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Dez

2022

05 / 2022 Dezember

Winter - die ideale Zeit um über Schönheit nachzudenken!

Irgendwann Mitte November kommt der magische Tag, an dem die Beete aussehen als hätte ein fieser Möpp* den Pflanzen über Nacht den Stecker gezogen. Alles, was gerade noch blühte, hat über Nacht losgelassen und will nun unbedingt sofort zu Humus werden. Das ist der Moment, in dem mein (genialer!) Pflanzplan Geschichte ist. Denn die Plätze, die ich gestern noch für Tulpen, Narzissen und Allium vorgesehen hatte, kann ich heute beim besten Willen nicht mehr finden. Jetzt ist Gärtnergeduld gefragt. Vorsichtig, ja geradezu Zentimeter für Zentimeter, arbeite ich mich durch die matten Stauden. Korrigiere hier und da die Pflanzungen, teile etwas, schneide dieses und jenes ein wenig zurück ..... und siehe da: auf einmal ist wieder Platz im Beet! Nun werden Sie sich (oder eher mich) fragen: was bitteschön hat das mit Schönheit zu tun? Ich kann es Ihnen sagen - die Sehnsucht nach Schönheit ist der Treiber für jeden Gärtner. Jetzt mit schmerzendem Rücken imaginiert die Gärtnerin die Schönheit eben jenen Beets in dem sie gerade mit matschigen Schuhen steht. Es regnet ihr auf die Mütze, aber sie sieht, wie schön die Tulpen zusammen mit den Anemonen im April stehen werden. Wie absolut großartig dannach im Mai die Allium. Wie sich Akelei, Rittersporn, Mohn, Margeriten, Glockenblumen und Ammi majus zu einem umwerfenden Gesamtbild vereinen werden. Und danach der Sonnenhut! Ahh, was für eine Pracht! Und dann? Na ja: und dann, noch trunken von all diesen wunderbaren Bildern, beugt die brave Gärtnerin wieder den Rücken und pflanzt mit klammen Fingern geduldig Tulpe um Tulpe um Tulpe.... Wie Sie im oben stehenden Bild sehen können, wirkt die Imagination (auf jeden Fall bei mir) auch bei kaltem Wetter sehr positiv auf das Gemüt. So, genug über kalte Finger geplaudert! Wir müssen Sie nämlich noch dringend mit der Nase auf eine harte Wahrheit stubsen: Weihnachten ist auch in diesem Jahr wieder am 24. Dezember - also in weniger als einem Monat! Wir wollen Sie nicht in Panik versetzen - aber wenn Sie jetzt schon langsam anfangen über schöne Geschenke nachzudenken, dann haben wir viel Zeit alles fein einzupacken und Sie können dann im Dezember lächelnd zuschauen wie andere durch Eis und Schnee von Geschäft zu Geschäft hetzen. Hört sich das nicht vielversprechend an? Wir haben für Sie in diesem Jahr eine Sonderseite gezaubert: "Magic-Tipps für Weihnachten" hier finden Sie eine ganze Menge Vorschläge für tiptop-Gärtner-Weihnachtsgeschenke. Schauen Sie doch mal rein!
*Für alle Nicht-Rheinländer: ein Möpp ist eigentlich ein kleiner Kläffer. Ein fieser Möpp ist ein mieser Kerl, ein gemeiner Mensch, ein mieser Hund.... sozusagen.

Was ist eigentlich der "New German Style" ?

Nun, soviel sei schon mal fix verraten: So New ist er nicht, der New German Style. Sollte Ihnen Ihr Gärtner also vorschlagen, Ihren Garten im New German Style anzulegen, dann will er Ihnen mitnichten das neueste, heißeste Gartenkonzept aller Zeiten verkaufen sondern, eine - zugegebenermaßen recht bahnbrechende Garten-idee/Pflanzphilosophie aus der Zeit der dicken Schulterpolster, der Leggings und des Disko Pop, kurz aus den 1980er Jahren. Aber fangen wir vorne an, oder fast vorne:

1983 fand in München die IGA, die Internationale Gartenausstellung statt. Auf dieser Gartenschau hat eine sehr schlaue Gärtnerin namens Rosemarie Weisse (1928-2002, ihre Arbeit wurde in der Gartenhistorie übrigens nie ausreichend gewürdigt) einen Stauden- und Gräsergarten angelegt. Frau Weisse bezog sich in ihrer Arbeit auf die Theorien von Richard Hansen (Gründer des Sichtungsgarten Weihenstephan) und Friederich Stahl, einem Gartenarchitekten aus Nürnberg. Diese beiden entwickelten in den 1970er Jahren ein  Pflanzkonzept, das eine bestechende Grundidee hatte. Diese lautete "Im Garten gibt es unterschiedliche Lebensbereiche.

Jede Pflanze hat einen natürlichen Lebensraum in dem sie optimal wächst. Es macht keinen Sinn, Pflanzen in Lebensbereiche zu zwingen in denen sie ich nicht wohl-fühlen. Sie werden nicht gedeihen. Ziel einer langlebigen, großartig blühenden, gut gedeihenden, pflegearmen Pflanzung muß also sein, Pflanzen an Standorte zu pflanzen an denen sie auch natürlich vorkommen und sie in Pflanzgemeinschaften zu setzen, die nicht konkurierend sind, sondern ergänzend". As easy as this. Und das Ganze dann so abgestimmt, dass immer ein schönes Blühbild entsteht, immer etwas Interessantes zu sehen ist. Hansen und Stahl haben zu diesem

Thema ein reichlich umwerfendes Buch geschrieben mit dem Titel "Die Stauden und ihre Lebensbereiche in Gärten und Grünanlagen" (natürlich hier bei uns zu haben). Dieses Buch ist dick. Sehr dick sogar. Aber es ist ein Augenöffner. Die Herren schreiben mit Herzblut und Verve - machmal auch im Imperativ und nehmen nicht allzuviel Rücksicht auf das zarte Gärtnerseelchen. Wer also wirklich einen schönen Staudengarten anlegen möchte, für den ist dieses Buch das Standardwerk. Natürlich - und dies zum Thema "fangen wir vorne an" - haben Stahl und Hansen die Idee nicht vom Baum geschüttelt. Es ist ein Weiterdenken der Theorien und des Wissens von

bekannten Staudengärtnern wie Karl Foerster und Georg Arends. Nun aber hopp, zurück zu Rosemarie Weisse und dem New German Style! Die wunderbare Pflanzung von Frau Weisse wurde von vielen internationalen Gartenfreunden und Journalisten besucht und bewundert. Aber das war es dann auch schon. Erst 2002 beschrieb der britische Gartenjournalist Stephen Lacy in einem Artikel im Horticultural Magazine eine Gartenreise nach Deutschland, die ihn auch in den Sichtungsgarten Weihenstephan und anschließend in den Westpark nach München in die Pflanzung von Rosemarie Weisse führte (eine Pflanzung, die damals dann ja schon gute 20 Jahre alt war). Er war geflasht von der Vielfalt der Stauden, deren Kombination und den eingebundenen Gräsern und nannte dies the "new" German Style. Und wums, da war er, der absolut marketingtaugliche Begriff, der seither landauf, landab zitiert wird. Meist verkürzt auf das Schlagwort "pflegeleicht" und oft leider mit einer unangenehmen, formelhaften Ausschließlichkeit in Bezug auf die zu verwendenden Pflanzen. Man mache sich also unbedingt frei von all diesen zeitgenössischen Predigen und probiere, schaue und lerne stattdessen bei der Arbeit. Ganz wie die Altvorderen Foerster, Arends, Weisse, Stahl und Hansen dies getan haben - so entsteht vielleicht bald der "New German Style 2.0"

Die 4 besten Helfer im Staudenbeet: Onoyoshi K-270 Clipper; perfekt für den Staudenschnitt, Niwaki Sichelhacke; der beste Jäter für enge Beete, Takemoto Sichel; für den Rückschnitt im Herbst, Stauden-Bindedraht, nie ohne diesen!

Alles Primel, oder was?

Wir haben eine neue Liebe. Bei unserem letzen Besuch in Sissinghurst Castle haben wir uns in das schöne Primeltheater verknallt und uns sofort vorgenommen so etwas Schönes auch haben zu wollen. Gesagt getan: wir haben eine tolle Auswahl von Primel-Saat gekauft und uns das schönste Primelbuch aller Zeiten angeschafft. Primeln sind Kaltkeimer - jetzt ist also der ideale Zeitpunkt für die Aussaat. Leider ist es außerordentlich schwierig Saatgut für die extravaganten Sorten zu finden - aber wir haben für uns (und für Sie!!) 10 wunderschöne Sorten ausfindig gemacht. Sie finden sie natürlich im Online-Shop - und zwar hier: Aurikelsaat. Und das wirklich

super schöne Aurikelbuch mit den sensationellen Fotos von Marion Nickig und den unbedingt lesenswerten Texten von Brigitte Wachsmuth zur Kulturgeschichte der Primel finden Sie natürlich auch im golden Rabbit und zwar hier:  Die Aurikel.

Gartenkörbe

Braucht man einen Gartenkorb? Nun ja, die Frage ist eigentlich schnell beantwortet: für den Gang in den Garten benötigt man eine Schere, Handschuhe, ein Schäufelchen, Bindedraht oder Schnur, Saattütchen .... wohin damit? Klar - in den Gartenkorb! Der hat den riesigen Vorteil, dass die Gartengeräte auch zwischen den Garteneinsätzen gut aufgeräumt und sicher verstaut

sind. Vor allem Scheren brauchen ein gutes Zuhause. Wen Durcheinander nicht schreckt, dem können wir raten sich einfach den kleinen Gartensack zu kaufen, den wir eigentlich für Laub und Schnittgut anbieten. Der eignet sich auch recht gut als Gerätetasche. Allerdings kugelt darin alles durcheinander. Der schöne Weidenkorb von Chris Baxter (links im Bild) hat extra eine Mitteltrennung. Hier werden die Geräte hochkant hineingestellt. Die bretonischen Drahtkörbe (unten links) sind ideal, wenn man oft erdiges und nasses Werkzeug hat - die Erde fällt

durch das Drahtgitter und alles ist luftig aufgehoben. Scheren benötigen in diesem Korb allerdings ein Futteral. Das Drahtgitter und empfindliche Scherenspitzen vertragen sich nicht so gut. Die schönen Sussex Trug (unten rechts) ist aus Esskastanienholz. Sie sind nicht nur schön sondern auch nett zu Scheren, extrem robust und haben sich seit Jahrzehnten in tausenden von englischen Gärten als stabiler Gartengrätekorb bewährt.

Rosen schneiden - eine Wissenschaft? Leider ja!

Es gibt die eine oder andere Gärtnerfrage, bei der ich die Segel streiche. "Wie schneide ich Rosen richtig" ist so eine Frage. Ich hatte bisher einfach nicht die Ruhe mich einmal wirklich mit diesem Thema zu beschäftigen. Nun aber ist in diesem Jahr unsere Strauchrose so unglaublich geschossen, dass ich mit meinen 1,62 cm Größe die Blüten nur noch mit dem Fernglas sehen konnte. Ich wollte gerne wissen woran dieses Mega-Wachstum lag. Und ich durfte lernen: falsch geschnitten! Ok. kapiert! Damit Ihnen das nicht auch passiert hier eine Schnell-Anleitung für den Schnitt von Strauchrosen. Fangen wir also ganz vorne an - was ist eigentlich eine Strauchrose? Rosen werden in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Jede dieser Rosenklasse verlangt einen anderen Schnitt. Es gibt Beetrosen (kleine, kniehohe Sträucher mit kompaktem Wuchs), Zwergrosen (wie Beetrosen aber nur um die 30 cm hoch), Edelrosen (Sie bilden am Ende des Stängels meist nur eine prächtige Rose aus - die klassische Schnittrose), Bodendeckerrosen (auch Kleinstrauchrosen genannt, sie sind nieder und wachsen in die Breite). Es gibt Stammrosen (Rosenbüschlein, die auf einem hohen Stamm sitzen), es gibt Rambler- oder Kletterrosen (sie wachsen wild kreuz und quer und sind Klettermeister) und es gibt eben Strauchrosen. Strauchrosen wachsen im Laufe ihres Rosenlebens zu mächtigen, bis zu drei Meter hohen Sträuchern heran. Und vor diesen steht die Gärtnerin nun grübelnd, und kratzt sich ratlos am Ohr ...

Kann man mit Walnüssen reich werden ?

Vielleicht - auf jeden Fall wenn man in China wohnt. Von dort wird ein Walnuss-Hype gemeldet. Menschen sollen dort über 160.000 Yuan (das sind immerhin schlappe 21.000 Euro) für die perfekte Walnuss bezahlen. Die Nuss gilt als Glücksbringer und wird als Handschmeichler in der Tasche getragen. Noch

wertvoller ist ein möglichst identisches Nusspaar. Man sagt, chinesische Sammler würden ganze Nussberge nach zwei möglichst gleichen Nüssen durchsuchen. Auch werden auf Märkten die Walnüsse noch in der grünen Schale angeboten - eine Wette auf den Inhalt sozusagen. Ein eigenartiges Volk diese Chinesen .... Aber die Walnuss ist in der Tat ein wundersames Ding.

Das Laub der  Walnussbäume ist nicht nur dick und zäh, es enthält auch extrem hohe Mengen an Tanninen. Diese Gerbstoffe sorgen dafür, dass die Blätter nur sehr langsam verrotten. Sie decken so den Boden unter dem Baum mit einer dicken Schicht Gift zu und bringen alles Leben um die Ecke. Das macht die Blätter allerdings auch zum idealen Mulchmaterial für Flächen die von Wachstum freigehalten werden sollen. Alles Übel hat seine guten Seiten! Ursprünglich kommt die Walnuss aus Persien. Sie wanderte über Asien und China nach Griechenland, von dort ins Römische Reich und landeten so in unseren Gärten. Um die Walnuss ranken sich unzählige Mythen. Da das Aussehen der Nuss an das menschliche Gehirn erninnert, soll sie den Geist fördern, die Walnuss wird als Totenbaum verschrien - man sagt: schlafe man unter ihr, so stürbe man (das hat einigen Walnüssen einen ruhigen Standort auf Friedhöfen eingebracht), sie wird aber auch

Das Märchen "Der Nussknacker und der Mäusekönig" ist ein echter Weihnachtsklassiker ! Dankenswerterweise hält die ARD diesen Film in ihrer Mediathek zum Anschauen bereit. Ein Kinderfilm - aber auch vollkommen unbedenklich für Erwachsene.

Hier ist der Link: Der Nussknacker und der Mäusekönig

als Lebensbaum gepriesen, weil sie so sagenhaft alt wird. Nuss und Blatt werden astringierende, potenzfördernde, empfängnissteigernde und desinfiziernde Wirkung nachgesagt. Die alten Griechen warfen einem Hochzeitspaar am Vorabend der Trauung Walnüsse vor die Füße. Damals waren die leichter zu haben als Geschirr - heute ist das andersrum und nennt sich Polterabend. Es gibt unzählige Geschichten mit Walnüssen - zum Beispiel das eigenwillige, von Inzest murmelnde, Märchen "Die Drei Nüsse" von Clemens Brentano, oder das Märchen "Der Nussknacker und der Mäusekönig" von E.T.A. Hoffmann. Man kann beim Nüsse knacken gut die Nussknacker-Suite von Tschaikowsky hören und ab und an ein Schlückchen Walnuss-Likör trinken. Dann schlummern Sie seelig ein und träumen von einem 150 jährigen Walnussbaum, 30 Meter hoch, und sie ganz oben in den Ästen....

Wer Sorgen hat, hat auch (Walnuss-)likör

"Es ist ein Brauch von Alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör" das wußte schon der weise Wilhelm Busch. Aber auch wenn Sie, was Ihnen von Herzen zu gönnen wäre, keine Sorgen haben, ist gegen ein Gläschen Walnusslikör nicht viel einzuwenden. Eigentlich wird der klassische Walnusslikör aus grünen, noch sehr unreifen Nüssen (sie werden schon im Juni geerntet) hergestellt. Aber man kann ihn auch mit reifen, trockenen Walnüssen ansetzen. Hier das, wie wir finden, beste Rezept:

Zutaten für ca. 750 ml: 250 g Walnusskerne, aromatisch - am besten aus der Region, die haben mehr Geschmack, 250 ml Rum, braun, weiß geht aber auch, 250 ml Wodka, 300 ml Wasser, 250 g Kandiszucker, braun, weiß geht aber auch, 1 Stange Zimt, 1 Vanilleschote und nach eigener Vorliebe: 2 Gewürznelken, etwas Ingwer, 1 EL Kaffee, 1 EL Zitronenschale.

How to make: Die Walnusskerne groß in Hälften und Viertel brechen, in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten und abkühlen lassen. Dann in ein ca. 1,5 Liter fassendes Glas mit Schraubverschluss füllen. Dann die Vanilleschote in der Länge und Breite halbieren und zusammen mit dem Kandis, der Zimtstange und allen anderen Gewürzen mit in das Glas packen. Wodka und Rum darüber gießen und alles ca. vier Wochen an einen warmen, dunklen Ort stellen. Ab und an vorsichtig durchschütteln. Nach vier Wochen dann wird die Mischung mit dem Wasser versetzt. DAzu das Wasser abkochen und über den Likör geben. Kräftig umrühren und nochmals eine Woche stehen lassen - allerdings nun nichtmehr schütteln. Die Gewürze und Schwebstoffe sollen sich setzen damit der Likör klar wird. Den fertigen Likör duch ein Sieb oder ein Kaffefilter seihen. Voilà fertig!

Einen Weihnachtskranz binden wie ein Profi!

Wie wäre es mit der Idee, in diesem Winter den Weihnachtskranz einfach einmal selber zu binden. Er wird bestimmt prächtig. Mit dem schönen Tutorial von Pippa Craddock wird das sicher gelingen. Pippa Craddock ist in England eine Floristen-Legende. Dabei hat sie ihr Unternehmen recht hemdsärmelig und irgendwie frauentypisch 2009 zuhause am Küchentisch gegründet. Mit den Jahren wurde das Studio größer und größer. Aufträge von Dior, der Vogue und dem V&A flatterten ins Haus. 2018 schuf Pippa Craddock den Brautstrauß und die Kirchendekoration für die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle - und kann sich nun mit Fug und Recht "Royal Florist" nennen. Ihr Stil ist weich, lässig und naturnah.

 

Der gute Kumpel im Garten

Haben Sie auch ein Rotkehlchen in Ihrem Garten? Ein nettes, dass Ihnen beim Jäten hinterher hüpft und die von Ihnen aufgestöberten Fliegen, Spinnen und Würmchen fängt? Wenn ja, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich in der Tat (der Gärtner vermutet das ja schon) immer um das gleiche Rotkehlchen handelt. Denn das Revier von so einem Rotkehlchen umfaßt um die 600-700 qm. Rotkehlchen haben eine sehr kleine Fluchtdistanz. Deswegen erscheinen sie uns zutraulich und uns zugewandt. Nicht nur wir, auch unsere Altvorderen haben in Rotkehlchen die Wiederkehr von verstorbenen Angehörigen gesehen. In der Mythologie steht das Rotkehlchen für die Sonne aber auch für den Winter, für die Liebe und für die Leiden Christi. Der Volksmund erzählt ein Rotkehlchen hätte Christus am Kreuz beigestanden und ihm einen Dorn, der sich in seine Stirn bohrte weggeppickt. Dabei ist ein Bluttropfen auf die Brust des Vogels getropft. Und seither trägt das Rotkehlchen sein hübsches Rotes Kehlchen und zwar Männchen wie Weibchen. Das Wort "Rotkehlchen" stammt

übringens von Carl von Linné. Er bezeichnete 1758 den Vogel mit dem Namen "Motacilla rubecula" - rubecula ist die Verniedlichung des lateinischen Wortes "ruber" und bedeutet "Rötchen". Rotkehlchen nisten gerne bodennah und oft an putzigen Orten: in Gießkannen, Manteltaschen, Briefkästen oder Schuhen. Das ist niedlich - sorgt aber für größere Ausfälle bei der Brut. Wenn Sie auch im Haus die Gesellschaft eines Rotkehlchens nicht missen mögen, dann raten wir zu einem der schönen Rotkehlchen die der englische Schnitzer Nick Hunter schbnitzt. Wir kennen keinen, der die Seele von Rotkehlchen so gut versteht.

Kalte Hände, kalte Hände, kalte Hände - was tun?

Wir werden oft gefragt warum wir keine Winter-Gartenhandschuhe anbieten. Die Antwort lautet: weil wir die nicht gut finden. Wir haben viele Sorten ausprobiert - die meisten sind mit Synthetik gefüttert. Man fängt darin schnell an zu schwitzen und das Ergebnis sind kalte und feuchte Hände. Wir haben festgestellt: die beste Lösung ist es einfach zwei Handschuhe übereinander anzuziehen. Wir nutzen als Unterhandschuh weiße Baumwollhandschuhe (die haben wir unserem Butler geklaut - *Witz) das funktioniert wirklich gut. Als äußeren Handschuh nehmen wir im Winter die Showa 381 - die sind etwas dicker - oder, wenn es ganz kalt ist auch schon mal die Goldleaf Dry Touch. Die sind aus Leder und innen ein klein wenig gefüttert - das wärmt noch ein etwas mehr aber man hat nicht mehr ganz so ein Feingefühl in den Fingern.



Beetrosen

Zwergrosen

Edelrosen

Bodendeckerrosen

Stammrosen

Rambler- / Kletterrosen


Also zu den Strauchrosen! Strauchrosen sind eigentlich leicht zu identifizieren. Sie haben einen breitbuschig- aufrechten Wuchs und bilden in manchen Sorten über die Jahre kräftige Stämme aus. Sie blühen oft so üppig und wachsen so stark, dass man nicht so genau weiß, wie man sie in rechte Bahnen lenkt. Fangen wir mit den einfachen Dingen an - mit dem Zeitpunkt des Schnitts: man sagt, Strauchrosen werden geschnitten sobald die Forsythien blühen. Für den Fall, dass Sie keine Forsythien in der Nähe haben (die sind ja ein wenig aus der Mode gekommen) das ist je nach Standort Anfang bis Mitte März. Aber bevor man diese Weisheit glaubt, und munter zur Schere greift, gilt es festzustellen ob man es mit einer einmal blühenden Strauchrose oder mit einer mehrmals- oder gar dauerblühenden Sorte zu tun hat. Das ist EXTREM wichtg, denn diese beiden Sorten werden unterschiedlich geschnitten. Schneiden Sie eine einmal blühende Strauchrose wie eine dauerblühende - dann bekommen sie keine einzige Blüte (andersrum ist das nicht ganz so tragisch). Der Schnitt bei einmalblühenden Strauchrosen: Einmalblühende Strauchrosen blühen am Vorjahresholz. Das heißt: sie dürfen nie, nie, nie im Frühling geschnitten werden - sonst schneiden Sie alle Blütenansätze weg. Sie werden stets nach dem Ende der Blüte geschnitten. So hat die Rose genügend Zeit starke Triebe für das neue Jahr zu bilden. Im Frühling kann man nur einmal über die Rose putzen - also Wasserschüsse rausschneiden und die Form ein wenig korrigieren. Der große Schnitt bei dem die Rose dann 5 bis 10 cm unter den dem diesjährigen Blütenstand eingkürzt wird, erfolgt nach der Blüte - das ist in der Regel im Frühsommer. Der Schnitt bei dauerblühenden Strauchrosen: Nur für Strauchrosen, die öfter oder gar das ganze Jahr hindurch blühen gilt die goldene Forsythien-Regel. Sie werden also Anfang/Mitte März geschnitten. Diese Rosen blühen in der Regel sowohl am vorjährigen als auch am diesjährigen Holz. Das heißt: mit einem Schnitt kann man hier eigentlich nicht wirklich etwas kaputt machen. Der Korrekturschitt im Frühjahr unterstützt aber die Blühfreudigkeit und regt die Rose zu neuen Trieben an. Kümmerliche Triebe, Wassertriebe und Triebe, die quer in der Rose wachsen sollten weggeschnitten werden. Die dauerblühende Strauchrose honoriert es wenn man abgeblühte Blüten ausputzt. Soweit, so gut. Aber nun kommt die zentrale Regel im Rosenschnitt: "Der Schnittumfang diktiert die Wachstumskraft" - je kräftiger man die Rose zurückschneidet, umso stärker der Austrieb. Das hängt damit zusammen, dass die fehlenden Äste an den Schnittstellen einen großen Saftdruck verursachen. Der Druck aktiviert die schlafenden Augen an der Schnittstelle und regt dort neue Austriebe an. Es gilt also: geringer Rückschnitt = wenig Saftdruck = weniger Neubildung von frischen Austrieben. Starker Rückschnitt = großer Saftdruck = starke Neubildung von langen, kräftigen Austrieben. Und genau das war mein Fehler. Ich wollte die Rose stark kürzen weil sie mir zu hoch war und habe dabei unbeabsichtigt einen Verjüngungschnitt vorgenommen mit dem Ergebnis, dass sie nun noch höher ist als zuvor.

 

Die allerbeste Faustregel für den Strauchrosenschnitt finde ich diese: "Wird ein hoher, dichter Wuchs gewünscht, darf man Strauchrosen nur um 1/3 einkürzen. Schwache, dünne Äste sollten entfernt werden. So entsteht ein hoher Rosenstrauch mit aufrechtem Wuchs, der jedoch im unteren Bereich immer mehr verholzt. Mit einem Stufenschnitt kann man das Vergreisen der unteren Bereiche vermeiden und trotzdem einen hohen Wuchs erhalten. Man schneidet auch hier erst einmal das obere Drittel der Rosentriebe ab und entfernt dünne und beschädigte Triebe. Dann kürzt man jeden zweiten Trieb nochmals um die Hälfte ein und 1-2 Triebe sogar bis auf 5 cm Gesamtlänge. Dadurch wird der Rosenstrauch jährlich verjüngt und hat auch im unteren Bereich Blätter und Blüten" (www.wiki.agel-rosen.de). Was für eine tolle Beschreibung! Genau so werde ich das nun im kommenden Jahr machen und ich bin gespannt, ob mir die Verjüngung gelingt. Auch dieses schlaue Tutorial über Rosenschnitt sollte man sich noch anschauen ....


