgendwie "Ordnung" zu schaffen (Sie wissen ja, solche Gärtnen nennt man auch "Gärten des Grauens" - die schönsten Exem-plare sind hier zu finden). Nun aber schwant Ihnen: das war eine däm-liche Idee (Joo. Das war es!) und Sie möchten sich gerne vom unorgani-schen Plastik und vom toten Schotter trennen. Dann habe ich eine gute Nachrichten für Sie: tun Sie es jetzt, denn der Spätherbst ist eine super Zeit um sich einen Staudengarten anzulegen. Warum einen Staudengar-ten? Einfach: ein Staudengarten kann hexen: er erfüllt all Ihre Wünsche

Wenn er dicht eingewachsen ist, muß man ihn nur noch mäßig pflegen und weniger gießen muß man sowieso, weil nicht mehr so viel Wasser verdunstet. Er  ist okölogisch wertvoll und sieht sommers wie winters gut aus. Wer eine Gestaltung mit Gräsern wählt, der macht es sich noch ein wenig leichter. Unser holländischer Werkzeuglieferant Sneeboer hat den

vermutlich besten Gartendesigner für Stauden- und Gräserpflanzungen, Piet Oudolf,  gefragt, welches Werkzeug seiner Meinung nach für die Arbeit in einem großartigen Staudengarten à la Oudolf unverzichtbar sind: der Meister wählte eine klassische Handschaufel und eine Hand-hacke. Wir verraten Ihnen also hier und jetzt ein Geheimnis für das perfekte Weihnachtsge-schenk für Menschen die ihre Plastikwüste los-werden wollen: wie wäre es mit dem "How-To" Buch über die Gärten von Piet Oudolf - zur Inspiration - mit den Oudolf 

Schäufelchen und der Handhacke - zum sofortigen Start und dann viel-leicht noch etwas Saatgut? Alles im Rabbit zu bestellen & off we go!

ammophilus, anceps oder amplissimus?

Also für Nichtlateiner: "Sand liebend", "Zweiseitig / Doppelköpfig" oder "Sehr gross". Wer sich etwas tiefer mit seinen Gartenpflanzen beschäftigt kommt an lateinischen botanischen Pflanzennamen nicht wirklich vorbei. Und das ist eigentlich gut so: denn wenn man sich auf dieses Abenteuer einläßt, dann stellt man fest, die botanischen Namen auf Latein beschreiben die Pflanzen sehr fein und genau. Das Buch "Latein für Gärtner" gehört in jede gute Garten-bibliothek. Über 3.000 botanische Begriffe werden knapp und gut erklärt. Erweitert um wunderbar illustrierte Einzelportraits größerer Pflanzen-familien und - und das hat mich besonders für dieses schön gemachte Buch eingenommen - einen kleines "Who is Who" der einflußreichsten Botaniker. Vergnüglich und lehrreich und ein großartiges Weihnachts-geschenk, das Sie natürlich in unserem Onlineshop finden!

Yayoi Kusama

In Ihrer Jugend hatte die japanische Künstlerin Yayoi Kusama eigenartige, übersinnliche Erscheinungen. So lag sie in einer Wiese und von überall her strömten aus den Blumen Punkte auf sie zu und umfingen sie. Oder sie hörte Kürbisse zu sich sprechen. Dies mag der eher unglücklichen Kindheit geschuldet sein oder der Tatsache, dass Kusamas Eltern eine Gärtnerei betrieben in der sie Jungpflanzen zogen und Saatgut (auch das von Kürbissen) gewannen. Sei es wie es wolle, seit dieser Kindheit ist die 92 jährige Künstlerin besessen von einer eigenwillig ordentlichen organi-schen Unordnung, von der Unendlichkeit, von Punkten und von Kürbis-sen. Eigentlich sollte in diesem Winter im Museum Ludwig in Köln eine große Yayoi Kusama Retrospektive gastieren. Aber das Virus sorgt für Verschiebungen. Als fetten Trost kann man sich den großartigen Film Kusma:Infinity anschauen (bei https://de.chili.com streambar)

Wir wollen Ihnen so gerne einen Korb geben...

... natürlich nur einen für Ihre Gartengeräte! Seit Jahren sind wir auf der Suche nach einem schönen, guten, stabilen Weidekorb. Einen Korb, in den man seine 7-Gartensachen einfach kopfüber stecken kann, sodass sie immer griffbereit sind und nicht herumfliegen. Einen schönen Korb, der in guter alter Handwerkstradition gefertigt wird. Nun endlich sind wir bei Chris Baxter fündig geworden, einer freundlichen Handwerkerin aus dem wilden Sherwood Forest. Chris erntet die Weide bei sich auf dem Gelände und fertigt dann, Stück für Stück die schönsten kleinen Geräte-körbe für uns. Die Weide ist für diese Körbe das ideale Material, sie ist hart im Nehmen aber doch so weich, dass die Spitzen von Scheren oder Handschaufeln nicht beschädigt werden. Nur wenige hier vorrätig ...

Floriade 2022 - Almere

1960 in den Niederlanden gegrün-det, findet die Floriade, eine Garten-Mega-Show, alle 10 Jahre statt.

2022 ist es wieder einmal so weit. Vom 14. April bis zum 9. Oktober richtet Almere, eine junge Stadt  an Gooimeer und Ijselmeer die Show aus. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, denn neben der Ausstellung sind in der Region noch weitere nette Dinge zu besuchen. Da wären zum Beispiel: das Land Art-Projekt Flevoland mit Arbeiten von Daniel Liebeskind oder Richard Sierra oder das Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen. Wirklich interessant aber ist auch ein Besuch der Stadt. Almere wurde erst 1976 gegründet.

Schafstall für die Almerer Schafherde / 70F
Schafstall für die Almerer Schafherde / 70F

Die Stadt steht auf neu gewon-nenem Land. Die Architektur ist umwerfend spannend. So gut wie alle führenden Architekten haben in Almere gebaut und es gibt eine Unzahl von irren Tiny Houses. Vermutlich ist Almere nicht nur die einzige Stadt mit einer komunalen Schafherde

(sie zählt immerhin 160 Ohren) sondern auch die Stadt mit dem unbestreitbar coolsten Schafstall aller

(gebaut vo 70F). Und dann gibt es natürlich noch den Keukenhof - nur müde 60 km entfernt und sogar mit den Öffis zu erreichen. Wer hungrig ist kann in Naarden bei Paul Fagel in seinem Restau-rant Arsenaal hervorragend essen und (wenn man Geld loswerden

will) kann man sein Basecamp in Weesp in einem wirklich großartigem Zimmer in einem alten Glockenturm - The Clock Tower - auf-schlagen oder es sich im gemütlichen Vesting Hotel in Naarden für ein paar Tage bequem machen.

 

Floriade 2022: https://floriade.com * Architektur-Touren: https://www.architour.nl/de/almere-2/ * Hotels: The Clock Tower / https://clocktower.nl oder Vesting Hotel / http://www.vestinghotel.nl * Restaurants: Arsenaal Restaurant / https://arsenaalrestaurants.nl/

Riesen-Kürbis / Cucurbita maxima beim Giant Pumpkin Festival in Elk Grove / Kalifornien
Riesen-Kürbis / Cucurbita maxima beim Giant Pumpkin Festival in Elk Grove / Kalifornien

Kann man Bischofsmützen essen ?

Butternut, Hokkaido, Muskatkürbis, Spaghettikürbis, Bischofsmütze, Gelber Zentner, Patisson, Squash, Riesen-Kürbis - das große Kürbis-Universum ist ein einziges Wunderland! Das macht es für Gärtnerinnen und Köche schwer - weiß man doch oft nicht: ist das ein Kürbis für die Dekoration oder für die Küche? Und wenn für die Küche, dann essbar mit der Schale oder doch lieber ohne? Sehr vereinfacht kann man sagen: je wilder sie aussehen umso wahrscheinlicher sind es Deko-Kürbisse - aber wie immer: keine Regel ohne Ausnahmen - lassen Sie uns einfach mal einen Blick auf die gängigsten Kürbisssorten werfen (klar: das Saatgut haben wir natürlich auch) - fangen wir doch gleich mit dem Dicksten an. Der Riesen-Kürbis, Cucurbita maxima. Ein Kürbis perfekt für Gärtner-Wettbewerbe und für Babybrei - das klingt absurd aber in der Tat werden die Sorten dieser Kürbisfamilie von, im engeren Sinn des Wortes, größenwahnsinnigen Gärtnern zu gigantischen Kürbissen von bis zu 900 kg herangezogen. Bizzare Ungetüme. Gleichzeitig ist das Fruchtfleisch der Riesen-Kürbisse, zart in Geschmack und Textur, weitestgehend frei von Fasern und wir daher gerne in Suppen verkocht, in Konserven verarbeitet und an hungrige Kleinkinder verfüttert. Kochbar ohne Schale - nur das Fruchtfleisch. Dann wären da noch der

Butternut-Kürbis, Hokkaido und Patisson

Butternut Kürbis er ist an seiner typischen Birnenform gut zu erkennen, die Schale ist blassgelb und glatt, sein Fruchtfleisch ist fein, leicht süßlich und eben irgendwie "butterig" in der Konsistenz. Man kann die Schale mitessen - aber besser ist es, den Kürbis zu schälen denn die Schale ist hart und benötigt länger zum Garen als das feine Fruchtfleisch. Ein sehr guter Speisekürbis! Der Hokkaido, kommt, man ahnt es schon - aus Japan. Genauer gesagt von der japanischen Insel Hokkaido. Dort heißt er freilich nicht Hokkaido sondern "Uchiki Kuri". Diese Kürbissorte hat bei uns in den letzten Jahren einen rasanten Siegeszug hingelegt. Die große Beliebtheit kommt vermutlich daher, dass der Hokkaido mit 1-2 Kilo in jede Einkaufstasche passt und das er zackzack mit der Schale gekocht werden kann. Lecker ist er auch - was will man mehr? Klein und lecker und etwas ausgefallener sind die Patisson Kürbisse (auch UFO-Kürbis genannt), es gibt sie in vielen Färbungen aber allen gemein ist ihre flache Form mit den gewellten Rändern. Backen, füllen, grillen, gekocht oder roh Patissons sind ideal für die Küche und übrigens mit Schale essbar. Die Bischofsmütze wiederum wird oft nur als Zierkürbis verkauft, ist

Bischofsmütze, Muskatkürbis und Sucrine de Berry/Französische Beere

aber eigentlich ein recht guter Speisekürbis mit einem etwas mehligen, fein-nussigen Fruchtfleisch. Die Schale ist sehr hart und wird nicht gegessen. Der urige Muskatkürbis gehört zu der Familie der Moschus-Kürbisse. Diese sind meist eher flachrund und tief gerippt. Die Schale kann warzig oder glatt sein. Ihr Fruchtfleisch ist süßlich, eher faserig und von leuchtendem Orange. Duft und Geschmack erinnern ein wenig an Muskat. Die Schale ist essbar aber hart. Die Früchte bringen bis zu 20 Kilo auf die Wage. Uff! Die Französische Beere hingegen ist ein sehr guter Speisekürbis mittlerer Größe (bis 4 kg) mit einem hervorragenden, intensiven Kürbisaroma. Die Schale ist hart und sollte vor dem Kochen entfernt werden. Dann gibt es noch den Roten und den Gelben Zentner - beides klassische Speisekürbisse die in der Küche (ohne Schale) oft für Chutneys, Püree und Suppen verwendet werden. Wenn Sie jemanden gefunden haben, der Ihnen den Muskatkürbis trägt dann nehmen Sie den auch mit, wenn Sie sich einen Gelben oder Roten Zentner kaufen - diese Kürbisse bringen bis zu 40 Kilo auf die Waage. Wenn Ihnen ein

Roter Zentner, Hubbard Kürbis und Sweet Dumpling

Kürbis über den Weg läuft, der wie ein verbeulter Rugby Ball aussieht, dann ist es vermutlich ein Hubbard Kürbis. Hubbard Kürbisse gibt es in vielen Farben und mit glatter und hubbeliger Schale. Sie sind nicht leicht zu knacken (hier erübrigt sich die Frage ob man sie mit oder ohne Schale essen soll) zeichnen sich dafür aber durch eine extrem lange Lagerfähig-keit von bis zu 3 Monaten aus. Sie haben ein sehr aromatisches Frucht-fleisch. Und dann wären da noch die Sweet Dumpling Kürbisse - knuffig und klein wie sie sind, mit ihrer wild  gesprenkelten Schale geben sie den exentrischen Onkel in der großen Kürbisfamilie. Sweet Dumplings kom-men ursprünglich aus Mexiko. Wegen ihres putzigen Aussehens werden sie oft nur als Zierkürbis verwendet aber die Kleinen haben es faustdick hinter den Ohren, das Fruchtfleisch ist fest, zart sehr wohlschmeckend - und (yippy) auch den Sweet Dumpling kann man mit Schale verputzen.

Ein Gläschen Chutney für die Queen

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Schwie-germutter die schon alles hat. Also, ich meine wirklich ALLES. Was da schenken? So ging es Kate Middleton bei der Suche nach einem Geschenk für die Queen. Groß war die Verzweiflung, da besann sich dieses schlaue Kind auf eine alte Weisheit: "Selbst-gemacht ist immer gut!" und kochte für die Queen ein Kürbis-Chutney nach altem Middelton'schem Hausrezept. Sie haben eine Königin zu beschenken? Gut, dann haben wir hier das Rezept!

Zutaten "The Queens Chutney" (für 8 Gläser):

1.8 kg Muskatkürbis, entkernt und in Würfel geschnitten, 4 mittelgroße Zwiebeln, gepellt und in Stücke geschnitten, 3 Äpfel, geschält, entkernt und in kleine Stücke geschnitten, 225 g Sultaninen oder Rosinen, 225 g Datteln, einsteint und grob gehackt, 600 ml Malzessig, 900 g Brauner Zucker, 1 Teelöffel Salz, 2 Esslöffel gemahlener Ingwer, 2 Esslöffel "pickling spice" - also eine Gewürzmischung aus: Senfsaat, Koriander, Nelken, Piment, Paprikaflocken, Lorbeerblätter und  1/2 Zimtstange - alles in ein kleines Stück Stoff geknotet.

How to make:

Füllen Sie alle Zutaten in einen großen Topf und setzten Sie diesen bei geschlossenem Deckel auf mittlere Hitze auf. Achten Sie darauf, dass das Chutney nur sehr, sehr leicht simmert (... es neigt in diesem Stadium ein wenig zum Anbrennen). Nach 1,5 bis 2 Stunden sollten alle Zutaten gut verkocht sein. Rühren Sie alles noch einmal kräftig durch, drücken das Gewürzsäckchen aus und füllen das Chutney in gut sterilisierte Gläser ab. Chutneys sollten reifen - lassen sie es mindestens 2 Monate durchziehen.

Ordnung für die Gartengeräte

Wir haben einen neuen Zugang bei unseren Gartengerätehaltern. Dieser schmale Spaten- und Gabelhalter ist einfach genial. In ihm können 4 Langgeräte sauber verstaut werden. Entweder mit dem Blatt oder mit dem Griff nach oben. Diese Gerätehalter macht ein netter Schreiner für uns in guter alter Handwerks-tradition. Gezapft, verleimt und aus heimischer Esche. Hier wird weder an Material noch an Sorgfalt gespart. Gönnen Sie Ihren Gartengeräten vor dem Winterschlaf ein wenig Wellness. Geräte gründlich abschrubben, Kanten von Spaten und Handschäufelchen kurz überschleifen, Holzgriffe saubermachen und

alles mit Leinöl oder Ballistol einfetten. So betüddelt warten Ihre Gerätegern geduldig und in bester Form auf Sie, bis es dann so in unge-fähr 120 Tagen wieder von neuem beginnt.

Und auch die Scheren lieben Ordnung

Spendieren Sie Ihrer Rosen- oder Buchschere ein kleines Holster. Nicht nur werden Sie sie dann nie wieder im Beet suchen müssen, die Schere steckt im Holster auch sicher und sauber. Keine Erdkrümel im Schanier,

keine kaputten Hosentaschen. Eine super Sache eigentlich so ein Holster.


Clematis schneiden: ja? nein? wann? wo? und vor allem: wieviel?

Ich habe meine Clematis jahrelang überhaupt nicht geschnitten. Vor lauter Angst die Schere falsch anzusetzen. Zugege-bnerweise ist der Schnitt von Clematis nicht so super einfach. Aber er ist auch keine Raketenwissenschaft. Wichtig ist, dass man erst einmal feststellt welche Art von Clematis man überhaupt vor sich hat. Wann blüht die Clematis? Im Früh-jahr oder erst im Juni. Clematissorten, die im Frühjahr blühen, bilden ihre Knospen in der Regel am vorjährigen Holz aus. Wenn Sie hier das alte Holz abschneiden dann ist die Blüte futsch. Sorten hingegen, die erst im Sommer blühen, bilden die Blütenknospen in der Regel am neuen Holz. Hier kann das alte Holz ohne Schaden geschnitten werden. Es gilt also: genau hinschauen und dann erst die Schere ansetzen. Die Clematissorten werden in 3 Schnittgruppen eingeteilt:

Die Gruppe 1: Zu dieser Gruppe werden frühblühende, großblütige Clematis gezählt - oft gehören sie zu den Wildsorten. Eigentlich ist bei dieser Gruppe kein Rückschnitt erforderlich - ABER - wie bei Strauch- oder Kletterrosen verkahlen die Pflanzen mit den Jahren und sollten also doch ab und an einmal geschnitten werden. Wenn es soweit ist dann gilt: der Schnitt erfolgt nach der Blüte (also Mai/Juni), man schneidet einzelne Triebe aus um Luft in die Clematis zu bringen, altes und totes Holz, zu weit gewuchertes und zur Verjüngung auch schon einmal einen stark verholzten Trieb nahe der Basis der Pflanze.


Die Gruppe 2: für diese Gruppe gibt es eine feine Eselsbrücke - Clematis der Schnittgruppe 2 werden 2 Mal im Jahr geschnitten. Easy, oder? Und zwar im Spätherbst/frühen Winter bzw. im frühen Frühjahr um bis zu 1/2 der gesamten Wuchshöhe und das zweite Mal im Sommer - dann Ausputzen aller verblühten Teile und ein leichter Rückschnitt des alten Austriebs. In die Gruppe 2 fallen die meisten der gefüllt blühenden Clematis sowie alle in prächtigen Farben blühenden Hybriden (Clematis patens). Pflanzen dieser Gruppe schneidet man nur komplett runter wenn sie verkahlt sind und man einen vollständigen Neuaustrieb wünscht.