Schnitt Strauchrose                                                     Schnitt Kletterrose                                                      Schnitt Stammrose                                                      Schnitt Beetrose

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Sep

2022

04 / 2022 September

Endlich wieder mieses Gartenwetter!

Rechtzeitig zum letzten großen Garteneinsatz haben wir Gärtner endlich wieder das Wetter, dass wir lieben! Kalte Füße, kalte Hände und eine nasse Mütze - Gärtnerherz, was willst du mehr? Wir haben uns schon alles, was für die letzte große Arbeitswelle gebraucht wird, in einen großen Laubsack gepackt: die Tulpenzwiebeln, die Rosen- und Heckenscheren, unsere geliebte japanische Sichel, die kleine Silky-Taschensäge für dickes Gehölz, den Laubrechen... nun warten wir zusammen mit einem großen Haufen Kompost, geduldig auf den Tag, an dem die Natur den Schalter auf "Herbst" stellt. Bis es soweit ist, bleibt noch ein wenig Zeit für die Gartenplanung. Welche Tulpen kommen in welches Beet? Welche Stauden haben sich im letzten Jahr gut geschlagen und welche waren mit ihrem Standort unzufrieden und müssen umgesetzt werden? Auch wir neigen dazu, ab und an Dinge an Orte zu pflanzen, die wir supertoll finden, aber die Staude nicht. Der Herbst ist die beste Jahreszeit um diese Hybris demütig zu korrigieren. Der Herbst ist aber auch die beste Jahreszeit um überhaupt einen Garten anzulegen - wenn Sie also noch einen brachliegenden Vorgarten, oder aus Zeiten alter, mentaler Irrung, gar einen sogenannten "Schottergarten" haben, dann spucken Sie doch jetzt in die Hände und geben diesem Stück Land das Leben, das es verdient. Letztlich ist es egal was in Ihrem Vorgarten wächst - warum nicht einen Garten mit einer geschlossenen quietschgrünen Gierschdecke über der im Frühling Allium und Tulpen stehen und im Sommer Japananemonen? Das ist deutlich pflegeleichter und kühler als Schotter, und wirklich hübsch. Der Herbst ist die Zeit der Erneuerung. Was jetzt gedacht und gemacht wird, wird im kommenden Gartenjahr glänzen. Also los, ab in die Gummistiefel!

Die 7 güldenen golden Rabbit Pflanztipps für Tulpen ...

Es freut uns sehr, dass die Fangemeinde unseres Tulpen-sortiments  von Jahr zu Jahr größer wird. Wir geben uns Mühe, jedes Jahr die schönsten Sorten in den besten Qualitäten für Sie auszusuchen. Tulpen setzten ist kein Hexenwerk aber es gibt doch ein paar Tipps für ein tolles Blühergebnis:

 

1) Tulpen werden gesetzt wenn die Blätter fallen. Sie brauchen einen kühlen Boden. Oktober ist der perfekte Monat - bis November ist es auch noch in Ordnung (sofern die Erde nicht gefroren ist). Dezember wird eng.

2) Pflanzen Sie Tulpen immer in größeren Gruppen, ruhig dicht in 10 cm Abstand. Das sieht einfach schöner aus. Faustregel: 60 Tulpen pro qm. Tulpen in Töpfen können sehr dicht gesetzt werden. Auch eine Pflanzung in zwei Etagen ist super für ein dichtes, volles Blühbild.

3) Tief genug setzen: Pflanztiefe für Tulpen ist (vereinfacht gesagt) die doppelte Zwiebeltiefe. Also ca. 10 cm bei großen Zwiebeln und ca. 5 cm bei kleineren.

 

4) Behandeln Sie Ihre Tulpen wie Einjährige. Wir legen Ihnen das nicht nahe, weil wir so jedes Jahr neue Tulpen an Sie verkaufen können. Es ist einfach so, dass Tulpen im zweiten Jahr oft keine Blüten sondern nur Blätter treiben. Das ist dann im Beet eine herbe Enttäuschung. Naturnahe Gärten sind eine Ausnahme. Hier kann das eher unregelmäßige Blühbild einen großen Charme haben. Auch Wildtulpen bleiben in der Erde. Sie verwildern, und wo sie sich zuhause fühlen, da vermehren sie sich willig.

5) Zwiebel ausrichten: wenn Sie sich Tulpenzwiebeln anschauen, dann sehen Sie, dass die Zwiebeln eine plattere Seite haben. Legen Sie diese Seite zum Topfrand oder zum Beetrand hin. An dieser Seite bildet die Tulpe ihr äußerstes und größtes Blatt. Das ergibt eine schöne Pflanzkante.

 

6) Kompost für die Tulpen: Tulpen benötigen nicht unbedingt eine Düngung - aber wenn Sie doch ein wenig nett sein wollen, dann bietet es sich an, im Herbst, bevor Sie die Tulpen setzen, ein wenig Kompost in den Boden einzuarbeiten.

 

7) Tulpen schlau wählen: Bei der Auswahl der Tulpen sollte man etwas Zeit investieren. Es über die Blühfolge im Beet nachzudenken. Man frage sich also: wann blühen diese Tulpen? Will man eine gestaffelte Blütezeit oder stehen an dieser Stelle Stauden, die zum Austrieb Licht benötigen, und ist es deswegen schlauer, eine Tulpenmischung zu wählen, die früh aufblüht und dann gemeinsam verblüht und so Platz für die Nachfolger macht? Wählt man hohe oder niedere Tulpen? Malen Sie sich das Beet mit seinen Bewohnern auf - das hilft bei der Planung.

Unsere Tulpenmischungen 2022: "The Delights" und  "Corps de Ballet"

Blattläuse & Schnecken ? Heiliger Fiacrius hilf!

Wußten Sie, das auch die Gärtner ihren Heiligen haben? Nein? So denn, nun wissen Sie es. Der Heilige Fiacrius von Meaux ( ca. 600 n. Chr. - 18. August 670 n. Chr.) war ein katholischer Priester, Abt, Einsiedler und Gärtner in Irland. Fiacrius wuchs in einem irischen Kloster auf und erlernte die Kräuter- und Heilkunde. Er segelte über das Meer - fort ins ferne Frankreich und lebte dort, in Meaux, fortan in einer Einsiedelei. Der Bischof Faron von Meaux versprach ihm listig für seine Einsiedelei soviel Land, wie er an einem Tage pflügen könne. Er rechnete mit einem maßvollen Ergebnis. Der Legende nach aber öffnete sich die Erde bei der Berührung mit Ficarius Spaten von selbst, die Bäume wichen, und das Gelände wurde zu einem riesigen blühenden Garten. (Wer hätte in Garten nicht gerne diese Fähigkeiten?). Dies alles sah eine Frau namens Becnaude, und beschuldigte Fiacrius beim Bischof der Hexerei. Die Legende erzählt aber auch, das Becnaude in Folge ihrer Lüge eine Schlange erbrach (eine schöne Idee für alle Hater in den Sozialen Netzwerken) und so die Falschheit ihrer Aussage belegte. Fiacre baute einen Kräuter-, einen Gemüsegarten, ein Krankenhaus und eine Kapelle für die Heilige Jungfrau Maria. Nun gut; Fiacres Frauenbild hat durch Becnaudes Anschuldigung empfindlich gelitten. Er mochte Frauen fortan nicht mehr sehr gerne. So mag es logisch erscheinen das Fiacrius auch als Schutzpatron der Opfer von Geschlechtskrankheiten gilt. Um 1650 rum vermietete dann in Paris das "Hotel Saint Fiacre", in der Rue St-Martin, als erstes Haus in Frankreich, Kutschen. Sie waren sozusagen das "Sixt" der damaligen Zeit. Die Kutschen wurden umgangssprachlich nach dem Hotelnamen "Fiacres" genannt. Der Begriff setzte sich für gemieteten Pferdefuhrwerke durch und so reklamieren auch heute noch alle Taxifahrer, als legitime Nachfolger der Pariser Kutscher, den Heiligen Fiacrius als ihren Schutzpatron. Und singen ihm vermutlich am 30. August, seinem Ehrentag ein Ständchen. Fiacrius gehört also nicht nur uns Gärtnern sondern ist, soviel Ehrlichkeit muß sein, der Schutzpatron der Taxifahrer, der Opfer von Hämorrhoiden und Fisteln, der Floristen der Kistenmacher, der Strumpfwirker (keine Ahnung warum), der Zinngießer und der Fliesenleger. Aber auf den Bildern hat er stets nur einen Spaten in der Hand (kein Taxi und keinen Strumpf)... eben ein schlauer Heiliger.

Jie jing 借景 - Borrowed Landscape oder: Geliehene Kulisse.

Es gibt ein Gestaltungsprinzip, das bei näherer Betrachtung vielen, großen, tollen Gärten innewohnt, das aber in kleinen Gärten nicht minder beeindruckend umgesetzt werden kann: die "Geliehene Kulisse". Ihren Ursprung hat dieser Kunstgriff der Gartengestaltung in einem Werk des Chinesen Ji Cheng, einem Gartendesigner der Ming Dynastie, der 1631 eine Abhandlung mit dem Titel: "Yuanye 园冶 -  The Craft of Gardens" schrieb. Sein Werk gilt bis heute als die erste große Schrift über Gartendesign. Dieser Ji Cheng also, befaßt sich in seiner Abhandlung mit der Frage, wie ein Garten ausgerichtet sein sollte, wie die Häuser in ihm

angeordnet sein sollen, und im letzten Kapitel seines Buches beschreibt er eben Jie jing 借景 - die "Leihlandschaft". Die These Ji Chengs ist: ein Garten ist keine umgrenzte, abgeschlossene Einheit. Er wird durchwoben mit den wechselnden Erscheinungen der Landschaft, die ihn umgibt. Das Ziel einer gelungenen Gartengestaltung nach Cheng ist es also, das Haus, den Garten, die Hand des Gärtners und die Landschaft in einer größtmöglichen Poesie zu verschmelzen und in diesem  Geflecht jedem der Akteure den Auftritt in maximaler Schönheit zu ermöglichen. Bis heute werden die schönsten Gärten nach diesem Prinzip angelegt. Diese Idee der Gartengestaltung benötigt nicht unbe-

dingt einen großen Garten und den Fuji San als Hintergrundlandschaft - eine geliehene Landschaft kann in so gut wie jedem Garten geschaffen werden. Der Point de Vue kann ein etwas entfernter Solitärbaum, ein Gartentor, ein Kirchturm, eine verwitterte Mauer, ja sogar ein Fabrikschornstein sein. Ziel ist, dem Auge die Möglichkeit zu geben, den Garten über seine Grenzen hinaus zu erfassen, ihn zu weiten und ihn im wechselnden Licht der ihn umgebenden Landschaft zu sehen. Im Ideal wird die Gestaltung des Gartens zur Landschaft hin verwischt, diffus, Landschaft und Garten gehen ineinander über. Der Text von Meister Ji Cheng hat die Jahrhunderte überlebt. Man kann sein Buch unter dem Titel "The Craft of Gardens" noch immer kaufen. Eine großartige Lektüre, die wir leider nur auf Englisch gefunden haben...

Ein Garten voller Krebse !

Es gibt bekanntlich nichts, was es nicht gibt. Mir hat gestern eine Kundin erzählt, ihr Sohn hätte sich ein Assel-Terrarium gebaut und sich hierfür im Internet ein "Assel-Starter-Paket" gekauft. In meinem Kopf ist da gleich die Rechenmaschine angesprungen. Wenn ich alle Asseln, die in meinem Garten herumasseln, verkaufen würde, wäre ich eine reiche Gärtnerin. Klug wäre so ein Verkauf indess nicht. Denn: Asseln weigern sich zwar hartnäckig unserem Schönheits- und Niedlichkeitsideal zu entsprechen. Aber sie gehören unbestritten zu den nützlichsten Nützlingen im Garten. Die urzeitlich anmutenden Tiere sind Isopoden (griechisch: isos = gleich, podos = Fuß) sie haben 7 gleiche Beinpaare - die man allerdings unter dem dicken, abgeplatteten Chitin Panzer kaum sieht. Assel gehören zu der Klasse der Krebstiere. Sie sind die einzigen Vertreter dieser Gruppe, die im Laufe der langen Erdgeschichte ihren Lebensraum vom Wasser auf das Land verlegt hat. Weiß man dies, dann ist die Ähnlichkeit mit kleinen Krebstieren nicht zu übersehen und es verwundert dann auch nicht, dass Asseln feuchte Habitate lieben. Asseln atmen, wie Krebse auch, durch Kiemen. Weil sie aber ja nicht unter Wasser wohnen lagern sie unter ihrem Panzer einen Flüssigkeitsvorrat ein, durch den sie dann mit den Kiemen atmen. Irre, oder? Weltweit gibt es um die 10 000 Asselarten, davon sind ca. 3.700 Landasseln, davon  sind wiederum 52 Arten bei uns heimisch. Und von diesen 52 Arten laufen uns im Garten in der Regel nur 5 über die Füße - als da sind:

Die Kellerassel - (Porcellio scaber) einfarbig dunkel- od. schiefergrau ge-färbt. Kellerasseln leben nicht nur in Kellern sondern in allen feuchten Habitaten. Gerne unter Stein und Holz. Wie alle Asseln sind sie nachtaktiv. Kellerasseln leben gerne in großen Familien. Bei Gefahr stellen sie sich tot.

Die Mauerassel - (Oniscus asellus) ist ein weiterer Gast im Garten. Mauerasseln reagieren ein wenig empfindlicher auf Austrockung als Kellerasseln. Sie kommt daher nur in wirklich feuchten Habitaten vor. Der Panzer hat rundum eine hübsche, hellere Zeichnung und kleine Flecken.

Die Gemeine Rollassel - (Armadillidium vulgare) die schwarz- bis blaugrauen Roll- oder Kugelasseln rollen sich - wie der Name schon sagt - bei Gefahr zu kleinen Kugeln zusammen. Auf der Oberseite ihres eher gewölbten Panzers findet man bei einigen Arten eine Fleckenreihe von gelben Flecken. Rollasseln finden sich in Gärten, Laubwäldern und Parks. Trockenheit tolerieren sie eher als die Mauer- oder Kellerasseln. Unter Asseln gilt die Rollassel als Beauty.

Die Moosassel (Philoscia muscorum) auch Gefleckte Moosassel oder Waldassel genannt. Ihr Panzer ist bräunlich oder rötlich marmoriert mit einer glänzenden, glatten schwarzen Mittellinie. Moosasseln lieben Waldränder, Feuchtgebiete, Gräben. Sie kommen wohl auch in Gärten vor, aber man findet sie dort nicht allzu häufig.

Die Trechelipus ratzeburgii - nun gut, diese Assel hat es nur wegen ihres sehr schönen Namens in die Liste geschafft. 1833 wurde sie vom deutsche Zoologen Karl Brandt entdeckt und mit dem lustigen Namen ausgestattet. Trechelipus ratzeburgii lebt fast nur in Laub-wäldern, besiedelt daher nur Regionen mit größeren Laubwaldbeständen und ist im Garten kaum zu finden. Aber: wäre das nicht ein hübscher Kosenname für den Liebsten?

Asseln sind für Gartenkulturen vollkommen unschädlich. Sie ernähren sich nur von totem Material. Zersetzen rottendes Holz, Algen, Moose und andere abgestorbene pflanzliche Materie. Sie fressen aber auch Spinneneier und totes Getier. Asseln sind mäßig gute Verdauer, und weil sie das wissen, fressen sie oft ihren eigenen output und verstoffwechseln diesen so lange, bis auch ganz und gar nichts nahrhaftes mehr darin ist. Mit der Nahrung werden auch mineralische Bodenpartikel aufgenommen. Dieser Mix wird später als Ton-Humus-Komplex ausgeschieden. Asseln sind also Bodennützlinge. Tatsächlich sind sie auch Bodensäuberer, denn man kann mit Asseln giftige Böden säubern. Sie verputzen das übelste Zeug, und reichern in ihren Körpern Bodenschadstoffe wie Medikamente, Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel an.

Die Hori - Hori - Herbstaktion

Das Hori-Hori ist unser absolutes Lieblingsgartengerät. Wir werden nicht müde, jedem unserer geschätzten Kunden mindestens ein Hori-Hori an das Herz zu legen. Warum? Nun, das Hori-Hori (ein japanisches Grabe-messer) ist so etwas wie das Multitool im Garten. Man kann mit ihm graben, jäten, Stauden teilen, Saatrillen ziehen und auch Gräser und Stauden kappen. Und weil wir wollen, dass jeder unserer Kunden ein Hori-Hori sein eigen nennt haben wir nun die 1A Hori-Hori-Herbstaktion gestartet und bieten Ihnen 1 Hori-Hori im Set mit einem kleinen Tütchen voller Anemonen blanda (Pink Stars, Blue Shades, White Splendour). Da können Sie dann gleich einmal schauen, wie schön es sich mit diesem Gerät graben läßt! Greifen Sie zu, bevor wir es uns anders überlegen....

Wolkenbilder

Wir leben in Zeiten, in denen der morgendliche Blick in die Zeitung nicht unbedingt ein Stimmungsaufheller ist. Da kann eine kleine Dosis herz-wärmende Heiterkeit nur recht kommen. Der irische Illustrator Chris Judge hat ein schönes Instagram Projekt mit dem Namen "adailycloud".

Hier kann man ihm eine schöne Wolkenaufnahme senden, und er haucht den Wolken auf das Schönste Leben ein. Ein Grund mehr, im Garten ein wenig öfter im Liegestuhl zu sitzen und den Wolken zuzuschauen! Wer mag, kann "seine", von Chris Judge beseelte, Wolke dann auch als Druck erwerben. https://www.instagram.com/chrispjudge/?hl=en

Ab in die Wildnis!

Wer einmal wirklich, wirklich weg möchte - wer also in das absolute Nowhere will, für den ist Harads im schwedischen Lappland das rechte Ziel. Dort, in der Mitte von Nichts, haben  unterschiedliche Architekten die wundersamsten und wunderschönsten Hotelzimmer mitten in den

lappländischen Wald gebaut. Nun gut, um die Übernachtung zu finanzieren müssen Sie in jeder Stadt zwischen hier und Schweden in der Fußgängerzone singen - aber man darf ja auch träumen. Unser Ziel wäre die "Biosphere" eine Art Vogelhaus-siedlung in luftiger Höhe zwischen den Bäumen. Über-haupt scheint Harads the place to be zu sein, es gibt hier auch ein zweites recht umwerfendes Hotel. Das Actic Bath - nur so, falls Sie lieber in Eiswasser baden, als in den Baumwipfeln zu schlummern..... https://www.treehotel.se/en/


Die Pracht des Sommers ist unwiederbringlich vorbei. Die Beete sehen ein wenig gerupft, zerfallen und müde aus. Dahlien, Kosmeen, Ringelblumen, Echinacea und Astern, Herbst-Anemonen und Rudbeckien geben noch einmal ihr Bestes, und es macht noch keinen Sinn, diese letzte Pracht zu stören. Der schlaue Gärtner konzentriert sich also auf andere Dinge: wer jetzt schon seine Hecken und Sträucher schneidet, der hat das im November hinter sich. Nun ist auch ein guter Zeitpunkt um in "Löcher" im Beet neue Stauden zu setzen. Im frühen Herbst gepflanzt, werden sich die Stauden noch vor dem ersten Frost gut verwurzeln. Dann beginnt nun natürlich die Saison der Zwiebelpflanzen, Tulpen, Narzissen und alle Frühblüher wollen im Oktober in die Erde. Auch winterharte Ein- und Zweijährige sollten nun gesät werden: Mohn, Primeln, Kornblumen, Wicken und Co. entwickeln dann noch vor dem Winter die ersten Keimblätter und können im zeitigen Frühjahr gesund durchstarten. In den verblühenden Blumenbeeten kann man noch das letzte Saatgut sammeln. Nun sollten man auch Rosen, Sträucher und Bäume setzen.

Sanguisorba - Wiesenknopf

Der Wiesenknopf ist eine echte Geheimwaffen in der Gestaltung von naturnahen, pflegearmen Beeten. Ihre hoch aufschießenden Blütenstände verleihen jedem Beet Grandezza und Leichtigkeit. Vermutlich kennen die meisten Gärtnerinnen Sanguisorba officinalis - umgangssprachlich auch Pimpinelle genannt. Ein Kraut, das in unseren Wiesen heimisch ist, und das, ganz nebenbei bemerkt, auch ein großartiges Gewürz für Kräuterquark und Salat ist. Heilkundlich wird Sanguisorba eine blutstillende, (der Name winkt mit dem Zaunpfahl: sangius = lat. Blut / sorbere = aufsaugen) astringierende und antibakerielle Wirkung zugeschrieben. Die Staude steht gerne nicht allzu trocken, sonnig bis halbschattig und mag eher nährstoffreichere Böden. In Sachen Schönheit hat es die ganze Familie Sanguisorba faustdick hinter den Ohren.

Von links nach rechts und oben nach unten: Sanguisorba officinalis "Pink Tanna", Sanguisorba menziesii, Sanguisorba Hybrid "Scapino", Sanguisorba tenuifolia "Albiflora", Sanguisorba officinalis, Sanguisorba hakusanensis "Lilac Squirrel" ( c) Staudengärtnerei Gaißmayer)


Da wäre zum Beispiel der Sanguisorba hakusensis "Lilac Squirrel" ein Wiesenkopf mit langen flauschigen helllila Blüten, oder Sanguisorba tenuifolia "Albiflora" ein Wiesenknopf der wirklich stattlich groß wird und zauberhafte weiße Blüten trägt. Oder der knallrote Sanguisorba menziesii mit seinen knuffigen Blütenständen, die wie kleine rote Wimpel im Beet stehen. Aber egal für welchen Sie sich entscheiden: der Herbst ist die beste Zeit um Sanguisorba im Beet anzusiedeln. Eine gute Auswahl finden Sie bei zwei unserer Lieblings-Staudenzüchtern: der Staudengärtnerei Gaißmayer und Stauden Eskuche. https://stauden-eskuche.de und https://www.gaissmayer.de/

 

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Do

23

Jun

2022

03 / 2022 Juni

Der Garten im Juni .....

.... der Garten im Juni ist eine veritable Wundertüte. Hier überrascht uns eine Staude von der wir gar nicht mehr wußten, dass sie in unserem Garten wohnt - dort überfallen Legionen von Blattläusen von heut auf morgen den zarten Bronzefenchel. Der Gärtner hat alle Hände voll zu tun, überall ist etwas zu tun und dann noch die vielen Gartenmärkte - puh! Aber Gott sei Dank gibt es ab und an ja mal verregnete Tage - dann können Sie die rissigen Gärtnerhände auf die Tastatur legen und schauen was es an  schönen neuen Dinge aus dem golden Rabbit zu erzählen gibt! Wir sind ein wenig matt, das Frühjahr war doch arg anstrengend. Aber wir haben rechtzeitig zur Gießsaison unsere Bewässerungssysteme komplettiert und das Gießkannenlager rasant aufgestockt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um über eine schlaue Gartenbewässerung nachzudenken. Und dann sind wir in diesem Monat auch ein klein wenig vom Weg abgekommen. Eigentlich haben wir keine Gartenmöbel im Sortiment - aber bei unserem neuen kleinen Gartenklapptisch konnten wir einfach nicht "nein" sagen. Er ist klein, leicht, schön, knuffig, klassisch. Er kann zusammengeklappt, aufgehängt, unter den Arm genommen und rumgetragen werden. Er ist ideal für die Terrasse, den Leseplatz unter dem Apfelbaum, die kleine Kaffetafel im Gewächshaus oder im Gemüsegarten, als Sommer-Beistelltisch. Er strahlt in sattem Grün und in knalligem Rot. Ein echter Tausendsassa! Aber schauen Sie doch einfach selbst....

Einfach mal gechillt durch Deutschland trollen.

Alarmnachrichten von der Reisefront verdunkeln den sommerlichen Reisehorizont. Aber warum wollen wir uns überhaupt in volle Flugzeuge quetschen? Letzlich gilt doch noch immer der schlaue Satz von André Heller der da singt: "Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht in meinem Kopf, dann sind sie nirgendwo!" Wir haben uns für

 

c) Arboretum Ellerhoop
c) Arboretum Ellerhoop

diesen Sommer also vorgenommen die wahren Abenteuer in unserem Kopf und im nahen Deutschland zu suchen und werden einfach einmal gechillt durch die Gegend trollen. Auf unserer Liste stehen für diesen Sommer: Der Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim an der Weinstraße, die Liebermann Villa samt Garten in Berlin, die altehrwürdigen Herrenhäuser Gärten in Hannover, das Arboretum in

Ellerhoop und vielleicht schaffen wir es ja noch ganz hoch in den kühlen Norden um uns in Leer den Garten von Ernst Pagels, einem der drei wichtigsten deutschen Staudenzüchtern (1913 - 2007) anzuschauen, ein leckeres Matjesbrötchen zu essen und bei einem kühlen Bier über die Gestaltung des großartigsten Gräsergartens überhaupt nachzudenken.

Mein Leben als Dachs

Was wissen wir denn schon von den Tieren? Wir schauen sie an und denken ausschließlich über ihre äußere Erscheinung nach. Diese sehend meinen wir das Tier zu kennen und zu wissen wie es sich fühlt. Ein wenig borniert und oberflächlich - oder? Charles Foster, ein britischer Natur-kundler, Anwalt und Tierarzt, beschreibt es so: "Im Allgemeinen hieß Schreiben über die Natur, dass Menschen, die wie Kolonialherren durch die Welt stolzierten, schilderten, was sie aus 1,80 Meter Höhe sahen, oder dass Menschen so taten, als würden Tiere Kleider tragen..." - er will es genauer wissen. Er lebte monatelang als Otter, als Dachs, als Rothirsch oder als Fuchs. Und dies so radikal, dass es uns ein gerütteltes Maß an Hochachtung abnötigt. In seiner Zeit als wilder Stadtfuchs schlief er im Londoner East End in einem Park unter Büschen, lag Stunden unter einer Hütte um sich vor den Menschen zu verkriechen, fraß aus schlecht ver-schlossenen Mülltonnen und jagte Nachts Wühlmäuse. Als Dachs lebte er über Wochen in einer Höhle, kroch durch das Unterholz, fraß Würmer und Beeren  (und ab und an Lasagne, die ihm ein freundlich gesinnter Bauer vorbei brachte) und schüffelte sich mit der Nase auf der Erde durch die Gerüche von Schnecken, Gras, Mäusekot und Fallobst. All' diese wilden Erfahrungen hat Foster in dem Buch "Being a Beast" zusammengetragen, dass in Deutschland im Piper-Verlag unter dem Titel "Der Geschmack von Laub und Erde" erschienen ist. Eine wirklich sehr vergnügliche Sommerlektüre!


Scheren gehören in ein Holster!

Scheren sind vermutlich das am meisten genutzte Werkzeug eines Gärtners. Aber die meisten Gärtner verschwenden nur sehr wenig Aufmerksamkeit auf die Lagerung und Pflege ihres besten Gartenbegleiters. Wenn Sie zu diesem Club gehören, wollen wir Ihnen heute mal kräftig die Ohren langziehen! Das ist gemein, äußerst rücksichtslos, schofelig und unklug. Im golden Rabbit sehen wir dann die armen Scheren-Seelen: abgestoßene Nasen, schartige Klingen, Rost und Korrosion auf Federn und Klingen. Bessern Sie sich (bitte!). Lassen Sie es nicht soweit kommen. Wenn eine Schere ein passendes Holster hat, neigt man deutlich weniger dazu sie rumfliegen zu lassen. Nach dem Arbeiten einfach Schere abwischen, zurück ins Holster und schon hören Sie die Schere laut "Danke" rufen. Wenn Sie sie dann noch ab und an kurz überschleifen und ölen dann bucht die Schere für Sie einen Platz im Gärtnerhimmel. Versprochen! Es gibt für alle Scherenmodelle passende Holster. Ob man sie auf einen Gürtel auffädelt, in eine Werkzeugrolle steckt oder in eine Korb legt ist eigentlich egal - Hauptsache die Scherenköpfe sind geschützt.

Die 20 + 1 Spargel des Monsieur Édouard Manet

Es gibt in der Kunst gerüttelt viele Bilder auf denen Spargel eine zentrale Rolle spielt. Warum das so ist? Keine Ahnung, vielleicht weil er irgendwie ziemlich viel mit Frühlingsgefühlen zu tun hat ... ? Meine Lieblingsgeschichte ist die, des legendären Spargelbündels von Édouard Manet. Er hat dieses Bild 1880 als Auftragsarbeit für einen gewissen Charles Ephrussi gemalt. Dieser war ein Pariser Bankier, der für die Kunst brannte und neben seinem

Édouard Manet, Une botte d'asperges, 1880, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
Édouard Manet, Une botte d'asperges, 1880, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln

Brotjob als Bankier mit den Künstlern des Impressionismus, mit Degas, Monet, Sisley, Renoire oder Pissarro in Paris um die Häuser zog - man findet ihn auf recht vielen Bildern dieser Künstler. Nämlicher Charles Ephrussi also, wünschte sich von  Manet ein Stilleben mit einem Bündel Spargel. Warum er sich eben ein solches wünschte, hat die Kunstgeschichte noch nicht erforscht. Als Lohn für diese Arbeit aber, vereinbarte man 800 Franc das ist verbrieft. Manet, der zu dieser Zeit einige Stilleben mit einzelen Gemüsen und Früchten malte, machte sich ans Werk. Als er das Bild Ephrussi übergab reichte dieser ihm einen dicken Umschlag mit

Édouard Manet, L'Asperge, 1880, Musée d'Orsay, Paris
Édouard Manet, L'Asperge, 1880, Musée d'Orsay, Paris

1000 Franc statt der vereinbarten 800. Manet revanchierte sich und sandte Ephrussi einige Tage später ein Bild mit einer einzigen Spargelstange und einer kleinen Notiz auf der stand: "Il en manquait une à votre botte“ ("Es fehlte noch eine in ihrem Bündel"). Das Spargelbündel ist in der Sammlung des Wallfraf-Richartz-Muesums in Köln, der einsame einzelne Spargel im Musée d'Orsay in Paris. Beide sind nicht oft gemeisam zu sehen, schade.

Geum in der Topfpflanzung - charmant!
Geum in der Topfpflanzung - charmant!
Nelkenwurz in Kombi mit Katzenminze - auch schön.
Nelkenwurz in Kombi mit Katzenminze - auch schön.

Kombinieren Sie Geum mit Iris, Allium, Saxifraga, Storchenschnabel, Lupinen, Glockenblumen, Margariten, Akelei, Rittersporn, Frauenmantel, Salvia nemorosa, Sterndolden, Begenie und Co.

Die Möglichkeiten sind nahezu endlos.

Geum - Geum überall!

Nach zwei Jahren Abstinenz waren wir in diesem Mai endlich wieder auf der (wie wiederholen uns hier gerne) immer wieder unglaublich beeindruckenden Chelsea Flower Show. Es ist jedes Mal spannend zu sehen in welche Richtung sich die Showgärten bewegen. Seit Jahren schon sind viele wirklich spektakuläre naturnahe Gärten zu sehen deren Blütenpracht und deren clevere Pflanzenauswahl zum Nachdenken anregen. Und in jedem Jahr gibt es so etwas wie eine "Trendstaude". In diesem Jahr war es das Geum - vulgo die "Nelkenwurz". Nelkenwurz ist den meisten Gärtnern als robuster, etwas altfränkischer, in der Regel gelb blühender Bodendecker bekannt - er war bisher nicht die Staude meiner Wahl. Aber ich habe gelernt: Geum kann viel, viel mehr! Mittlerweile gibt es eine Vielzahl wunderbarer Züch-tungen, deren feine, eher einfache Blüten auf hohen Stängeln wippen und einen sehr eigenen, ein wenig wilden Touch in Topf und Beet bringen. Gleichtzeitig ist Geum recht hart im nehmen und steckt Wetterwidrig-keiten gut weg. Seinen Namen verdankt die Staude dem nelkenartigen Duft der Wurzeln. Sie wurden früher als preiswerter Ersatz für Gewürznelken genommen. Aber wir wollen nicht an der Wurzel schnuppern, wir wollen uns an den Blüten erfreuen. Und da ist es gut, dass es im Rheinland einen Züchter gibt, der auf Geum spezialisiert ist und uns alle tollen neuen Sorten quasi vor die Haustüre liefert. Im kleinen Ort Würselen bei Aachen sitzen Armand und Hubert Kremer. Sie sind die Eigentümer der Staudengärtnerei Green Globe und Hüter einer Geum-Sammlung von unglaublichen 160 Sorten von denen sie viele auch für den Verkauf weiter kultivieren und die sie auf Anfrage freundlicherweise auch verschicken.

 

Staudengärtnerei Green Globe, Von-Goerschen-Str. 49, 52146 Würselen / www.greenglobe-sammlung.de

Geum "Alabama Slammer", Chelsea Flower Show
Geum "Alabama Slammer", Chelsea Flower Show

Geum first: die Staudengärtnerei Green Globe 


Eine ziemlich kugelige Familie - ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Coccinellidae-Clan
Eine ziemlich kugelige Familie - ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Coccinellidae-Clan

Wer Blattläuse hat, der hat auch Marienkäfer!

2, 4, 5, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 22 oder 24 Punkte, Schwarz auf Rot, Rot auf Schwarz, Schwarz auf Gelb oder ganz Rot oder ganz Gelb, oder gar vollständig Schwarz. Mit scharf umrandeten oder mit fluffig- ausgefransten Punkten, mit rund-kuglig hohem Panzer oder mit oval-flachem Schild. Marienkäfer gibt es in unzähligen Erscheinungen. Über 4.500 Arten umfaßt die große Familie der Coccinellidae, circa 70 davon findet man in unseren Gärten. Gott sei Dank, denn ganz egal wieviele Punkte die kleinen Kollegen auch haben mögen, allen zu eigen ist ihr unstillbarer Hunger auf Blatt- und Schildläuse und auf Mehltau und Schimmelpilze. Ein einziger Käfer verputzt im Laufe seines Lebens um die 3.000 Läuse und ein ungeschriebenes Gartengesetzt lautet: "Wo viel Laus, da viel Marienkäfer". Marienkäfer sind Ihre Gärtnergeheimwaffe im Garten! Sollten Sie also im Moment mitten in einer Blattlauskolonie so eine Art schwarzen "Mini-Lurch" mit roten Flecken finden dann klatschen Sie in die Hände und erzählen den Läusen noch einen Witz bevor die Armen ihr Leben aushauchen. Während seiner Entwicklung sieht der Marienkäfer nicht sehr marienkäferig aus, aber er ist eigentlich ganz leicht zu erkennen. Wußten Sie übrigens dass das Rot des Panzers mit Lycopin und Carotin gebildet wird? Und das Marienkäfer einen Luftspeicher unter den Flügeln haben der sie ganz passabel auf Wasser schwimmen läßt? Und das sie mit 91 Flügelschlägen pro Sekunde fliegen? Und das sie wechselwarm sind? Und das sie, wenn sie Schmacht haben, sich auch schon einmal gegenseitig fressen? Und das sie, wenn man sie ärgert ein grauslich stinkendes und beißendes Sekret aussondern ... aber ja, das wußten Sie bestimmt. Denn jeder, der schon einmal einen Marienkäfer zärtlich auf die Hand genommen hat weiß, dass dieser kleine Banause die nette Geste oft nicht recht zu schätzen weiß.

Aus dem Marienkäferei schlüpfen nach 4-5 Tagen die Larve, die wächst und häutet sich im Wachstum drei Mal. Je nach Käferart kann die Larve auch gelb oder grau sein. Dann klebt sich die Larve mit dem Hinterleib an ein Blatt und verpuppt sich. Nach 6 - 9 Tagen schlüpft aus der Puppe der Käfer und der großen hat Hunger ...

Der Vorblütenschnitt - eine harte Sache.

Der Vorblütenschnitt ist nur was für die ganz harte Gärterin. Denn wer sonst, außer einer kalten Seele, bringt es über sich, im späten Mai / frühen Juni, wenn alle Stauden sich freudig der Blüte entgegenrecken, zur Schere zu greifen und die Pflanze um ca. 1/3 einzukürzen. Erfunden haben diesen Schnitt die mutigen englischen Gärtner - sie haben ihm den hübschen Namen "Chelsea Chop" verpaßt. Ein sanfter Hinweis auf den Zeitpunkt des Schnitts, der ca. um den Zeitpunkt der Chelsea Flower Show rum passieren sollte - also Mitte/Ende Mai. Der Rückschnitt kann bei der ganzen Pflanze durchgeführt werden oder auch  nur bei einem Teil (zB. nur bei den äußeren Trieben um eine schöne runde buschige Form zu erreichen und eine Nachblüte nachdem die Hauptblüte in der Mitte durchgeblüht ist). So oder so sorgt er für einen buschigeren Wuchs, eine verlängerte Blühphase, spätere Blüte (logisch) und mehr Blüten. Ideal ist er für Rudbeckia, Phlox, Sonnenhüten, Astern, Sonnenbraut, Indiaernessel aber auch für Sedum und Katzenminze.

Bottomsup - oder - the Jubilee Triple

Wir waren ja in diesem Jahr einmal wieder in London auf der Chelsea Flower Show. Es war toll wie immer, was sage ich, es war noch toller weil nicht nur ganz London im Blumenfieber war sondern auch ganz England im Königinnenfieber. Her Majesty Elizabeth II feierte 70-jähriges Firmenjubiläum ohne gröbere Fehler. Congrats! Die Barkeeper der Nation nahmen das zum Anlaß der Queen einen Drink zu widmen, von dem bekannt ist, dass sie ihm, ebenso wie ihre Mutter vor ihr, nicht abgeneigt ist. Den sogenannten Jubilee Triple. Das Rezept kommt aus den 1920er Jahren und ist aber - wir haben ihn probiert und können das deswegen mit der Hand auf Schumann's Barbuch schwören - heute noch so modern wie damals. Sie wollen der Queen nachträglich zum Jubiläum gratulieren und ein Glas auf sie heben? Sehr wohl. Hier ist das Rezept: 1 Unze Gin (die Queen schwört auf Gordon's London Dry Gin), 2 Unzen Dubonnet, 1/2 Zitronenscheibe, Eiswürfel. Der Kellermeister des Buckingham Palace rät zu folgender Zubereitung: "Gießen Sie einen Teil Gin und zwei Teile Dubonnet in ein kleines Weinglas oder eine Cocktailschale. Fügen Sie die halbe Zitrone dazu und füllen Sie das Glas mit zwei perfekt proportionierten Eiswürfeln, wobei Sie die Zitrone im Cocktail versenken. (Hinweis: Fügen Sie nach eigenem Ermessen mehr Eis hinzu)". Das, so finden wir, ist höherer Bar-Zen. Wir geben Ihnen lieber noch einen ur-englischen Trinkspruch mit auf den Weg, der da lautet: "May we get what we want, May we get what we need, But may we never get what we deserve. - Bottomsup.

 

Mrs. Margery Fish (1888-196)
Mrs. Margery Fish (1888-196)

Dürfen wir vorstellen:  Margery Fish:

In einer Zeit, in der Frauen noch in erster Linie als verlängerte Kochlöffel wahrgenommen wurden, machte sich die junge Margery Townsend auf um Sekretärin zu werden. Ein unerhörtes Vorhaben für ein englisches Mädchen aus der Mittelklasse. Aber Margery biß sich durch, bekam eine Stelle in der Fleet Street, im wusligen Zentrum der Londoner britischen Presse. Bald arbeitete sie für den Herausgeber der Daily Mail, Tommy Marlowe, später für seinen launisch, mürrischen Boss, Lord Northcliff, der sie dann wiederum seinem Nachrichtenredakteur Walter Fish ans Herz legte. Fish war von Northcliff auserkoren Marlowe zu ersetzen - er brauchte eine ordentliche Sekretärin. Es kam wie es kommen mußte - aus Miss Townsend wurde Mrs. Fish. Sie werden sich nun so langsam fragen: very nice - aber was hat das mit Garten zu tun? Nun ja, jetzt hat es noch nichts

damit zu tun - aber gleich. Es war Krieg, die Deutschen fingen an London zu bombardieren und Mr. und Mrs. Fish zogen aus dem sirenengeschüt-telten London hinaus in das beschauliche Dorf East Lambrook. Dort erwarben sie ein kleines Landhaus - so, und hier nun beginnt endlich die Gartengeschichte der Margery Fish. Das Haus hatte einen großen Garten und Margery Fish, die vorher nie auch nur einen kleinsten Handgriff in einem Garten gemacht hatte, entdeckte ihre Passion für das Gärtnern. Aber es war Krieg, das Grundstück war groß aber es gab keine bezahlten Gärtnerarme, die in der Lage gewesen wären daraus einen Garten im X- oder Y-Stil zu machen. Also erfand Margery Fish einen eigenen Stil und nannte ihn "the Cottage Garden". Sie kombinierte klassische Wildblumen mit "edlen" Stauden, bepflanzte Ritzen und Spalten, erlaubte den Pflanzen die Selbstaussaat und schuf einen maximal kunstvoll informellen Garten. Wenn wir heute also über die berühmte British Border sprechen, dann wäre diese ohne die spät berufene Gärtnerin Margery Fish nicht so populär geworden. Mrs. Fish hat in ihrem zweiten

Leben als Gärtnerin einige Bücher geschrieben, jedes einzelne dieser Bücher könnte heute wieder ebenso geschrieben werden - zahlreiche Stauden wurden nach ihr oder nach ihrem Garten benannt. Unsterblich aber hat sie sich als Schneeglöckchen-Sammlerin gemacht, in ihren Schriften erwähnt sie über 200 Schneeglöckchensorten und wer im sehr zeitigen Frühjahr East Lambrook Manor Gardens besucht, der kann ja mit der Nase am Boden versuchen, auch nur einige davon sicher zu bestimmen. Mrs. Margery Fish sitzt ganz sicher auf dem Ast eines Baumes in ihrem Schattengarten und flüstert leise die richtigen Namen in unser Ohr.... Galanthus elwesii "Godfrey Owen", Galanthus "Ophelia", Galanthus plicatus "Phil Cornish", Galanthus "Ivy Cottage Corporal" ...


Hydrolat - Pflanzenwässer

Hydrolate erleben in der Hautpflege eine großes Revial. Kein Wunder, stecken in ihnen doch alle guten Eigenschaften der Ausgangspflanze aber kein Quent-chen olle Chemie. Hydrolate werden durch Dampf gewonnen. Der Wasser-dampf strömt duch das zu extrahierende Pflanzenmaterial. Der Dampf, gesättigt mit der Pflanzenextraktion steigt auf, schlägt sich oben im Destilla-tor nieder und kühlt wieder ab. Es entsteht eine wässerige Lösung auf der das extrahierte ätherische Pflanzenöl schwimmt. Das Öl wird abgeschöpft und als Pflanzenöl, also zum Beispiel Rosenöl, verkauft. Zurück bleibt das Hydrolat. Es enthält noch einen kleinen Anteil des ätherischen Öls und anderer gelöste

Bestandteile der Pflanze. Hydrolate sind leicht sauer und haben einen ähnlichen PH-Wert wie die Haut. Sie sind deshalb ein großartiges Haut-pflegemittel. Zusammen mit einem reinen Pflanzenöl wie zum Beispiel Himbeerkernöl oder Kaktusfeigen-öl sind sie die ideale Pflege für jeder Haut. Dabei gilt: Öle sollten nur auf die feuchte Haut aufgetragen wer-den. Also zuerst das Gesicht mit einem schönen Hydrolat befeuchten und dann mit einem Öl pflegen. Sie werden nach einer kurzen Eingewöhnung alle Cremes zur Seite legen. Sicher! Aber Achtung: Hydrolate sind kein Parfum, sie duften nicht wie das Pflanzenöl sondern riechen eher grasig grün.

Die Besten finden!

Sie suchen ein ganz spezielles Allium? Oder einen Spezialisten für Helleborus, oder für Narzissen oder für Farne? Kein Problem, denn endlich haben sich zwei schlaue Frauen aufgemacht, um die Adressen all jener fleißigen Hände zusammen- zutragen, die dem Gärtner /der glücklichen Gärtnerin ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Die Garten-journalistin Anja Birne und die Gartenfotografin Marion Nickig haben die 100 spannensten Gärtnereien in Deutschland, der Schweiz und in Österreich portraitiert und verraten uns ihre Lieblings Pflanzenmärkte und Garten-Hot-Spots. Ein wirklich sehr schön gemachtes Nachschlagewerk - ein Reiseführer rund um das Thema Garten. Lange haben wir auf dieses Buch gewartet.


Bergenien - viel mehr als nur Bodendecker.

Wer in seinem Garten Flächen hat, auf denen nichts so recht wachsen will, der sollte einen Blick auf Bergenien werfen. Sie sind wahre Alleskönner - sozusagen die "Ist mir doch egal"-Pflanze des Gartens. Feucht oder knochentrocken? Hell oder schattig? Wurzeldruck oder alleine auf freiem Feld? Ist mir egal sagt die Bergenie und zeigt ihre schönen grünen Blätter und stolzen rosa oder weißen Blüten. Bergenien sind Mitglieder der Saxifraga Familie, also der Steinbrechgewächse. Sie bilden mit der Zeit lange Rizome und neigen dann unschön zum Verkahlen. Aber sie sind leicht zu verjüngen und zu vermehren: einfach die Rizome zurückschneiden, die Kopfstücke des Rizoms einkürzen und wieder in die Erde stecken. Der Bergeniensteckling wurzelt ohne Murren an und aus dem zurückgeschnittenen Rizomende sprießen viele neue frische Blätter. Es gibt frühlingsblühende Bergenien und Herbstblühende, Bergenien mit grünem Laub, mit rotem Laub und solche mit grünem Laub, dass sich im Winter auf das Schönste rot verfärbt. Ich liebe Bergenien als Beeteinfassung und Strukturgeber im Beet. Die Spezialistin für Bergenien (und Geranium) ist Annemarie Eskuche. Ihre kleine Staudengärtnerei in Osterholz, am Rand der Lüneburger Heide ist eine Goldgrube für Staudenfreunde! Bergenien über Bergenien und jede Menge andere Staudenschätze gewissenhaft kultiviert. Glücklicherweise hat die Staudengärtnerei auch einen kleinen Webshop.... Also nichts wie los - füllen Sie Ihre schwierigen Plätze im Garten mit Bergenien, die Auswahl ist riesig, wir machen Ihnen einfach mal ein wenig den Mund wässerig .. als da wären:

Bergenia  "Abendglocken"       * "Admiral"                                               * "Pink Dragon Fly"                 * "Schneekönigin"             * "Rosa Zeiten"

c) Staudengärtnerei Annemarie Eskuche

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Sa

16

Apr

2022

02 / 2022 April

Anzuchtboxen und Saatsiebe von www.the-golden-rabbit.de

April - was für ein Monat!

Es mag ja sein, dass der April noch die eine oder andere Wetterüberraschung bereithält. Aber im Moment fließt Milch und Honig vom Himmel. Die Tulpen blühen schon und die Frühblüher blühen noch. Es herrscht eine zauberhafte Aufbruchsstimmung im Beet. Endlich kann man sehen welche Pflanzen wiederkommen und welche der späte Winter als Tribut genommen hat. Und es sieht garnicht so schlecht aus. Einige vorwitzige Wicken haben den Kälteeinbruch nicht überlebt aber die, die einige Wochen später gesteckt wurden nehmen unbeeindruckt den freigewordenen Platz ein. Rosmarin, Lorbeer und Feigen haben diesen Winter sogar ohne Winterschutz überstanden und stehen besser da als je zuvor. Wir werden sehen was der April noch bringt. Nun ist die beste Zeit um Stecklinge zu schneiden und vor allem um einjährige Schnittblumen zu säen. Cosmeen, Calendula, Wicken, Mohn, Löwen-mäuler, Sonnenblumen und viele, viele mehr scharren mit den Füßen und wollen nun loslegen. Das gleiche gilt für viele Kräuter: Dill, Petersilie, Schnittlauch, Anis, Ysop, Bohnenkraut stehen bereit für einen grandiosen Küchengarten 2022. Nur Basilikum - Basilikum pennt noch - damit wartet man besser noch bis Mai. Aber es wäre ja eh schad' wenn man im Mai nichts mehr zu tun hätte.

c) RHS / The Garden

Dahlien-Stecklinge - aus 1 mach 2 mach 3 mach 4

Einige von Ihnen werden das Thema schon kennen - aber wir werden nicht müde Ihnen die Vermehrung von Dahlien über Stecklinge warm an das Herz zu legen. Warum? Es ist einfach, es ist genial, man kann, ohne die Mutter-Dahlie zu verlieren zahlreiche neue Dahlien ziehen. Es ist ein wenig wie im Märchen! Das Vorgehen ist extrem einfach und in den vier Bildern oben perfekt illustriert: 1) Legen Sie die Mutter-Knolle in ein Pflanzgefäß das mit guter Erde gefüllt ist. Die Krone der Dahlie sollte dabei über der Erde liegen. Sobald sich die ersten Triebe entwickelt haben schneiden Sie diese 2) mit einem scharfen, sauberen Messer unten

(ein wenig in die alte Knolle hinein) ab. 3) Reduzieren Sie die Triebe um die meisten Blätter - es bleiben nur 4 - 6 Triebblätter und setzen Sie sie in gute neue Erde. 4) Gut feucht halten. Nach ein bis zwei Woche sollten sich die Stecklinge bewurzelt haben und sind bereit für die den Umzug in größere Töpfe. Die kleinen Dahlien wachsen dann schnell und und blühen noch im gleichen Jahr. Ein kleines Wunder!

Joseph Monier 1823 - 1906)
Joseph Monier 1823 - 1906)

Unser Mann für das Grobe

Wer den golden Rabbit Blog schon länger liest, der weiß, dass wir eine gewisse Vorliebe für wilde Geschichten von der Seitenlinie haben. Heute wollen wir Ihnen Joseph Monier vorstellen. Monier (1823 - 1906) war der Sproß einer Gärtnerfamilie, aus Nimes, die im Dienst der Herzöge von Uzès standen. Monier stellte sich geschickt an und der Herzog von Uzès lieh ihn gerne an befreundete Güter aus. Auf diese Weise lernte Monier über den Tellerrand zu schauen. Monier bekam die Chance im Jardin des Tuileries zu arbeiten und griff freudig zu. Er war dort für die Orangerie zuständig und pflegte die sensiblen Zitronenpflanzen. Zu dieser Zeit waren die Zitronen in großen, schon damals recht teueren, Holzkübeln untergebracht. Monier suchte nach einer Alternative und er bastelte Kästen, die aus Zement, Sand, Schlacke und Wasser bestanden, einem schon gängigen Zement-Mix. Moniers großartige Idee war es, in dieses Gemisch ein Drahtgewebe einzulegen. Diese neuen Kästen stellten sich als extrem haltbar und super formstabil heraus. Er experimentierte weiter und baute künstliche Landschaften aus Zement und Draht, Grotten und Felsenlandschaften für die Gärten der Oberschicht. Das von ihm erfundene Material wurde "Eisenzement" (ciment et fer) genannt. Auf der zweiten Pariser Weltaus-stellung präsentierte Monier die Erfindung der Öffentlichkeit. Er hielt ein Patent auf seine Erfindung und auf einige weitere Abwandlung hiervon und gründete eine sehr erfolgreiche Firma die Brücken, Häuser, Wasser-

reservoirs und ähnliches baute. In den Wirren des Krieges ging es auf und ab. Monier verkaufte seine Patente an das deutsche Unternehmen Wayss und Freytag (die es heute noch hält), die Steuerbehörde war ihm auf den Fersen, Glück und Unglück gaben sich die Klinke in die Hand. Joseph Monier - der Erfinder des Eisenbetons (heute Stahlbeton), Namensgeber des Moniereisens, stirbt, wie viele große Geister, arm wie eine Kirchenmaus. So sind denn alle Hochhäuser, alle kühnen Türme und Brücken, alle Staumauern, Tunnels, Opern und Flughäfen unserer Zeit, entsprungen aus der Idee, wie man einen einfachen Blümenkübel für Zitronen haltbarer und billiger herstellen könnte. Da sage nun noch einmal jemand, gärtnern würde nichts zum Fortschritt beitragen!