Die Gruppe 3: Das ist die Razteputz-Gruppe! Hier wird der gesamte Zuwachs im Spätherbst oder sehr sehr frühen Frühjahr knapp über dem Boden abgeschnitten. Clematis dieser Gruppe sind eher staudig wachsend. Das heißt, sie sind keine Rank- und Kletterpflanzen im klassischen Sinne. Sie ziehen - ähnlich wie Stauden - im Winter ein und treiben im Frühjahr neu aus den Wurzeln aus. Rückschnitt im Spätherbst oder Frühjahr mutig bis auf 20 bis 50 cm über den Boden.

Wer seine Clematis frisch pflanzt der sollte ein wenig Mühe investieren und der Pflanze einen Aufbauschnitt gönnen. Dazu schneiden Sie die frisch gepflanzte Clematis im Spätherbst des Pflanzjahres auf 20  bis 30 cm zurück. Vielleicht müssen Sie dann bei einigen Sorten auf eine Blüte im kommenden Frühjahr verzichten - aber die Pflanze wird sich kräftig und gesund aufbauen.

 

Die Abbildungen zum Schnitt rechts stammen übrigens von https://www.clematis-westphal.de - einem der besten Clematis-Züchtern mit einem tollen Onlineshop.


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Mo

23

Aug

2021

02 / 2021 August

Nach dem Sommer ist vor dem Frühjahr! Wir hatten uns so sehr vorgenommen in diesem Jahr alle zwei Monate einen umwerfenden & schönen neuen Blogbeitrag zu schreiben - nun sind seit dem letzten Beitrag schon wieder 4 Monate in das Land gezogen ... wir schämen uns ein klein wenig. Aber eben nur ein ganz klein wenig denn wir waren ja nicht untätig in dieser Zeit: wir haben mit Poddy & Black einen wunder-baren neue Lieferanten für echt tolle Gartenschuhe aufgetan, und Gartensocken, und knallige Filzeinlege-sohlen. Von uns aus kann das Schmuddelwetter also kommen! Und da wir nun nach dem Brexit leider die schönen Hurdles von Great Dixter nicht mehr bekommen können, haben wir einen großartigen englischen Handwerksbetrieb gefunden, der uns jetzt unsere "Golden Rabbit Hurdle" in zwei Größen herstellt. Die ideale Stütze für alle Stauden die sich Ihnen auf den Weg legen. Dann haben wir ab jetzt wieder die allerschönsten, wildesten und coolsten Tulpen im shop.Wir freuen uns jedes Jahr wie Bolle über die Auswahl. Wir haben wieder einen neuen Schwung Blumensaatgut bekommen - rechtzeitig für die Herbstaussaat von winterharten Einjährigen. Und für die nächsten Monate haben wir noch viel Neues im Ärmel - aber das heben wir uns für den nächsten Blog auf ...

 

££Einfache Frühe Tulpen: einfache Blüte. Blüht im April. Ist 20-40 cm hoch

Gefüllte Frühe Tulpen: Doppelte Blüten. Blüte ab Ende März. Ca. 35 cm hohe, kräftige Stiele.

Triumph-Tulpen:

Kräftige, 30/60 cm lan-ge Stiele, elegante Blü-ten Anfang/Mitte April

Dawin-Hybrid-Tulpen: vorwiegend rot, orange, gelb. 60/ 70 cm hoch. Blüht  uneinheitlich.

Einfache Späte Tulpen: ungefüllt, 50/70 cm hoch, Blüht Anfang Mai.

Lilienblütige und Gefranste Tulpen:

Lilienblütige Tulpen blühen Anfang Mai und werden oft recht hoch (50/60 cm). Gefranste-, oder Crispa-Tulpen sind meist eher gedrungen und niedrig. Die Enden der Blütenblätter sind hier fein gezahnt.


Tulpenkatalog E.H. Krelage; rechts: Die Gebrüder Lefeber: Wilhelm, Antoon, Marius, Dirk, Theo, Arie, Koos & Paul

Tulpen: Pagagei-, Crispa-, Lilien oder Triumph - wer ist denn wer (und warum) ?

Der Clan der Tulpen zählt über 4.200 Mitglieder. Da lohnt es sich einmal näher hinzuschauen mit wem man es denn da zu tun hat. Also frisch ans Werk! Angefangen hat alles im Jahr 1913 - damals rief die Royal Horticultural Society eine Gruppe von englischen und niederländischen Züchtern zusammen mit dem Ziel endlich ein wenig Ordnung in das große Tulpenchaos zu bringen. Das Komitee tagte, und tagte, und tagte und einigte sich schließlich 1917 auf eine Einteilung der Tulpen in 3 Gruppen mit 14 Klassen. Eine Sensation - denn endlich konnte man sich ohne lange Beschreibung schnell über Tulpensorten verständigen. Die Zeit ging ins Land. Die eine oder andere Sorte verschwand aus der Liste. Neue Züchtungen wollten eingeordnet werden, die Klassifizierung wurde immer ungenauer und änderte sich häufig. 1955 schließlich nahm die Koninklijke Vereeninging von Bloembollencultuur die Sache streng in die

Hand. Bis heute ist sie die internationale Registierungsstelle für neue Tulpensorten und gibt seither die gültige Klassifizierung heraus. So, nun wissen wir wer die Papiere des Clans verwaltet - wenden wir uns also den einzelnen Mitgliedern zu,  von denen vor allem die Darwin und die Dawin Hybrid-Tulpe Erläuterung verlangen: Darwin Tulpen entstanden um 1900 herum. Der Haarlemer Tulpenzüchter E.H. Krelage kaufte zu dieser Zeit eine der letzten großen Tulpensammlungen auf, wählte die schönsten Sorten daraus aus und kreuzte vor allem schlanke, Sorten mit roter oder purpurner Farbe und besonders schönen, nahezu eckigen Blütenköpfen. Zur Ehre Darwins taufte er diese neue Tulpengruppe "Darwin-Tulpen". Ca. 50 Jahre später kreuzte ein gewisser Dirk Lefeber, ein Spross einer alteingessenen holländischen Blumenzücherfamilie aus Lisse, diese Dawin-Tulpe mit einer Tulipa fosteriana. So enstand die Klasse der Dawin-Hybrid Tulpen. Sie sind langstielig, robust und haben ein wunderschönes, lebhaftes, intensives Farbspiele in den Blüten.


Viridiflora-Tulpen: 

haben immer einen Grün-anteil in den Blüten. Sie blühen spät, ab Mitte Mai.

Rembrandt-Tulpen: haben geflammte, ge-streifte, eher kugelige Blüten. Blüte ab Mai.

Papagei-Tulpen:

eine Mutation die dann weitergezüchtet wurde. Blüten sind aufgebroch-en, gefranst. Blüte: Mai.

Gefüllte Späte Tulpen: auch Poeonienblütige Tulpen genannt. Volle doppelt gefüllte Blüten-kelche. Blüte ab Mai.

Kaufmanniana-Tulpen: Sorten die aus der Wild-tulpe Tulipa kaufmann-iana gezüchtet wurden. Bis zu 25 cm hoch. Oft gezeichnete Blätter.

Fosteriana, Greigii- und Wildtulpen: Fosteriana sind aus der Sorte T. fosteriana gezüchtete Wildtulpen. Sie sind bis zu 40 cm hoch, Blüte im April. Greigii-Tulpen sind auch Wildtulpen. Sie haben glockenförmige, oft rote Blüten mit dunklen Mitte auf gelbem Grund. Daneben gibt es viele andere Wildtulpen die "zack" in die Gruppe "Wildtulpen" sortiert werden.


Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen ?

... die älteren unter Ihnen werden sich an dieses Bon-mot von Helmut Schmidt erinnern. Heute würde man sagen: "Lost old old man - sowas von 1980". Sehr richtig, denn wenn uns heute noch etwas retten kann dann sind das Visionen. Visionen und große Würfe. Die Welt ist dazu in der Lage, das hat sie schon oft gezeigt. Einer, der wirklich große Visionen für die Stadt der Zukunft hat, ist der Pariser Architekt Vincent Callebaut. Seine Entwürfe für die Städte der Zukunft sind im positivsten Sinn "belebt". Sie sind beseelt, weich, organisch und angenehm wenig technoid. Nun hat er im Auftrag der Europäischen Commission den großartigen "Pollinatorpark" geschaffen. Einen virtuell zu besuchenden Park, der im fiktiven Jahr 2050 liegt - einer Zeit, in der alle Insekten vom Menschen endgültig in die Knie gezwungen worden sind. Eine wirklich unglaublich schöne Reise, die uns an die Hand nimmt und auf die Nase bindet, was wir gerade im Begriff

sind zu verspielen. Aber was rede ich: schauen Sie unbedingt in diese VR rein, staunen Sie, und dann schnappen Sie sich den Spaten, gehen Sie raus in die Gegenwart, entsiegeln & entschottern Sie und pflanzen Sie Blumen, Sträucher und Bäume - viele - sehr viele (und noch einen)!

Vincent Callebaut Architects für die Europäische Commission / PollinatorPark - https://env.dataplatform.tech.ec.europa.eu/products/pollinators/vr/index.html


Backdoor shoes ...

Es gibt im Englischen ab und an Wörter, für die es im Deutschen keine vergleichbar schöne Entsprechnung gibt. Backdoor shoes ist ein solches Wort. Schuhe also, die an der Hintertüre geduldig draußen warten bis sie ohne langes Schnüren zip-zap an die Füße der eilige Gärtnerin fluppen. Für einen schnellen oder langen Gang in den Garten, um mit dem Hund um die Ecke zu gehen, um die Zeitung aus dem Briefkasten zu holen oder um in strömenden Regen trockenen Fußes voran zu kommen. Wir freuen uns, dass wir mit Poddy & Black

einen mächtig netten und super feinen neuen Lieferanten aus England gefunden haben. Die Half Cuts von Poddy & Black sind aus Naturkautschuk und werden in einer kleinen Manufaktur sorgfältig gefertigt. Dabei wird der Kautschuk noch von Hand auf einen Innenschuh aus Baumwolle

modeliert.  Die beiden ziemlich lustigen Gründerinnen von Poddy & Black, Justine und Vanessa sind selber passionierte Gärtnerinnen. Das merkt man diesen Schuhen an. Sie sind durchdacht, bequem und robust. Vanessa hat lange bei großen Designern als Sustainability Managerin gearbeitet - kein Wunder also, dass für sie bei der Produktion ihrer eigenen Schuh-

entwürfe die Nachhaltigkeit an allererster Stelle steht. Poddy & Black verwendet ausschließlich Naturkautschuk aus nachhaltig bewirtschafte-ten Plantagen und achtet strikt auf faire und umweltverträgliche Fertigungsprozesse. Ihre Schwester Justine ist eine Weltenbummlerin und der kreative Kopf. Bisher waren diese arg schönen Schuhe nur in England erhältlich. Die beiden Schwestern verkaufen sie sonst nur auf den englischen Garten-märkten. Das ist schade, denn sie sind so toll dass sie dringend raus in die Welt müssen. Wir sind stolz und freuen ein Loch in den Bauch, dass the golden Rabbit ab sofort das Poddy & Black-Depot für die EU ist. Die Schuhe gibt es in vielen coolen Farben. Wie wäre es also mit einem neuen Paar Backdoor shoes ? Oder wegen mir auch Hintertür-Schuhen ?


Jetzt noch säen !

Der frühe Herbst ist die ideale Zeit um winterharte Einjährige zu säen. Die noch sommerwarme Erde macht den Samen den Start leicht. Wenn ich meinen Kunden empfehle einen Teil ihrer Blumensaat im Früherbst zu säen, schaue ich oft in fragende Gesichter. Wir haben uns allzusehr daran gewöhnt, zu glauben, das Samenkorn könnte die Saatpackung lesen und würde - nur weil da als Saatdatum März steht - auch im März anfangen zu wachsen. Lehnen wir uns einmal kurz zurück und schließen die Augen: stellen wir uns vor, wir wären... sagen wir mal, ein Mohn. Vielleicht ein weißer? Dann hätten wir uns im Juli die Seele aus dem Leib geblüht, und dann sehr hart daran gearbeitet, die große, fette Samenkapsel zu bilden.

 Jetzt im August, ist die Samenkapsel dick und trocken, und wenn der Wind geht, dann wird sie sanft geschüttelt und die Samen fallen heraus. Die Selbstaussaat in der Natur wartet nicht bis zum Frühjahr - warum sollte der Gärtner das also tun? Herbst-saaten müssen gut feucht gehalten werden. Sie keimen dann im Herbst und sollten auch im Herbst noch pickiert und ins Beet gesetzt werden. Dort schlafen sie dann brav

ein, lassen den Winter über sich ergehen und starten im sehr zeitigen Frühjahr kräftiger und schneller als die Frühjahrssaat. Sicher: bei Herbstaussaaten ist der Verlust ein bischen höher und man braucht ein wenig Erfahrung um den besten Zeitpunkt zu erwischen - eine schlaue Idee ist es daher, einen Teil der Saat im Herbst, und einen Teil im Frühjahr zu säen. So bekommt die clevere Gärtnerin nicht nur die besten und robustesten Pflanzen sondern auch eine lange Blühzeit. Rechtzeitig zur Herbst-Säh-Saison (schickes Wort!) haben wir noch einmal jede Menge schönes Blumensaatgut für Sie eingekauft. ... das finden Sie hier: Blumensaat

Lavendel schneiden

... ist ganz einfach! In der Regel sprechen wir, wenn wir über Lavendel sprechen, über Echten Lavendel - also Lavandula angustifolia. Der sollte geschnit-ten werden, damit er schön kompakt bleibt und viele Blüten schiebt. Lavendel bekommt zwei Schnitte. 1 x vor dem neuen Austrieb im zeitigen Frühjahr Anfang März und 1 x direkt nach der Blüte im Sommer. Den Sommerschnitt können Sie zur Not schlabbern - aber der Frühjahrsschnitt ist essentiell wichtig.

1) Der Frühjahrsschnitt:

Hier werden alle vertrockneten und erfrorenen Teile aus dem Busch ge-schnitten. Wenn noch alte Blüten und schwindsüchtige Neuaustriebe aus dem Vorjahr am Lavendel sind, dann auch diese abschneiden. Putzen Sie einmal über den Lavendel als wären Sie sein Friseur - es stimuliert das Wachstum wenn die oberen Spitzen ganz leicht eingekürzt werden .

2) Der Sommerschnitt:

Wird nach der "Ein Drittel" - "Zwei Drittel" Regel geschnitten. Greifen Sie sich einfach alle verblühten Blüten des Lavendels und schneiden Sie sie bis hinunter zu den frischen Trieben ab. Das sollte ca. ein Drittel der Pflanze sein. Schneiden Sie nicht zu tief. Wenn der Schnitt bis auf das alte Holz erfolgt, ist der Neuaustrieb schleppend. Übrigens eine super Aufgabe für den Clipper rechts ...

 

Makoto Azuma

Ich bin ziemlich stolz. Denn in meinem ersten Leben als Kuratorin habe ich schon 2008 eine Ausstellung mit den Arbeiten des japanischen Floristen & Künstlers Makoto Azuma gezeigt. Das war lange bevor er wirklich bekannt geworden ist und ich erinnere mich noch heute gerne daran, wie er zur Eröffnung mit seiner Band im Schottenrock japanischen Punkrock gespielt, und die distinguierten, botanisch interessierten Best Ager Ladies Düsseldorfs zum Tanzen aufgefordert hat. Der ganzen Boden des Aus-stellungsraums war weiß ausgelegt und er hatte ein weißes Kaninchen gekauft  (ich weiß bis heute nicht warum) das frei herumlief. Ich war den ganzen Abend in panischer Sorge, dass jemand dieses kleine Tier platt

tritt. Seither sind seine Arbeiten immer eigenwilliger und poetischer geworden. Er schickt Blumenbouquets in den Weltraum, macht riesige Blumenistallationen in der Arktis - lässt sie vom Eis verzieren, er friert Bonsai-Bäume in Eisblöcke, steckt Menschen in Blumen und schickt Fahräder voller Blumen durch die Städte. All diese Installationen sind nur für den Augenblick, die Blumen welken, das Eis schmilzt. Aber gerade das macht die große Poesie der Arbeiten von Makoto Azuma aus.

Das kleine Scheren 1 x 1

Der gute Gärtner braucht drei Scheren: eine Rosenschere, eine Ausputzschere und einen Clipper. Damit sind (wenn Sie keine Mengen an Buchs oder Hecken zu schneiden haben) alle Arbeiten im Garten perfekt und schnell zu erledigen. Die Rosenschere: Sie ist das Herzstück

Ihrer Arbeitsgeräte. Wichtig ist hier, dass die Schere zur Hand passt. Viele Frauen-hände sind eher klein und können mit Scheren, die sehr weit öffnen nicht gut arbeiten. Bei Rosenscheren wir oft ein großes Bohei um die Winkelung der Klinge und die maximale Dicke des Schnittguts gemacht. Wir halten das für eher gaga denn: alles was über 2 cm Durchmesser ist sollte so oder so besser mit einer kleinen Gartensäge ( z.B. der Silky Pocket Boy) gesägt werden. Das geht schneller und schont die Schere, die bei sehr hohen Belastungen an Schnittpräzision verliert. Und die Winkelung der Klinge? Erfahrungsgemäß ist für die vielfältige Arbeit im Garten die un-gewinkelte Klinge am besten. Die Ausputzschere: das ist eine Schere für

delikate Arbeiten - verblühte Blüten abschneiden, feiner Form-schnitt, Erntearbeiten, hierfür ist die Ausputzschere ideal. Ausputz-scheren haben eine schmale, lange Klinge. Sie vertragen kein allzu hartes Holz und keine dicken Äste - sie sind sozusagen die Chirurgen unter Ihren Scheren. Der Clipper (auch Barracuda genannt): Clipper sind die Allrounder für alle Schnittarbeiten die nicht aus einem singulären Ast bestehen. Sie sind etwas schwerer, robuster und haben dicke, lange

Klingen und sind ideal für Stauden und kleine Büsche. Für den schnellen Formschnitt oder für die absolute Präzision nach dem Schnitt mit der großen Heckenschere. Clipper sind einfach toll! Sie wollen Ihr Scheren-sortiment perfekt machen ? Sehr gut: dann gehören noch eine kleine

Stecklingschere und eine Heckenschere dazu. Die Eine für die kleinsten Arbeiten und die Hosentasche. Die Andere für echte große Hecken. Und denken Sie immer daran - Konfuzius sagt:  "Nur eine saubere, scharfe Schere ist eine gute Schere!"


Green Porno: "If I was a Shrip ..."
Green Porno: "If I was a Shrip ..."