Welche Hacke für welche Aufgabe ... jedes Land hackt anders.

Es gibt so etwas wie nationale Gartengeräte-Vorlieben. Lassen Sie uns also heute einmal einen Blick über den deutschen Tellerand werfen und schauen wie Gärtner rund um die Welt so hacken. Da wäre zum Beispiel die japanische Hand-Hacke: das ist eine eher grobe Hacke deren absoluter Vorzug ein sehr schwerer Kopf ist. Die Hacke ist genial wenn man größere, auch unbearbeitete Flächen von Hand hacken möchte. Diese japanischen Hacken fressen alles ratz fatz weg, ohne die Kraft des Gärtners zu fordern. Etwas feiner, aber auch recht bissig ist die japanische Sichelhacke. Ihr Blatt ist an der Unterseite scharf geschliffen und man kann damit kurz unter der Erdoberfläche schuffeln um neu aufgelaufene Beikräuter zu entfernen. Gleichzeitig aber ist sie so robust, dass man auch richtig mit Wucht hacken kann (sie ist einer meiner pers. Favoriten !). Dann natürlich die normalen Handhacken mit unterschiedlichen Köpfen. Großartig ist hier die Halbmondhacke von Sneeboer - der halb-runde Kopf mit den weit auslaufenden Spitzen eignet sich besonders gut für die Arbeit zwischen Gemüse. Und es gibt noch die Handharke - die ist eine Mischung zwischen Hacke und Harke. Sehr gut wenn größere Flächen zwischen Büschen freigehalten und gleichzeitig glatt gezogen werden sollen. Typisch deutsch ist die Kombi "Hacke und Jäter" also eine Hacke die auf einer Seite ein Hackblatt hat und auf der anderen Seite einen drei- oder zweizinkigen Jäter. Diese Hacke eignet sich wunderbar für die Bearbeitung von Flächen die von flachwurzelndem Beikraut, zum Beispiel Giersch, durchzogen sind. Die Hacke lockert, die Gabel zieht die gelockerten Wurzeln aus dem Boden.

Japanische Hand-Hacke
Japanische Hand-Hacke
Japanische Sichelhacke
Japanische Sichelhacke
Sneeboer kleine Halbmond-Hacke
Sneeboer kleine Halbmond-Hacke
Sneeboer Handharke
Sneeboer Handharke
Sneeboer Kombi "Hacke + Jäter"
Sneeboer Kombi "Hacke + Jäter"

Narzissen - verblüht! Ach schade. Was nun?

Wenn sich Anfang April die Narzissen, müde vom Blühen, zur Ruhe legen - dann ist die <hand des vorausschauenden Gärtners gefragt. Denn nun wird der Grundstein gelegt für die Blüte im nächsten Jahr! In der Zeit direkt nach der Blüte ist in der Zwiebel mächtig was los. Jetzt schon wird hier die Anlage für die neue Blüte im kommenden Jahr gelegt. Wenn die Zwiebel nun nicht genug Wasser bekommt oder zu wenig Futter, dann fällt die Blüte im kommenden Jahr dünn und sparsam aus. Für den schlauen Gärtner heißt das: Abgestorbene Blüten abknipsen damit die Zwiebeln keine Kraft in die Saatbildung steckt. Ausreichend wässern und warten, bis die Blätter der Nazissen absterben. Die Fläche, unter der die Zwiebeln schlummern, mit Kompost gut düngen. Sobald die Blätter abgestorben sind können sie abgeschnitten werden (meist ist es Anfang Juni so weit) dann kann auch das Gießen eingestellt werden. So verlockend es auch ist: binden Sie niemals die Blätter der Narzissen  zusammen um ein wenig Ordnung in das Beet zu bekommen. Sie mögen das nicht und es wirkt sich negativ auf die Blüte im nächsten Jahr aus. Hier muß der Gärtner Unordnung aushalten.

Zwei die sich mögen:

Hase & Ei

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt warum Hasen bunte Eier verstecken, wo doch Hasen ganz gewisslich keine Eier legen? Dann wollen wir heute  Licht in diese tierische Beziehung bringen. Tatsächlich war das mit den Hasen nicht immer so, sie haben den Job des Eierbringers erst um 1678 rum übernommen. Vorher wurden die Ostereier von Füchsen, Störchen und Hähnen überbracht. Gut, das ist (bis auf die Störche) auch nicht viel logischer.... An einem schönen Frühlingsmorgen im Jahr 1678 nun, sinniert ein gewisser Georg Franck von Franckenau, seines Zeichens Mediziner und Botaniker, vor sich hin und beschreibt in seinen Notizen zu seinem neuen Werk "Satyrae medicae" also "Medizinische Satire" den im Süden Deutschlands und dem Elsaß aufkommenden Brauch des Osterhasens. Er schrieb wohlgesetzt in Latein in etwa dieses: "In Südwestdeutschland, in unserer heimatlichen Pfalz, im Elsaß wie auch in Westfalen heißen solche Ostereier die Haseneier. Man macht einfältigeren Leuten und kleinen Kindern weis, diese Eier brüte der Osterhase aus und verstecke sie im Garten im Gras, im Gebüsche und so weiter, man will sie von den Buben umso eifriger suchen lassen zum erheiternden Gelächter der Älteren". So. Damit hatte der Hase den Job und bis heute ist er im Besitz des Ostereier-Monopols. Es gibt zu Ostern die eigenartigsten Bräuche - so bewirft man sich zum Beispiel in Bulgarien mit rohen Eiern. Wenn die Eier unbeschadet bleiben ist das ein Zeichen für ein großartiges Jahr. Mir scheint, die Chance ein großartiges Jahr zu haben, ist als Bulgare ganz besonders gering.


Kleiner Garten à la "Gartenprofi" / c) ZDF
Kleiner Garten à la "Gartenprofi" / c) ZDF

Warum sind deutsche TV-Gartenshows so grauslich ... ?

Ich möchte heute einmal ein persönliches Leid mit Ihnen teilen. Darf ich? Ab und an schaue ich fern - und wenn, dann stolpere ich auch schon mal über Gartensendungen in denen Profigärtner in einen Wettstreit treten um für 10.000 Moppen netten Familien den Garten neu zu gestalten. Am Ende dieses Prozesses soll ein "Traum-garten" stehen. Dieses (an und für sich ja löbliche) Vorhaben wird mit Handschlag besiegelt und ich bin hoffnungsfroh und gespannt was für tolle Dinge aus trauigen Hintergärten entstehen werden. In den dann folgenden Minuten sitze ich aber immer blasser werdend vor dem Bildschirm. Mich erfaßt das kalte Grausen bei dem Gartenbild das hier vermittelt wird. Ein neuer Garten besteht in der Regel aus 80% versiegelter Fläche. Terrassen, Wege, Schotterbeete, Grillplätze, Hüpfburgen ... das Grün darin ist vollkommen zweitrangig und wird kurz vor Schluß noch fix im Gartencenter zusammengekauft. Zack zack Rollrasen gelegt, hier noch schnell einen Kirschlorbeer rein, dort ein paar Gräser - dazwischen ein paar blühende Einjährige gesteckt und oben drauf - wie Kirsche auf Torte - eine Buddha-Statue. Ich bitte Sie, das ist doch kein Garten! Und das dann auch noch von ausgebildeten Gärtnern gestaltet die eigentlich Besseres gelernt haben sollten. Das ist bitter. Irgendwann in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen und den gartenfeindlichen 68igern ist uns in Deutschland die Gartenkultur nahezu vollständig abhanden gekommen. Und es gibt bis heute keine Gegenbewegung die stark genug ist, um

 

gestaltend in die Breite der Gesellschaft zu wirken. Das wäre doch ein Bildungsauftrag für die Öffentlich Rechtlichen. Zumal es ja auch in Deutschland durchaus jede Menge tolle Gärtner und umwerfende Gärten gibt die hier helfen könnten.  Zum Beispiel die Gärtnervereinigung "Gärtner von Eden" - hier findet man eine ganze Reihe guter Gärtner. Alleine in unserer nähren Umgebung gibt es Menschen wie Peter Jahnke, Hermann Gröne oder Michael Große und Staudengärtnereien wie Arends Maubach in Wuppertal. Dort findet man wunderbare Stauden und Anja Maubach - wie im übrigen auch die ziemlich nette Ulla Hannecke in Düsseldorf, von der Gartenberatung "Primerose" helfen einem den eigenen Garten selber (sozusagen mit der Hand am Arm) zu gestalten. Das ist ein ziemlich guter Weg, denn schlußendlich sind es ja Sie, der den neuen Garten pflegen und weiterentwickeln soll. Aber zurück zu der enttäuschenden Rolle der Medien in der Gartenbildung der Deutschen. Ich will hierzu zum Schluß noch eine ganz besonders schauerliche Geschichte erzählen: Neulich habe ich in einer WDR Garten-sendung ein Special zum Thema "Hochbeet" gesehen. Nicht nur, dass dort das Hochbeet schlicht als ein in die Höhe verlagertes Beet vorgestellt wurde. Sie wissen sicherlich, die Idee eines Hochbeets ist, dass es in mehreren Schichten mit Rottmaterial gefüllt ist und so zum einen satt Pflanzennahrung bietet - zum anderen durch den Rottprozess Wärme entwickelt, die die Pflanzen früher und länger wachsen läßt. Nun ja - bis zum WDR hat sich das noch nicht rumgesprochen. In dieser Sendung wurde tatsächlich der Tipp gegeben zur Füllung des Hochbeets (ist ja viel Platz zu füllen) altes Material aus dem Keller zu verwenden - explizit wurde dem geneigten Zuschauer altes Styropor empfohlen. Uff ...!

Rechts: kleiner Stadtgarten in London gestaltet von Henrietta Courtauld, c) Elsa Young, House & Gardens

Around the world in 80 Gardens.

Wer Monty Don mag, der wird diese nette Video-Serie aus dem Jahr 2008 vergnüglich finden. Monty reist rund um die Welt und besucht die schönsten Gärten. Das ist spannend, interessant, lehrreich und lustig und macht Lust darauf sofort die Schuhe anzuziehen und los zu ziehen. Wer also ein wenig Zeit für eine lange Reise im Kopf hat, der folge diesem Link https://youtu.be/E1H3ICZ-etA und reise in die Ferne!

Die schönsten Gärten der Welt.

Und noch ein wenig Material für das Gärnter-Fernweh! Wenn man mal ganz, ganz viel Zeit hätte, und der Geldbeutel immer voll wäre, dann könnte man sehr schön auf die Website "Great Gardens of the World" gehen und dort dann  einen Garten nach dem anderen abklappern. Von Marocco nach Ägypten, von dort nach China, nach Brasilien, nach Italien, nach Portugal, nach Spanien und auf jeden Fall nach Italien.... Sie können sich die Website mal anschauen und sich schon einmal einen kleinen Reiseplan machen ... träumen kostet ja glücklicherweise garnichts. https://www.greatgardensoftheworld.com


 

Kartoffeln ...

 

Wußten Sie, dass Kartoffeln, die ja aus Peru kommen, in Europa erst einmal nur wegen der hübschen Blüten angebaut wurden? So gesehen hat die Kartoffel eine beachtliche Karriere hingelegt. April ist der Monat, in dem Kartoffeln in den meisten Regionen Deutschlands in die Erde sollten. Aber wie und wo anbauen? Kartoffeln lieben leichte bis mittelschwere, gut durchlässige Böden. Staunässe ist ihnen ein Gräul. Und sie sind hungrig - sorgen Sie also dafür, dass die Böden mit Kompost angereichert sind. Man kann Kartoffeln vortreiben - dazu weden sie ähnlich wie Dahlien in mit Erde gefüllte Kisten locker in die Erde gesteckt und feucht gehalten. Sie keimen dann recht schnell vor, sind im Beet schneller am Start und habe so höhere Erträge. Meist aber werden sie direkt gelegt. Dazu zieht man ca 10 - 15 cm tiefe (möglichst gerade) Rillen in die die Kartoffeln in einem Abstand von vier bis fünf Knollen pro Quadratmeter in Reih und Glied gelegt werden. Die Rillen schließen und gut wässern. Wasser ist für die Knollenbildung entscheidend. In den ersten drei Wochen sollte der Boden fein feucht (nicht nass) gehalten werden. Sobald die ersten Triebe geschossen sind sollten sie ein wenig mit Erde angehäufelt werden. So bildet die Pflanze oben am Stängel noch mehr Kartoffeln aus.

Zu guter Letzt: die schönsten Gartenveranstaltungen im Frühjahr 2022!

Da ist natürlich die unvergleichliche, unglaubliche, überwältigende und immer wieder super-coole Chelsea Flower Show: 24. bis 28. Mai, Royal Hospital Gardens, London * Journées des Plantes Chantilly: 13. bis 15. Mai, F-60500 Chantilly * Gartentage auf Schloß Dennenlohe: 26.Mai bis 29. Mai,  91743 Unterschwaningen * Inselfest Mainau: 26. Mai bis 29. Mai, Insel Mainau * Gartenfestival Herrenhausen: 3. bis 6. Juni, 30419 Hannover * Landpartie auf Schloss Bückeburg: 16. bis 19. Juni, 31675 Bückeburg * Bingerden Pflanztage: 17. bis 19. Juni, 6986 CE Angerlo/Niederlande * Gartenfestival Hex: 3. bis 5. Juni.  3870 Heks-Heers/Belgien * Gartenlust auf Schloß Dyck: 16. bis 19. Juni, 41363 Jüchen * 

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Sa

05

Mär

2022

01 / 2022 März

Wir reiben uns verwundert die Augen: gerade einmal Anfang März, der kalendarische Frühlingsanfang ist noch ein paar Wochen hin und doch sprießt es schon an allen Ecken und Enden. Die Frühblüher machen ihrem Namen alle Ehre und sogar die Tulpen, Narzissen und Hyazinthen schieben ihre Blätter schon kräftig durch die noch kalte Erde. In meiner Vorsaat-Box gibt es jeden Tag neue Überraschungen (umso mehr, als das ich im letzten Herbst komplett vergessen habe mir zu notieren was ich da hineingesät habe. Ufff - ein Anfängerfehler und das mir ... ). Kurz: Wäre in der Welt alles gut, dann könnte glatt alles gut sein. Wer jetzt schon aufmerksam auf seine Beete schaut und die auflaufenden Beikräuter im Vorbeigehen hier und da auszupft, der verschafft den kleinen Keimlingen Platz und Licht. Bei mir im Beet ist das im Moment eine echte Sisyphusarbeit - ich hatte im letzten Jahr einem großen Busch Springkraut erlaubt sich dick zu machen. Ich gebe zu, ich liebe es wie die Saamenschoten aufspringen und die Saat mit Tempo raus-schleudern. Jetzt habe ich den Salat: das ganze Beet ist voll von Springkraut-Sämlingen. So schön die Pflanze auch ist, sie ist eigentlich ein Eindringling und macht sich einfach zu mopsig. Also raus damit. Der Monat März ist der Monat der harten Entscheidungen. Was bleibt im Beet? Was muß uns leider verlassen?

Die schönsten: Hex & Bingerden

So langsam melden sich die Gartenfestivals wieder zurück. Das ist toll, denn wir haben sie wirklich vermisst in den letzten zwei Jahren! Auf unserer Reise-Agenda ganz oben stehen Hex und Bingerden. Das Garden Festival Hex

findet in diesem Jahr (bis zum Beweis des Gegenteils) vom 3. bis zum 5. Juni statt. Das schöne Schloß und sein Garten ist unbedingt eine Reise wert. Wenige Gartenfestivals sind so sorgsam kuratiert wie Hex, wir sind immer

wieder verzaubert von der heiteren Stimmung und den tollen Ausstellern. Die Pflanztage in Bingerden sind in diesem Jahr auch auf den Juni verschoben worden (17. - 19. Juni) das wird also ein praller Gartenmonat! Auch Bingerden  ist unbedingt eine Reise wert. Das alte Land- gut hat einen wunderschönen englischen Park und einen nicht minder beeindruckenden Gemüsegarten (mein Favorit!).

Insektenhotels

wir werden von unseren Kunden sehr oft nach "Insektenhotels"  gefragt. Bisher haben wir uns nicht entscheiden können so etwas in das Sorti-ment des golden Rabbit aufzunehmen. Warum? Eigentlich einfach: weil wir es viel besser finden wenn der ganze Garten ein einziges Insekten-hotel ist. Lieber einen kleinen Sack Unordnung akzeptieren und den Insekten Nistmöglich-keiten lassen als in einem ausgeräumten, gefegt und gebohnerten Garten mit großer Geste den traurigen Insekten ein "Hotel" anzubieten. Jetzt

aber sind wir über diese schönen Bienensteine gestolpert - nicht dass wir unsere Meinung geändert hätten - wir sehen sie eher als kleine Addition. Sozusagen als Bienen-3-Sterne-Loft. Die knuffigen Bienensteine sehen besonders schön aus wenn zwei oder drei in Reihe hängen. Wußten Sie, dass so eine werdende Wildbiene ein ganzes Jahr in der Brutröhre verpennt. Nicht viel Check-out Aktivitäten in diesem Hotel....

Der golden Rabbit Aussaat-Zettel

mit den Jahren wird das Gehirn löcherig - ich habe mir vor ein paar Jahren einmal die Mühe gemacht mir einen kleinen Aussaat-Spickzettel zu schreiben. Im Original ist er freilich recht unleserlich und in Handschrift. Nun habe ich ihn für den golden Rabbit schick gemacht und

poliert - eine gute Hilfe im Garten - ich schwör!

Kleiner golden Rabbit-Aussaatzettel.pdf
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Zwei Zweige und eine Idee - voilà: the art of "How to stütze eine Pflanze" ....

Bei meinen vielen Gartenbesuchen fotografiere ich jede Variante an Pflanzenstützungen die mir vor die Augen kommt. Ein paar Hasel- oder Weiden-zweige, eine Idee & eine Schnur und schon haben Erbsen, Dahlien, Bohnen, Lilien & Co. eine hübsche und 100% ökologische, verrottbare Unterstütz-ung. Das hält nur eine Saison - aber viel länger braucht man es ja eigentlich auch nicht. Eine Alternative sind die unsere schönen Staudenstützen von Peacock - einer niederländischen Firma. Diese wiederum, sind so stabil verarbeitet, die halten ganz sicher ein ganzes Gärtnerleben lang ....

Anna Atkins - eine Frau sieht blau

Wenn man heute so die Medien anschaut, dann vergisst man gerne, dass die Fotografie als Bildmedium noch gar nicht so alt ist. Erfunden wurde sie um 1826 also vor schlappen 196 Jahren. Als Erfinder der Fotografie gelten zwei 

Franzosen: Joseph Nicéphore Niepce (1765-1833) und Louis Jaques Mandé Daguerre (1787-1851). Dem Ersteren gelang es 1826 den Blick aus seinem Fenster auf Chlorsilberpapier zu bannen (mit einer irren Belichtungszeit von 8 Stunden!). Der Zweite entdeckte dann durch einen Zufall wie man diese Belichtungszeit durch das Bedampfen mit Queck-silber massiv reduzieren konnte. Während sich die beiden Franzosen, vermutlich (wein)seelig, in ihrem Ruhm sonnten, experimentierte ein Brite

völlig sorg- und ahnungslos in seinen Ferien am Comer See mit normalem Papier, dass er mit einer

Kochsalz/Silbernitrat-Lösung tränkte, darauf Gegenstände legte und es der Sonnenstrahlung aussetzte. Die belichteten Flächen verfärbten sich, die abgedeckten Flächen blieben weiß. William Henry Fox Talbot - eben jener lazy vor sich hin urlaubende Engländer, war begeistert und nannte seine Erfindung "sciagraphs" also "Schattenzeichnungen".  Als er dann etwas später erfuhr, dass Niepce und Daguerre schon ein wenig weiter waren hat er schnell noch die Erfindung des Negativ/Positiv-Abzugs hinterhergescho-ben. So konnten Fotografien vervielfältigt werden. Allen 3 Herren gebührt also ohne Zweifel die Krone. Nun werden Sie sich (und mich) fragen: so weit so gut, aber was hat das mit Anna Atkins zu tun? Nun ja - eine ganze Menge. 

Denn wenn Niepce, Daguerre und Talbot die ersten Männer waren, die Fotografie angewendet haben - so war Anna Atkins ohne Zweifel die erste Frau. Atkins war Botanikerin und die Tochter von John Georg Children,  

einem Naturwissenschaftler und Universalgelehrten. Beide lernten Talbot kennen und den britischen Physiker John Herschel, der in die-ser Zeit ebenfalls mit Lichtdrucken experimentierte und in seinem Verfahren statt Silber, Eisen verwendete. Seine sogenannten "Cyano-typien" waren blaue Blätter auf denen die abzubildenden Objekte weiß waren. Anna Atkins war von der Technik begeistert und verfei-nerte sie. Ihre erste große Arbeit war eine selbst verlegte Publikation mit Cyanotypien aller in England vorkommenden Algenarten. Und eben dieses Buch ist soeben in einem schönen Reprint im Verlag Klinkhardt & Biermann erschienen. Mit schlauen Texten und den

eigenartigen, zwischen Abstraktion und Präzision schwankenden Lichtdrucken von Anna Atkins - der ersten Fotografin überhaupt! So, und wenn Sie nun die Corona-Langeweile mit der Produk-tion von Cyanotypien überbrücken wollen - warum nicht? Man nehme ein saugfähiges Papier (oder einen Stoff), tränke ihn mit einer Mischung von grünem Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumferrycyanid. Hört sich giftig an - ist es aber nicht (auf jeden Fall nicht so arg). Dann wandert man durch den Garten und sucht sich jede Menge coole pflanzliche Fotomodelle. Gute Anleitungen zur Cyanotypie findet man leicht im Internet, z.B. bei  Lomography.de


Nachschub für die Lilienhähnchen!

Wie, Sie kennen Lilienhähnchen nicht? Wenn das so ist, dann haben Sie vermutlich keine Lilien im Garten. Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) sind wirk-lich exquiste und hübsche Käfer. Entdeckt man sie, so ist man geneigt, sich über sie zu beugen und ihre elegante Form und ihre wunderschöne siegellackrote Färbung zu bewundern. Aber hola - diese Schönheiten haben eine dunkle, schmierige klebrige, ja ich versteige mich sogar zu sagen "eklige" Seite! Denn so hübsch die Käfer auch sind, sie kleben ihre Eier unter die Blätter der Lilien und aus diesen Eiern werden später (näm-lich ungefähr dann, wenn man sich auf eine schö-ne Lilienblüte freut) Larven, die sich mit einer


dicken Hülle aus ... nun ja ... Kacka umhüllen. Sie schaffen es eine Lilie innerhalb kürzester Zeit vollständig zu massakrieren. Stehen bleibt ein klebriges, zerfressenes Skelett voller, in Kotbeutel träumender, Larven. Traurig! Deshalb gilt: Lilienhähnchen absuchen! Die Käfer sind schlau - wenn sie das Ge-fühl haben angegriffen zu werden lassen Sie sich fallen, drehen sich auf den Rücken und strecken dem Gärtner ihren schwarzen Bauch entgegen. So sind sie auf dem dunklen Boden kaum mehr zu finden. Aber wir sind schlauer! Wenn Sie auf Lilienhähnchen-Jagd gehen - nehmen Sie eine Zeitung oder ein helles Tuch mit und breiten es vorsichtig unter der Lilie und dem nichtsahnenden Lilienhähnchen aus. Lilienhähnchen sind eine Plage, aber sie sollten sich von ihnen auf keinen Fall die Freude an Lilien im Garten vermiesen lassen. Rüsten Sie einfach auf: verdoppeln Sie die Anzahl der Lilien in Ihrem Garten. Das geht ganz einfach den Lilien lassen sich leicht selber vermehren. Die einfachste Vermehrungsart ist, die Lilienzwiebeln zu teilen. Das geht nicht mit allen Lilienzwiebeln sondern nur, wenn sich die Zwiebel quasi schon selber geteilt hat. Experten nennen eine solcherart geteilte Zwiebel "Doppelnase" oder bei einer Dreierteilung "Dreiernase". Diese Zwiebeln kann man entlang der Teilung vorischtig auseinander trennen und neu

Lilienzwiebel mit "Doppelnase"           Entfernen der Schuppen                           Lilienschuppen                          Schuppen in Erde stecken                                       Brutzwiebeln

einpflanzen. Lilien können auch aus Samen gezogen werden. Allerdings dauert es dann einige Jahre bis die Pflanze groß genug für eine Blüte ist. Aber wirklich spannend ist: man kann Lilien aus den "Schuppen" der Lilienzwiebel ziehen. So werden heutzutage die meisten Lilien gezogen. Dazu werden die "Schuppen" vorsichtig von der Zwiebel gelöst, mit der Bruchkante nach unten in ein Sand-Erdgemisch gesteckt und gut feucht und warm gehalten. Nach dieser Zeit erscheinen auf den Schuppen kleine Brutzwiebeln. Diese werden dann vorsichtig weiter kultiviert und sobald sie groß genug sind in das Freiland gepflanzt. Auch die Lilienzucht aus den Brutschuppen braucht ein klein wenig Geduld aber sie ist eine gute Idee, denn eine große Lilien-zwiebel hat um die 20 Schuppen und im Schnitt erscheinen 2-3 Brutzwiebeln pro Schuppe. Sie werden also dem Lilienhähnchen ein Buffet von nahezu 50 neuen Lilien kredenzen können. Es wird so verwirrt sein, dass es vor lauter Verzückung nicht ein noch aus weiß. Voilà - gewonnen!

Herbst-Anemonen -

Hätten Sie gedacht, dass die prächtigen Herbst-Anemo-nen und das bescheidene Windröschen aus der gleichen Pflanzengattung stammen? Jep, so ist es! Herbst-Anemonen wurden von fleißigen Botanisierern aus China, Taiwan und/oder Japan nach Europa gebracht und 1908 von Pierre Louis Victor Lemoine, einem mächtig  berühmten französischen Gärtner und Pflanzenzüchter, in seinem Verkaufskatalog beschrieben, benannt und ganz Europa zum Kauf angeboten. Seither haben sich Herbst- (Japan-, oder China-) Ane-monen einen festen Platz in den Gärten erobert. Das ist wenig verwun-derlich, denn wenn sich die Pracht der Sommerblumen im Beet dem Ende zuneigt, dann übernehmen die Herbst-Anemonen das Regiment, blühen unermüdlich bis weit in den Herbst hinein und schmücken dann im tiefen Winter den Garten auf das Schönste mit ihren plüschigen Saat-

köpfchen. Unterschieden werden zwei Varietäten: Anemone hupehensis 

var. hupehensis. Sie kommt ur-sprünglich aus Taiwan und China. Und die Anemone hupehensis var. japonica, sie ist in Japan und China beheimatet. Dem Laien ist es so gut wie nicht möglich diese beiden zu unterscheiden aber das ist eigentlich auch egal, denn schön sind sie beide und beide verlangen die gleichen Pflanzbedingungen. Anemonen fühlen sich in halbschattigen Plätzen mit frischem, humosem Boden wohl. Je heller sie stehen umso kräftiger

wachsen und blühen sie. Und je feuchter der Boden ist, umso mehr Sonne vertragen sie. Sie bilden mit den Jahren große Horste. Wenn diese zu viel Platz im Beet einneh-men kann man sie im zeitigen Frühjahr gut teilen. Herbst-Anemonen sind - so will ich hier einmal schlank behaupten, die perfekten Stauden für den faulen Gärtner!


Blumen für den Hund!

Wer schon einmal im fernen Bilbao war, der ist in dieser schönen, Stadt bestimmt über einen großen Hund gestolpert. Man kann ihn eigentlich überhaupt nicht übersehen. Der zwölf Meter hohe Hund aus Blumen, "Puppy" genannt, ist eine Arbeit des amerikanischen Künstlers Jeff Koons. Der Hund (übrigens ein West Highland White Terrier) sitzt vor dem Guggenheim Museum Bilbao und schaut über das ehemalige Hafen-gelände. Die 38.000 Pflanzen auf der Skulptur werden zweimal jährlich ausgetauscht. Ringelblumen, Begonien, Petunien und Fleißiges Lieschen bilden ein wild durcheinanderblühendes Fell. Nun, nach fast 24-jähriger Standzeit muß die Stahlkonstruktion im Inneren des "Puppy" saniert werden und das Museum bittet in einer Crowdfunding-Kampagne um 100.000 Euro um die Skulptur zu sanieren. Schon 62.628 Euro sind zusammengekommen. Haben Sie mal einem Euro für einen Hund ?

Palindrome für Gärtner

Zu wissen was ein Palindrom ist, gehört nicht unbedingt zur kleinen Gärtner-Grundausbildung. Aber mit Palindromen kann man fein Eindruck schinden! Palindrome sind Worte, Sätze oder Daten die man von vorne wie von hinten lesen kann. Es gibt für die Kindsköpfe unter den Gärtnern eine Menge schöner Palindrom-Garten-Sätze. Darf ich Ihnen meine Lieblinge verraten - es sind Sätze voller verrätselter Poesie. Als da sind: Horsts Beil liebt's roh * In Nagold legen Hähne Geld, log Anni * Leg in eine so helle Hose nie'n Igel * Nie leg Raps neben Spargel ein! *

O Tulpe, Pluto! * Pur ist Saft fast Sirup * Thea, man renne, wenn Erna maeht! .... Sei fein, nie fies oder ein besserer Tipp, Sei lieb - nebenbei lies!

Gartengerätehalter "Hooki" bei www.the-golden-rabbit.de

Hans Carl von Carlowitz

Sollten Sie nicht wissen wer das war, dann kann ich Sie beruhigen. Das ist keine Bildungslücke! Aber wenn Sie nun mehr über diesen Herrn lernen, dann werden Sie bei jedem Gespräch zum Thema "Nachhaltigkeit" glänzen können. Denn: anders als heute viele denken, haben nicht die Grünen den Begriff der Nachhaltigkeit erfunden sondern - genau - eben jener Hans Carl von Carlowitz  (1645 - 1714). Der war ein Sproß einer großen sächsischen Adelsfamilie die auf der Burg Rabenstein im Erzge-birge residierten und sich seit Generationen mit der Verwaltung der dortigen Wäldern befasste.  Nun war das Erzgebirge, ähnlich wie der Schwarzwald, so etwas wie der Ruhrpott der damaligen Zeit. Holz wurde

zur Verhüttung von Erz benötigt, zum Bau der Städte, zur Glasherstellung. Ohne Holz lief garnichts. Das führte zu einer rasanten Abholzung der großen alten Wälder. In dieser Zeit verschwanden 70% des deut-schen Waldes. Der recht schlaue Hans Carl von Carlo-witz begriff, das das eine schlechte Idee war und entwickelte in seiner Schrift "Sylvicultura oecono-mica, oder haußwirtschaftliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht" erstmalig die Idee einer nachhaltigen Waldbewirt-schaftung und prägte so en passant den Begriff der "Nachhaltigkeit".

Knoblauch-Reserve neben dem Zatar
Knoblauch-Reserve neben dem Zatar

Knoblauch-Reserve-Depot

Ich bin mir sicher, das ist Ihnen auch schon passiert: es ist Sonntag, in der Küche legen sich Koch/Köchin ins Zeug um den Liebsten einen sensa-tionellen Teller Spaghetti aglio e olio zu zaubern und dann: kein Knob-lauch mehr da! Man kann beim Kochen ja schon viel zaubern - aber Knoblauch läßt sich ziemlich schwer  ersetzen. Jetzt ist die richtige Jahreszeit um vorzusorgen. Legen Sie sich Ihre eigene "Knoblauch-Not-Reserve" an. Wie? Das ist ganz einfach: kaufen Sie sich auf dem Markt einen Knoblauch beim Biostand, brechen Sie die einzelnen Zehen raus und stecken sie irgendwo auf eine freie Stelle - im Garten, im Blumentopf, im Pflanzsack - egal! Der Knob-lauch wird dort leise vor sich hinwachsen und auf den besagten Sonntag warten. Sie werden lässig die kleine Not-Knoblauch-Knolle präsentieren und der Koch wird Sie auf ewig bewundern (und die Esser sowieso).


März - der Monat um Stauden zu teilen

Der März gehört mit zu den betriebsamsten Gartenmonaten. Jetzt müssen langsam Tomaten, Auberginen, Artischocken, Paprika und Chilis vorgezogen werden. Die erste Blumensaat kann in die Erde und es ist die beste Zeit um Stauden aufzunehmen und zu teilen. Entweder um die Staude zu verjüngen oder um aus einer schönen Pflanze zwei oder gar drei schöne Pflanzen zu machen. Der schlaue Gärtner kann so mit Geduld und Umsicht seinen Garten (und viele Nachbarsgärten) aus eigenen Beständen füllen. Das Teilen von Stauden macht ein wenig Arbeit - aber es ist wirklich einfach. Es gilt der Merksatz: Sommerblühende Stauden werden am besten im zeitigen Frühjahr geteilt (März bis Mai) oder im Herbst. Sollte der Herbst zu nass sein, ist es besser auf das Frühjahr zu warten. Frühlingblühende Stauden (wie zum Beispiel Iris) sollten nach der Blüte im Sommer (Juni - August) geteilt werden. So haben sie bis zum kommenden Frühjahr genug Zeit neue Wurzeln zu bilden. Aber wie teilt man denn nun Stauden am besten?

 

Graben Sie die Staude vorsichtig mit einer Grabegabel aus. Arbeiten Sie dabei nicht zu nah an der Pflanze sondern arbeiten Sie sich von außen an den Wurzel- ballen heran. Ziel ist es so wenig Wurzeln wie möglich zu beschä-digen. Nehmen Sie den Wurzel-ballen hoch und schütteln Sie die

Erde gut ab damit die Pflanze in ihrer Struktur gut erkennbar ist.

Manche Pflanzen bilden kleine Tochterpflanzen an ihren Wurzelballen aus. Diese kann man einfach mit der Hand von der Mutterpflanze trennen und einpflanzen. Auch kleinere Stauden mit faserig verschlungenen Wurzelballen können leicht von Hand auseinandergezogen und in einzelne Teile geteilt werden.


Harte Arbeit ist das Teilen von Stauden die große, kompakte, beton-harte und eng verwurzelte Wurzelballen haben. Hier braucht auch der sanfteste Gärtner ein wenig Gewalt. Entweder man trennt diese Wurzelballen mit einem scharfen Spaten, oder einem Messer oder man setzt zwei Grabegabeln ein und stemmt den Ballen in der Mitte auseinander bis er bricht. Bei solch' harten Jungs kann auch ein scharfes Messer, eine Säge, eine kleine Axt oder ein Haumesser hilfreich sein. Achten Sie auf glatte Schnitte, es sollten so wenig Verletzungen wie möglich am Wurzelwerk sein.

So, nun haben Sie aus einer großen Pflanze viele kleine Pflanzen gemacht - die müssen jetzt schnell und mit viel Liebe in neue Pflanz-löcher wandern. Bereiten Sie die Pflanzlöcher mit guter Erde und einer Handvoll Kompost auf, setzen Sie die kleinen Pflanzen ein und gießen Sie sie sehr groß-zügig (am besten mit einer schönen HAWS-Gießkanne ;-) ) an, damit sich die Hohlräume zwischen den Wurzeln mit Erde füllen und die Pflanze gut eingeschwemmt wird. In der nächsten Zeit darauf achten, dass die Pflanze nicht austrocknet.


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Di

23

Nov

2021

03 / 2021 November

Herbst: Bilanzsaison im Garten!

wer mich im Moment sucht, der findet mich (wenn ich nicht gerade unermüdlich für den golden Rabbit rackere) grübelnd und frierend auf einem Steindörpelchen sitzen. Ich schaue auf meine Beete und denke so vor mich hin. Der Herbst ist die Bilanzsaison des Jahres. Was hat funktioniert? Was war brilliant aber leider dumm? Bei mir lautet die Bilanz kurz und knapp: die Frühblüher waren umwerfend, die Stauden soweit ganz fein, die Rosen haben sich die Seele aus dem Leib geblüht. Meine Ernüchterung im Gartenjahr 2020 heißt: Dahlien. Die sind in diesem kühlen Jahr so unglaublich spät in die Puschen gekommen. Und erst jetzt, wo Väterchen Frost schon auf dem Ast des nächsten Baumes sitzt, sich die Nägel poliert und wissend lächelnd vor sich hinpfeift, blühen sie noch wie verrückt. Nun, es war anders geplant. Aber ein Garten ohne Dahlien ist ja auch Nix also werden sie im nächsten Jahr früher vorgetrieben und wir versuchen es aufs Neue. Ein echter Gärtner läßt sich von solchen Petitessen nicht unterkriegen! Jetzt schließen wir erst einmal das letzte Jahr ab. Zeit die Scheren und Werkzeug gründlich zu putzen, zu schleifen und zu ölen. Noch schnell von dem einen oder anderen Liebling Saatgut zu sammeln, neue Stauden und Sträucher zu setzen... und dann schleicht sich auch schon wieder Weihnachten an .... immer wieder erstaunlich wie unvermittelt das vor der Türe steht. Wir haben in diesem komplizierten Jahr alles gegeben um unser Lager gut zu füllen. Aber es zeichnet sich ab, dass es mit Lockdown & Co. in den nächsten Wochen nicht so ganz unbeschwert werden wird. Wie wäre es also, wenn Sie shon jetzt mit den Weihnachtseinkäufen beginnen ? Dann können Sie sich im Dezember lässig zurücklehnen und dem Weihnachtsmann bei Portwein & Keksen einen Schwank aus Ihrer Jugend erzählen.

Spätherbst: sich jetzt einen Garten wie Piet Oudolf anlegen!

Nehmen wir einmal etwas ganz und gar Unwahrscheiliches an. Nehmen wir an, Sie haben einen Vorgarten, und den haben Sie irgendwann (vielleicht sogar auf Anraten eines "Profis") mit einer Plastikplane unten und mit mattgrauem Schotter oben versehen. Das alles in der Annahme, so für immer irgendwie "Ordnung" zu schaffen (Sie wissen ja, solche Gärtnen nennt man auch "Gärten des Grauens" - die schönsten Exem-plare sind hier zu finden). Nun aber schwant Ihnen: das war eine däm-liche Idee (Joo. Das war es!) und Sie möchten sich gerne vom unorgani-schen Plastik und vom toten Schotter trennen. Dann habe ich eine gute Nachrichten für Sie: tun Sie es jetzt, denn der Spätherbst ist eine super Zeit um sich einen Staudengarten anzulegen. Warum einen Staudengar-ten? Einfach: ein Staudengarten kann hexen: er erfüllt all Ihre Wünsche

Wenn er dicht eingewachsen ist, muß man ihn nur noch mäßig pflegen und weniger gießen muß man sowieso, weil nicht mehr so viel Wasser verdunstet. Er  ist okölogisch wertvoll und sieht sommers wie winters gut aus. Wer eine Gestaltung mit Gräsern wählt, der macht es sich noch ein wenig leichter. Unser holländischer Werkzeuglieferant Sneeboer hat den

vermutlich besten Gartendesigner für Stauden- und Gräserpflanzungen, Piet Oudolf,  gefragt, welches Werkzeug seiner Meinung nach für die Arbeit in einem großartigen Staudengarten à la Oudolf unverzichtbar sind: der Meister wählte eine klassische Handschaufel und eine Hand-hacke. Wir verraten Ihnen also hier und jetzt ein Geheimnis für das perfekte Weihnachtsge-schenk für Menschen die ihre Plastikwüste los-werden wollen: wie wäre es mit dem "How-To" Buch über die Gärten von Piet Oudolf - zur Inspiration - mit den Oudolf 

Schäufelchen und der Handhacke - zum sofortigen Start und dann viel-leicht noch etwas Saatgut? Alles im Rabbit zu bestellen & off we go!

ammophilus, anceps oder amplissimus?

Also für Nichtlateiner: "Sand liebend", "Zweiseitig / Doppelköpfig" oder "Sehr gross". Wer sich etwas tiefer mit seinen Gartenpflanzen beschäftigt kommt an lateinischen botanischen Pflanzennamen nicht wirklich vorbei. Und das ist eigentlich gut so: denn wenn man sich auf dieses Abenteuer einläßt, dann stellt man fest, die botanischen Namen auf Latein beschreiben die Pflanzen sehr fein und genau. Das Buch "Latein für Gärtner" gehört in jede gute Garten-bibliothek. Über 3.000 botanische Begriffe werden knapp und gut erklärt. Erweitert um wunderbar illustrierte Einzelportraits größerer Pflanzen-familien und - und das hat mich besonders für dieses schön gemachte Buch eingenommen - einen kleines "Who is Who" der einflußreichsten Botaniker. Vergnüglich und lehrreich und ein großartiges Weihnachts-geschenk, das Sie natürlich in unserem Onlineshop finden!

Yayoi Kusama

In Ihrer Jugend hatte die japanische Künstlerin Yayoi Kusama eigenartige, übersinnliche Erscheinungen. So lag sie in einer Wiese und von überall her strömten aus den Blumen Punkte auf sie zu und umfingen sie. Oder sie hörte Kürbisse zu sich sprechen. Dies mag der eher unglücklichen Kindheit geschuldet sein oder der Tatsache, dass Kusamas Eltern eine Gärtnerei betrieben in der sie Jungpflanzen zogen und Saatgut (auch das von Kürbissen) gewannen. Sei es wie es wolle, seit dieser Kindheit ist die 92 jährige Künstlerin besessen von einer eigenwillig ordentlichen organi-schen Unordnung, von der Unendlichkeit, von Punkten und von Kürbis-sen. Eigentlich sollte in diesem Winter im Museum Ludwig in Köln eine große Yayoi Kusama Retrospektive gastieren. Aber das Virus sorgt für Verschiebungen. Als fetten Trost kann man sich den großartigen Film Kusma:Infinity anschauen (bei https://de.chili.com streambar)

Wir wollen Ihnen so gerne einen Korb geben...

... natürlich nur einen für Ihre Gartengeräte! Seit Jahren sind wir auf der Suche nach einem schönen, guten, stabilen Weidekorb. Einen Korb, in den man seine 7-Gartensachen einfach kopfüber stecken kann, sodass sie immer griffbereit sind und nicht herumfliegen. Einen schönen Korb, der in guter alter Handwerkstradition gefertigt wird. Nun endlich sind wir bei Chris Baxter fündig geworden, einer freundlichen Handwerkerin aus dem wilden Sherwood Forest. Chris erntet die Weide bei sich auf dem Gelände und fertigt dann, Stück für Stück die schönsten kleinen Geräte-körbe für uns. Die Weide ist für diese Körbe das ideale Material, sie ist hart im Nehmen aber doch so weich, dass die Spitzen von Scheren oder Handschaufeln nicht beschädigt werden. Nur wenige hier vorrätig ...

Floriade 2022 - Almere

1960 in den Niederlanden gegrün-det, findet die Floriade, eine Garten-Mega-Show, alle 10 Jahre statt.

2022 ist es wieder einmal so weit. Vom 14. April bis zum 9. Oktober richtet Almere, eine junge Stadt  an Gooimeer und Ijselmeer die Show aus. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, denn neben der Ausstellung sind in der Region noch weitere nette Dinge zu besuchen. Da wären zum Beispiel: das Land Art-Projekt Flevoland mit Arbeiten von Daniel Liebeskind oder Richard Sierra oder das Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen. Wirklich interessant aber ist auch ein Besuch der Stadt. Almere wurde erst 1976 gegründet.

Schafstall für die Almerer Schafherde / 70F
Schafstall für die Almerer Schafherde / 70F

Die Stadt steht auf neu gewon-nenem Land. Die Architektur ist umwerfend spannend. So gut wie alle führenden Architekten haben in Almere gebaut und es gibt eine Unzahl von irren Tiny Houses. Vermutlich ist Almere nicht nur die einzige Stadt mit einer komunalen Schafherde

(sie zählt immerhin 160 Ohren) sondern auch die Stadt mit dem unbestreitbar coolsten Schafstall aller

(gebaut vo 70F). Und dann gibt es natürlich noch den Keukenhof - nur müde 60 km entfernt und sogar mit den Öffis zu erreichen. Wer hungrig ist kann in Naarden bei Paul Fagel in seinem Restau-rant Arsenaal hervorragend essen und (wenn man Geld loswerden

will) kann man sein Basecamp in Weesp in einem wirklich großartigem Zimmer in einem alten Glockenturm - The Clock Tower - auf-schlagen oder es sich im gemütlichen Vesting Hotel in Naarden für ein paar Tage bequem machen.

 

Floriade 2022: https://floriade.com * Architektur-Touren: https://www.architour.nl/de/almere-2/ * Hotels: The Clock Tower / https://clocktower.nl oder Vesting Hotel / http://www.vestinghotel.nl * Restaurants: Arsenaal Restaurant / https://arsenaalrestaurants.nl/

Riesen-Kürbis / Cucurbita maxima beim Giant Pumpkin Festival in Elk Grove / Kalifornien
Riesen-Kürbis / Cucurbita maxima beim Giant Pumpkin Festival in Elk Grove / Kalifornien

Kann man Bischofsmützen essen ?

Butternut, Hokkaido, Muskatkürbis, Spaghettikürbis, Bischofsmütze, Gelber Zentner, Patisson, Squash, Riesen-Kürbis - das große Kürbis-Universum ist ein einziges Wunderland! Das macht es für Gärtnerinnen und Köche schwer - weiß man doch oft nicht: ist das ein Kürbis für die Dekoration oder für die Küche? Und wenn für die Küche, dann essbar mit der Schale oder doch lieber ohne? Sehr vereinfacht kann man sagen: je wilder sie aussehen umso wahrscheinlicher sind es Deko-Kürbisse - aber wie immer: keine Regel ohne Ausnahmen - lassen Sie uns einfach mal einen Blick auf die gängigsten Kürbisssorten werfen (klar: das Saatgut haben wir natürlich auch) - fangen wir doch gleich mit dem Dicksten an. Der Riesen-Kürbis, Cucurbita maxima. Ein Kürbis perfekt für Gärtner-Wettbewerbe und für Babybrei - das klingt absurd aber in der Tat werden die Sorten dieser Kürbisfamilie von, im engeren Sinn des Wortes, größenwahnsinnigen Gärtnern zu gigantischen Kürbissen von bis zu 900 kg herangezogen. Bizzare Ungetüme. Gleichzeitig ist das Fruchtfleisch der Riesen-Kürbisse, zart in Geschmack und Textur, weitestgehend frei von Fasern und wir daher gerne in Suppen verkocht, in Konserven verarbeitet und an hungrige Kleinkinder verfüttert. Kochbar ohne Schale - nur das Fruchtfleisch. Dann wären da noch der

Butternut-Kürbis, Hokkaido und Patisson

Butternut Kürbis er ist an seiner typischen Birnenform gut zu erkennen, die Schale ist blassgelb und glatt, sein Fruchtfleisch ist fein, leicht süßlich und eben irgendwie "butterig" in der Konsistenz. Man kann die Schale mitessen - aber besser ist es, den Kürbis zu schälen denn die Schale ist hart und benötigt länger zum Garen als das feine Fruchtfleisch. Ein sehr guter Speisekürbis! Der Hokkaido, kommt, man ahnt es schon - aus Japan. Genauer gesagt von der japanischen Insel Hokkaido. Dort heißt er freilich nicht Hokkaido sondern "Uchiki Kuri". Diese Kürbissorte hat bei uns in den letzten Jahren einen rasanten Siegeszug hingelegt. Die große Beliebtheit kommt vermutlich daher, dass der Hokkaido mit 1-2 Kilo in jede Einkaufstasche passt und das er zackzack mit der Schale gekocht werden kann. Lecker ist er auch - was will man mehr? Klein und lecker und etwas ausgefallener sind die Patisson Kürbisse (auch UFO-Kürbis genannt), es gibt sie in vielen Färbungen aber allen gemein ist ihre flache Form mit den gewellten Rändern. Backen, füllen, grillen, gekocht oder roh Patissons sind ideal für die Küche und übrigens mit Schale essbar. Die Bischofsmütze wiederum wird oft nur als Zierkürbis verkauft, ist

Bischofsmütze, Muskatkürbis und Sucrine de Berry/Französische Beere

aber eigentlich ein recht guter Speisekürbis mit einem etwas mehligen, fein-nussigen Fruchtfleisch. Die Schale ist sehr hart und wird nicht gegessen. Der urige Muskatkürbis gehört zu der Familie der Moschus-Kürbisse. Diese sind meist eher flachrund und tief gerippt. Die Schale kann warzig oder glatt sein. Ihr Fruchtfleisch ist süßlich, eher faserig und von leuchtendem Orange. Duft und Geschmack erinnern ein wenig an Muskat. Die Schale ist essbar aber hart. Die Früchte bringen bis zu 20 Kilo auf die Wage. Uff! Die Französische Beere hingegen ist ein sehr guter Speisekürbis mittlerer Größe (bis 4 kg) mit einem hervorragenden, intensiven Kürbisaroma. Die Schale ist hart und sollte vor dem Kochen entfernt werden. Dann gibt es noch den Roten und den Gelben Zentner - beides klassische Speisekürbisse die in der Küche (ohne Schale) oft für Chutneys, Püree und Suppen verwendet werden. Wenn Sie jemanden gefunden haben, der Ihnen den Muskatkürbis trägt dann nehmen Sie den auch mit, wenn Sie sich einen Gelben oder Roten Zentner kaufen - diese Kürbisse bringen bis zu 40 Kilo auf die Waage. Wenn Ihnen ein

Roter Zentner, Hubbard Kürbis und Sweet Dumpling

Kürbis über den Weg läuft, der wie ein verbeulter Rugby Ball aussieht, dann ist es vermutlich ein Hubbard Kürbis. Hubbard Kürbisse gibt es in vielen Farben und mit glatter und hubbeliger Schale. Sie sind nicht leicht zu knacken (hier erübrigt sich die Frage ob man sie mit oder ohne Schale essen soll) zeichnen sich dafür aber durch eine extrem lange Lagerfähig-keit von bis zu 3 Monaten aus. Sie haben ein sehr aromatisches Frucht-fleisch. Und dann wären da noch die Sweet Dumpling Kürbisse - knuffig und klein wie sie sind, mit ihrer wild  gesprenkelten Schale geben sie den exentrischen Onkel in der großen Kürbisfamilie. Sweet Dumplings kom-men ursprünglich aus Mexiko. Wegen ihres putzigen Aussehens werden sie oft nur als Zierkürbis verwendet aber die Kleinen haben es faustdick hinter den Ohren, das Fruchtfleisch ist fest, zart sehr wohlschmeckend - und (yippy) auch den Sweet Dumpling kann man mit Schale verputzen.