Green Porno

bitte verzeihen Sie den reißerischen Titel. Aber so heißt diese Serie nun einmal. Green Porno ist eine ziemlich lustige Kurzfilm-Serie, die Isabella Rossellini seit 2008 im Zusammenarbeit mit Sundance TV produziert. Frau Rossellini, die im übrigen auch eine passionierte Gärtnerin und  Hühnerzüchterin ist, erklärt in bester David Lynch Ästhetik und in - nun ja - eigenwilliger Weise die wilden Fortpflan-zungsstrategien der Tiere. Was für ein rätselhaftes Universum!

Green Porno " If I was a Fly..."
Green Porno " If I was a Fly..."

Eine Gemeine Sumpfschwebefliege
Eine Gemeine Sumpfschwebefliege

Ein Lämmlein im Gewand eines Löwen

Im Sommer sieht man diese Meister-flieger überall über den Blumenbeeten stehen. Schwebfliegen, auch Stehflieger oder Schwirrfliegen genannt, gehören - wie der Name schon sagt, zu der Sippe der Fliegen. Mit bis zu 300 Flügelschlä-gen pro Sekunde können Sie wie ein Hubschrauber in der Luft stehen und blitzartig in jede Richtung manövrieren. Sie gehören zu den wichtigsten Nütz-

Totenkopfschwebfliege
Totenkopfschwebfliege

lingen im Garten. Schwebfliegen fressen aus-schließlich Nektar und Pollen und sind die abso-luten Garten-Super-Bestäuber. Ebenso großartig aber ist, dass die Larven der räuberischen Schweb-fliegensorten Schädlinge parasitieren und verput-zen. Um nicht ihrerseits von Vögeln gefressen zu werden tarnt sich die super clevere Schwebfliege und tut so, als wäre sie eine wehrhafte Hornisse,

Keilfleckschwebfliege
Keilfleckschwebfliege

Biene, Wespe oder auch schon einmal eine coole Mischung aus allen dreien. Die Mitglieder der in Deutschland rund 450 Mitglieder starken Familie haben zum Teil eigenartige Vorlieben. So mag die schöne Keilfleckschwebfliege es gerne dreckig - sie legt ihre Larven in Jauchepfützen und dreckige

Hainschwebfliege
Hainschwebfliege

Gewässer ab. Das hat ihr, und dem Teil ihrer Schwestern, die es ebenso halten, den Trivial-namen "Miestbiene" eingebrockt - sie scheint das mit Fassung zu tragen. Die räuberischen Mitglieder der Familie wie zum Beispiel die Hainschwebfliege legen ihre Eier direkte-mang in die Kolonien der Blattläuse damit ihre Larven keinen  Hunger leiden müssen.

Stiftschwebfliege
Stiftschwebfliege

Die Stift- oder Langbauchschwebfliege sieht aus wie eine fliegende, gestreifte Nadel. Eine Sorte mit vielen Unterarten, die schwer voneinander zu unterscheiden sind. Die Große Schwebfliege hin-gegen, ist vermutlich die am häufigsten auftretende Arte im Garten. Auch sie ist eine "Mistbiene". Die Frühe Gelbrand-Schwebfliege legt ihre Larven

Große Schwebfliege
Große Schwebfliege

in Ameisennester - eine clevere Strategie - und ist als eine der ersten im Frühjahr unterwegs. Recht hinterhältig ist die Hummel-Waldschwebfliege - sie tarnt sich als Hummel, schleicht sich in deren Nester ein und parasitiert Hummel- und Wespen-brut. Im Garten trifft auch oft die Gemeine Feld-schwebfliege an - sie macht einen auf  gefährliche Wespe. Was für eine beeindruckende Insekten- Familie! Wirklich kaum zu glauben aber ist, dass einige Schwebfliegen-arten im Herbst in großen Schwärmen in den Süden ziehen. Wenn man sich diese zarten Tiere anschaut, kann man sich schwer vorstellen, dass sie in der Lage sind, über die kalten Alpen zu fliegen und solch' weite Entfernungen zu meistern. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu Wespen, Hornissen, Bienen & Co ist übrigens: die da haben 4 Flügel - den Schwebfliegen hat die Natur aber nur 2 Flüge spendiert. Schweb-fliegen sind neugierig. Sie kommen bei offenem Fenster oft in die

Frühe Gelbrandschwebfliege      Hummelwaldschwebfliege           Gemeine Feldschwebfliege

Wohnung - leider sind sie nicht klug genug, auch wieder hinaus zu fin-den. In der Wohnung können sie nicht lange überleben, sie verdursten.


Lernen von Piet Oudolf & Co.

Für den passionierten Gartenliebhaber gibt es in Deutschland leider nicht so viele Möglichkeiten den eigenen Horizont zu erweitern. Wenn man Englisch ein wenig versteht, dann lohnt es sich, den Blick über den Kanal nach England zu werfen. Hier gibt es eine ganze Menge Online-Angebote in denen man einzelne Aspekte des Gärtnerns vertiefen kann. Meine zwei Lieblings-Kursangebot sind die "Masterclasses" von der Zeitschrift Garden Illustrated und die Garten-Kurse von Learning with Experts. Beide kann man sich an verregneten Sonntagen einmal gönnen. Die Kurzversionen der Kurse bekommt man schon für 15 bis 40 £. Die Masterclasses von Garden Illustrated sind etwas mehr funky - hier trifft man legendäre Gärtner wie Fergus Garret, dem Chefgärtner von Great Dixter oder Katy Merrington, die den schönen Garten der Hepworth Wakefield Art Gallery in Wakefield, West Yorkshire betreut. Die Kurse von Learning with Experts vertraut auf alten Recken wie Piet Oudolf & Co. Wenn man es ganz genau wissen möchte, dann kann man dort auch ein quasi Studium starten, an dessen Ende ein Diplom der Royal Horticultural Society winkt. Dafür muß man dann aber mit über 600 £ schon mächtig tief in die Tasche greifen.

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Sa

03

Apr

2021

01 / 2021 April

In diesen eigenartigen Zeiten kann die Sonne gar nicht früh genug kommen! Nun geht es langsam los im Garten, aber bevor Sie sich blind in wilde Aktivität stürzen: wickeln Sie sich in eine warme Decke ein und lassen Sie sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Ein idealer Moment um darüber nachzudenken, welche Sorten man in diesem Jahr in das Gemüsebeet sät. Nun, das soll nur Ihnen vergönnt sein! Wir lümmeln natürlich nicht untätig in der Sonne rum, sondern arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran jede Menge schöne neue Dinge für das Gartenjahr 2021 zu finden. Wir haben das Sortiment unserer tollen Kupferwerkzeuge ausgebaut und können nun auch Kupfer-Gießkannen anbieten. Wir haben ein super neues Dahlien-Sortiment zusammengestellt und unsere schönen Golden Rabbit Gartenjacken und -hemden sind endlich fertig. Wir haben einen ganzen Schwung großartiger Gartenbücher ausgegraben und wir haben die Kinder-Abteilung ein wenig vergrößert - frische Luft und buddeln ist noch immer die beste Ablenkung für kleine Rabauken. Wir haben mit der Doppelgrabegabel ein tolles neues Gartengerät in das Sortiment aufgenommen - ein Gerät für schonendes Gärtnern. Bitte denken Sie in diesem Jahr daran Saatgut und Utensilien für die Anzucht sehr frühzeitig zu bestellen. Es ist beim golden Rabbit schon jetzt eine ganze Menge los und wir zittern schon ein klein wenig vor dem April und dem Mai. Schauen Sie vielleicht schon jetzt einfach in die Rubrik "säen, pflanzen & hegen" und "pflanztaschen & pflanzsäcke" hier tummeln sich nützliche Dinge für die Aussaat: Anzucht-schalen, Erdsiebe, Pikierhölzer, Saat-Dibber, Pflanzenschilder, Bleichtöpfe, Pflanz-Clochen, Pflanzsäcke und, und, und ....

Dahlien - unsere neue Liebe!

Wir haben uns in diesem feinen neuen Gartenjahr entschieden, unser Zwiebel & Knollen-Angebot um Dahlien zu erweitern. Warum? Nun, es gibt kaum eine Staude, die ähnlich opulent und lange die Blumenbeete ziert. Dahlien sind in den zeitgenössischen Blumenbeeten selten zu finden. Dafür gibt es vermutlich zwei Gründe - zum einen sind sie die Leibspeise von Schnecken und fordern die ganze Gärtner-Langmut bei der Verteidigung der jungen Triebe. Zum anderen haben viele Gärtner, wenn sie an Dahlien denken, die ty-pische "Kurpark-Rabatte" im Kopf. Aber es gibt so viele wunderschöne Sorten! Und selbst die, die etwas nach 6oth aussehen, sind cool kom-biniert prächtige Mittelpunkte im Beet. Seien Sie mutig - wagen Sie sich in diesem Jahr an Dahlien! Wenn Sie keine Lust haben sie zu überwintern ... kein Problem. Sie können sie mit in die Küche nehmen und wie Kartoffeln kochen - im nächsten Jahr schauen Sie dann einfach wieder bei uns vorbei. Easy oder?


Eine kleine Kulturgeschichte der Dahlie

Genau genommen beginnt die Geschichte der Dahlie in Europa Ende des 16. Jahrhunderts mit Francisco Hernandez de Toledo. Einem spanischen Gelehrten, Botaniker und Leibarzt von König Philip dem II. von Spanien. Hernandez de Toledo formulierte seine wissenschaftlichen Studien allzu forsch und aufklärerisch und verscherzte es sich prompt mit den Herren der spanischen Inquisition. War es nach ihrer Lesart doch pure Ketzerei die Wunder der göttlichen Natur wissenschaftlich ergründen zu wollen. Der König fürchtete um den Hals

seines Leibarztes und sandte ihn, um ihn vor dem Zugriff der fiesen und fanatischen Häscher zu retten, auf eine Forschungsreise in das ferne Mittelamerika. Auf dieser Reise entdeckte und beschrieb Francisco Hernandez de Toledo erstmals eine Dahlie und sandte die Aufzeichnungen über diese neuartige Pflanze flugs ins ferne Europa. Die erste echte Dahlie allerdings, kommt dort erst viel, viel später an - nämlich im Jahr 1791. In diesem Jahr wurde

abermals eine Königliche Botanische Expedition nach Neuspanien (heute Mexi-ko) gesandt. Die Teilnehmer sollten in Mexiko botanische Studien unternehmen und die dortigen Botaniker und Ärzte über die neueseten Erkenntnisse zur Klassifi-kation der Pflanzen nach Carl von Linné unterrichten. In Mexiko-Stadt wurde in ein Botanischer Garten gegründet. Pflanzen aus ganz Mexiko wurden dort zusammen-getragen und wissenschaftlich bearbeitet. Zuständig für diesen Garten war unter anderem der spanische Arzt und Botaniker Vicente Cervantes Mendo. Und jener nun, schickte ein paar Samen von Dahlia pinnata in das ferne Madrid an seinen Botanikerfreund Antonio José Cavanilles, den späteren Direktor des (im übrigen wunderschönen) Real Jardín Botánico de Madrid. Die Dahlie blühte noch im selben Jahr und begann von Madrid aus ihren Siegeszug durch die Gärten Europas. Allein im "International Register fo Dahlia names" sind über 20.000 Sorten aufgeführt. Ihren Namen trägt die Dahlie zu Ehren des schwe-dischen Botanikers Andreas Dahl (1751 - 1789) der seinerseits aber mit Dahlien sonst nichts zu tun hat. Das die Knolle der Dahlie essbar ist, ist aus dem Volkswissen mehr oder weniger entschwunden. Sie haben ein süßes, feines haselnussartiges Aroma und eine Konsistenz wie Kartoffeln.


Dahlien-Rösti - ein Rezept von James Wong

James Wong ist ein britischer Gartenaktivist, Gärtner, Journalist und Blogger. Von ihm stammt dieses Rezept für ein Dahlien-Rösti. Ich kann Ihnen leider nicht sagen ob es schmeckt, denn um der Wahrheit die Ehre zu geben: ich wußte auch nicht, dass man Dahlien essen kann. Nun denn, finden wir es also gemeinsam raus: Rezept für 4 Personen: 1 kg Dahlienknollen, 1 kleine Zwiebel, Saft einer 1/2 Zitrone, 2 Eier, 1/4 Teelöffel Muskatnuss, Salz + Pfeffer. Zubereitung: Graben Sie Ihre Dahlien aus, sobald der erste Frost über sie gegangen ist und die Blätter schwarz werden. Schrubben Sie die Dahlienknollen gut ab. Schälen Sie die Knollen. Reiben Sie die Zwiebel und die Knollen auf einer groben Reibe, mischen alles gut und drücken den Saft


der halben Zitrone über diesen Mischung. Schlagen Sie den Mix in ein sauberes Küchentuch und drücken Sie so viel Flüssigkeit aus, wie eben möglich. Mischen Sie nun die Eier und die Muskatnuss unter. Salzen, pfeffern und zu kleinen Puffern formen. Die Masse sollte gut aneinander kleben. In Oliven-öl auf mittlerer Hitze ausbraten. Servieren mit Crème Fraîche und/oder Räucherlachs.

Bouquet de Dahlias, 1874
Bouquet de Dahlias, 1874

Was haben Martin Suter und Henri Fantin-Latour gemeinsam ?

Sie ahnen es: die Liebe zu Dahlien. Henri Fantin-Latour (1836 - 1904) ein Zeit-genosse von Édouard Manet, Edgar Degas und Gustave Courbet hat atem-beraubende Blumenbilder geschaffen - einige der Schönsten davon zeigen dicke, satte Dahliensträuße, mal gerade erst geschnitten, mal schon im Verwelken begriffen. Martin Suter wiederum dienten die schönen Bilder als Inspiration zu seinem Roman "Allmen und die Dahlien", einem vergünglichen kleinen Buch, in dem es um einen verzwickten Raub eines eben schlicht wundervollen Fantin-Latour Dahlienbildes geht. Allein, beim Wert des Bildes hat der Autor mit "millionenschwer" etwas übertrieben - einen Fantin-Latour bekommen sie auf Auktionen heutzutage durchaus schon für 200.000 Euro - nur nebenbei bemerkt. Ah ja, noch eine schöne Geschichte: das rechte Bild schenkte Fantin-Latour seiner späteren Frau Victoria Dubourg zur Verlobung - was für eine lyrische Erklärung, sagen Dahlien in der Blumensprache doch:  "Je suis pris" - also: "Ich bin vergeben" .....

Henri Fantin-Latour, "Dahlien", 1872
Henri Fantin-Latour, "Dahlien", 1872

Constance Spry - Gärtnerin und Floristin 1886 - 1060

Constance Spry war eine der einflußreichsten Floristinnen ihrer Zeit. In ihrem 1929 eröffneten Blumengeschäft schuf sie (für die damalige Zeit) derart ausgefallene Blumenarrangements, dass es ganz London die Sprache ver-schlug. Da waren "edle" Blumen kombiniert mit "vulgärem" wie Grünkohl oder Weidenkätzchen. Unerhört! Aber erst ein riesiges Bouquet im Schaufenster der sehr noblen Parfümerie Atkinsons in der Old Bond Street katapultierte Spry in das Herz der britischen High Society. Ein riesiges Gesteck - vollständig aus Wiesenblumen, Ästen - so etwas hatte man noch nie gesehen. Es war sofort Talk-of-the-Town und nicht nur die Londoner Modehäuser rissen sich um die Sträuße und Gestecke von Spry - auch Queen Elizabeth ließ es sich nicht nehmen zu

ihrem Hochzeitskleid einen eleganten Brautstrauß von Constance Spry zu tragen. Sprys enormer Einfluß prägt bis heute die Arbeit der besten Floristen weltweit. Aller höchste Zeit, der großen Dame eine Aus-stellung zu widmen. Zu sehen in diesem Jahr im Londoner Garden Museum. Wer nicht nach London kommt, der kann Constance Sprys Wissen zu sich nach Hause holen und bei der groß-

artigen London Flower School einen Online-Kurs besuchen. Der Kurs kostet 85,- Pfund, und ist auf Englisch. Aber Frederica Carlini, die Professorin, die diesen Online-Kurs hält, ist leicht zu verstehen. Eine wirklich vergügliche Reise, die Lust darauf macht, sich mit Blumen-arrangements zu befassen - und wer dann noch nicht genug hat, dem sei die leider nur noch anti-quarisch erhältliche Biographie von Spry empfohlen - sie sah wirklich eher bieder aus, aber sie hatte es faust-dick hinter den Ohren und hat ein recht wildes Leben gelebt.

 

Ausstellung: Garden Museum, Lambeth Palace Road, SE1 7LB London, 17. Mai bis 26. Sept. 2021 * The London Flower School  - Online-Kurs: https://londonflowerschool.com/lfs-online/inspired-by-constance-spry

No-dig gardening - Gärtnern wie die Natur

Aus England schwappt eine neue Garten-Idee über den Ärmel-kanal: "no- dig gardening" - also, "Gärtnern ohne zu graben". Bei näherer Betrachtung ist diese Idee so neu nicht. Die Grundidee des no-dig gardening besteht - einmal platt gesagt, in der Vorstellung, das die Natur schon weiß wie man Pflanzen am besten anbaut und dafür gräbt die Natur gräbt nicht um. Sie stapelt vielmehr Jahr für Jahr neues Material auf das bereits vorhandene. Blätter fallen, Pflanzen sterben ab - alles verrottet und bildet den Nährboden für die neue, einjährige Saat und unterdrückt gleichzeitig als Mulchschicht das Wachstum von Unkraut. Derart ungestört bildet sich sich im Boden ein hochkomplexes Netz von Mikro- und Makroorganismen und schließen das Kompostmaterial weiter für die Pflanzen auf. Pilzgeflechte sorgen für die Pflanzengesundheit, Wurmgänge für die Belüftung und Entwässer-ung, Wurm-Kacka für eine gute Bodenstruktur. Ein gesunder Nährstoff-kreislauf entsteht. Als einer der Pioniere dieser Technik gilt der Japaner Masanobu Fukuoka (1913 - 2008). Er entwickelte eine Technik, die er shizen nōhō nannte - "Natürliche Landwirtschaft". Schrieb ein Standard-werk mit dem Titel: "Der große Weg hat kein Tor", reiste durch Europa, hielt Vorträge und ist, nur nebenbei bemerkt, auch der Erfinder der heute so beliebten Seedballs. Die Ideen von Fukuoka sind auch in der, im Moment auch sehr populären, Permakultur-Bewegung wiederzufinden. Den jetzigen Boom des no-dig gardening hat aber vermutlich der Engländer Charles Dowding ausgelöst. Er hat die Idee noch einmal  knackig zusammengefasst und sich auf deren Einsatz im heimischen Gemüsegarten fokussiert. Wenn Sie sehen möchte, wie man einen no-dig Gemüsebeet anlegt dann schauen Sie sich doch einmal dieses Video an - es ist auf Englisch - aber leicht zu verstehen. Natürlich braucht es auch für diesen Garten ein paar gute Werkzeuge die Sie (auch ganz klar!) im golden Rabbit kaufen können. Als da wären: Kompostsieb, Schuffel, Doppelgrabegabel, Pendelhacke oder Hacke und Grabegabel und ein klein wenig Mykorrhiza kann auch nicht schaden...