Ein Gläschen Chutney für die Queen

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Schwie-germutter die schon alles hat. Also, ich meine wirklich ALLES. Was da schenken? So ging es Kate Middleton bei der Suche nach einem Geschenk für die Queen. Groß war die Verzweiflung, da besann sich dieses schlaue Kind auf eine alte Weisheit: "Selbst-gemacht ist immer gut!" und kochte für die Queen ein Kürbis-Chutney nach altem Middelton'schem Hausrezept. Sie haben eine Königin zu beschenken? Gut, dann haben wir hier das Rezept!

Zutaten "The Queens Chutney" (für 8 Gläser):

1.8 kg Muskatkürbis, entkernt und in Würfel geschnitten, 4 mittelgroße Zwiebeln, gepellt und in Stücke geschnitten, 3 Äpfel, geschält, entkernt und in kleine Stücke geschnitten, 225 g Sultaninen oder Rosinen, 225 g Datteln, einsteint und grob gehackt, 600 ml Malzessig, 900 g Brauner Zucker, 1 Teelöffel Salz, 2 Esslöffel gemahlener Ingwer, 2 Esslöffel "pickling spice" - also eine Gewürzmischung aus: Senfsaat, Koriander, Nelken, Piment, Paprikaflocken, Lorbeerblätter und  1/2 Zimtstange - alles in ein kleines Stück Stoff geknotet.

How to make:

Füllen Sie alle Zutaten in einen großen Topf und setzten Sie diesen bei geschlossenem Deckel auf mittlere Hitze auf. Achten Sie darauf, dass das Chutney nur sehr, sehr leicht simmert (... es neigt in diesem Stadium ein wenig zum Anbrennen). Nach 1,5 bis 2 Stunden sollten alle Zutaten gut verkocht sein. Rühren Sie alles noch einmal kräftig durch, drücken das Gewürzsäckchen aus und füllen das Chutney in gut sterilisierte Gläser ab. Chutneys sollten reifen - lassen sie es mindestens 2 Monate durchziehen.

Ordnung für die Gartengeräte

Wir haben einen neuen Zugang bei unseren Gartengerätehaltern. Dieser schmale Spaten- und Gabelhalter ist einfach genial. In ihm können 4 Langgeräte sauber verstaut werden. Entweder mit dem Blatt oder mit dem Griff nach oben. Diese Gerätehalter macht ein netter Schreiner für uns in guter alter Handwerks-tradition. Gezapft, verleimt und aus heimischer Esche. Hier wird weder an Material noch an Sorgfalt gespart. Gönnen Sie Ihren Gartengeräten vor dem Winterschlaf ein wenig Wellness. Geräte gründlich abschrubben, Kanten von Spaten und Handschäufelchen kurz überschleifen, Holzgriffe saubermachen und

alles mit Leinöl oder Ballistol einfetten. So betüddelt warten Ihre Gerätegern geduldig und in bester Form auf Sie, bis es dann so in unge-fähr 120 Tagen wieder von neuem beginnt.

Und auch die Scheren lieben Ordnung

Spendieren Sie Ihrer Rosen- oder Buchschere ein kleines Holster. Nicht nur werden Sie sie dann nie wieder im Beet suchen müssen, die Schere steckt im Holster auch sicher und sauber. Keine Erdkrümel im Schanier,

keine kaputten Hosentaschen. Eine super Sache eigentlich so ein Holster.


Clematis schneiden: ja? nein? wann? wo? und vor allem: wieviel?

Ich habe meine Clematis jahrelang überhaupt nicht geschnitten. Vor lauter Angst die Schere falsch anzusetzen. Zugege-bnerweise ist der Schnitt von Clematis nicht so super einfach. Aber er ist auch keine Raketenwissenschaft. Wichtig ist, dass man erst einmal feststellt welche Art von Clematis man überhaupt vor sich hat. Wann blüht die Clematis? Im Früh-jahr oder erst im Juni. Clematissorten, die im Frühjahr blühen, bilden ihre Knospen in der Regel am vorjährigen Holz aus. Wenn Sie hier das alte Holz abschneiden dann ist die Blüte futsch. Sorten hingegen, die erst im Sommer blühen, bilden die Blütenknospen in der Regel am neuen Holz. Hier kann das alte Holz ohne Schaden geschnitten werden. Es gilt also: genau hinschauen und dann erst die Schere ansetzen. Die Clematissorten werden in 3 Schnittgruppen eingeteilt:

Die Gruppe 1: Zu dieser Gruppe werden frühblühende, großblütige Clematis gezählt - oft gehören sie zu den Wildsorten. Eigentlich ist bei dieser Gruppe kein Rückschnitt erforderlich - ABER - wie bei Strauch- oder Kletterrosen verkahlen die Pflanzen mit den Jahren und sollten also doch ab und an einmal geschnitten werden. Wenn es soweit ist dann gilt: der Schnitt erfolgt nach der Blüte (also Mai/Juni), man schneidet einzelne Triebe aus um Luft in die Clematis zu bringen, altes und totes Holz, zu weit gewuchertes und zur Verjüngung auch schon einmal einen stark verholzten Trieb nahe der Basis der Pflanze.


Die Gruppe 2: für diese Gruppe gibt es eine feine Eselsbrücke - Clematis der Schnittgruppe 2 werden 2 Mal im Jahr geschnitten. Easy, oder? Und zwar im Spätherbst/frühen Winter bzw. im frühen Frühjahr um bis zu 1/2 der gesamten Wuchshöhe und das zweite Mal im Sommer - dann Ausputzen aller verblühten Teile und ein leichter Rückschnitt des alten Austriebs. In die Gruppe 2 fallen die meisten der gefüllt blühenden Clematis sowie alle in prächtigen Farben blühenden Hybriden (Clematis patens). Pflanzen dieser Gruppe schneidet man nur komplett runter wenn sie verkahlt sind und man einen vollständigen Neuaustrieb wünscht.


Die Gruppe 3: Das ist die Razteputz-Gruppe! Hier wird der gesamte Zuwachs im Spätherbst oder sehr sehr frühen Frühjahr knapp über dem Boden abgeschnitten. Clematis dieser Gruppe sind eher staudig wachsend. Das heißt, sie sind keine Rank- und Kletterpflanzen im klassischen Sinne. Sie ziehen - ähnlich wie Stauden - im Winter ein und treiben im Frühjahr neu aus den Wurzeln aus. Rückschnitt im Spätherbst oder Frühjahr mutig bis auf 20 bis 50 cm über den Boden.

Wer seine Clematis frisch pflanzt der sollte ein wenig Mühe investieren und der Pflanze einen Aufbauschnitt gönnen. Dazu schneiden Sie die frisch gepflanzte Clematis im Spätherbst des Pflanzjahres auf 20  bis 30 cm zurück. Vielleicht müssen Sie dann bei einigen Sorten auf eine Blüte im kommenden Frühjahr verzichten - aber die Pflanze wird sich kräftig und gesund aufbauen.

 

Die Abbildungen zum Schnitt rechts stammen übrigens von https://www.clematis-westphal.de - einem der besten Clematis-Züchtern mit einem tollen Onlineshop.


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Mo

23

Aug

2021

02 / 2021 August

Nach dem Sommer ist vor dem Frühjahr! Wir hatten uns so sehr vorgenommen in diesem Jahr alle zwei Monate einen umwerfenden & schönen neuen Blogbeitrag zu schreiben - nun sind seit dem letzten Beitrag schon wieder 4 Monate in das Land gezogen ... wir schämen uns ein klein wenig. Aber eben nur ein ganz klein wenig denn wir waren ja nicht untätig in dieser Zeit: wir haben mit Poddy & Black einen wunder-baren neue Lieferanten für echt tolle Gartenschuhe aufgetan, und Gartensocken, und knallige Filzeinlege-sohlen. Von uns aus kann das Schmuddelwetter also kommen! Und da wir nun nach dem Brexit leider die schönen Hurdles von Great Dixter nicht mehr bekommen können, haben wir einen großartigen englischen Handwerksbetrieb gefunden, der uns jetzt unsere "Golden Rabbit Hurdle" in zwei Größen herstellt. Die ideale Stütze für alle Stauden die sich Ihnen auf den Weg legen. Dann haben wir ab jetzt wieder die allerschönsten, wildesten und coolsten Tulpen im shop.Wir freuen uns jedes Jahr wie Bolle über die Auswahl. Wir haben wieder einen neuen Schwung Blumensaatgut bekommen - rechtzeitig für die Herbstaussaat von winterharten Einjährigen. Und für die nächsten Monate haben wir noch viel Neues im Ärmel - aber das heben wir uns für den nächsten Blog auf ...

 

££Einfache Frühe Tulpen: einfache Blüte. Blüht im April. Ist 20-40 cm hoch

Gefüllte Frühe Tulpen: Doppelte Blüten. Blüte ab Ende März. Ca. 35 cm hohe, kräftige Stiele.

Triumph-Tulpen:

Kräftige, 30/60 cm lan-ge Stiele, elegante Blü-ten Anfang/Mitte April

Dawin-Hybrid-Tulpen: vorwiegend rot, orange, gelb. 60/ 70 cm hoch. Blüht  uneinheitlich.

Einfache Späte Tulpen: ungefüllt, 50/70 cm hoch, Blüht Anfang Mai.

Lilienblütige und Gefranste Tulpen:

Lilienblütige Tulpen blühen Anfang Mai und werden oft recht hoch (50/60 cm). Gefranste-, oder Crispa-Tulpen sind meist eher gedrungen und niedrig. Die Enden der Blütenblätter sind hier fein gezahnt.


Tulpenkatalog E.H. Krelage; rechts: Die Gebrüder Lefeber: Wilhelm, Antoon, Marius, Dirk, Theo, Arie, Koos & Paul

Tulpen: Pagagei-, Crispa-, Lilien oder Triumph - wer ist denn wer (und warum) ?

Der Clan der Tulpen zählt über 4.200 Mitglieder. Da lohnt es sich einmal näher hinzuschauen mit wem man es denn da zu tun hat. Also frisch ans Werk! Angefangen hat alles im Jahr 1913 - damals rief die Royal Horticultural Society eine Gruppe von englischen und niederländischen Züchtern zusammen mit dem Ziel endlich ein wenig Ordnung in das große Tulpenchaos zu bringen. Das Komitee tagte, und tagte, und tagte und einigte sich schließlich 1917 auf eine Einteilung der Tulpen in 3 Gruppen mit 14 Klassen. Eine Sensation - denn endlich konnte man sich ohne lange Beschreibung schnell über Tulpensorten verständigen. Die Zeit ging ins Land. Die eine oder andere Sorte verschwand aus der Liste. Neue Züchtungen wollten eingeordnet werden, die Klassifizierung wurde immer ungenauer und änderte sich häufig. 1955 schließlich nahm die Koninklijke Vereeninging von Bloembollencultuur die Sache streng in die

Hand. Bis heute ist sie die internationale Registierungsstelle für neue Tulpensorten und gibt seither die gültige Klassifizierung heraus. So, nun wissen wir wer die Papiere des Clans verwaltet - wenden wir uns also den einzelnen Mitgliedern zu,  von denen vor allem die Darwin und die Dawin Hybrid-Tulpe Erläuterung verlangen: Darwin Tulpen entstanden um 1900 herum. Der Haarlemer Tulpenzüchter E.H. Krelage kaufte zu dieser Zeit eine der letzten großen Tulpensammlungen auf, wählte die schönsten Sorten daraus aus und kreuzte vor allem schlanke, Sorten mit roter oder purpurner Farbe und besonders schönen, nahezu eckigen Blütenköpfen. Zur Ehre Darwins taufte er diese neue Tulpengruppe "Darwin-Tulpen". Ca. 50 Jahre später kreuzte ein gewisser Dirk Lefeber, ein Spross einer alteingessenen holländischen Blumenzücherfamilie aus Lisse, diese Dawin-Tulpe mit einer Tulipa fosteriana. So enstand die Klasse der Dawin-Hybrid Tulpen. Sie sind langstielig, robust und haben ein wunderschönes, lebhaftes, intensives Farbspiele in den Blüten.


Viridiflora-Tulpen: 

haben immer einen Grün-anteil in den Blüten. Sie blühen spät, ab Mitte Mai.

Rembrandt-Tulpen: haben geflammte, ge-streifte, eher kugelige Blüten. Blüte ab Mai.

Papagei-Tulpen:

eine Mutation die dann weitergezüchtet wurde. Blüten sind aufgebroch-en, gefranst. Blüte: Mai.

Gefüllte Späte Tulpen: auch Poeonienblütige Tulpen genannt. Volle doppelt gefüllte Blüten-kelche. Blüte ab Mai.

Kaufmanniana-Tulpen: Sorten die aus der Wild-tulpe Tulipa kaufmann-iana gezüchtet wurden. Bis zu 25 cm hoch. Oft gezeichnete Blätter.

Fosteriana, Greigii- und Wildtulpen: Fosteriana sind aus der Sorte T. fosteriana gezüchtete Wildtulpen. Sie sind bis zu 40 cm hoch, Blüte im April. Greigii-Tulpen sind auch Wildtulpen. Sie haben glockenförmige, oft rote Blüten mit dunklen Mitte auf gelbem Grund. Daneben gibt es viele andere Wildtulpen die "zack" in die Gruppe "Wildtulpen" sortiert werden.


Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen ?

... die älteren unter Ihnen werden sich an dieses Bon-mot von Helmut Schmidt erinnern. Heute würde man sagen: "Lost old old man - sowas von 1980". Sehr richtig, denn wenn uns heute noch etwas retten kann dann sind das Visionen. Visionen und große Würfe. Die Welt ist dazu in der Lage, das hat sie schon oft gezeigt. Einer, der wirklich große Visionen für die Stadt der Zukunft hat, ist der Pariser Architekt Vincent Callebaut. Seine Entwürfe für die Städte der Zukunft sind im positivsten Sinn "belebt". Sie sind beseelt, weich, organisch und angenehm wenig technoid. Nun hat er im Auftrag der Europäischen Commission den großartigen "Pollinatorpark" geschaffen. Einen virtuell zu besuchenden Park, der im fiktiven Jahr 2050 liegt - einer Zeit, in der alle Insekten vom Menschen endgültig in die Knie gezwungen worden sind. Eine wirklich unglaublich schöne Reise, die uns an die Hand nimmt und auf die Nase bindet, was wir gerade im Begriff

sind zu verspielen. Aber was rede ich: schauen Sie unbedingt in diese VR rein, staunen Sie, und dann schnappen Sie sich den Spaten, gehen Sie raus in die Gegenwart, entsiegeln & entschottern Sie und pflanzen Sie Blumen, Sträucher und Bäume - viele - sehr viele (und noch einen)!

Vincent Callebaut Architects für die Europäische Commission / PollinatorPark - https://env.dataplatform.tech.ec.europa.eu/products/pollinators/vr/index.html


Backdoor shoes ...

Es gibt im Englischen ab und an Wörter, für die es im Deutschen keine vergleichbar schöne Entsprechnung gibt. Backdoor shoes ist ein solches Wort. Schuhe also, die an der Hintertüre geduldig draußen warten bis sie ohne langes Schnüren zip-zap an die Füße der eilige Gärtnerin fluppen. Für einen schnellen oder langen Gang in den Garten, um mit dem Hund um die Ecke zu gehen, um die Zeitung aus dem Briefkasten zu holen oder um in strömenden Regen trockenen Fußes voran zu kommen. Wir freuen uns, dass wir mit Poddy & Black

einen mächtig netten und super feinen neuen Lieferanten aus England gefunden haben. Die Half Cuts von Poddy & Black sind aus Naturkautschuk und werden in einer kleinen Manufaktur sorgfältig gefertigt. Dabei wird der Kautschuk noch von Hand auf einen Innenschuh aus Baumwolle

modeliert.  Die beiden ziemlich lustigen Gründerinnen von Poddy & Black, Justine und Vanessa sind selber passionierte Gärtnerinnen. Das merkt man diesen Schuhen an. Sie sind durchdacht, bequem und robust. Vanessa hat lange bei großen Designern als Sustainability Managerin gearbeitet - kein Wunder also, dass für sie bei der Produktion ihrer eigenen Schuh-

entwürfe die Nachhaltigkeit an allererster Stelle steht. Poddy & Black verwendet ausschließlich Naturkautschuk aus nachhaltig bewirtschafte-ten Plantagen und achtet strikt auf faire und umweltverträgliche Fertigungsprozesse. Ihre Schwester Justine ist eine Weltenbummlerin und der kreative Kopf. Bisher waren diese arg schönen Schuhe nur in England erhältlich. Die beiden Schwestern verkaufen sie sonst nur auf den englischen Garten-märkten. Das ist schade, denn sie sind so toll dass sie dringend raus in die Welt müssen. Wir sind stolz und freuen ein Loch in den Bauch, dass the golden Rabbit ab sofort das Poddy & Black-Depot für die EU ist. Die Schuhe gibt es in vielen coolen Farben. Wie wäre es also mit einem neuen Paar Backdoor shoes ? Oder wegen mir auch Hintertür-Schuhen ?


Jetzt noch säen !

Der frühe Herbst ist die ideale Zeit um winterharte Einjährige zu säen. Die noch sommerwarme Erde macht den Samen den Start leicht. Wenn ich meinen Kunden empfehle einen Teil ihrer Blumensaat im Früherbst zu säen, schaue ich oft in fragende Gesichter. Wir haben uns allzusehr daran gewöhnt, zu glauben, das Samenkorn könnte die Saatpackung lesen und würde - nur weil da als Saatdatum März steht - auch im März anfangen zu wachsen. Lehnen wir uns einmal kurz zurück und schließen die Augen: stellen wir uns vor, wir wären... sagen wir mal, ein Mohn. Vielleicht ein weißer? Dann hätten wir uns im Juli die Seele aus dem Leib geblüht, und dann sehr hart daran gearbeitet, die große, fette Samenkapsel zu bilden.

 Jetzt im August, ist die Samenkapsel dick und trocken, und wenn der Wind geht, dann wird sie sanft geschüttelt und die Samen fallen heraus. Die Selbstaussaat in der Natur wartet nicht bis zum Frühjahr - warum sollte der Gärtner das also tun? Herbst-saaten müssen gut feucht gehalten werden. Sie keimen dann im Herbst und sollten auch im Herbst noch pickiert und ins Beet gesetzt werden. Dort schlafen sie dann brav

ein, lassen den Winter über sich ergehen und starten im sehr zeitigen Frühjahr kräftiger und schneller als die Frühjahrssaat. Sicher: bei Herbstaussaaten ist der Verlust ein bischen höher und man braucht ein wenig Erfahrung um den besten Zeitpunkt zu erwischen - eine schlaue Idee ist es daher, einen Teil der Saat im Herbst, und einen Teil im Frühjahr zu säen. So bekommt die clevere Gärtnerin nicht nur die besten und robustesten Pflanzen sondern auch eine lange Blühzeit. Rechtzeitig zur Herbst-Säh-Saison (schickes Wort!) haben wir noch einmal jede Menge schönes Blumensaatgut für Sie eingekauft. ... das finden Sie hier: Blumensaat

Lavendel schneiden

... ist ganz einfach! In der Regel sprechen wir, wenn wir über Lavendel sprechen, über Echten Lavendel - also Lavandula angustifolia. Der sollte geschnit-ten werden, damit er schön kompakt bleibt und viele Blüten schiebt. Lavendel bekommt zwei Schnitte. 1 x vor dem neuen Austrieb im zeitigen Frühjahr Anfang März und 1 x direkt nach der Blüte im Sommer. Den Sommerschnitt können Sie zur Not schlabbern - aber der Frühjahrsschnitt ist essentiell wichtig.

1) Der Frühjahrsschnitt:

Hier werden alle vertrockneten und erfrorenen Teile aus dem Busch ge-schnitten. Wenn noch alte Blüten und schwindsüchtige Neuaustriebe aus dem Vorjahr am Lavendel sind, dann auch diese abschneiden. Putzen Sie einmal über den Lavendel als wären Sie sein Friseur - es stimuliert das Wachstum wenn die oberen Spitzen ganz leicht eingekürzt werden .

2) Der Sommerschnitt:

Wird nach der "Ein Drittel" - "Zwei Drittel" Regel geschnitten. Greifen Sie sich einfach alle verblühten Blüten des Lavendels und schneiden Sie sie bis hinunter zu den frischen Trieben ab. Das sollte ca. ein Drittel der Pflanze sein. Schneiden Sie nicht zu tief. Wenn der Schnitt bis auf das alte Holz erfolgt, ist der Neuaustrieb schleppend. Übrigens eine super Aufgabe für den Clipper rechts ...

 

Makoto Azuma

Ich bin ziemlich stolz. Denn in meinem ersten Leben als Kuratorin habe ich schon 2008 eine Ausstellung mit den Arbeiten des japanischen Floristen & Künstlers Makoto Azuma gezeigt. Das war lange bevor er wirklich bekannt geworden ist und ich erinnere mich noch heute gerne daran, wie er zur Eröffnung mit seiner Band im Schottenrock japanischen Punkrock gespielt, und die distinguierten, botanisch interessierten Best Ager Ladies Düsseldorfs zum Tanzen aufgefordert hat. Der ganzen Boden des Aus-stellungsraums war weiß ausgelegt und er hatte ein weißes Kaninchen gekauft  (ich weiß bis heute nicht warum) das frei herumlief. Ich war den ganzen Abend in panischer Sorge, dass jemand dieses kleine Tier platt

tritt. Seither sind seine Arbeiten immer eigenwilliger und poetischer geworden. Er schickt Blumenbouquets in den Weltraum, macht riesige Blumenistallationen in der Arktis - lässt sie vom Eis verzieren, er friert Bonsai-Bäume in Eisblöcke, steckt Menschen in Blumen und schickt Fahräder voller Blumen durch die Städte. All diese Installationen sind nur für den Augenblick, die Blumen welken, das Eis schmilzt. Aber gerade das macht die große Poesie der Arbeiten von Makoto Azuma aus.

Das kleine Scheren 1 x 1

Der gute Gärtner braucht drei Scheren: eine Rosenschere, eine Ausputzschere und einen Clipper. Damit sind (wenn Sie keine Mengen an Buchs oder Hecken zu schneiden haben) alle Arbeiten im Garten perfekt und schnell zu erledigen. Die Rosenschere: Sie ist das Herzstück

Ihrer Arbeitsgeräte. Wichtig ist hier, dass die Schere zur Hand passt. Viele Frauen-hände sind eher klein und können mit Scheren, die sehr weit öffnen nicht gut arbeiten. Bei Rosenscheren wir oft ein großes Bohei um die Winkelung der Klinge und die maximale Dicke des Schnittguts gemacht. Wir halten das für eher gaga denn: alles was über 2 cm Durchmesser ist sollte so oder so besser mit einer kleinen Gartensäge ( z.B. der Silky Pocket Boy) gesägt werden. Das geht schneller und schont die Schere, die bei sehr hohen Belastungen an Schnittpräzision verliert. Und die Winkelung der Klinge? Erfahrungsgemäß ist für die vielfältige Arbeit im Garten die un-gewinkelte Klinge am besten. Die Ausputzschere: das ist eine Schere für

delikate Arbeiten - verblühte Blüten abschneiden, feiner Form-schnitt, Erntearbeiten, hierfür ist die Ausputzschere ideal. Ausputz-scheren haben eine schmale, lange Klinge. Sie vertragen kein allzu hartes Holz und keine dicken Äste - sie sind sozusagen die Chirurgen unter Ihren Scheren. Der Clipper (auch Barracuda genannt): Clipper sind die Allrounder für alle Schnittarbeiten die nicht aus einem singulären Ast bestehen. Sie sind etwas schwerer, robuster und haben dicke, lange

Klingen und sind ideal für Stauden und kleine Büsche. Für den schnellen Formschnitt oder für die absolute Präzision nach dem Schnitt mit der großen Heckenschere. Clipper sind einfach toll! Sie wollen Ihr Scheren-sortiment perfekt machen ? Sehr gut: dann gehören noch eine kleine

Stecklingschere und eine Heckenschere dazu. Die Eine für die kleinsten Arbeiten und die Hosentasche. Die Andere für echte große Hecken. Und denken Sie immer daran - Konfuzius sagt:  "Nur eine saubere, scharfe Schere ist eine gute Schere!"


Green Porno: "If I was a Shrip ..."
Green Porno: "If I was a Shrip ..."

Green Porno

bitte verzeihen Sie den reißerischen Titel. Aber so heißt diese Serie nun einmal. Green Porno ist eine ziemlich lustige Kurzfilm-Serie, die Isabella Rossellini seit 2008 im Zusammenarbeit mit Sundance TV produziert. Frau Rossellini, die im übrigen auch eine passionierte Gärtnerin und  Hühnerzüchterin ist, erklärt in bester David Lynch Ästhetik und in - nun ja - eigenwilliger Weise die wilden Fortpflan-zungsstrategien der Tiere. Was für ein rätselhaftes Universum!

Green Porno " If I was a Fly..."
Green Porno " If I was a Fly..."

Eine Gemeine Sumpfschwebefliege
Eine Gemeine Sumpfschwebefliege

Ein Lämmlein im Gewand eines Löwen

Im Sommer sieht man diese Meister-flieger überall über den Blumenbeeten stehen. Schwebfliegen, auch Stehflieger oder Schwirrfliegen genannt, gehören - wie der Name schon sagt, zu der Sippe der Fliegen. Mit bis zu 300 Flügelschlä-gen pro Sekunde können Sie wie ein Hubschrauber in der Luft stehen und blitzartig in jede Richtung manövrieren. Sie gehören zu den wichtigsten Nütz-

Totenkopfschwebfliege
Totenkopfschwebfliege

lingen im Garten. Schwebfliegen fressen aus-schließlich Nektar und Pollen und sind die abso-luten Garten-Super-Bestäuber. Ebenso großartig aber ist, dass die Larven der räuberischen Schweb-fliegensorten Schädlinge parasitieren und verput-zen. Um nicht ihrerseits von Vögeln gefressen zu werden tarnt sich die super clevere Schwebfliege und tut so, als wäre sie eine wehrhafte Hornisse,

Keilfleckschwebfliege
Keilfleckschwebfliege

Biene, Wespe oder auch schon einmal eine coole Mischung aus allen dreien. Die Mitglieder der in Deutschland rund 450 Mitglieder starken Familie haben zum Teil eigenartige Vorlieben. So mag die schöne Keilfleckschwebfliege es gerne dreckig - sie legt ihre Larven in Jauchepfützen und dreckige

Hainschwebfliege
Hainschwebfliege

Gewässer ab. Das hat ihr, und dem Teil ihrer Schwestern, die es ebenso halten, den Trivial-namen "Miestbiene" eingebrockt - sie scheint das mit Fassung zu tragen. Die räuberischen Mitglieder der Familie wie zum Beispiel die Hainschwebfliege legen ihre Eier direkte-mang in die Kolonien der Blattläuse damit ihre Larven keinen  Hunger leiden müssen.