Chelsea im Herbst - spannend!

Der fiese Virus bringt wirklich alles durcheinander. In diesem Jahr findet die Chelsea Flower Show nicht wie seit 108 Jahren im perfekten Gartenmonat Mai statt, sondern sie ist gleich ganz an das Ende des Gartenjahres gerutscht. Vom 21. September bis zum 26. September - eine Herbst-Edition sozusagen. Es wird spannend sein, zu sehen, wie die Aussteller mit dieser Herausforderung umgehen. Aber wir können uns auf

explodierende Herbstgärten mit Dahlien & Co. freuen. Der Zugang ist arg limitiert und wer noch ein Ticket bekommen möchte, der sollte sich sputen. Die Show ist jetzt schon so gut wie ausgebucht.

 

Chelsea Flower Show: 21 - 26.09.21 https://www2.theticketfactory.com/rhs/online/tickets/rhs-chelsea-flower-show/

Kupferkannen - Gießkannen mit Charakter

Wir haben eine neue Kannen-Familie im golden Rabbit! Kupferkannen sind schockschön und bekommen mit der Zeit viel Patina und Charakter.

Ein Bild von einem Garten!

Geht es Ihnen auch so: man nimmt sich fest vor, die eine oder andere Pflanzenanordnug nie wieder zu vergessen - nie! Das Bild zu bewahren, wie unglaublich schön einem der Garten gelungen ist. Und dann, nur ein paar Monate später, ist die Erinnerung futsch - die Bilder im Kopf sind nur noch wage und verschwommen. Ich mache mittlerweile von einigen Beeten jeden Monat ein Foto (mit dem Ergebnis, dass mein Mobiltelefon voller Fotos ist und ich nicht mehr weiß welches Foto ich von welchem Beet, wann und warum ... und: ach!) Aber wer Mühe, Schweiß und Grips in seinen Garten gesteckt hat, der träumt davon, das Bild das er gezau-bert hat, für immer festzuhalten. Und das ist eigentlich eine großartige

Idee! Zu den Kunden des golden Rabbits zählen wir stolz eine handvoll der besten Gartenfotografen Deutschlands. Lassen Sie doch einmal einen neuen Blick auf Ihren Garten zu. Zum Beispiel von: Sibylle Pietrek, Jürgen Becker, Danièle Dugré, Volker Michael oder Marion Nickig.

Grelinette, Broadfork, Doppelgrabegabel - drei Namen für das gleiche Gartengerät bei www.the-golden-rabbit.de

Die Doppelgrabegabel

Wer sofort auf das Umgraben verzichten will ohne gleich ganz die Anbaumethode zu wechseln, für den ist die Doppelgrabegabel die beste Wahl. Das Gerät ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt. In Frankreich heißt es Grelinette in England Broadfork - in beiden Ländern findet man es in jedem guten Garten. Doppelgrabegabeln eignen sich ganz besonders für Gärtner, die kräfteschonend arbeiten wollen (oder müssen). Das Lockern mit der Doppel-grabegabel ist leichter - auf dem breiten Holm kann das gesamte Körpergewicht eingesetzt werden um die Zinken in die Tiefe zu treiben.

Dann schaukelt der Gärtner die Zinken mit seinem Körpergewicht in die Erde - tritt zurück und hebelt die Zinken an. So wird die Erde sanft gelockert. Im Internet gibt es eine Unzahl von Videos in denen die Doppelgrabegabel mit großem Pathos aber haarsträubend falsch eingesetzt wird - eine Doppelgrabegabel ist kein Spaten. Es geht nicht darum mit ihr umzugra-ben sondern nur den Boden tief aufzulockern. Der Boden bleibt bei diesem Vorgang weitest-gehend ungebrochen und unvermischt. Dieses Video hier zeigt sehr gut

wie man dieses Gerät leicht und schwingend einsetzt.


Streifen Wanze / Graphosoma italicum
Streifen Wanze / Graphosoma italicum

Feuer-, Grüne- & Gartenwanzen:

was soll man von diesen stinkenden Kerlen halten?

... egal - wichtig ist aber auf jeden Fall: bloß nicht verärgern! Denn dann neigen alle Mitglieder dieser urzeitlich anmutenden Familie dazu, ein wirklich übel stinkendes Sekret zu verspritzen. Wanzen lieben es, die Wanzenköpfe zusammen zu stecken. Wenn sie es irgendwo richtig schön finden, dann stinken sie ein wenig vor sich hin und schon macht sich die Familie auf zum großen Familientreffen. Unglücklicherweise gilt das nicht nur für super Nahrungsangebote sondern auch für schöne, warme Winterquatiere. Und die heißen oft und gerne "Wohnzimmer" und "Küche". Ich hatte einmal eine kleine Beerenwanze in der Schreibtischlampe - und als die nach einer Weile heiße Füße bekam, fing sie mit Inbrunst an zu stinken ... die Wanze ist schon lange im Wanzenhimmel - die Lampe duftet noch immer. Baum- und Feuerwanzen haben einen langen Rüssel, der vorne kleine Sägezähne hat. Mit ihm stechen sie harte Samen, Stängel, Früchte und auch schon einmal Aas an, pumpen Verdauungssaft hinein und schlabbern das Ganze dann mit Genuß aus. Im Großen und Ganzen benehmen sich diese Wanzen im Garten zivilisiert und gelten nicht als Schädlinge. Aber sie sind, obwohl sie mit ihren glänzenden, fein gemusterten Schilden wirklich wunderschön anzusehen sind, auch ein wenig unheimlich. Ich glaube, das liegt an ihrer seltsamen Art sich zu bewegen. Sie brummen sehr laut im Flug und haben die Eigenart den Gärtner wie blind anzufliegen und mit allen Füßen gleichzeitig zu landen. Das fühlt sich an, als würde man von einem Miniatur Flugsaurier attackiert. Ich weiß, das ist vollkommen lächerlich, immerhin ist die Gärtnerin groß und die Baumwanze klein. Aber dennoch - wenn mir bei der Arbeit in den Malven die Feuerwanzen in den Kragen rieseln, muß ich mich ein klein wenig zur Ruhe rufen. Gartenwanzen saugen zwar schon mal an Aas aber ganz sicher nicht an Gärtnern (auf jeden Fall nicht, solange diese noch warm sind, lol). Aber: sie gehören in die gleiche Familie wie die gemeine Bettwanze, die ja bekannt dafür ist mit größter Hingabe am Menschen zu saugen ... und man kann ja nie wissen was sich die Wanzen-Feinschmecker so erzählen wenn sich die Familienmitglieder mal treffen .....

Gemeine Feuerwanze / Pyrrhocoris apertus

Diese Familie besteht aus ca. 340 Arten. In unseren Gärten findet man oft die Gemeine Feuerwanze und die Ritterwanze. Beide sind leuchtend rot/schwarz gezeichnet und sehen sich recht ähnlich. Sie leben von Samen. Die Gemeine Feuerwanze ist oft in, auf und unter Malven, Linden, und Rosskastanien anzutreffen 

Beerenwanze / Dolycoris baccarum

Beerenwanze gehört zur Familie der Baumwanzen - eine Sippe mit ungefähr 70 Mitgliedern in Mitteleuropa. Sie sind wirkliche Schönheiten und leben an Waldrändern, in Laubmischwäldern und natürlich in Gärten. Dort machen sie sich nach Herzen unbeliebt weil sie fleißig Beeren aller Art an- und aussaugen.

Graue Gartenwanze / Rhaphigaster nebulosa

Die Graue Gartenwanze, auch Feldwanze genannt, lebt in Laubgehölz, saugt dort an Blättern und frischem Geäst. Sobald es kalt wird sucht sie sich geschützte Plätze zum Überwintern. Sie sitzt dann sehr gerne an warmen, efeuberankten Hauswänden.

Grüne Stinkwanze / Palomena prasina

Auch gemeiner Grünling genannt. Man findet sie oft auf Laubbäumen wie Erlen und Linden. Sie lieben auch Brennesseln oder Disteln. Die jungen Nymphen saugen an den Blättern und Trieben, die älteren an reifen Samen und Früchten. Diese Wanzen kommen häufig im Garten vor und richten keine Schäden an.

Marmorierte Baumwanze / Halyomorpha halys

Sie gehört nicht zu den Schönheiten - und - sie hat eine fatale Neigung zu Obststräuchern und Bäumen. Dort saugt sie Blatt, Jungtriebe und Obst an. Deswegen gilt sie bei starkem Befall als Schädling. Die Art ist ein Neozoon und wurde aus Asien eingeschleppt.

Streifen Wanze / Graphosoma italicum

Die Streifenwanzen sehen aus, als wäre ihr Kleid aus einem Stoff für die Haute Couture genäht. Die Oberseite schmücken breite schwarze Streifen (die Untersiete schwarze Punkte) auf rotem Grund. Mimikri geht anders. Streifen Wanzen tauchen im naturnahen Garten oft auf, lieben sie doch Doldenblüter jeder Art: Dill, Fencel, Giersch, Möhren - hier knubbeln sie sich oft in Gruppen und saugen an den Samen.


Von links nach rechts: The Arrival of Spring in Worldgate, East Yorkshire in 2011 (twenty eleven) - 25 April 2011; The Arrival of Spring in Worldgate, East Yorkshire in 2011 (twenty eleven) - 17 May 2011; The Arrival of Spring in Worldgate, East Yorkshire in 2011 (twenty eleven) - 12 May 2011; c) David Hockney

Spring cannot be cancelled

Na ja - So sicher ist man sich da ja in dieser Zeit nicht. Wir lieben die Arbeiten von David Hockney schon seit langem (wie kann man das auch nicht?). So gut wie jeder kennt seine großen Arbeiten - aber nicht jeder weiß, dass Hockney auch wunderbare Arbeiten auf dem iPhone und iPad macht. Und weil der Frühling nun in vollem Gange ist, empfehlen wir Ihnen die großartige Serie "Arrival of Spring in Worldgate"  - vollständig zu sehen auf des Meisters Website: https://www.hockney.com/

 

David Hockney wird in Europa vertreten von den Galerie Annely Juda Fine Art in London und Galerie LeLong in Paris

Im April erscheint bei Thames & Hudson zudem ein schönes neues Buch von Hockney und seinem langjährigen Freund, dem Kunstkritiker Martin Gayford. Hockney hat rechtzeitig vor dem Ausbruch von Corona ein neues Atelier in der Normandie bezogen. Das Buch ist eine Reflektion über das Verhältnis von Mensch und Natur. "We have lost touch with nature, rather foolish as we are part of it, not outside it" schreibt Hockney in seinem Buch. Auch eine neue Serie iPad paintings ist im neuen Atelier entstanden. Alle diese neuen Arbeiten werden in einer Ausstellung in der Royal Academie of Arts zu sehen sein. Dann unter dem Titel "The Arrival of Spring, Normandy 2020" - die Ausstellung ist im Moment für 23. Mai bis 26. September 2021 angekündigt. Hoffentlich kann das klappen, denn auch wenn der Frühling nicht abgesagt werden kann - Ausstellungen blüht dieses Schicksal im Moment zuhauf.

P.S.: Wenn Sie sich auf dem iPhone auch ausprobieren möchten - Hockney benutzt die sehr alte, ehrwürdige App "Brushes"

Bild links/rechts: No. 180, 11th April 2020, iPad painting / No. 263, 28th April, iPad painting; c) David Hockney, 2020, Aus "Spring Cannot be Cancelled" herausgegeben von thames & Hudson


You are never to old for planting trees ...

Arabella Lennox-Boyd, ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Die gebürtige Italienerin (die allerdings seit Jahrzehnten in England lebt) hat nach eigenen Angaben nahezu 800 Gärten weltweit entworfen und räumte nicht weniger als 6 x die Goldme- daille der Chelsea Flower Show ab. Dieser schöne Nowness-Film zeigt Arabella Lennox-Boyd in ihrem eigenen Garten "Gresgarth Hall" in Lancashire. Ich mag Ihre Haltung sehr und bis man Gresgarth Hall wieder besuchen kann (Öffnungszeiten unter http://www.arabellalennoxboyd.com/) kann man sich mit diesem kleinen Film trösten.


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Nov

2020

03 / 2020 November

Nun denn ... bringen wir den Garten zu Bett!

Der Winter zieht auf ... ein Blick aus dem Fenster in trübes Licht und auf die sich türmenden Laubhaufen mag einen ungnädig stimmen - aber das ist der Lauf der Dinge, da läßt sich nix dran ändern. Also hopp: Pullover an, fix die sensationelle neue Golden Rabbit Gartenjacke darüber, Onoyoshi Schere in die Außentasche, die guten Showa-Handschuhe eingesteckt und raus an die Arbeit! Jetzt gilt es noch schnell ein wenig Platz zu schaffen damit Stauden mit schönen Samenkapseln im Winterbeet glänzen können. Die letzten Blumenzwiebeln setzen. Vielleicht auch schon ein paar Blumen aussäen .... riskant, aber wenn sie es schaffen, dann sind sind sie die Ersten und die Stärksten im Frühlingsbeet. Dann bleibt noch den Sensibelchen wie Rosmarin, Lorbeer, echtem Jasmin und Co. einen warmen Winterschutz zu verpassen, Sträucher zurück zu schneiden und offene Flächen überzumulchen. Und wenn dann alles, aber auch wirklich alles erledigt ist - nehmen Sie sich ein wenig Zeit, eine heiße Tasse Tee und ein Blatt Papier und setzten sich in aller Ruhe in Ihren schlummernden Garten. Ziehen Sie Bilanz. Was war gut, was war schlecht - was so lala? Zeichnen Sie sich einen Pflanzplan - der muß nicht perfekt sein aber er wird Ihnen im Frühjahr bei der weiteren Planung gute Dienste leisten. Denn sicher ist: in ca. 110 Tagen geht es wieder los!

Die Pudelmütze des Gartens: Mulch

Die Kundschaft des golden Rabbit teilt sich in zwei Lager: die einen Gärtner schwören auf das Mulchen und die anderen finden es unerträg-lich unordentlich. Was soll ich sagen: beide haben recht. Es gibt für die Bodenpflege kaum etwas besseres als das Mulchen. Eine Mulchschicht hält Unkraut in Schach, den Boden feucht, verhindert Erosion, wärmt oder kühlt den Boden je nach Jahreszeit und bietet den Bodenorganis-men ordentlich Futter an. Aber es stimmt eben auch: ein gemulchtes Beet ist selten eine Augenweide! Dennoch sollten Sie diesen Winter Ihre Beete mulchen. Denn die Mulchdecke schützt zarte Pflanzen vor dem

strengen Frost und Frühjahrsblüher vor dem Austrocknen. Wenn Sie ein Augenmensch sind, dann mulchen Sie die Beete dünn mit Laub, das sieht hübsch aus und was im Frühjahr nicht verrottet ist kann entweder untergearbeitet oder abgenommen werden. Zum Mulchen eignen sich viele Materialien: Laub, Stroh, Heu, Holzwolle, Rindenmulch, krautiger Grünschnitt oder schwarzer Kompost. Der schwarze Kompost ist im Frühjahr besonders gut, denn die dunkle Farbe zieht die Sonne an und

Mulchmaterial: Rindenmulch, Stroh, Blätter, Holzwolle, grober Grünschnitt

wärmt die Beete schneller durch. Vorsicht bei dem Einsatz von Rasen-schnitt. Er neigt dazu sich zu verdichten und bildet dann eine fette, luftundurchlässige Schicht unter der eher Fäulnis als Leben entsteht. Auch Rindenmulch hat seine Tücken. Er sieht zwar schön ordentlich aus aber beim Verrotten entzieht er dem Boden Stickstoff - wird mit Rinden-mulch gemulcht, dann sollte man Hornspäne beimischen. So zur Hand: mischen Sie unter das Mulchmaterial eine handvoll Steinmehl oder etwas Kompost - das beschleunigt die Verrottung. Auch wenn Sie nur Töpfe oder Pflanzsäcke auf dem Balkon haben ist Mulchen großartig um im Sommer die Feuchtigkeit länger in den Töpfen zu halten und die Gießabstände zu verlängern.

Seidenhemdchen und Schweizerhose

"Forellenbirne" "Frauenschenkel", "Großer Katzenkopf" oder "Weinapfel" - die Namen alter Obstsorten sind ebenso sonderlich und vielfältig wie ihr Geschmack. Und höchst poetisch sind die Geschichten, die sich um sie ranken: wie die von der Birne, die zweimal per Schiff nach Amerika reiste. Die von der Kirsche, für die Friedrich der Große einen halben Monatslohn (wie - Sie wußten nicht, dass Friedrich der Große Lohnempfänger war?) zahlte. Oder die, von der Apfelsorte, die Newton zu seiner Gravitationstheorie inspirierte. Über fünfzig alte, heimische Obstsorten werden in diesem außerordentlich schön gestalteten Buch anhand von historischen Illustrationen beschrieben, mehr als hundert weitere mit kurzen Texten vorgestellt. Ein durch und durch vergnügliches Buch von Sophia Blind. Und nebenbei: ein großartiges Weihnachtsgeschenk, das Sie natürlich in unserem Onlineshop finden!

Des Gärtners Glückspilze

Nein, wir sind nicht unter die Drogenhändler gegangen - aber Glücks-pilze haben wir tatsächlich in unser Sortiment aufgenommen. Diese Pilze machen allerdings in erster Linie Ihre Pflanzen glücklich und die berau-schen dann mit ihrer Pracht den Gärtner. Das ist kein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz - versprochen!  Die Rede ist von Mikorrhiza - einer Gesellschaft von Bodenpilzen (myces = griechisch Pilz) die mit dem Gießwasser ausgebracht werden kann und die mit den Wurzeln (rhiza = griechisch Wurzel) der Pflanzen symbiotisch zusammenarbeiten. Mykorrhiza hilft der Pflanze dabei, sich Nährstoffe aus einem großen Umfeld zu besorgen und sie aufzuschließen. Im Gegenzug ernährt die Pflanze die muntere Pilztruppe. Eine Win-Win-Situation!

Mikkhoriza kann vielfältig eingesetzt werden: tauchen Sie Ihre Setzlinge in ein Mikkhoriza-Bad bevor Sie sie einpflanzen, gießen Sie junge Pflanzen mit Mikkohriza an, bringen Sie die Pilze in Ihre Topfpflanzen ein. So oder so: Sie werden sehen, die Pflanzen entwickeln sich deutlich stabiler und besser als ohne die Pilzgesellschaft. Es gibt allerdings ein paar Dinge die man nicht tun darf wenn man Mikkhorizza verwendet: Pflanzenschutzmittel killen die Pilze, chemischer Pflanzendünger stört die Symbiose (die Pflanzen nehmen dann den essfertigen Dünger und machen sich nicht mehr die Mühe mit den Pilzen zusammen zu arbeiten) und - die Pilze können sich nur in Böden gut ernähren in denen auch Bewuchs ist. Das heißt: die Beete müssen bepflanzt sein.

Lachen hilft ...

...auf jeden Fall oft. Ich bekomme ab und an nette Mitteilungen von meinen geschätzen Kunden, und gestern hat mir jemand diesen

feinen Witz zugesteckt - ich gebe

zu, ich mußte eine Weile darüber

nachdenken. Aber es sind harte

Zeiten und da kann ein guter Witz

nie schaden. Ich dachte also, ich

teile diesen einmal mit Ihnen.

Leben wie ein Eichhörnchen im Périgord - Ferien im Baumhaus

Sobald das Leben wieder ein wenig in seine alten Bahnen gefunden hat, werden wir uns aufmachen ins schöne Périgord. Dort werden wir bei gutem Essen und hervorragendem Wein unsere Corona-Wunden lecken und unser Haupt im "Les Chateaux dans les Arbres" betten. Sechs der feinsten Spa-Hotels der Gegend, alle in hochherschaftlichen Schlössern untergebracht, haben sich zu "Chateau dans les Arbres" zusammen-geschlossen: jede Hotel hat auf seinem Anwesen  jeweils ein Baumhaus gebaut. Und was für welche! Kleine Schlösser hoch in der Krone von einer alten Eiche, oder auf einem verträumten See, oder im zarten Grün eines Buchenwaldes .... mit solch einem Ziel vor Augen kann man die kommenden dunklen Monate vielleicht aushalten ...

 

Les Chateaux dans les Arbres, Périgord

Ein Hoch auf Winkelspinnen & Kollegen

Da beißt die Maus keinen Faden ab: Spinnen haben keine Lobby. Ich kenne kaum jemanden, der diesen haarigen Tieren größere Liebe entge-gen bringt - ich bin da keine Ausnahme. Im Sommer kreuzen sich die Wege der Gärtnerin und der Spinne eher selten - aber jetzt haben die Spinnen die Koffer gepackt und sind in ihr persönliches Mallorca - vulgo unsere Küche - umgezogen. Nun treffen wir uns ab und an beim Abend-brot. Höchste Zeit sich die wild-grauslichen Mitbewohner mal etwas genauer anzuschauen und einen Blick auf die Arten zu richten, die uns im Winter öfter mal über den Weg laufen - als da wären:

Spaltenkreuzspinne - (Nuctenaea umbra-tica) ich stehe eher auf magere Spinnen. Spinnen mit dicken Körpern sind nicht so meins. Und die Spaltenkreuzspinne hat einen ziemlich dicken Körper. Sie gehört zur Familie der Webspinnen und zaubert großartige Netze in den Raum. Mit einer Körperlänge von 7 - 10 mm ist sie nicht soooo groß aber sie ist flink und schwer zu fangen... das aber wird in der Regel eh nicht notwendig sein, denn die Spaltenkreuzspinne macht sich tagsüber rar und sitzt nur des Nachts in Ihrer Wohnung in ihrem Netz und wartet auf Kundschaft.

Die Speispinne - (Scytodes thoracica) mit einer Körperlänge von 4 - 6 mm eher eine kleinere Spinne. Aber was für Eine. Die Spei-spinne ist - Verzeihung für diese lockere An-rede - eine coole Socke! Sie lebt so gut wie ausschließlich im Haus und erlegt ihre Beute indem sie sie mit bis zu 20 gezielten, zick-zackförmigen giftig-klebrigen Spuckattakten am Boden festklebt. Dann erst tötet sie ihr Opfer mit finalem Giftbiss und saugt sie aus. Die Spinne ist sehr kurzsichtig und erfühlt die Beute mit ihren Sinneshaaren. Für Menschen vollkommen ungefährlich

Große Zitterspinne - (Pholcus phalangioides) ist mein Favorit unter den Hausspinnen. Eine zarte - mit ihren bis zu 5 cm langen Beinen doch ziemlich ausladende Art. Bis auf ihre Unart die Räume, die sie bewohnt mit liederlichen Netzfäden zu überziehen, stört sie nicht weiter. Die Spinne ernährt sich sich von kleine Insekten und Asseln und hält so die Wohnung sauber. Zitterspinnen bringen, wenn sie sich bedroht fühlen, ihr Netz und sich so stark zum Schwingen, das es Feinden schwer fällt sie zu fixieren. Eine geniale Strategie.

Die Große Winkelspinne - (Tegenaria atrica)vor dieser Spinne zittere ich auch ein wenig . Dabei ist die Große Winkel- spinne ein harmloser Genosse - aber sie ist eben mit ihren 10 - 16 mm Körpergröße und einer Beinspannweite von bis zu 10 cm wirklich arg groß. Die Spinne gehört trotz ihres abschreckenden Aussehens aber zu den Lämmlein unter den Spinnen. Sie ist etwas lahm und läßt sich leicht mit einem Glas fangen. Sie kann zwar beißen, aber der Biß bleibt ohne Wirkung. Die Winkelspinne webt an Decken und in Ecken mehrlagige Netze in denen sie matt von fetter Beute träumt. Auf dem Menü der Großen Winkelspinne stehen Asseln und Insekten aller Art.

Wollige Mauerspringerspinne - (Pseudeuo-phrys lanigera) ist winzig (zwischen 3 - 5 mm)   - sie gehört zu der Familie der Spring-spinnen und ist ein Einwanderer aus dem Süden. Ihren Namen verdanken Sie ihrer Jagd-technik: Springspinnen jagen nicht mit Netzen sondern lauern ihrer Beute auf und springen sie dann, gesichert durch Spinnfäden, an denen sie wieder zurückkrabbeln können, an. Ihr Lebens-raum sind warme Hauswände und Ritzen. Sie kommen mit der Trocken-heit in Wohnungen gut klar und ist deshalb dort auch oft zu finden. Ein fleißiger, kleiner Räuber, der viele Schadinsekten vertilgt.

Mr. William Morris

.... seineszeichens Mitbegründer der Arts and Crafts Bewegung und der sozialistischen Bewegung in England, Maler, Architekt, Kunstgewerbler, Ingenieur, Drucker und Schriftsteller. An William Morris muß ich oft denken, wenn heute so viel von "Heritage" und "Manufakturen" gesprochen wird. War Morris doch einer der wichtigsten Gründer-

väter dieser Bewegung. Er führte Ende des 19. Jahrhunderts das, in der industriellen Revo-lution arg unter die Räder gekommene, Handwerk wieder zu altem Glanz und hat nebenher jede Menge wundersamer und wunderschöner Textil- und Tapetendesigns geschaffen. Für viele der Tapeten sind die Druckstöcke noch vorhanden und sie werden auch heute noch von Hand gedruckt.

Das Victoria & Albert Museum in London hat eine umfangreiche Sammlung der Arbeiten von William Morris und sie haben einen schönen Film gedreht, der zeigt, wie kompliziert und aufwändig die Herstellung der handgedruckten Morris-Tapeten ist (hier geht es zu dem Film). Wer sich mit dem Weltbild von William Morris näher beschäftigen will, dem sei das im Nautilus Verlag erschienene Roman von William Morris empfohlen: "Kunde von Nirgendwo". Ein utopischer Roman, in dem Morris eine gerechte neue Welt mit einer gleichen und freien Gesellschaft imaginiert, in der jeder Mensch sich um die Herstellung von Schönheit bemüht, die Natur achtet, erhält und die Arbeit als reine kreative Lust empfindet. Wenn Sie einmal in London sind - machen Sie doch einen Abstecher zu seinem "Red House". Morris beschrieb sein Haus noch bevor der erste Stein gemauert war in einem Gedicht: Many scarlet bricks there were / In its walls, and old grey stone; / Over which red apples shone / At the right time of the year.

 

Red House, Red House Lane, Bexleyheath, DA6 8JF London


Auf das was fehlt kommt es an: Kiri-e

In Japan gibt es eine zauberhafte Kunstform namens Kiri-e 切り絵 - Kiri-e ist die Kunst des Scherenschnitts. Künstler wie Masayo Fukuda sind in Japan Berühmtheiten. Ihre Arbeiten sind zarte und hochkomplizierte Wunderwerke und zeigen Tintenfische, Wölfe oder Vögel - meist geschnitten aus Papier. Nicht mit Papier sondern mit Blättern arbeitet Lito . Er verwandelt die Blätter in "Mini-Geschichten-auf-einem-Blatt". Eine Arbeit für lange Winterabende und vielleicht eine schöne Bastelidee für Kids.

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2020

02 / 2020 September

Eine eigenartige Zeit ist das: draußen der heiterste Frühherbst und wegen dem miesen Ding mit "C" bleibt einem alles irgendwie quer im Hals stecken. Aber im Garten ist man ja sicher, und da es mit dem Reisen in diesem Jahr ja eher Essig war, durften wir uns über eine vollständige und ungeteilte Gartensaison freuen. Wer weiß, vielleicht wollen wir in Zukunft gar nicht mehr weg. Der golden Rabbit wäre darauf vorbereitet! Wir haben uns vom Virus nicht einschüchtern lassen und sind in diesem Jahr mutig vorangeschritten: mit Feme de Sainte Marthe haben wir einen neuen, ziemlich tollen Saatgutlieferanten für wunderbare alte und bewährte Gemüsesaaten gefunden - die finden Sie hier. Und wir - und darauf sind wir echt ein wenig super-stolz - haben eine feine Kooperation mit den netten Leuten vom englischen Meister-Garten Great Dixter begonnen. Exklusiv bei the golden Rabbit gibt es nun die "The 10 Great Dixter Signature Flowers" als Saatgut und dazu auch die wunder-schönen Staudenstützen, die dort in der Holzwerkstatt gefertigt werden. Aber dazu später mehr. Dann haben wir in England einen feinen Saatgutzüchter aufgetan, der uns ab sofort für die neue "golden Rabbit Collection" schöne und außergwöhnliche Blumensaat liefert. Und Tulpen sind auch schon wieder eingekauft ... und für alle jene, es nicht lassen können, sich in fremde Gärten zu träumen, haben wir ein ultra fesches "Vor-Corona-Rabbit en Route" nach Giverny zu bieten. Wenn das kein knuffig dicker Herbstauftakt ist, wissen wir auch nicht weiter ...

Ferme de Sainte Marthe... feinstes französisches Saatgut für den fortgeschrittenen Gemüsegärtner

Wir haben uns entschieden unseren Horizont bei dem Gemüse- und Kräutersaatgut ein wenig zu erweitern und auch mal einen interessierten Blick auf Heilkäuter zu werfen. Auf der Suche nach gutem biologischen Saatgut sind wir über den großartigen französischen Saatgutzüchter "Ferme de Saint Marthe" gestolpert und seither sind wir hin und weg von dessen Saatgutangebot. Kleine runde Möhren, runde und lange Radieschen, Cornichons, Petersilenwurzeln, Artischocken, Carden, Walderdbeeren, unzählige unterschiedliche Kürbisse, ausdruckstarke Salate, viele alte Sorten aus den Gemü-segärten Frankreichs, der Schweiz, Deutschlands, und Italiens - Auberginen, Tomaten: rund, lang, klein, groß und in allen Farben ... wenn man das Sortiment durchschaut läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen und man hört den Koch in der Küche jauchzen. Wir werden das Angebot Stück für Stück ausbauen. Bitte wundern Sie sich nicht - das französische Saatgut ist ein wenig teurer - aber meistens stecken in den Packungen mehr Saat und natürlich ist es ist biologisch und samenfest. Ferme Saint Marthe ist eine kleine Kooperative aus der Nähe von Angers an der Loire. Wir freuen uns sehr über diese neue Zusammenarbeit!

Gespannte Luft - was ist das?

Ich höre Sie sagen: "Gespannte Luft? Kenne ich! Das ist, wenn ich Fußball sehen möchte, und meine Frau will, dass ich den Rasen mähe". Das, meine Herren, ist dicke Luft. Das ist etwas anderes. Gespannte Luft ist ein Hilfs-mittel bei der Stecklingsvermehrung. Denn wer Pflanzen über Stecklinge vermehren möchte, der muß sicherstellen, dass die kleinen, zarten Stecklinge (die ja absolut keine Wurzeln haben) so lange nicht austrocken, bis sie es geschafft haben, die ersten feinen Wurzeln zu bilden. Um die Austrocknung zu vermindern muß in der den Steckling umgebenden Luft, die Feuchtigkeit erhöht werden und konstant hoch bleiben. Das macht man indem man dem Steckling eine eigene kleine Biosphäre baut. Die Varianten wie das am besten geht sind ohne Zahl: am einfachsten stülpt

man einen Klarsichtbeutel über den Topf, oder ein Glas oder eine Plastikbox, oder man schneidet eine große PET-Flasche unten ab und nutzt sie als kleines Gewächs- haus... Und wenn Sie dies machen, dann - ja dann erzeugen Sie "gespannte Luft". Herzlichen Glückwunsch!


Regenwürmer sind erstaunliche Tiere. Wenn man sich einmal in Ruhe auf einen Stein setzt, und so einen Wurm ganz genau betrachtet, dann wird einem schnell klar, dass an diesen kleinen Kollegen nichts fies oder ekelig ist. Sie werden feststellen: die Haut von Regenwürmer ist nicht glitschig sondern eher trocken. Sie werden sehen wie unglaublich schnell die Würmer sind wenn sie sich bedroht fühlen, und wie scheinbar mühelos sie sich selbst in härteres Erdreich bohren. Regenwürmer sind Pflanzenfresser, sie ziehen nachts Blätter, Stängel oder Keimlinge in ihre Gänge um sie dort verrotten zu lassen. Ist das organische Material von Mikroorganismen weich gemacht kann der Regenwurm, der nur schnappen und nicht kauen kann, es zusammen mit Erdreich einsaugen und verdauen. Die Nahrung wandert dann durch den ganzen Wurm und kommt am anderen Ende als wertvoller Wurmhumus wieder heraus. Regenwurm-Kacka enthält jede Menge Kalk, Magnesium, Phosphor und Kalium und ist ein toller Dünger. Die Gänge, die der Wurm gräbt, (sie sind (irre) bis zu 40 Meter lang und bis zu 3 Meter tief) durchlüften den Boden auf natürliche Weise und sorgen für gute Drainage.

Regenwürmer sind in Segmente geteilt. Die Segmente sind mit je 4 kurzen Borsten versehen, sie dienen der Fortbewegung und werden vom Wurm mit der Muskulatur gesteuert. Regenwürmer wachsen am hinteren Ende. Je älter der Wurm umso mehr Segmente hat er. Die Segmente sind vollkommen identisch und durch eine feine Wand voneinander getrennt. Einzig das Kopf- und das Endsegment ist unterschied- lich. Alte Regenwürmer haben bis zu 180 Segmente. Ummantelt werden die Segmen-te von einem Hautmuskelschlauch - das ist

eine Schicht Haut, die fest mit einem darunter- liegenden Muskel verbunden ist. Beim Regenwurm mit einem Längst- und einem Ringmuskel. Die Leibeshöhle des Wurms ist mit Flüssigkeit gefüllt, geteilt in die Segmente sorgt diese Flüssigkeit für die Stabilität des wirbellosen Wurms. Kriecht der Wurm, wird die Flüssigkeit zwischen den Segmenten hin und her gepresst. Diese "Saug-Pumpen-Fortbewegung" kann mit bloßem Augegut beobachtet werden. Mit seinen Chitinborsten klemmt der Wurm sich auch in seinen Gängen fest. Wie gut

ihm das gelingt, kann man beobachten, wenn man sieht welch große Mühe Vögel haben, einen Wurm aus seinem Gang zu ziehen. Regenwürmer sind Zwitter - finden aber die Paarung mit einem anderen Wurm viel schöner als Sex mit sich selbst... Das man Regenwürmer an jeder beliebigen Stelle zerteilen kann und der Wurm dann weiterlebt weil das abgetrennte Segment nachwächst, ist übrigens eine Legende. Wahr ist: alle Segmente ab dem 40. Körper-Segment können ersetzt werden. Der Regenwurm kann diese Segmente sogar

selber abwerfen. Er tut dies auch wenn ein Vogel ihn am Hintern zieht. Jede Verstüm-melung vor dem 40. Segment aber bedeu-tet den sicheren Tod. Denn auch Regen-würmer haben ein Herz-Kreislauf-System, das - ähnlich wie das unsere - auf größere Löcher an unglücklichen Stellen recht sensibel reagiert. Obwohl: Herzen hat der Regenwurm genug - in seinen Segmenten

7 bis 11 liegen insgesamt 10 Herzen. Freuen wir uns also, wenn wir eines der charakte-ristischen Wurmhäufchen im Beet finden. Zeigt es doch: diese Erde wird von einem Genossen mit viel Herz bewohnt!


Die Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Würmer.

Wußten Sie, dass der Regenwurm lange Zeit als Schädling galt? Jahrzehntelang haben Bauern und Gärtner versucht ihn um die Ecke zu bringen bis Charles Darwin kurz vor seinem Tod im Jahr 1882 endlich seine umfangreichen Forschungen zum Regenwurm vorstellte. Darwins These war, dass der Regenwurm für die Bildung einer lebendigen, gesunden Ackererde unverzichtbar sei. Er setzte alles daran das Leben dieser kleinen Würmer zu erforschen und scheute bei seinen, heute zum Teil skurril anmutenden, Experimenten keine Mühen: Er setzte die Würmer auf das Klavier, schrie und pfiff auf schrillen Pfeifen um zu ergründen ob Regenwürmer Ohren haben.

Er suchte die Augen und fand heraus das Regenwürmer zwar augenlos

sind aber dennoch zwischen hell und dunkel unterscheiden können. Er versuchte zu ergründen warum und wie tief die Würmer in der Erde leben und wo sie sich dort aufhalten. Wovon sie sich ernähren, wie ihre Fortbewegung und ihre Fortpflanzung funktioniert. Darwin vermutete, dass Regenwürmer auf die eine oder andere Weise Erde verstoffwechseln und so dafür sorgen, dass der Boden ständig umgeschichtet wird. Um das

Klassische Herbarien bei www.the-golden-rabbit.de

zu beweisen brachte er auf  Erdstücken eine Schicht Kreide und feinen Kieseln aus und stellte fest, dass beide mit der Zeit nach unten in den Boden hinein wanderte und zwar umso schneller, je mehr Regenwürmer im Boden lebten. Seine Experimente hat Darwin unter dem Titel "Die Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Würmer" veröffentlicht. Endlich ist dieses Buch, das trotz seiner alten Sprache wirklich sehr vergnüglich zu lesen ist, in einer sehr schön gemachten Neuauflage im Czernin Verlag erschienen. Ein "Must have" für jede Gartenbibliothek ......