Stiftschwebfliege
Stiftschwebfliege

Die Stift- oder Langbauchschwebfliege sieht aus wie eine fliegende, gestreifte Nadel. Eine Sorte mit vielen Unterarten, die schwer voneinander zu unterscheiden sind. Die Große Schwebfliege hin-gegen, ist vermutlich die am häufigsten auftretende Arte im Garten. Auch sie ist eine "Mistbiene". Die Frühe Gelbrand-Schwebfliege legt ihre Larven

Große Schwebfliege
Große Schwebfliege

in Ameisennester - eine clevere Strategie - und ist als eine der ersten im Frühjahr unterwegs. Recht hinterhältig ist die Hummel-Waldschwebfliege - sie tarnt sich als Hummel, schleicht sich in deren Nester ein und parasitiert Hummel- und Wespen-brut. Im Garten trifft auch oft die Gemeine Feld-schwebfliege an - sie macht einen auf  gefährliche Wespe. Was für eine beeindruckende Insekten- Familie! Wirklich kaum zu glauben aber ist, dass einige Schwebfliegen-arten im Herbst in großen Schwärmen in den Süden ziehen. Wenn man sich diese zarten Tiere anschaut, kann man sich schwer vorstellen, dass sie in der Lage sind, über die kalten Alpen zu fliegen und solch' weite Entfernungen zu meistern. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu Wespen, Hornissen, Bienen & Co ist übrigens: die da haben 4 Flügel - den Schwebfliegen hat die Natur aber nur 2 Flüge spendiert. Schweb-fliegen sind neugierig. Sie kommen bei offenem Fenster oft in die

Frühe Gelbrandschwebfliege      Hummelwaldschwebfliege           Gemeine Feldschwebfliege

Wohnung - leider sind sie nicht klug genug, auch wieder hinaus zu fin-den. In der Wohnung können sie nicht lange überleben, sie verdursten.


Lernen von Piet Oudolf & Co.

Für den passionierten Gartenliebhaber gibt es in Deutschland leider nicht so viele Möglichkeiten den eigenen Horizont zu erweitern. Wenn man Englisch ein wenig versteht, dann lohnt es sich, den Blick über den Kanal nach England zu werfen. Hier gibt es eine ganze Menge Online-Angebote in denen man einzelne Aspekte des Gärtnerns vertiefen kann. Meine zwei Lieblings-Kursangebot sind die "Masterclasses" von der Zeitschrift Garden Illustrated und die Garten-Kurse von Learning with Experts. Beide kann man sich an verregneten Sonntagen einmal gönnen. Die Kurzversionen der Kurse bekommt man schon für 15 bis 40 £. Die Masterclasses von Garden Illustrated sind etwas mehr funky - hier trifft man legendäre Gärtner wie Fergus Garret, dem Chefgärtner von Great Dixter oder Katy Merrington, die den schönen Garten der Hepworth Wakefield Art Gallery in Wakefield, West Yorkshire betreut. Die Kurse von Learning with Experts vertraut auf alten Recken wie Piet Oudolf & Co. Wenn man es ganz genau wissen möchte, dann kann man dort auch ein quasi Studium starten, an dessen Ende ein Diplom der Royal Horticultural Society winkt. Dafür muß man dann aber mit über 600 £ schon mächtig tief in die Tasche greifen.

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Sa

03

Apr

2021

01 / 2021 April

In diesen eigenartigen Zeiten kann die Sonne gar nicht früh genug kommen! Nun geht es langsam los im Garten, aber bevor Sie sich blind in wilde Aktivität stürzen: wickeln Sie sich in eine warme Decke ein und lassen Sie sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Ein idealer Moment um darüber nachzudenken, welche Sorten man in diesem Jahr in das Gemüsebeet sät. Nun, das soll nur Ihnen vergönnt sein! Wir lümmeln natürlich nicht untätig in der Sonne rum, sondern arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran jede Menge schöne neue Dinge für das Gartenjahr 2021 zu finden. Wir haben das Sortiment unserer tollen Kupferwerkzeuge ausgebaut und können nun auch Kupfer-Gießkannen anbieten. Wir haben ein super neues Dahlien-Sortiment zusammengestellt und unsere schönen Golden Rabbit Gartenjacken und -hemden sind endlich fertig. Wir haben einen ganzen Schwung großartiger Gartenbücher ausgegraben und wir haben die Kinder-Abteilung ein wenig vergrößert - frische Luft und buddeln ist noch immer die beste Ablenkung für kleine Rabauken. Wir haben mit der Doppelgrabegabel ein tolles neues Gartengerät in das Sortiment aufgenommen - ein Gerät für schonendes Gärtnern. Bitte denken Sie in diesem Jahr daran Saatgut und Utensilien für die Anzucht sehr frühzeitig zu bestellen. Es ist beim golden Rabbit schon jetzt eine ganze Menge los und wir zittern schon ein klein wenig vor dem April und dem Mai. Schauen Sie vielleicht schon jetzt einfach in die Rubrik "säen, pflanzen & hegen" und "pflanztaschen & pflanzsäcke" hier tummeln sich nützliche Dinge für die Aussaat: Anzucht-schalen, Erdsiebe, Pikierhölzer, Saat-Dibber, Pflanzenschilder, Bleichtöpfe, Pflanz-Clochen, Pflanzsäcke und, und, und ....

Dahlien - unsere neue Liebe!

Wir haben uns in diesem feinen neuen Gartenjahr entschieden, unser Zwiebel & Knollen-Angebot um Dahlien zu erweitern. Warum? Nun, es gibt kaum eine Staude, die ähnlich opulent und lange die Blumenbeete ziert. Dahlien sind in den zeitgenössischen Blumenbeeten selten zu finden. Dafür gibt es vermutlich zwei Gründe - zum einen sind sie die Leibspeise von Schnecken und fordern die ganze Gärtner-Langmut bei der Verteidigung der jungen Triebe. Zum anderen haben viele Gärtner, wenn sie an Dahlien denken, die ty-pische "Kurpark-Rabatte" im Kopf. Aber es gibt so viele wunderschöne Sorten! Und selbst die, die etwas nach 6oth aussehen, sind cool kom-biniert prächtige Mittelpunkte im Beet. Seien Sie mutig - wagen Sie sich in diesem Jahr an Dahlien! Wenn Sie keine Lust haben sie zu überwintern ... kein Problem. Sie können sie mit in die Küche nehmen und wie Kartoffeln kochen - im nächsten Jahr schauen Sie dann einfach wieder bei uns vorbei. Easy oder?


Eine kleine Kulturgeschichte der Dahlie

Genau genommen beginnt die Geschichte der Dahlie in Europa Ende des 16. Jahrhunderts mit Francisco Hernandez de Toledo. Einem spanischen Gelehrten, Botaniker und Leibarzt von König Philip dem II. von Spanien. Hernandez de Toledo formulierte seine wissenschaftlichen Studien allzu forsch und aufklärerisch und verscherzte es sich prompt mit den Herren der spanischen Inquisition. War es nach ihrer Lesart doch pure Ketzerei die Wunder der göttlichen Natur wissenschaftlich ergründen zu wollen. Der König fürchtete um den Hals

seines Leibarztes und sandte ihn, um ihn vor dem Zugriff der fiesen und fanatischen Häscher zu retten, auf eine Forschungsreise in das ferne Mittelamerika. Auf dieser Reise entdeckte und beschrieb Francisco Hernandez de Toledo erstmals eine Dahlie und sandte die Aufzeichnungen über diese neuartige Pflanze flugs ins ferne Europa. Die erste echte Dahlie allerdings, kommt dort erst viel, viel später an - nämlich im Jahr 1791. In diesem Jahr wurde

abermals eine Königliche Botanische Expedition nach Neuspanien (heute Mexi-ko) gesandt. Die Teilnehmer sollten in Mexiko botanische Studien unternehmen und die dortigen Botaniker und Ärzte über die neueseten Erkenntnisse zur Klassifi-kation der Pflanzen nach Carl von Linné unterrichten. In Mexiko-Stadt wurde in ein Botanischer Garten gegründet. Pflanzen aus ganz Mexiko wurden dort zusammen-getragen und wissenschaftlich bearbeitet. Zuständig für diesen Garten war unter anderem der spanische Arzt und Botaniker Vicente Cervantes Mendo. Und jener nun, schickte ein paar Samen von Dahlia pinnata in das ferne Madrid an seinen Botanikerfreund Antonio José Cavanilles, den späteren Direktor des (im übrigen wunderschönen) Real Jardín Botánico de Madrid. Die Dahlie blühte noch im selben Jahr und begann von Madrid aus ihren Siegeszug durch die Gärten Europas. Allein im "International Register fo Dahlia names" sind über 20.000 Sorten aufgeführt. Ihren Namen trägt die Dahlie zu Ehren des schwe-dischen Botanikers Andreas Dahl (1751 - 1789) der seinerseits aber mit Dahlien sonst nichts zu tun hat. Das die Knolle der Dahlie essbar ist, ist aus dem Volkswissen mehr oder weniger entschwunden. Sie haben ein süßes, feines haselnussartiges Aroma und eine Konsistenz wie Kartoffeln.


Dahlien-Rösti - ein Rezept von James Wong

James Wong ist ein britischer Gartenaktivist, Gärtner, Journalist und Blogger. Von ihm stammt dieses Rezept für ein Dahlien-Rösti. Ich kann Ihnen leider nicht sagen ob es schmeckt, denn um der Wahrheit die Ehre zu geben: ich wußte auch nicht, dass man Dahlien essen kann. Nun denn, finden wir es also gemeinsam raus: Rezept für 4 Personen: 1 kg Dahlienknollen, 1 kleine Zwiebel, Saft einer 1/2 Zitrone, 2 Eier, 1/4 Teelöffel Muskatnuss, Salz + Pfeffer. Zubereitung: Graben Sie Ihre Dahlien aus, sobald der erste Frost über sie gegangen ist und die Blätter schwarz werden. Schrubben Sie die Dahlienknollen gut ab. Schälen Sie die Knollen. Reiben Sie die Zwiebel und die Knollen auf einer groben Reibe, mischen alles gut und drücken den Saft


der halben Zitrone über diesen Mischung. Schlagen Sie den Mix in ein sauberes Küchentuch und drücken Sie so viel Flüssigkeit aus, wie eben möglich. Mischen Sie nun die Eier und die Muskatnuss unter. Salzen, pfeffern und zu kleinen Puffern formen. Die Masse sollte gut aneinander kleben. In Oliven-öl auf mittlerer Hitze ausbraten. Servieren mit Crème Fraîche und/oder Räucherlachs.

Bouquet de Dahlias, 1874
Bouquet de Dahlias, 1874

Was haben Martin Suter und Henri Fantin-Latour gemeinsam ?

Sie ahnen es: die Liebe zu Dahlien. Henri Fantin-Latour (1836 - 1904) ein Zeit-genosse von Édouard Manet, Edgar Degas und Gustave Courbet hat atem-beraubende Blumenbilder geschaffen - einige der Schönsten davon zeigen dicke, satte Dahliensträuße, mal gerade erst geschnitten, mal schon im Verwelken begriffen. Martin Suter wiederum dienten die schönen Bilder als Inspiration zu seinem Roman "Allmen und die Dahlien", einem vergünglichen kleinen Buch, in dem es um einen verzwickten Raub eines eben schlicht wundervollen Fantin-Latour Dahlienbildes geht. Allein, beim Wert des Bildes hat der Autor mit "millionenschwer" etwas übertrieben - einen Fantin-Latour bekommen sie auf Auktionen heutzutage durchaus schon für 200.000 Euro - nur nebenbei bemerkt. Ah ja, noch eine schöne Geschichte: das rechte Bild schenkte Fantin-Latour seiner späteren Frau Victoria Dubourg zur Verlobung - was für eine lyrische Erklärung, sagen Dahlien in der Blumensprache doch:  "Je suis pris" - also: "Ich bin vergeben" .....

Henri Fantin-Latour, "Dahlien", 1872
Henri Fantin-Latour, "Dahlien", 1872

Constance Spry - Gärtnerin und Floristin 1886 - 1060

Constance Spry war eine der einflußreichsten Floristinnen ihrer Zeit. In ihrem 1929 eröffneten Blumengeschäft schuf sie (für die damalige Zeit) derart ausgefallene Blumenarrangements, dass es ganz London die Sprache ver-schlug. Da waren "edle" Blumen kombiniert mit "vulgärem" wie Grünkohl oder Weidenkätzchen. Unerhört! Aber erst ein riesiges Bouquet im Schaufenster der sehr noblen Parfümerie Atkinsons in der Old Bond Street katapultierte Spry in das Herz der britischen High Society. Ein riesiges Gesteck - vollständig aus Wiesenblumen, Ästen - so etwas hatte man noch nie gesehen. Es war sofort Talk-of-the-Town und nicht nur die Londoner Modehäuser rissen sich um die Sträuße und Gestecke von Spry - auch Queen Elizabeth ließ es sich nicht nehmen zu

ihrem Hochzeitskleid einen eleganten Brautstrauß von Constance Spry zu tragen. Sprys enormer Einfluß prägt bis heute die Arbeit der besten Floristen weltweit. Aller höchste Zeit, der großen Dame eine Aus-stellung zu widmen. Zu sehen in diesem Jahr im Londoner Garden Museum. Wer nicht nach London kommt, der kann Constance Sprys Wissen zu sich nach Hause holen und bei der groß-

artigen London Flower School einen Online-Kurs besuchen. Der Kurs kostet 85,- Pfund, und ist auf Englisch. Aber Frederica Carlini, die Professorin, die diesen Online-Kurs hält, ist leicht zu verstehen. Eine wirklich vergügliche Reise, die Lust darauf macht, sich mit Blumen-arrangements zu befassen - und wer dann noch nicht genug hat, dem sei die leider nur noch anti-quarisch erhältliche Biographie von Spry empfohlen - sie sah wirklich eher bieder aus, aber sie hatte es faust-dick hinter den Ohren und hat ein recht wildes Leben gelebt.

 

Ausstellung: Garden Museum, Lambeth Palace Road, SE1 7LB London, 17. Mai bis 26. Sept. 2021 * The London Flower School  - Online-Kurs: https://londonflowerschool.com/lfs-online/inspired-by-constance-spry

No-dig gardening - Gärtnern wie die Natur

Aus England schwappt eine neue Garten-Idee über den Ärmel-kanal: "no- dig gardening" - also, "Gärtnern ohne zu graben". Bei näherer Betrachtung ist diese Idee so neu nicht. Die Grundidee des no-dig gardening besteht - einmal platt gesagt, in der Vorstellung, das die Natur schon weiß wie man Pflanzen am besten anbaut und dafür gräbt die Natur gräbt nicht um. Sie stapelt vielmehr Jahr für Jahr neues Material auf das bereits vorhandene. Blätter fallen, Pflanzen sterben ab - alles verrottet und bildet den Nährboden für die neue, einjährige Saat und unterdrückt gleichzeitig als Mulchschicht das Wachstum von Unkraut. Derart ungestört bildet sich sich im Boden ein hochkomplexes Netz von Mikro- und Makroorganismen und schließen das Kompostmaterial weiter für die Pflanzen auf. Pilzgeflechte sorgen für die Pflanzengesundheit, Wurmgänge für die Belüftung und Entwässer-ung, Wurm-Kacka für eine gute Bodenstruktur. Ein gesunder Nährstoff-kreislauf entsteht. Als einer der Pioniere dieser Technik gilt der Japaner Masanobu Fukuoka (1913 - 2008). Er entwickelte eine Technik, die er shizen nōhō nannte - "Natürliche Landwirtschaft". Schrieb ein Standard-werk mit dem Titel: "Der große Weg hat kein Tor", reiste durch Europa, hielt Vorträge und ist, nur nebenbei bemerkt, auch der Erfinder der heute so beliebten Seedballs. Die Ideen von Fukuoka sind auch in der, im Moment auch sehr populären, Permakultur-Bewegung wiederzufinden. Den jetzigen Boom des no-dig gardening hat aber vermutlich der Engländer Charles Dowding ausgelöst. Er hat die Idee noch einmal  knackig zusammengefasst und sich auf deren Einsatz im heimischen Gemüsegarten fokussiert. Wenn Sie sehen möchte, wie man einen no-dig Gemüsebeet anlegt dann schauen Sie sich doch einmal dieses Video an - es ist auf Englisch - aber leicht zu verstehen. Natürlich braucht es auch für diesen Garten ein paar gute Werkzeuge die Sie (auch ganz klar!) im golden Rabbit kaufen können. Als da wären: Kompostsieb, Schuffel, Doppelgrabegabel, Pendelhacke oder Hacke und Grabegabel und ein klein wenig Mykorrhiza kann auch nicht schaden...

Chelsea im Herbst - spannend!

Der fiese Virus bringt wirklich alles durcheinander. In diesem Jahr findet die Chelsea Flower Show nicht wie seit 108 Jahren im perfekten Gartenmonat Mai statt, sondern sie ist gleich ganz an das Ende des Gartenjahres gerutscht. Vom 21. September bis zum 26. September - eine Herbst-Edition sozusagen. Es wird spannend sein, zu sehen, wie die Aussteller mit dieser Herausforderung umgehen. Aber wir können uns auf

explodierende Herbstgärten mit Dahlien & Co. freuen. Der Zugang ist arg limitiert und wer noch ein Ticket bekommen möchte, der sollte sich sputen. Die Show ist jetzt schon so gut wie ausgebucht.

 

Chelsea Flower Show: 21 - 26.09.21 https://www2.theticketfactory.com/rhs/online/tickets/rhs-chelsea-flower-show/

Kupferkannen - Gießkannen mit Charakter

Wir haben eine neue Kannen-Familie im golden Rabbit! Kupferkannen sind schockschön und bekommen mit der Zeit viel Patina und Charakter.

Ein Bild von einem Garten!

Geht es Ihnen auch so: man nimmt sich fest vor, die eine oder andere Pflanzenanordnug nie wieder zu vergessen - nie! Das Bild zu bewahren, wie unglaublich schön einem der Garten gelungen ist. Und dann, nur ein paar Monate später, ist die Erinnerung futsch - die Bilder im Kopf sind nur noch wage und verschwommen. Ich mache mittlerweile von einigen Beeten jeden Monat ein Foto (mit dem Ergebnis, dass mein Mobiltelefon voller Fotos ist und ich nicht mehr weiß welches Foto ich von welchem Beet, wann und warum ... und: ach!) Aber wer Mühe, Schweiß und Grips in seinen Garten gesteckt hat, der träumt davon, das Bild das er gezau-bert hat, für immer festzuhalten. Und das ist eigentlich eine großartige

Idee! Zu den Kunden des golden Rabbits zählen wir stolz eine handvoll der besten Gartenfotografen Deutschlands. Lassen Sie doch einmal einen neuen Blick auf Ihren Garten zu. Zum Beispiel von: Sibylle Pietrek, Jürgen Becker, Danièle Dugré, Volker Michael oder Marion Nickig.

Grelinette, Broadfork, Doppelgrabegabel - drei Namen für das gleiche Gartengerät bei www.the-golden-rabbit.de

Die Doppelgrabegabel

Wer sofort auf das Umgraben verzichten will ohne gleich ganz die Anbaumethode zu wechseln, für den ist die Doppelgrabegabel die beste Wahl. Das Gerät ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt. In Frankreich heißt es Grelinette in England Broadfork - in beiden Ländern findet man es in jedem guten Garten. Doppelgrabegabeln eignen sich ganz besonders für Gärtner, die kräfteschonend arbeiten wollen (oder müssen). Das Lockern mit der Doppel-grabegabel ist leichter - auf dem breiten Holm kann das gesamte Körpergewicht eingesetzt werden um die Zinken in die Tiefe zu treiben.

Dann schaukelt der Gärtner die Zinken mit seinem Körpergewicht in die Erde - tritt zurück und hebelt die Zinken an. So wird die Erde sanft gelockert. Im Internet gibt es eine Unzahl von Videos in denen die Doppelgrabegabel mit großem Pathos aber haarsträubend falsch eingesetzt wird - eine Doppelgrabegabel ist kein Spaten. Es geht nicht darum mit ihr umzugra-ben sondern nur den Boden tief aufzulockern. Der Boden bleibt bei diesem Vorgang weitest-gehend ungebrochen und unvermischt. Dieses Video hier zeigt sehr gut

wie man dieses Gerät leicht und schwingend einsetzt.


Streifen Wanze / Graphosoma italicum
Streifen Wanze / Graphosoma italicum

Feuer-, Grüne- & Gartenwanzen:

was soll man von diesen stinkenden Kerlen halten?

... egal - wichtig ist aber auf jeden Fall: bloß nicht verärgern! Denn dann neigen alle Mitglieder dieser urzeitlich anmutenden Familie dazu, ein wirklich übel stinkendes Sekret zu verspritzen. Wanzen lieben es, die Wanzenköpfe zusammen zu stecken. Wenn sie es irgendwo richtig schön finden, dann stinken sie ein wenig vor sich hin und schon macht sich die Familie auf zum großen Familientreffen. Unglücklicherweise gilt das nicht nur für super Nahrungsangebote sondern auch für schöne, warme Winterquatiere. Und die heißen oft und gerne "Wohnzimmer" und "Küche". Ich hatte einmal eine kleine Beerenwanze in der Schreibtischlampe - und als die nach einer Weile heiße Füße bekam, fing sie mit Inbrunst an zu stinken ... die Wanze ist schon lange im Wanzenhimmel - die Lampe duftet noch immer. Baum- und Feuerwanzen haben einen langen Rüssel, der vorne kleine Sägezähne hat. Mit ihm stechen sie harte Samen, Stängel, Früchte und auch schon einmal Aas an, pumpen Verdauungssaft hinein und schlabbern das Ganze dann mit Genuß aus. Im Großen und Ganzen benehmen sich diese Wanzen im Garten zivilisiert und gelten nicht als Schädlinge. Aber sie sind, obwohl sie mit ihren glänzenden, fein gemusterten Schilden wirklich wunderschön anzusehen sind, auch ein wenig unheimlich. Ich glaube, das liegt an ihrer seltsamen Art sich zu bewegen. Sie brummen sehr laut im Flug und haben die Eigenart den Gärtner wie blind anzufliegen und mit allen Füßen gleichzeitig zu landen. Das fühlt sich an, als würde man von einem Miniatur Flugsaurier attackiert. Ich weiß, das ist vollkommen lächerlich, immerhin ist die Gärtnerin groß und die Baumwanze klein. Aber dennoch - wenn mir bei der Arbeit in den Malven die Feuerwanzen in den Kragen rieseln, muß ich mich ein klein wenig zur Ruhe rufen. Gartenwanzen saugen zwar schon mal an Aas aber ganz sicher nicht an Gärtnern (auf jeden Fall nicht, solange diese noch warm sind, lol). Aber: sie gehören in die gleiche Familie wie die gemeine Bettwanze, die ja bekannt dafür ist mit größter Hingabe am Menschen zu saugen ... und man kann ja nie wissen was sich die Wanzen-Feinschmecker so erzählen wenn sich die Familienmitglieder mal treffen .....

Gemeine Feuerwanze / Pyrrhocoris apertus

Diese Familie besteht aus ca. 340 Arten. In unseren Gärten findet man oft die Gemeine Feuerwanze und die Ritterwanze. Beide sind leuchtend rot/schwarz gezeichnet und sehen sich recht ähnlich. Sie leben von Samen. Die Gemeine Feuerwanze ist oft in, auf und unter Malven, Linden, und Rosskastanien anzutreffen 

Beerenwanze / Dolycoris baccarum

Beerenwanze gehört zur Familie der Baumwanzen - eine Sippe mit ungefähr 70 Mitgliedern in Mitteleuropa. Sie sind wirkliche Schönheiten und leben an Waldrändern, in Laubmischwäldern und natürlich in Gärten. Dort machen sie sich nach Herzen unbeliebt weil sie fleißig Beeren aller Art an- und aussaugen.

Graue Gartenwanze / Rhaphigaster nebulosa

Die Graue Gartenwanze, auch Feldwanze genannt, lebt in Laubgehölz, saugt dort an Blättern und frischem Geäst. Sobald es kalt wird sucht sie sich geschützte Plätze zum Überwintern. Sie sitzt dann sehr gerne an warmen, efeuberankten Hauswänden.

Grüne Stinkwanze / Palomena prasina

Auch gemeiner Grünling genannt. Man findet sie oft auf Laubbäumen wie Erlen und Linden. Sie lieben auch Brennesseln oder Disteln. Die jungen Nymphen saugen an den Blättern und Trieben, die älteren an reifen Samen und Früchten. Diese Wanzen kommen häufig im Garten vor und richten keine Schäden an.

Marmorierte Baumwanze / Halyomorpha halys

Sie gehört nicht zu den Schönheiten - und - sie hat eine fatale Neigung zu Obststräuchern und Bäumen. Dort saugt sie Blatt, Jungtriebe und Obst an. Deswegen gilt sie bei starkem Befall als Schädling. Die Art ist ein Neozoon und wurde aus Asien eingeschleppt.