Clog "Picasso" mit Stahlkappe
Clog "Picasso" mit Stahlkappe

Der ideale Gartenschuh kommt aus Schweden

Seit 1907 fertigt der kleine schwedische Betrieb Troetorp Holzclogs. Der Gründer der kleinen Manufaktur, August Johansson, war besessen von der Idee den komfortabelsten, den besten, den langlebigsten und ach überhaupt den aller-schönsten Clog Schwedens herzustellen. Und das ist ihm unserer Meinung nach auch ziemlich gut gelungen. Denn wie früher werden die Clogs aus elastischem Erlenholz hergestellt

und haben ein orthopädisch geformtes Fußbett. Das Leder

Clog "Van Gogh"
Clog "Van Gogh"

wird über einen feuchten Leisten gespannt, und nicht vulgär an den Clog getackert, sondern fein säuberlich genagelt. So weit so gut - aber warum halten wir "Picasso" oder "Van Gogh" für den idealen Gartenschuh? Das ist einfach: man kann leicht rein und raus schlüpfen, das stabile Leder schützt die Zehen, sollte einem einmal etwas Schweres auf den Fuß fallen. Dreck und Nässe können den Clogs nichts anhaben - die Füße bleiben trocken, auch barfüßig hat man in Clogs ein schönes Tragegefühl und - und das ist das beste Argument: die Clogs sind hinten geschlossen - das heiß, man hat nicht ständig das halbe Beet im Schuh. Lässig sind sie eh - auch zu Röcken oder Hosen in der Stadt getragen machen diese Clogs eine mächtig gute Figur!

Kusakichi Hackbeil - der robuste Helfer im Garten bei www.the-golden-rabbit.de

Great Dixter  - wunderschön unperfekt

wer unseren Blog schon länger verfolgt, der weiß um unsere heiße Liebe zu Great Dixter House & Gardens, dem britischen Garten des legendären Gärtners Christopher Lloyd. Seit wir diesen, von Leben und Vitalität nur so strotzenden, Garten gesehen haben, träumen wir davon, unseren Kunden ein klein wenig Great Dixter anbieten zu können. Nun - nach vielen Jahren sind wir endlich so weit. Eine Saatgut-Kollektion der zehn Blumen, die in Great Dixter immer und immer wieder auftauchen, wartet jetzt darauf den Weg in Ihren Garten zu finden. In der Holzwerk-statt von Great Dixter werden wunderschöne, robuste und charmant verwitternde Staudenstützen aus Esskastanie gefertigt, die große Stauden in Schach halten und Wege abgrenzen. Auch von diesen haben uns ein kleines Kontingent für Sie unter den Nagel gerissen. Einfach zauberhaft!

Kupferwerkzeug im Garten?

An dem Einsatz von Kupferwerkzeug im Garten entfachen sich kleine Glaubenskriege. Unbestritten ist: Kupfer ist ein wichtiges Element für die Bodengesundheit, und essentiell für das gesunde Pflanzenwachstum. Ob die Spurenelemente, die durch die Arbeit mit Kupferwerkzeug im Boden verbleiben hierzu ausreichen, mag kontrovers diskutiert werden. Aber rund um den Globus schwören Gärtner auf Kupfergeräte und berichten über eine sichtbare Verbesserung von Pflanzengesundheit und Erträgen. Grund genug einmal näher hinzuschauen. Wir haben in Österreich einen Hersteller von wunderschönen, handgearbeiteten Kupfer-Gartengeräten gefunden und unser Sortiment um einige geniale, längst vergessene, Geräte erweitert: einen Krail, eine breite und eine spitze Feldhaue, einen Jätschling, eine kleine Topfkralle und eine Pendelhacke. Wie, Sie wissen nicht was eine Pendelhacke ist... na so was!

Pendelhacken sind  eher in den Gärten im Süden Deutschlands, in der Schweiz und in Österreich heimisch. Es sind im Prinzip so etwas wie "Tiefen-Schuffeln". Sie eignen sich perfekt für das Jäten von Beikraut in lockerem, bearbeiteten Böden. Pendelhacken haben einen "Hackring", dessen Blatt vorder- und rückseitig geschärft ist, und der leicht pendelnd aufgehängt ist. Daher der Name. Ziehen Sie diesen Ring durch die Erde dann hacken das scharfe Hackblatt beim Vor- und Rückbewegen die Wurzeln der Beikräuter ab - sie springen sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes "über die Klinge". Da der Hackring mit guten 10 Zentimetern recht tief ist, erwischt man mit der Pendelhacke viel Beikraut so tief, dass es nicht wieder aus der Wurzel remontiert. Ein superschönes und super-schlaues Jätewerkzeug! Der Jätschling ist das entsprechende Handgerät.


Rabbit en Route:

Giverny & der Jardin de Plume

In diesem Jahr sah es mit den Gartenreisen ein wenig mau aus. Aber das macht genau garnichts, denn wir haben noch eine wunderbare kleine Herbstreise in der Tasche. Eine Reise, die man in diesen Zeiten nicht nur unterneh-men kann - sondern die man geradezu unternehmen muß - solange der Virus Touristen aus China und der USA fernhält. Also: schnüren Sie Ihre Schuhe, packen Sie die geblümte Atemmaske ein, und besuchen Sie den wunder-baren Garten von Monet in Giverny, einem kleinen, reichlich verpennten Ort mit ganzen 494 Einwohnern, vor den Toren von Paris. Fahren Sie nicht durch, sondern fahren Sie hin. Bleiben Sie ein zwei Nächte, vertrödeln Sie in Giverny jede Menge Zeit. Sie werden belohnt mit dem großen Vergügen zu erleben, wie das Dorf aufatmet, wenn sich abends alle Touristen wieder auf den Heimweg gemacht haben. Sie sind die ersten im Garten, Sie können die allerletzte Ecke des Örtchens ausloten. Ich verspreche: Es lohnt sich - zu jeder Jahreszeit!

Der Weg ist das Ziel ....

Nach Giverny kommt man im Großen und Ganzen auf zwei Wegen: Entweder man fährt mit dem Zug nach Paris und von dort aus mit dem Vorortzug nach Giverny, oder man fährt mit dem Auto. Wählt man das Auto, und kommt man dann aus dem Rheinland (einer Richtung die uns am Herzen liegt), dann wirft sich einem das verlockende Hotel Royal Hainaut in Valencienne als Übernach-tungsstop nachgerade in den Weg. Das Hotel, unter Louis XV im Jahr 1751 als Spital gebaut, ist atemberaubend. Stellen Sie sicher, dass Sie rechtzeitig ankommen. Die Brasserie und das SPA in den alten Katakomben sind wirklich cool. Ansonsten ist in der alten Bergbaustadt Valencienne nicht allzuviel los - aber - und das gehört vielleicht zur kleinen Gärtner-Allgemeinbildung: Valencienne = Chicorée! Es war die erste Stadt Frankreichs in der Chicorée in industriellem Maßstab verarbeitet wurde. 1778 hatte ein gewisser Charles Giraud die grandiose Idee, dass Chicorée-Wurzeln schneller trocken, wenn man sie in kleine Chips schneidet. In seinen Fabriken konnte er so die Wurzel in großem Stil trocken, mahlen und zu einem, in der damaligen Zeit recht populären, Ersatzkaffee verarbeiten. Leider gibt es in Valencienne kein Chicorée-Museum. Da wären nach unserem Geschmack gewesen ...

Gustave Caillbot, Parterre de Marguerites, 1893
Gustave Caillbot, Parterre de Marguerites, 1893

Ein Geheimtipp - nur für Sie!

Wenn Sie in Giverny übernachten haben Sie schon einmal einen gewaltigen Vorsprung - aber Bustouristen sind Frühaufsteher und ab 10:00 bilden sich lange Schlangen vor dem Eingang des Gartens. Die Besitzerin des Hotels La Musardière hat uns einen unbezahlbaren Tipp gegeben den wir hier großzügig mit Ihnen teilen: Gehen Sie NICHT zuerst in den Garten - gehen Sie vielmehr an die Kasse des Musée des Impressionnismes - in das Museum wollen sehr viel weniger Menschen - an der Kasse kaufen Sie dann ein Kombi-Ticket Garten und Museum. Dann können Sie sich die kleine Sammlung des Museums anschauen (die zumindestens eine wunderbare Arbeit von Gustave Caillbot zu bieten hat) und - und das ist der absolut entscheidende Vorteil - dann den Park an allen Schlangen vorbei an der, versteckt in einem kleinen Seitenweg liegenden, hinteren Pforte betreten. Sie zeigen einfach lässig Ihr Ticket vor und voilà - der Garten liegt Ihnen zu Füßen.

Schlafen wie Monet in Frankreich...

In Giverny gibt es jede Menge Bed & Breakfast Unterkünfte - wenn Sie lieber im Hotel wohnen, dann würden wir Ihnen diese beiden an das Herz legen: La Musardière, das ist ein sehr nettes, etwas hemds-ärmeliges kleines Hotel am Ende der einzigen echten Straße die durch Giverny führt. Man ist mitten drin im kleinen Dörfchen. Das

Hotel hat ein Restaurant das nett ist. Und - etwas nobler und ein wenig abseits, das Hotel Jardin des Plumes. Eine wirklich sehr schöne Location mit sehr, sehr guter Küche. Ein kleines Hideaway im

touristischen Trubel des Ortes.

Der Garten von Monet

Über den Garten von Monet kann man jede Menge lesen - ich erspare Ihnen also einen langen Text und hänge nur ein kleines Album an. Gärten sieht man ja so oder so mit dem Herzen am allerbesten ...

Ein kleiner Spaziergang gefällig ?

...und wem die Bilder oben nicht reichen, der kann mit diesem schönen Video von der Royal Academie of Arts schon einmal ein wenig durch den Garten schlendern.

Elger Esser; Nocturnes à Giverny, Combray (Giverny I), 2010 / Combray (Giverny III), 2010

Giverny - ein Sehnsuchtsort

Viele Künstler haben dem wunderschönen Monet-Garten Arbeiten gewidmet. Wir finden: zur Einstimmung ist es viel schöner sich Bücher mit ihrer Sicht des Gartens zu kaufen, als einen trockenen Reiseführer.

Wunderschön ist der Katalog "Nocturnes à Giverny" von Elger Esser. Er hat die märchengleiche Schönheit und die geheimnisvolle Stimmung der Seerosenteiche meisterlich eingefangen. Und kaufen Sie sich unbedingt auch das Buch "The Gardens at Giverny: A view of Monet's World" des

Stephen Shore, The Giverny Portfolio, 2002 und Giverny, France, 1977 Collection MoMa, NY

amerikanischen Künstlers Stephen Shore. Natürlich ist Shore ein groß-artiger Fotograf - aber der Katalog ist vor allem auch deshalb interessant, weil Shore von 1977 an 6 Jahre lang Giverny besuchte und fotografierte. Seine Aufnahmen zeigen den Garten in der Zeit während und nach der Restaurierung. Denn wie viele große Gärten, war auch Giverny eine lange Zeit sich selber überlassen und mußte von Grund auf restauriert werden. Mich freuen solche Bilder immer, führen sie einem doch vor Augen, dass auch der allerschönste Garten einmal ganz klein angefangen hat.

Wo, Was?

Giverny ist wirklich ein kleines Dörfchen und die lustigen Dinge die man machen kann, außer Monets Garten zu besuchen, sind schnell aufgezählt - also los: früh-stücken nicht im Hotel sondern im La Capucine - ein netter Ort, der sich selbst als "Bistro / Cantine" umschreibt und unbeirrt von allen Touristen noch gut-französische schnelle Küche anbietet. Ein netter Mini-Garten-Shop und ein kleiner Feinkostladen ist Teil des Ganzen. Hier kann man gut Zeit verbummeln während einem die Hühner um die Füße picken. Man kann auch - wenn man sich echt langweilt - in das Musém de Mécanique Naturelle gehen.

Eine eher wilde Sache aber hinterher hat man eine Maschine gesehen, an der Holzschuhe hergestellt wurden. Wer weiß, wann man das im Leben nochmal braucht. Bürgerlich (wenn gleich schon etwas amerikanisiert) essen im Ancien Hotel Baudy - hier aßen, tranken, stritten und über-nachteten seinerzeit die Kumpels von Monet: Cézanne, Sisley, Rodin, Renoire. Damals auch ein Hotel - heute nur noch ein Restaurant, das aber innen wirklich sehr schön ist. Versteckt am Fluß direkt neben der Straße findet sich das La Guinguette de Giverny, eine Holzterrasse, weiße Sonnenschirme, Holzstühle, eine kleine Karte und eine plat du jour - was braucht man mehr? Im ganzen Ort sind viele kleine Galerien und Ateliers versteckt, zum Beispiel 62, rue Claude Monet - das von Pascale Benéteau, deren Tier-Bronzen wirklich schön sind.

Aller et Retour: Paris oder Rouen

Von Vernon, dem Nachbarort von Giverny, können Sie mit dem Zug rack zack nach Paris fahren. Ein kleiner Ausflug in die Hauptstadt - kein Problem: in 52 Minuten sind Sie am Bahnhof Paris St. Lazare. Ein Besuch der Kathedrale von Rouen? Wandeln auf den Spuren von Jeanne d'Arc oder sich passend zu Giverny noch einmal die Arbeiten von Monet, Sisley, Renoire, Pissaro, Caillbot im Musée des Beaux-Arts anschauen? Ja klar: Einfach Zugkarte buchen über die website von oui sncf, die Fahrt entlang der Seine genießen und in kurzweiligen 41 Minuten sind Sie in Rouen.

Le Jardin Plume

Wenn man Giverny nach einigen Tagen in- und auswendig kennt, kann man sich auf den Weg machen um sich noch einen anderen schönen Garten anzuschauen: den Jardin Plume in Auzouville-sur-Ry. Das ist eine Fahrt von schlanken 50 Minute, hoch in den Norden in Richtung See. Der Jardin Plume ist in den letzten Jahren ziemlich viel gelobt worden. Es lohnt sich auch  ganz unbedingt ihn anzuschauen, denn die

Handschrift von Madame und Monsieur Quibel ist in der Tat beeindruckend. Der Garten ist eine Mischung aus streng und formal und weich und  über-bordend. Er besticht durch den lässigen Wechsel zwischen Kontrolle und Laissez- faire. In seiner Struktur ist er klassisch französisch etwas old fashioned könnte man sagen, und hat doch, nicht nur durch den sehr gekonnten, spielerischen Einsatz von Gräsern, eine starke zeitgenössische Handschrift. Wir waren spät im Jahr zu Besuch, der Garten war nach einem heißen Sommer erschöpft und schon dabei sich zur Ruhe zu legen und die Quibels ließen ihn gewähren. Um ihn in voller Pracht zu sehen werden wir noch einmal wiederkommen müssen.


Andere schöne Gärten in der Nähe: Les Jardins Agapanthe in Grigneuseville, Le Jardin de Valérianes in Bosc-Roger-sur-Buchy, Les Jardins d'Angélique in Montmain, der Parc & Jardins Le Bois de Moutiers in Varengeville sur Mer, Les Jardins d'Étretat in Ètretat...

Frösche zählen oder noch schnell an den Atlantik ?

Wenn man so nah am Meer ist, dann muß man da auch hin. Wir haben uns vom Jardin Plume aus auf den Weg nach Madelaine sous Montreuil gemacht, einem wirklich reizenden Städtchen kurz vor Le Touquet. Madelaine sous Montreuil ist ein sehr hübscher Ort der, von Festungsmauern umgeben, auf einem Hügel thront - aber vor allem ist der Ort die Heimat von Alexandre Gouthier, einem sehr speziellen, sehr guten Koch, der hier mit "La Grenouillère" ein höchst eigenwilliges Hotel mitten in die verzauberte, wässerige Landschaft unterhalb der Stadt gesetzt hat. Im Bett hört man die

Frösche quaken, die man am nächsten Tag zum Mittag auf dem Teller findet. Das Hotel besteht aus einigen wenigen Zimmern und ein paar sehr eigenen, wirklich lustigen Nebengebäuden und Hütten in denen auch Gastzimmer untergebracht sind. Hierher wird (obwohl direkt um die Ecke) der Gast mit dem 2CV gefahren und zum Dinner abgeholt. Das Frühstück wird morgens von Geisterhand im Korb vor die Türe gestellt, man darf dann barfuß im eingenen kleinen Garten frühstücken. Das Restaurant ist ein gläserner Raum, die Equipe kocht in der offenen Küche. In der Mitte des Raumes lodert ein Feuer. Der Garten des Hotels ist ein kleines Piece für sich: er hat hunderte kleiner Ecken, Verstecke mit Liegestühlen, Kunst, Ideen... Ein wahrlich magischer Ort. Von dem man - so man ihn denn überhaupt verlassen möchte - einen schönen Ausflug nach Le Touquet machen kann.

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2020

01 / 2020 Februar

Ein kurzer Winter war das! Gefühlt ist der letzte Garten-Muskelkater gerade erst verklungen, der gute Spaten eben erst aus der Hand gelegt, und schon sitze ich wieder am Küchentisch, sortiere meine Saattütchen und denke über die Aussaat und die neuen Beete nach. Bevor es nun aber im nächsten Monat so wirklich rund geht, nutzen wir heute noch einmal die Zeit um kurz zu erzählen was wir uns im golden Rabbit für das neue Gartenjahr so vorgenommen haben. Wir haben wieder viele nette neue Lieferanten gefunden. Wir sind knallhart dabei uns selber zu optimieren (Autsch!). Wir jagen unermüdlich schönen und spannenden Themen hinterher. Wir werden grüner ... und wir bleiben mächtig nett. Wenn das keine goldenen Versprechen sind!? Sollten Sie zu den ungeduldigen Gärtnern gehören, die sich schon einmal alles parat legen damit sie dann im März voll durchstarten können... nun denn - wir wollen Sie nicht aufhalten: schauen Sie einfach in die Rubrik "säen, pflanzen & hegen" und "pflanztaschen & pflanzsäcke" hier tummeln sich eine Menge neuer Dinge: Anzuchtschalen, Erdsiebe, Pikierhölzer, Saat-Dibber, Pflanzenschilder, Pflanzclochen, Pflanzsäcke und, und, und .... und natürlich wieder die schönsten Duftwicken - aber dazu nachher mehr!

Kosmeen, Cosmos, Schmuckkörbchen, Cosmea ... diese Schönheit hört auf viele Namen.

Cosmos (Cosmos bipinnatus) gehören zu meinen absoluten Lieblingen. Ganz egal wo man sie hin pflanzt, sie machen überall eine gute Figur. Im Topf auf der Terrasse, im Gemüsebeet oder zwischen Stauden. Sobald sich diese schlanken Grazien in die Höhe geschwungen haben verbreiten ihre zarten Blüten gute Laune und in der Vase sind sie einfach umwerfend. Umso trauriger macht mich, dass die Auswahl an Cosmea-Saatgut oft ziemlich über-sichtlich ist. Wir wehren uns und haben in diesem Jahr eine Auswahl an feinen Cosmea-Saaten im Sortiment. Das Saatgut kommt vom netten Vater unserer nicht minder netten Duftwicken-Züchterin Elizabeth Crawford. Wir lieben solche Familiengeschichten! Apropos nette Familie: Die Familie der Kosmeen wohnt ursprünglich in den tropischen und subtropischen Gebieten Mittelamerikas und Mexikos. Dort sind sie meist ausdauernd. Hier, in unserem weniger subtropischen deutschen Wetter sind Kosmeen einjährig. Das ist aber kein Grund zur Trauer - man kann am Ende der Saison sehr einfach die Samen ernten und dann im nächsten Jahr wieder aussäen. Kosmeen wachsen auf so gut wie jedem Gartenboden. Nur wer es zu gut mit ihnen meint der wird bestraft: in zu nährstoffreichem Boden bilden sie zwar reichlich Blätter aber oft keine oder erst sehr späte Blüten. Legen Sie für die Kosmeen Ihre Ausputzschere bereit! Regelmäßiges ausputzen von alten Blüten sorgt für einen fetten Blütenrausch oft bis zum ersten Frost.

Karl Blossfeldt

Die Arbeiten von Karl Blossfeldt erscheinen so umwerfend zeitgenössisch, dass man bei der Betrachtung fast vergißt, dass diese Fotografien nahezu 100 Jahre alt sind. Blossfeldt (1898-1932), war Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und unterrichtete dort das Fach "Modellieren nach lebenden Pflanzen". Er nutzte das damals noch sehr junge Medium der Fotografie um das skulpturale Wesen der Pflan-zen herauszuarbeiten. Blossfeldt war  Stipendiat des Malers und Botanikers Moritz Meurer, folgte Meurers Idee, das die Natur grundlegenden Formen folgt und das diese "Grundformen der Natur" wie sie der Aufbau einer Pflanze vor Augen führt, eine Grundlage für architektoni-sche, künstlerische und kunsthandwerkliche Entwürfe sein könnte. Man weiß von Blossfeldt, dass er sich sogar eine eigene Kamera baute mit der er die Pflanzen maximal vergrößert aufne-hmen konnte. Aber jeder noch so großartige Fotoapparat ist nichts ohne ein gutes Auge - und Blossfeldt hatte wahrlich ein meisterliches Auge! Blossfeldts Ziel war es nicht Kunst zu schaffen - er wollte vielmehr eine große Mustersammlung der Natur erstellen. Eine Sammlung, die, anders als bei den zu dieser Zeit gängigen Pflanzenzeichnungen, das Wesen der Pflanze vollkommen objektiv wiedergibt und nicht durch die Intention des Zeichners verfälscht. Das seine Fotos heute auf dem Kunstmarkt gehandelt werden hätten Blossfeldt vermutlich erstaunt. Er selber hat den Erfolg seiner Arbeit nicht mehr lange erlebt. 1928 erschien sein erstes Buch "Urformen der Kunst", 1932 dann dessen Forsetzungsband "Wunder-garten der Natur" - am 9. Dezember des gleichen Jahres starb Karl Blossfeldt in Berlin. Wenn Sie sich anschauen wollen wie diese großartigen Aufnahmen im Erstdruck aussahen dann nur zu: beide Bücher sind antiquarisch durchaus noch zu finden. Oder Sie halten die Augen offen - denn ab und an werden diese Präziosen auch in den Museen gezeigt.

c) The golden Rabbit

Was, bitte schön, ist ein Ameisenbrötchen?

... fangen wir vielleicht damit an was es nicht ist: ein Ameisenbrötchen ist kein Marmeladenbrötchen das auf dem Picknick-Tuch vergessen wurde. Nein. Das ist zwar ein Brötchen mit Ameisen - aber eben kein Ameisen-brötchen. Wir reden über Myrmekochorie - einer Ausbreitungsstrategie von Pflanzen, die darin besteht, ihre Samen mit leckeren Anhängseln (sogenann-ten Elaiosomen) zu versehen. Die cleveren Pflanzen (über 3.000 Pflanzen-arten gehören zu dem Ameisenbrötchen-Club) kleben Fette oder Zucker, Vitamine oder Eiweiß an die Saat. Die hungrigen und fleißigen Ameisen schleppen die Leckerbissen in ihren Bau, mampfen das Elaiosom - vulgo das Ameisenbrötchen - vom Saatkorn und das Körnchen hat an der neuen Stelle einen wunderbaren Platz zum Keimen gefunden. In unseren Gärten machen es unter anderem Veilchen, Leberblümchen, Schneeglöckchen, Schöllkraut und Stiefmütterchen so und lassen sich bis zu 70 Metern verschleppen. Smart - oder ?


Herbarien

Stellen Sie sich einmal für 10 Minuten vor, Sie wären Carl Haussknecht. Das mache ich gerne, werden Sie sagen - aber wer zur Hölle ist Carl Haussknecht? Nun, Heinrich Carl Haussknecht (1838 - 1903) war ein deutscher Botaniker und Pharmazeut. Er war mächtig viel auf Achse und hat auf all seinen Reisen dicke Herbarien angelegt. Er sammelte sich quer durch die Fauna der Welt - durch den Iran, durch Kurdistan, Griechenland, die

Schweiz. Außerdem war er Mitbegründer des Thüringischen Botanischen

Vereins und gründete 1896 in Weimar das "Herbarium Haussknecht". 

Nick Knight "FLORA"
Nick Knight "FLORA"

Diese Sammlung, mittlerweile ein Teil der Uni Jena, ist die größte Sammlung dieser Art weltweit und umfaßt unglaubliche 3,5 Millionen Herbarbelege. Neben der Sammlung von Carl Haussknecht auch die von vielen anderen berühmten Botanikern. Wenn Sie sich also heute vorstellen Sie wären Carl Haussknecht und fangen direkt an,  sich ein eigenes Herbarium anzulegen - sagen wir, über die Flora in und um Düsseldorf - dann könnte dieses eines fernen Tages vielleicht zwischen den dicken Büchern in Jena stehen 

Klassische Herbarien bei www.the-golden-rabbit.de

und der nachfolgenden Botaniker-Generation Geheimnisse über die Pflanzenwelt im Düsseldorf des Jahres 2020 zuflüstern. Vorausgesetzt natürlich, Sie kommen nicht vorher auf den Trichter Ihre wunderschönen Herbarien an ein Museum in Australien auszuleihen. Das dies eine schlechte Idee ist, davon kann das Pariser Musée National d'Histoire Naturelle ein Liedlein singen. Das Museum hatte 2017 einem Museum in Brisbane ein Herbarium von unersetzlichem historischen und wissenschaftlichen Wert ausgeliehen. Der australische Zoll indess sah nur trockene Pflanzen deren Einfuhr verboten ist und verbrannte das Kompedium mit Blatt und Stiel. Vergessen Sie also Australien aber fangen Sie unbedingt heute mit dem coolen, sehr mediativen Herbarisieren an. Wir können ab sofort auf jeden Fall schon einmal mit großartigen, klassischen Herbarien dienen. Als Ansporn empfehlen wir zudem das schöne Fotobuch "FLORA" von Nick Knight, der im Herbarium des Londoner National History Museum den Zauber dieser Welt auf das Schönste eingefangen hat.


Kusakichi Hackbeil - der robuste Helfer im Garten bei www.the-golden-rabbit.de

Ein Haumesser - Oldie but Goldie!

In meiner (fernen) Jugend im schönen Schwabenland gehörte ein Hau-messer in jeden guten Garten. Kein Wunder denn ohne Zahl sind die Möglichkeiten es einzusetzen: Man kann mit einem Haumesser Reisig zerhacken, Bäume entasten, Buschwerk auslichten, zähe Wurzeln zer-trennen, Brombeeren und Rosa Rugosa im Schach halten. Man kann aber auch schnittig Grün von Rüben köpfen, Material für den Kompost fix zerkleinern oder kleines Feuerholz spalten. Wir haben 6 lange Monate auf diese wunderschönen Haumesser von der japanischen Schmiede Kusakichi gewartet - nun liegen sie glänzend auf unserem Tisch und warten ungeduldig auf den Einsatz in Ihrem Garten. Die Kusakichi Haumesser sind Meisterstücke. Geschmiedet aus Hartstahl der wiederum mit einem Weichstahl verbunden wird. Das macht das Haumesser sehr robust und sorgt gleichzeitig für eine messerscharfe, elastische Kante, die nicht bricht und leicht nachgeschliffen werden kann. Da das Haumesser nur einseitig angeschliffen ist können Äste und Büsche mit schönen glatten Schnittkanten abgehackt werden. Wem bei dem Anblick des Haumessers der Reim: "Warte warte nur ein Weilchen, dann komme Haamann auch zu Dir ... " in den Sinn kommt... nun, dem macht vielleicht dieser kleine Link-Ausflug Freude ;-)

Spring - Frühling

Es wird bestimmt noch den einen oder anderen Rückschlag geben. Aber der Frühling lässt sich nicht aufhalten! Der zauberhafte Film "Spring" von Jamie Scott, den wir auf unserem Lieblingsportal Nowness gefunden haben, ist schon einmal eine schöne Einstimmung! Um diese kleine Blumensymphonie zu drehen hat Scott drei Jahre gebraucht: drei Frühlinge in denen er geduldig den Blumen im New Yorker Central Park dabei zugeschaut hat, wie sie ihre vergängliche Pracht entfalten. Wenn das keine Gärtner-Vorfreude auslöst dann wissen wir auch nicht weiter.

Gartentermine 2020

Auch in diesem Jahr locken uns wieder einige Gartentermine in die Ferne. Auf unserem Kalender stehen: Berliner Staudenmarkt; 4. und 5. April 🌸  (natürlich) Chelsea Flower Show; 19. - 23. Mai 🌸 Hex Garden Festival 12. - 14. Juni und 12 - 13. September 🌸 Ippenburger Sommer-festival; 11. - 14. Juni 🌸 Internationale Pflanzentage Bingerden; 19. - 21. Juni  🌸 Gartenfestival Chaumont-sur-Loire; Juni - September 🌸


Biologische Pflanzenstärkung - der Königsweg im Garten

Vergessen Sie all die Schachteln, Fläschchen und Dosen mit Dünger, Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfungsmitteln auf denen ein fetter Toten-kopf prangt! Was tödlich ist gehört auch nicht in den Garten. Wir schwören seit Jahren auf biologische Pflanzenstärkungsmittel. Wer der Meinung ist, dass wäre alles esoterischer Humbug der möge es ausprobieren und sich eines besseren belehren lassen! Ackerschachtelhalm-Extrakt: das Wunder-mittel für kräftige, gesunde Pflanzen - ist perfekt für die Anzucht - besprühen Sie die jungen Pflanzen mit einem Nebel aus Ackerschachtelhalmsud und Sie bekommen Dankespostkarten von den Setzlingen geschickt! Brennessel-Extrakt: zur allgemeinen Gesunderhaltung das Beste überhaupt. Meeresalgen-Extrakt: ein leichter Dünger zur Stärkung. Bentonit: zur Verbesserung der Bodenstruktur unerlässlich - Regenwürmer sind vollkommen verknallt in diesen Zusatzstoff. Steinmehl: zur Bodengesundung unerlässlich auch bei Topfpflanzen. Kompostmeister: eine super Hilfe für eine zackige Kompostierung. Meisterdünger: ein sanfter Dünger für Balkon- und Garten. Mehr als diese Mittel, Passion, Wasser und gute Erde braucht man nicht für eine erfolgreiche Kultur. Wir sind davon komplett überzeugt und haben deshalb unser Sortiment aufgestockt. Aber sehen Sie selbst ...

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Di

10

Dez

2019

03 / 2019 Dezember

Weihnachtsgeschenke für Gärtner; Feiner Schleifstein für Gartengeräte. Belgischer Brocken

So - fertig; die Tulpenzwiebeln sind verbuddelt, die Blätter zusammengerecht und die zitternden Pflanzen-Sensibelchen sind warm eingepackt. Bevor es nun aber ab in den faulen Teil des Gartenjahres geht, steht noch ein letztes, leicht staubiges und eher ungeliebtes Thema an. Ich darf  heute also einmal den strengen Garten-Lehrmeister geben - denn: Wer gutes Geld in ebenso gutes Gartengerät investiert, der sollte den Dezember zum Anlaß nehmen sein Werkzeug zu putzen, zu schärfen und ordentlich einzuwintern. Waschen Sie Ihre Handschuhe noch einmal, säubern, schleifen und ölen Sie Ihre Scheren, misten Sie altes Saatgut aus, verstauen Sie die gesammelten Saaten in kleine, gut beschriftete Tütchen damit die Aussaat im nächsten Jahr nicht zum großen Rätselraten wird. Entwirren Sie die vielen ver-knäulten Bänder und schaffen Sie vielleicht auch endlich ein schönes Zuhause für Lang- und Kurz-geräte. Sie wissen: der golden Rabbit kann bei der einen oder anderen der oben aufgeführten Aufgaben stets lächelnd helfen. Aber für die diesjährige Aufräum-Saison haben wir uns ganz besonders ins Zeug gelegt und uns selbst übertroffen denn endlich ist sie fertig:  die kurze Variante des legendären Gartengerätehalters den wir in unserem Düsseldorfer Laden nutzen und nach dem uns unsere Kunden schon so arg lange fragen (bitte schön - wir haben ihn "Hooki" getauft). Dieser Job wäre nun also auch  erledigt. Jetzt geht's mit Volldampf gen Weihnachten. Aber, wem sage ich das.....?

Ein Gedicht - nur für uns

(und für Sie)

Als wir das letzte Mal in London waren, sind wir über zwei Straßenpoeten gestolpert. Ihr Angebot klang einfach zu verlockend als das wir es hätten links liegen lassen können:" POET FOR HIRE - Pay what you like". Gleich zwei tolle Versprechen in einem Satz! Also frisch ans Werk. Wir haben uns ein Gedicht gewünscht - um genau zu sein haben wir uns zwei Gedichte gewünscht - erschien logisch - es waren ja auch zwei Dichter die dort an der Themse auf Klapp-stühlen vor je einem kleinen, wackeligen Tisch saßen auf dem (halten Sie sich fest) eine echte, eine komplett ohne Strom laufende, eine nur mit den Fingern zu betreibende Schreibmaschi-ne stand. Den ersten Dichter baten wir (noch ein wenig verzagt) um ein Gedicht zum Thema "Flowers". Er tippte los und weniger als eine Minute später waren wir stolze Besitzer des Gedichts "Flowers". Keine Blumen ohne Golden Rabbit - also bitten wir den zweiten Dichter um ein Gedicht zu einem "Golden Rabbit" - zack fertig und seitdem gerahmt auf meinem Schreibtisch. Ich liebe es, vor allem die ausge-ixxten Stellen....

c) The golden Rabbit

Die nette Art 'Nein' zu sagen ....

Andere davon abzuhalten über frisch gepflanzte Beete zu laufen oder die Wege im Garten quer über die Ecke abzukürzen ist eine Kunst für sich. Wir sammeln schon seit längerem alle Ideen hierzu die wir auf unseren Gartenexpeditionen so finden. Hier die Ausbeute des letzen halben Jahres. Die schönen "Hurdles" im dritten Bild von rechts haben wir in Great Dixter gesehen. Und wir freuen uns, dass die netten Leute von Great Dixter sie über den Kanal senden und wir die coolen Kleinen im kommenden Frühjahr auch unseren Kunden anbieten können.

Everything needs to be changed and it has to start now

... man kann von dieser eigenartigen jungen Frau halten was man mag. Aber es sieht so aus, als wäre die Zeit der Ausreden wirklich abgelaufen. Was vor uns liegt haben wir alle noch nicht gemacht. Das heißt aber ja nicht, dass man es nicht machen soll oder nicht machen kann - es heißt nur, dass es

für uns neu, ungewohnt und vielleicht auch ungemütlich ist. Aber eine Alternative gibt es vermutlich nicht mehr. Jeder von uns ist aufgerufen auf sich selbst zu schauen und hier und da zu korrigieren - es hilft der Disziplin auf die Beine wenn man einmal testweise seinen  CO2 Fußabdruck errech-net. Die Gärtner unter uns wissen es eh schon lange: dem Garten ist es egal ob der Gärtner da ist oder nicht. Der Erde geht es mit dem Menschen wohl ähnlich - vermutlich wäre es ihr lieber sie hätte uns Lästlinge endlich vom Hals. Wer den eigenen CO2-Verbrauch einmal berechnen möchte: https://uba.co2-rechner.de.  Wir haben für uns die Konsequenz gezogen und substiuieren seit diesem Jahr den CO2 Fußabdruck des golden Rabbit. Insgesamt für 2019 mit 5 Tonnen CO2 in Moorfutures. Falls Sie sich schon einmal gefragt haben wieviel CO2 der Versand eines Päckchens kostet: ca. 300 Gramm - vorausgesetzt es kommt beim ersten Mal gleich zu seinem Empfänger. Wenn das Paket ein paar Ehrenrunden dreht vergrößert sich der Verbrauch auf bis zu 1,2 Kilo. Wir sind uns bewußt, dass der Onlinehandel

Ressourcen verbraucht und geben uns Mühe sowohl in unseren Packmaterialien als auch bei der Wahl unseres Versanddienstleisters den CO2 Abdruck so gering wie möglich zu halten. Und nicht zuletzt freuen wir uns auch, das Sie sich mit Ihrer Wahl der hochwertigen und langlebigen golden Rabbit Garten Werkzeuge für ein bewußtes Konsumieren entschieden haben. Gerne helfen wir Ihnen, sollten Ihre bei uns gekauften Sneeboer, Felco, Nishigaki oder ARS Gartengeräte einmal eine Reparatur benötigen.


Straßburg ist ein feines Ziel für ein kaltes Wochenende ...

Im Dezember sind im golden Rabbit keine langen Reisen drin - zu laut rumort Weihnachten vor der Tür. Da bleiben nur die kleinen Fluchten am Wochenende. Wir haben uns in den Zug gesetzt und sind nach Straßburg gefahren. Dafür ist der Dezember der perfekte Monat denn Straßburg ist DIE Weihnachtsdestination (nicht nur für Chinesen, Japaner und Amerikaner). Wer weiß schon, dass der Weihnachtsbaum seinen Ursprung in Straßburg hat - sehr zu Recht also nennt sich Straßburg "Weihnachts-hauptstadt". Der große Rummel beginnt in dem Moment, in dem der Marché de Noël- also der Weihnachtsmarkt, eröffnet wird. Die ganze Stadt putzt sich prächtig raus und träumt sich kollektiv Lieder summend dem großen Weihnachtsfinale entgegen. Eine magische Zeit. Straßburg ist nicht allzu groß - man schafft das gut in einem Wochenende und - eben so wichtig: Die Straßburger verstehen zu leben - einen frostigen oder nassen Tag im Café und wirklich guten Restaurants verbummeln - gar kein Problem. Herz - was willst Du mehr? Ein ganz kleines Rabbit-en Route: Straßburg

Man kann und sollte es nicht übersehen - das Münster

Straßburg zu besuchen ohne in das Straßburger Münster zu schauen käme dem Versuch gleich einen weißen Elefanten im Weinglas zu übersehen. Das Münster ist atemberaubend und voller Geschichten. Wollte man sie alle erkunden; man bräuchte ein ganzes Leben. Aber es reicht ja auch, sich einfach von der Schönheit dieser Kirche überwältigen zu lassen und glücklich und dankbar im Inneren eine Kerze anzuzünden - schaden kann das ja nie!

Lieblingsstraßen & Plätze

Straßburg ist so übersichtlich dass man sich nicht verlieren kann - das Münster ist eine nicht zu übersehende Landmarke. Eine ideale Sache um sich treiben zu lassen und kreutz und quer durch die Stadt zu streifen. Wir sind in zwei Ringen geschlendert. Die erste Tour am Quai des Bateliers lang, hier liegt in der Hausnummer 20 die kleine Chocolaterie "Sébastien" die hat einen lustigen Fußboden, der ein wenig aussieht als stände man auf Torrone und serviert leckere Tartes, Sandwiches und guten Café. Man kann, etwas weiter unten, über einen kleinen eisernen Steg gehen in die Rue des Sœurs, die Rue des Frères (logisch), die Rue de Hallebardes und - und das ist wichtig unbedingt durch die kleine Rue des Orfèvres und die Rue du Sanglier streifen. Die Seitengassen der Rue des Hallebades sind voller kleiner Läden mit Delikatessen; hier eine wunderschöne Bäckerei, dort ein kleiner Laden mit den besten Bränden aus dem Elsass, ein kleiner Parfum-Laden, eine wunderschöne Papeterie ... genug für einen Nachmittagsbummel. Der ... genau, alle Wege führen zum knarzenden Maison Kammerzell ... dort würdig beendet wird.

Die zweite Tour geht in der anderen Richtung am Fluß lang; am Quai St. Nicholas, Quai Finkwiller in Richtung des historischen Stadtteils "Petit France" - durch die beeindruckende Barrage Vauban kommt man schnell zum Musée d'Art Moderne das ganz unbedingt einen Besuch wert ist. Und wer - quasi im Vorbeigehen - einmal wissen will wo in Frankreich all' die Superpolitiker gebacken werden: voilà - in der Elite Verwaltungsuni E.N.A die rechterhand am Ende der Barrage liegt. Zurück dann über die Brücke am Quai Turckheim, und dort in die kleinen Straßen des alten Viertels Petit France eingebogen: Hier gibt es noch mehr verschlungene Gässchen und viel Eingenartiges zu sehen: Posamenten- und Comic-Läden, ein sensationelles Käsegeschäft, das Flor d'Alsace; eine Herboristerie, noch mehr Knopfläden - besonders die Rue des Serruriers hat es uns angetan. Und puff - schon wieder steht man vor dem Münster. Kurz vor der Abreise unbedingt noch fix in der Rue du Vieux-Marché-aux-Poissons ins La Nouvelle Douane schauen. Das ist ein kleiner Laden einer Kooperation in dem feine Lebensmittel aus der Region angeboten werden - ein wenig Platz wird im Koffer doch schon noch sein!

Die Neustadt - ein Fest für Architekturliebhaber

Wer nach ein, zwei Tagen die Nase voll hat vom dunklen Fachwerk, der sollte sich unbedingt in die Neustadt aufmachen. Das Wohnviertel wurde 1871 bis 1914 von den Deutschen gebaut und hat zahlreiche wunder-schöne Häuser in feinster Gründerzeit-Architektur. Und einen Garten gibt es hier auch - den Botanischen Garten von Straßburg. Der gehört zur Universität und ist ... nun ja: nett.

Das Maison Kammerzell & Kollegen

Vielleicht liegt es daran, dass das Maison Kammerzell das älteste Haus der Stadt ist - es ist irgendwie magnetisch: wo immer man langgeht - früher oder später steht man wieder vor diesem eigentümlich schiefen, krummen und ein wenig düsterem Haus, das aussieht als wäre eine alte Galeere direkt neben dem Münster vor Anker gegangen. Das Maison Kammer-zell wurde 1427 gebaut, ist das älteste Haus Straßburgs und immer von einer dicken Traube Touristen umgeben. Eigentlich sollte man einem Restaurant in einer solchen Location nicht über den Weg trauen ... aber: in diesem Fall macht man besser eine Ausnahme! Man reserviert einen Tisch auf einem der höhren Stockwerke und vielleicht auch an einem Samstag oder Sonntag zum späten Lunch - und findet sich wieder an einen, weiß eingedeckten Tischen, mitten unter tiefenentspannten Straßburgern die

hier über Stunden die gute Elsässer Küche feiern. Choucrout, Coq au Riesling, Waedele ... zum Abschluß ein Eclair mit Creme von schwarzer Johannisbeere und Veilchen oder einfach einen Café Gourmand ...und ein kleines Glas Riesling. Wir waren glücklich und rund. Aber ein wenig aufpassen muß man denn doch: die oberen Stockwerke des Maison Kammerzell sind nur über eine wirklich sehr enge, sehr steile Wendeltreppe zu erreichen. Damit sich Kellern und Gäste nicht den Hals brechen kann man sich an einem dicken Tau hoch- oder runter-hangeln. Eine hoch spannende Angelegenheit! Ähnlich glücklich waren wir in einem kleine Restaurant in dem man wirklich reservieren muß. Das Au Pont Corbeau hat nur sehr wenig Tische. Aber auch hier lohnt es, sich einen Platz zu er-kämpfen. Das wirklich beste Choucrout, das uns je ein Küchenchef auf den Tisch gestellt hat.

 

Maison Kammerzell / 16 places de la Cathédrale/ 67000 Strasbourg * Restaurant Au Pont Corbeau / 21 Quai Saint-Nicolas / 6700 Strasbourg

In alten Gemäuern das Haupt betten

In Strasbourg einen Fachwerk-Flash zu bekommen ist einfach. Die Stadt ist voller alter, älterer und mächtig alter Häuser. Und in vielen dieser Schmuckstücke hat schon einmal ein berühmter Mensch sein müdes Haupt gebettet und sich den Staub aus dem Mantel geschüttelt. Wer es alt mag und gerne direkt in der Stadt wohnt der ist im Cour du Corbeau gut aufgehoben. Vielleicht schlafen Sie dort ja sogar im gleichen Raum wie Friedrich der Große auf seiner Strasbourg Reise ...

 

Cour du Corbeau / 6-8 rue des Couples/  67000 Strasbourg

Is it more Street or is it more  Art ?

Eine andere vergnügliche Möglichkeit quer durch die Stadt zu streifen ist, einfach der Straßenkarte von Strasbourg.Streetartmap.eu zu folgen. Auf dieser Karte sind alle Graffitis der Stadt verzeichnet. Ich habe ein gespal-tenes Verhältnis zu Graffiti - ich finde sie selten wirklich gut und was Tags sollen verstehe ich überhaupt nicht - aber der Vogel rechts auf dem Schalt-kasten hat mir das Herz gewärmt und die Suche nach den Zeichnungen führt einen in unerwartet wilde Gegenden abseits der Touristenpfade.


Mehltau - mir ist's egal ob echt oder falsch!

Neben den Blattläusen gehört der Mehltau zu den größten Frustratoren des Gartenlebens. Blumen und Gemüse das gerade noch gesund und im vollem Saft stand wird gefühlt über Nacht von einem weißen Pelz überzogen und verliert Schönheit und Vitalität. Mehltau ist rein wissenschalftlich gesehen eine Sammelbezeichnung für verschiedene Pilzerkrankungen der Pflanze. Die Pilze bilden einen Rasen der uns dann als weißer Belag erscheint. Würde man sich das Ganze unter dem Mikroskop anschauen würde es so - also sehr geordnet aussehen.

Mehltau bekämpfen

Gegen Mehltau gibt es ein recht zuverlässiges und vollkommen giftfreies Mittel: Mischen Sie Wasser und Frischmilch im Verhältnis 9:1 und besprühen Sie die befallenen Pflanzen damit alle 2 Tage sorgfältig ein.

 

Das hegt den Mehltau ein und gibt der Pflanze die Chance sich zu erholen.

Echter Mehltau

... wird von einer Schlauchpilz-Art erzeugt und befällt hauptsächlich Blätter. Der weiße Belag breitet sich auf den Blättern aus, sie werden grau und vertrocknen. Echter Mehltau überwintert in kleinen Sporengehäusen an der Pflanze und ist daher ein Gaste der sehr gerne immer mal wieder vorbeischaut. Er liebt trockenes oder schwül-warmes Wetter und auch große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht findet er genial - deswegen plagt er uns auch gerne so am Ende des Sommers.

Falscher Mehltau

... wird von einer Eipilzsorte verursacht. Er liegt nicht nur oben auf dem Blatt auf sondern dringt tief in die Pflanze ein und erzeugt den weißen Belag meist nur an der Unterseite der Blätter.

Aber: auch die miesesten Kerle werden von irgend jemandem geliebt

So lästig und ärgerlich Mehltaubefall für den Gärtner auch ist, er ist im Öko-system immens wichtig. So ernähren sich der Sechzehnfleckige und der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer nur von Mehltau - eine wirklich schlaue Überlebensstrategie denn eines steht fest: davon gibt es genug!


Der Sound der Pflanzen

Das Arbeitsmaterial der amerikanische Künstlerin Adrienne Adar sind Pflanzen - um genau zu sein: Kakteen, Mais, Bäume, Sträucher. Ihnen entlockt sie in ihren Soundinstallationen eigenartige Geräusche - Schwingungen und Erschütterungen werden in Sound umgesetzt und vermitteln dem Betrachter eine Ahnung von den Wellen die unsere Berühungen in einer Pflanze hervorrufen. Mit ihren Arbeiten hat Adar schon das Headquarter von Google ausgestattet. Eine tröstliche Vorstellung, dass dort, neben der Idee des Erlangens der vollständigen Übersicht über alle Daten dieser Welt, auch die "Sonic Succulents" ein Zuhause haben.

Gartengerätehalter "Hooki" bei www.the-golden-rabbit.de

Order !

Die einfachsten Dinge sind manchmal am

schwersten zu lösen.

Baumärkte sind voller

Gerätehalter die so gut

wie alle nicht allzuviel

taugen. Warum? Wir

denken: weil sie zu viel wollen. Ein Garten-gerätehalter, das ist

idealerweise ein Brett

mit ein paar Haken. Oder eine Wand mit

ein paar Nägeln. Je

simpler umso besser.

Aber schön, schön soll es ja doch aussehen! Deshalb bieten wir das

System, das wir im

golden Rabbit nutzen nun auch unseren

Kunden an. 80 cm schönstes Eichenholz - wahlweise pur, geölt oder in feinem englischen Grün, mit Edelstahl- oder mit geschmiedeten Eisen-Haken. Es gibt doch wenig schöneres für die Gärtnerseele als wohlsor-tiertes, aufgeräumtes Werkzeug, das frisch geputzt, geölt und leise vor sich hin knarzend, vom nächsten Frühjahr träumt.


Wisteria, Blauregen, Glyzine - ganz egal unter welchem Namen sie diese schöne Pflanze kennen - Sie sollten wissen wie man ihn am besten schneidet um zu schöner Blüte zu kommen. www.the-golden-rabbit.de

Pflanzen winterfest machen

Der Winter steht in die Tür und es wird allerhöchste Zeit den Zarteren Kollegen im Garten ihren Wintermantel anzulegen. Im Handel gibt es die wundersamsten Zelte und Abdeckungen - aber der beste Winter-schutz ist noch immer selbstgebaut mit den Dingen die man so zur Hand hat. Große Töpfe werden auf Topffüße gestellt und der Spalt unter dem Topf wird mit Stroh oder Blättern ausgestopft. Dann einfach Maschendraht mit 10-15 cm Abstand rund um den Topf legen, fixieren und den Raum zwischen Topf und Draht dick mit Laub oder Stroh auspolstern. Noch eine Schicht oben auf die Erde und der Winterschutz ist perfekt. Kein Maschendraht und keine Blätter zur Hand? Kein Problem - ein Jutesack oder ein altes Stück Stoff tun es als Begrenzung auch, und geknülltes Zeitungspapier kann Blätter und Stroh als Dämmschicht ersetzen. Wirklich sehr gut für den Winterschutz eignet sich auch eine Schafwollfilzmatte. Das kann man leicht zuschneiden, einfach oder doppelt wickeln, unter die Töpfe klemmen oder locker um Stamm und Krone binden. Es ist leicht, lichtdurchlässig und atmungsaktiv. Und wenn es im Frühling nicht mehr so schön aussieht - großartig - dann rupfen Sie es in Stücke und arbeiten es in die Erde Ihrer Töpfe ein (oder mulchen damit das Beet). Wolle ist ein natürlicher Wasserspeicher und ein biologischer Dünger. Bedenken Sie: verpackte Pflanzen haben eine erhebliche Wind- und Schneelast auszuhalten. Es macht Sinn in die Verpackung ein oder zwei Bambusstäbe einzubauen um der Pflanze den Rücken zu stärken. Und auch im Winter - vor allem bei Töpfen - ab und an gießen damit die Erde nicht vollständig austrocknet.

Beim Winterschutz für Pflanzen ist praktische Intelligenz gefragt.


Was Sie immer schon wissen wollten aber nie zu fragen wagten ... was machen Tulpe eigentlich im Winter?

Wie das Innenleben und die Entwicklung von Tulpen aussieht ist selbst schlauen Gärtnern oft nicht vollkommen klar. Es schwirren viele Meinungen durch die Gartenluft: man soll die Zwiebeln nach dem Verblühen in der Erde lassen. ... man soll sie ausgraben. Man soll das Laub nicht einkürzen. Man soll das Laub doch einkürzen... 4 Gärtner haben hier 4 Meinungen. Aber was stimmt und vor allem - warum ist das so? Was macht eine Tulpenzwiebel denn die ganze Zeit zwischen Blüte und Blüte. Diese Fragen beantwortet uns nun endlich vollumfänglich der niederländischen Tulpenspezialisten Carlos van der Veek von Fluwel auf seinem Blog. Das Ganze verhält sich - zusammengefasst - ungefähr so:

Der Wurzelkranz

Wenn Sie sich die Tulpenzwiebel vor dem Einsetzen genau an-schauen sehen Sie am dicken Ende der Zwiebel einen kleinen geschwollenen Wurzelkranz. Sobald die Zwiebel mit Erde und Feuchtigkeit in Berührung kommt wachsen aus den Knötchen die Wurzeln der Tulpe. Sie wachsen auch den Winter über. Je kräftiger sich dieses Wurzelwerk bis zum Frühjahr ausgebildet hat umso besser ist im Frühjahr die Versor-gung der Tulpe mit Wasser und Nahrung.

Der Tulpentrieb

Aber auch in der Tulpenzwiebel passiert schon eine Menge: dort ist bereits die ganze Tulpe angelegt - schneidet man die Zwiebel in der Mitte quer durch, sieht man die vielen Versorgungs-schichten und in der Mitte ist schon ganz klar der Tulpentrieb zu erkennen. An der Außenseite der fast geschlossene Ring der Blätter und innen die Blüte mit ihren Staubgefäßen.

 

Die Brutzwiebel

Wenn man nun vorsichtig die äußeren Zwiebelschalen entfernt und nur noch den Trieb stehen läßt dann kann man links am Fuß noch einen - wirklich sehr winzigen - Trieb erkennen. Das ist die neue Tulpenzwiebel für das kommende Jahr. Diese Tochter- oder Brutzwiebel fängt an zu wachsen sobald die Tulpe die Blüte geschoben hat.

Tulpen aufnehmen

Die meisten Tulpen die in die Gärten gesetzt werden sind hochgezüchtete Varianten der Ur-Tulpe. Sie blühen sehr schön im ersten Frühling - bei vielen ist die Blüte in den kommenden Jahren dann nicht mehr ganz so schön und einige werden überhaupt nicht wiederkommen. Wollen sie dennoch versuchen Ihre Zwiebeln für das nächste Frühjahr zu retten dann sollten Sie warten bis das Grün der Tulpe vollständig vertrocknet ist. Sie können die Samenstände abschneiden - oder es lassen.


Der richtige Zeitpunkt

Ziehen Sie die Tulpen an einem schönen trockenen Tag aus der Erde. Sie werden feststellen, dass die Tulpenzwiebeln ihr Aussehen verändert haben. Sie haben dunkle Blätterschichten die lose um die Zwiebel flattern. Das sind die ausgelaugten Reste der alten Tulpe. Diese Reste müssen entfernt werden.

Tulpen schälen

Schälen Sie die Zwiebel bis Sie eine schöne glänzende feste neue Tulpenzwiebel haben. Sollten noch weitere kleine Brutzwiebeln an der Tulpe sein dann können sie diese ruhig kompostieren. Sie werden lange brauchen um sich zu einer erwachsenen Zwiebel zu entwickeln. 

Richtig lagern

Lagern Sie die Tulpenzwiebeln trocken und luftig. Am besten in einem Netz - aber auch ein alter Nylonstrumpf eignet sich perfekt.Schlau ist es das Netz etwas weiter oben aufzuhängen - Nager knabbern gerne die Zwiebeln an.

Zwiebeln einfach im Boden lassen ?

Besser nicht - Tulpen sind Migranten aus der Türkei und dem Iran. Dort sind die Winter kurz und hart, die Sommer lang und warm. Es ist den Tulpen im Sommer bei uns zu kalt in der Erde. Dann der ewige Regen - Nässe brauchen sie im Frühling aber im Sommer mögen sie ihn nicht. Da baumeln die Zwiebeln doch lieber in einem Säckchen im luftigen Schuppen in der warmen Sommerluft.


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