Streifen Wanze / Graphosoma italicum

Die Streifenwanzen sehen aus, als wäre ihr Kleid aus einem Stoff für die Haute Couture genäht. Die Oberseite schmücken breite schwarze Streifen (die Untersiete schwarze Punkte) auf rotem Grund. Mimikri geht anders. Streifen Wanzen tauchen im naturnahen Garten oft auf, lieben sie doch Doldenblüter jeder Art: Dill, Fencel, Giersch, Möhren - hier knubbeln sie sich oft in Gruppen und saugen an den Samen.


Von links nach rechts: The Arrival of Spring in Worldgate, East Yorkshire in 2011 (twenty eleven) - 25 April 2011; The Arrival of Spring in Worldgate, East Yorkshire in 2011 (twenty eleven) - 17 May 2011; The Arrival of Spring in Worldgate, East Yorkshire in 2011 (twenty eleven) - 12 May 2011; c) David Hockney

Spring cannot be cancelled

Na ja - So sicher ist man sich da ja in dieser Zeit nicht. Wir lieben die Arbeiten von David Hockney schon seit langem (wie kann man das auch nicht?). So gut wie jeder kennt seine großen Arbeiten - aber nicht jeder weiß, dass Hockney auch wunderbare Arbeiten auf dem iPhone und iPad macht. Und weil der Frühling nun in vollem Gange ist, empfehlen wir Ihnen die großartige Serie "Arrival of Spring in Worldgate"  - vollständig zu sehen auf des Meisters Website: https://www.hockney.com/

 

David Hockney wird in Europa vertreten von den Galerie Annely Juda Fine Art in London und Galerie LeLong in Paris

Im April erscheint bei Thames & Hudson zudem ein schönes neues Buch von Hockney und seinem langjährigen Freund, dem Kunstkritiker Martin Gayford. Hockney hat rechtzeitig vor dem Ausbruch von Corona ein neues Atelier in der Normandie bezogen. Das Buch ist eine Reflektion über das Verhältnis von Mensch und Natur. "We have lost touch with nature, rather foolish as we are part of it, not outside it" schreibt Hockney in seinem Buch. Auch eine neue Serie iPad paintings ist im neuen Atelier entstanden. Alle diese neuen Arbeiten werden in einer Ausstellung in der Royal Academie of Arts zu sehen sein. Dann unter dem Titel "The Arrival of Spring, Normandy 2020" - die Ausstellung ist im Moment für 23. Mai bis 26. September 2021 angekündigt. Hoffentlich kann das klappen, denn auch wenn der Frühling nicht abgesagt werden kann - Ausstellungen blüht dieses Schicksal im Moment zuhauf.

P.S.: Wenn Sie sich auf dem iPhone auch ausprobieren möchten - Hockney benutzt die sehr alte, ehrwürdige App "Brushes"

Bild links/rechts: No. 180, 11th April 2020, iPad painting / No. 263, 28th April, iPad painting; c) David Hockney, 2020, Aus "Spring Cannot be Cancelled" herausgegeben von thames & Hudson


You are never to old for planting trees ...

Arabella Lennox-Boyd, ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Die gebürtige Italienerin (die allerdings seit Jahrzehnten in England lebt) hat nach eigenen Angaben nahezu 800 Gärten weltweit entworfen und räumte nicht weniger als 6 x die Goldme- daille der Chelsea Flower Show ab. Dieser schöne Nowness-Film zeigt Arabella Lennox-Boyd in ihrem eigenen Garten "Gresgarth Hall" in Lancashire. Ich mag Ihre Haltung sehr und bis man Gresgarth Hall wieder besuchen kann (Öffnungszeiten unter http://www.arabellalennoxboyd.com/) kann man sich mit diesem kleinen Film trösten.


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So

22

Nov

2020

03 / 2020 November

Nun denn ... bringen wir den Garten zu Bett!

Der Winter zieht auf ... ein Blick aus dem Fenster in trübes Licht und auf die sich türmenden Laubhaufen mag einen ungnädig stimmen - aber das ist der Lauf der Dinge, da läßt sich nix dran ändern. Also hopp: Pullover an, fix die sensationelle neue Golden Rabbit Gartenjacke darüber, Onoyoshi Schere in die Außentasche, die guten Showa-Handschuhe eingesteckt und raus an die Arbeit! Jetzt gilt es noch schnell ein wenig Platz zu schaffen damit Stauden mit schönen Samenkapseln im Winterbeet glänzen können. Die letzten Blumenzwiebeln setzen. Vielleicht auch schon ein paar Blumen aussäen .... riskant, aber wenn sie es schaffen, dann sind sind sie die Ersten und die Stärksten im Frühlingsbeet. Dann bleibt noch den Sensibelchen wie Rosmarin, Lorbeer, echtem Jasmin und Co. einen warmen Winterschutz zu verpassen, Sträucher zurück zu schneiden und offene Flächen überzumulchen. Und wenn dann alles, aber auch wirklich alles erledigt ist - nehmen Sie sich ein wenig Zeit, eine heiße Tasse Tee und ein Blatt Papier und setzten sich in aller Ruhe in Ihren schlummernden Garten. Ziehen Sie Bilanz. Was war gut, was war schlecht - was so lala? Zeichnen Sie sich einen Pflanzplan - der muß nicht perfekt sein aber er wird Ihnen im Frühjahr bei der weiteren Planung gute Dienste leisten. Denn sicher ist: in ca. 110 Tagen geht es wieder los!

Die Pudelmütze des Gartens: Mulch

Die Kundschaft des golden Rabbit teilt sich in zwei Lager: die einen Gärtner schwören auf das Mulchen und die anderen finden es unerträg-lich unordentlich. Was soll ich sagen: beide haben recht. Es gibt für die Bodenpflege kaum etwas besseres als das Mulchen. Eine Mulchschicht hält Unkraut in Schach, den Boden feucht, verhindert Erosion, wärmt oder kühlt den Boden je nach Jahreszeit und bietet den Bodenorganis-men ordentlich Futter an. Aber es stimmt eben auch: ein gemulchtes Beet ist selten eine Augenweide! Dennoch sollten Sie diesen Winter Ihre Beete mulchen. Denn die Mulchdecke schützt zarte Pflanzen vor dem

strengen Frost und Frühjahrsblüher vor dem Austrocknen. Wenn Sie ein Augenmensch sind, dann mulchen Sie die Beete dünn mit Laub, das sieht hübsch aus und was im Frühjahr nicht verrottet ist kann entweder untergearbeitet oder abgenommen werden. Zum Mulchen eignen sich viele Materialien: Laub, Stroh, Heu, Holzwolle, Rindenmulch, krautiger Grünschnitt oder schwarzer Kompost. Der schwarze Kompost ist im Frühjahr besonders gut, denn die dunkle Farbe zieht die Sonne an und

Mulchmaterial: Rindenmulch, Stroh, Blätter, Holzwolle, grober Grünschnitt

wärmt die Beete schneller durch. Vorsicht bei dem Einsatz von Rasen-schnitt. Er neigt dazu sich zu verdichten und bildet dann eine fette, luftundurchlässige Schicht unter der eher Fäulnis als Leben entsteht. Auch Rindenmulch hat seine Tücken. Er sieht zwar schön ordentlich aus aber beim Verrotten entzieht er dem Boden Stickstoff - wird mit Rinden-mulch gemulcht, dann sollte man Hornspäne beimischen. So zur Hand: mischen Sie unter das Mulchmaterial eine handvoll Steinmehl oder etwas Kompost - das beschleunigt die Verrottung. Auch wenn Sie nur Töpfe oder Pflanzsäcke auf dem Balkon haben ist Mulchen großartig um im Sommer die Feuchtigkeit länger in den Töpfen zu halten und die Gießabstände zu verlängern.

Seidenhemdchen und Schweizerhose

"Forellenbirne" "Frauenschenkel", "Großer Katzenkopf" oder "Weinapfel" - die Namen alter Obstsorten sind ebenso sonderlich und vielfältig wie ihr Geschmack. Und höchst poetisch sind die Geschichten, die sich um sie ranken: wie die von der Birne, die zweimal per Schiff nach Amerika reiste. Die von der Kirsche, für die Friedrich der Große einen halben Monatslohn (wie - Sie wußten nicht, dass Friedrich der Große Lohnempfänger war?) zahlte. Oder die, von der Apfelsorte, die Newton zu seiner Gravitationstheorie inspirierte. Über fünfzig alte, heimische Obstsorten werden in diesem außerordentlich schön gestalteten Buch anhand von historischen Illustrationen beschrieben, mehr als hundert weitere mit kurzen Texten vorgestellt. Ein durch und durch vergnügliches Buch von Sophia Blind. Und nebenbei: ein großartiges Weihnachtsgeschenk, das Sie natürlich in unserem Onlineshop finden!

Des Gärtners Glückspilze

Nein, wir sind nicht unter die Drogenhändler gegangen - aber Glücks-pilze haben wir tatsächlich in unser Sortiment aufgenommen. Diese Pilze machen allerdings in erster Linie Ihre Pflanzen glücklich und die berau-schen dann mit ihrer Pracht den Gärtner. Das ist kein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz - versprochen!  Die Rede ist von Mikorrhiza - einer Gesellschaft von Bodenpilzen (myces = griechisch Pilz) die mit dem Gießwasser ausgebracht werden kann und die mit den Wurzeln (rhiza = griechisch Wurzel) der Pflanzen symbiotisch zusammenarbeiten. Mykorrhiza hilft der Pflanze dabei, sich Nährstoffe aus einem großen Umfeld zu besorgen und sie aufzuschließen. Im Gegenzug ernährt die Pflanze die muntere Pilztruppe. Eine Win-Win-Situation!

Mikkhoriza kann vielfältig eingesetzt werden: tauchen Sie Ihre Setzlinge in ein Mikkhoriza-Bad bevor Sie sie einpflanzen, gießen Sie junge Pflanzen mit Mikkohriza an, bringen Sie die Pilze in Ihre Topfpflanzen ein. So oder so: Sie werden sehen, die Pflanzen entwickeln sich deutlich stabiler und besser als ohne die Pilzgesellschaft. Es gibt allerdings ein paar Dinge die man nicht tun darf wenn man Mikkhorizza verwendet: Pflanzenschutzmittel killen die Pilze, chemischer Pflanzendünger stört die Symbiose (die Pflanzen nehmen dann den essfertigen Dünger und machen sich nicht mehr die Mühe mit den Pilzen zusammen zu arbeiten) und - die Pilze können sich nur in Böden gut ernähren in denen auch Bewuchs ist. Das heißt: die Beete müssen bepflanzt sein.

Lachen hilft ...

...auf jeden Fall oft. Ich bekomme ab und an nette Mitteilungen von meinen geschätzen Kunden, und gestern hat mir jemand diesen

feinen Witz zugesteckt - ich gebe

zu, ich mußte eine Weile darüber

nachdenken. Aber es sind harte

Zeiten und da kann ein guter Witz

nie schaden. Ich dachte also, ich

teile diesen einmal mit Ihnen.

Leben wie ein Eichhörnchen im Périgord - Ferien im Baumhaus

Sobald das Leben wieder ein wenig in seine alten Bahnen gefunden hat, werden wir uns aufmachen ins schöne Périgord. Dort werden wir bei gutem Essen und hervorragendem Wein unsere Corona-Wunden lecken und unser Haupt im "Les Chateaux dans les Arbres" betten. Sechs der feinsten Spa-Hotels der Gegend, alle in hochherschaftlichen Schlössern untergebracht, haben sich zu "Chateau dans les Arbres" zusammen-geschlossen: jede Hotel hat auf seinem Anwesen  jeweils ein Baumhaus gebaut. Und was für welche! Kleine Schlösser hoch in der Krone von einer alten Eiche, oder auf einem verträumten See, oder im zarten Grün eines Buchenwaldes .... mit solch einem Ziel vor Augen kann man die kommenden dunklen Monate vielleicht aushalten ...

 

Les Chateaux dans les Arbres, Périgord

Ein Hoch auf Winkelspinnen & Kollegen

Da beißt die Maus keinen Faden ab: Spinnen haben keine Lobby. Ich kenne kaum jemanden, der diesen haarigen Tieren größere Liebe entge-gen bringt - ich bin da keine Ausnahme. Im Sommer kreuzen sich die Wege der Gärtnerin und der Spinne eher selten - aber jetzt haben die Spinnen die Koffer gepackt und sind in ihr persönliches Mallorca - vulgo unsere Küche - umgezogen. Nun treffen wir uns ab und an beim Abend-brot. Höchste Zeit sich die wild-grauslichen Mitbewohner mal etwas genauer anzuschauen und einen Blick auf die Arten zu richten, die uns im Winter öfter mal über den Weg laufen - als da wären:

Spaltenkreuzspinne - (Nuctenaea umbra-tica) ich stehe eher auf magere Spinnen. Spinnen mit dicken Körpern sind nicht so meins. Und die Spaltenkreuzspinne hat einen ziemlich dicken Körper. Sie gehört zur Familie der Webspinnen und zaubert großartige Netze in den Raum. Mit einer Körperlänge von 7 - 10 mm ist sie nicht soooo groß aber sie ist flink und schwer zu fangen... das aber wird in der Regel eh nicht notwendig sein, denn die Spaltenkreuzspinne macht sich tagsüber rar und sitzt nur des Nachts in Ihrer Wohnung in ihrem Netz und wartet auf Kundschaft.

Die Speispinne - (Scytodes thoracica) mit einer Körperlänge von 4 - 6 mm eher eine kleinere Spinne. Aber was für Eine. Die Spei-spinne ist - Verzeihung für diese lockere An-rede - eine coole Socke! Sie lebt so gut wie ausschließlich im Haus und erlegt ihre Beute indem sie sie mit bis zu 20 gezielten, zick-zackförmigen giftig-klebrigen Spuckattakten am Boden festklebt. Dann erst tötet sie ihr Opfer mit finalem Giftbiss und saugt sie aus. Die Spinne ist sehr kurzsichtig und erfühlt die Beute mit ihren Sinneshaaren. Für Menschen vollkommen ungefährlich

Große Zitterspinne - (Pholcus phalangioides) ist mein Favorit unter den Hausspinnen. Eine zarte - mit ihren bis zu 5 cm langen Beinen doch ziemlich ausladende Art. Bis auf ihre Unart die Räume, die sie bewohnt mit liederlichen Netzfäden zu überziehen, stört sie nicht weiter. Die Spinne ernährt sich sich von kleine Insekten und Asseln und hält so die Wohnung sauber. Zitterspinnen bringen, wenn sie sich bedroht fühlen, ihr Netz und sich so stark zum Schwingen, das es Feinden schwer fällt sie zu fixieren. Eine geniale Strategie.

Die Große Winkelspinne - (Tegenaria atrica)vor dieser Spinne zittere ich auch ein wenig . Dabei ist die Große Winkel- spinne ein harmloser Genosse - aber sie ist eben mit ihren 10 - 16 mm Körpergröße und einer Beinspannweite von bis zu 10 cm wirklich arg groß. Die Spinne gehört trotz ihres abschreckenden Aussehens aber zu den Lämmlein unter den Spinnen. Sie ist etwas lahm und läßt sich leicht mit einem Glas fangen. Sie kann zwar beißen, aber der Biß bleibt ohne Wirkung. Die Winkelspinne webt an Decken und in Ecken mehrlagige Netze in denen sie matt von fetter Beute träumt. Auf dem Menü der Großen Winkelspinne stehen Asseln und Insekten aller Art.

Wollige Mauerspringerspinne - (Pseudeuo-phrys lanigera) ist winzig (zwischen 3 - 5 mm)   - sie gehört zu der Familie der Spring-spinnen und ist ein Einwanderer aus dem Süden. Ihren Namen verdanken Sie ihrer Jagd-technik: Springspinnen jagen nicht mit Netzen sondern lauern ihrer Beute auf und springen sie dann, gesichert durch Spinnfäden, an denen sie wieder zurückkrabbeln können, an. Ihr Lebens-raum sind warme Hauswände und Ritzen. Sie kommen mit der Trocken-heit in Wohnungen gut klar und ist deshalb dort auch oft zu finden. Ein fleißiger, kleiner Räuber, der viele Schadinsekten vertilgt.

Mr. William Morris

.... seineszeichens Mitbegründer der Arts and Crafts Bewegung und der sozialistischen Bewegung in England, Maler, Architekt, Kunstgewerbler, Ingenieur, Drucker und Schriftsteller. An William Morris muß ich oft denken, wenn heute so viel von "Heritage" und "Manufakturen" gesprochen wird. War Morris doch einer der wichtigsten Gründer-

väter dieser Bewegung. Er führte Ende des 19. Jahrhunderts das, in der industriellen Revo-lution arg unter die Räder gekommene, Handwerk wieder zu altem Glanz und hat nebenher jede Menge wundersamer und wunderschöner Textil- und Tapetendesigns geschaffen. Für viele der Tapeten sind die Druckstöcke noch vorhanden und sie werden auch heute noch von Hand gedruckt.

Das Victoria & Albert Museum in London hat eine umfangreiche Sammlung der Arbeiten von William Morris und sie haben einen schönen Film gedreht, der zeigt, wie kompliziert und aufwändig die Herstellung der handgedruckten Morris-Tapeten ist (hier geht es zu dem Film). Wer sich mit dem Weltbild von William Morris näher beschäftigen will, dem sei das im Nautilus Verlag erschienene Roman von William Morris empfohlen: "Kunde von Nirgendwo". Ein utopischer Roman, in dem Morris eine gerechte neue Welt mit einer gleichen und freien Gesellschaft imaginiert, in der jeder Mensch sich um die Herstellung von Schönheit bemüht, die Natur achtet, erhält und die Arbeit als reine kreative Lust empfindet. Wenn Sie einmal in London sind - machen Sie doch einen Abstecher zu seinem "Red House". Morris beschrieb sein Haus noch bevor der erste Stein gemauert war in einem Gedicht: Many scarlet bricks there were / In its walls, and old grey stone; / Over which red apples shone / At the right time of the year.

 

Red House, Red House Lane, Bexleyheath, DA6 8JF London


Auf das was fehlt kommt es an: Kiri-e

In Japan gibt es eine zauberhafte Kunstform namens Kiri-e 切り絵 - Kiri-e ist die Kunst des Scherenschnitts. Künstler wie Masayo Fukuda sind in Japan Berühmtheiten. Ihre Arbeiten sind zarte und hochkomplizierte Wunderwerke und zeigen Tintenfische, Wölfe oder Vögel - meist geschnitten aus Papier. Nicht mit Papier sondern mit Blättern arbeitet Lito . Er verwandelt die Blätter in "Mini-Geschichten-auf-einem-Blatt". Eine Arbeit für lange Winterabende und vielleicht eine schöne Bastelidee für Kids.

Sa

12

Sep

2020

02 / 2020 September

Eine eigenartige Zeit ist das: draußen der heiterste Frühherbst und wegen dem miesen Ding mit "C" bleibt einem alles irgendwie quer im Hals stecken. Aber im Garten ist man ja sicher, und da es mit dem Reisen in diesem Jahr ja eher Essig war, durften wir uns über eine vollständige und ungeteilte Gartensaison freuen. Wer weiß, vielleicht wollen wir in Zukunft gar nicht mehr weg. Der golden Rabbit wäre darauf vorbereitet! Wir haben uns vom Virus nicht einschüchtern lassen und sind in diesem Jahr mutig vorangeschritten: mit Feme de Sainte Marthe haben wir einen neuen, ziemlich tollen Saatgutlieferanten für wunderbare alte und bewährte Gemüsesaaten gefunden - die finden Sie hier. Und wir - und darauf sind wir echt ein wenig super-stolz - haben eine feine Kooperation mit den netten Leuten vom englischen Meister-Garten Great Dixter begonnen. Exklusiv bei the golden Rabbit gibt es nun die "The 10 Great Dixter Signature Flowers" als Saatgut und dazu auch die wunder-schönen Staudenstützen, die dort in der Holzwerkstatt gefertigt werden. Aber dazu später mehr. Dann haben wir in England einen feinen Saatgutzüchter aufgetan, der uns ab sofort für die neue "golden Rabbit Collection" schöne und außergwöhnliche Blumensaat liefert. Und Tulpen sind auch schon wieder eingekauft ... und für alle jene, es nicht lassen können, sich in fremde Gärten zu träumen, haben wir ein ultra fesches "Vor-Corona-Rabbit en Route" nach Giverny zu bieten. Wenn das kein knuffig dicker Herbstauftakt ist, wissen wir auch nicht weiter ...

Ferme de Sainte Marthe... feinstes französisches Saatgut für den fortgeschrittenen Gemüsegärtner

Wir haben uns entschieden unseren Horizont bei dem Gemüse- und Kräutersaatgut ein wenig zu erweitern und auch mal einen interessierten Blick auf Heilkäuter zu werfen. Auf der Suche nach gutem biologischen Saatgut sind wir über den großartigen französischen Saatgutzüchter "Ferme de Saint Marthe" gestolpert und seither sind wir hin und weg von dessen Saatgutangebot. Kleine runde Möhren, runde und lange Radieschen, Cornichons, Petersilenwurzeln, Artischocken, Carden, Walderdbeeren, unzählige unterschiedliche Kürbisse, ausdruckstarke Salate, viele alte Sorten aus den Gemü-segärten Frankreichs, der Schweiz, Deutschlands, und Italiens - Auberginen, Tomaten: rund, lang, klein, groß und in allen Farben ... wenn man das Sortiment durchschaut läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen und man hört den Koch in der Küche jauchzen. Wir werden das Angebot Stück für Stück ausbauen. Bitte wundern Sie sich nicht - das französische Saatgut ist ein wenig teurer - aber meistens stecken in den Packungen mehr Saat und natürlich ist es ist biologisch und samenfest. Ferme Saint Marthe ist eine kleine Kooperative aus der Nähe von Angers an der Loire. Wir freuen uns sehr über diese neue Zusammenarbeit!

Gespannte Luft - was ist das?

Ich höre Sie sagen: "Gespannte Luft? Kenne ich! Das ist, wenn ich Fußball sehen möchte, und meine Frau will, dass ich den Rasen mähe". Das, meine Herren, ist dicke Luft. Das ist etwas anderes. Gespannte Luft ist ein Hilfs-mittel bei der Stecklingsvermehrung. Denn wer Pflanzen über Stecklinge vermehren möchte, der muß sicherstellen, dass die kleinen, zarten Stecklinge (die ja absolut keine Wurzeln haben) so lange nicht austrocken, bis sie es geschafft haben, die ersten feinen Wurzeln zu bilden. Um die Austrocknung zu vermindern muß in der den Steckling umgebenden Luft, die Feuchtigkeit erhöht werden und konstant hoch bleiben. Das macht man indem man dem Steckling eine eigene kleine Biosphäre baut. Die Varianten wie das am besten geht sind ohne Zahl: am einfachsten stülpt

man einen Klarsichtbeutel über den Topf, oder ein Glas oder eine Plastikbox, oder man schneidet eine große PET-Flasche unten ab und nutzt sie als kleines Gewächs- haus... Und wenn Sie dies machen, dann - ja dann erzeugen Sie "gespannte Luft". Herzlichen Glückwunsch!


Regenwürmer sind erstaunliche Tiere. Wenn man sich einmal in Ruhe auf einen Stein setzt, und so einen Wurm ganz genau betrachtet, dann wird einem schnell klar, dass an diesen kleinen Kollegen nichts fies oder ekelig ist. Sie werden feststellen: die Haut von Regenwürmer ist nicht glitschig sondern eher trocken. Sie werden sehen wie unglaublich schnell die Würmer sind wenn sie sich bedroht fühlen, und wie scheinbar mühelos sie sich selbst in härteres Erdreich bohren. Regenwürmer sind Pflanzenfresser, sie ziehen nachts Blätter, Stängel oder Keimlinge in ihre Gänge um sie dort verrotten zu lassen. Ist das organische Material von Mikroorganismen weich gemacht kann der Regenwurm, der nur schnappen und nicht kauen kann, es zusammen mit Erdreich einsaugen und verdauen. Die Nahrung wandert dann durch den ganzen Wurm und kommt am anderen Ende als wertvoller Wurmhumus wieder heraus. Regenwurm-Kacka enthält jede Menge Kalk, Magnesium, Phosphor und Kalium und ist ein toller Dünger. Die Gänge, die der Wurm gräbt, (sie sind (irre) bis zu 40 Meter lang und bis zu 3 Meter tief) durchlüften den Boden auf natürliche Weise und sorgen für gute Drainage.

Regenwürmer sind in Segmente geteilt. Die Segmente sind mit je 4 kurzen Borsten versehen, sie dienen der Fortbewegung und werden vom Wurm mit der Muskulatur gesteuert. Regenwürmer wachsen am hinteren Ende. Je älter der Wurm umso mehr Segmente hat er. Die Segmente sind vollkommen identisch und durch eine feine Wand voneinander getrennt. Einzig das Kopf- und das Endsegment ist unterschied- lich. Alte Regenwürmer haben bis zu 180 Segmente. Ummantelt werden die Segmen-te von einem Hautmuskelschlauch - das ist

eine Schicht Haut, die fest mit einem darunter- liegenden Muskel verbunden ist. Beim Regenwurm mit einem Längst- und einem Ringmuskel. Die Leibeshöhle des Wurms ist mit Flüssigkeit gefüllt, geteilt in die Segmente sorgt diese Flüssigkeit für die Stabilität des wirbellosen Wurms. Kriecht der Wurm, wird die Flüssigkeit zwischen den Segmenten hin und her gepresst. Diese "Saug-Pumpen-Fortbewegung" kann mit bloßem Augegut beobachtet werden. Mit seinen Chitinborsten klemmt der Wurm sich auch in seinen Gängen fest. Wie gut

ihm das gelingt, kann man beobachten, wenn man sieht welch große Mühe Vögel haben, einen Wurm aus seinem Gang zu ziehen. Regenwürmer sind Zwitter - finden aber die Paarung mit einem anderen Wurm viel schöner als Sex mit sich selbst... Das man Regenwürmer an jeder beliebigen Stelle zerteilen kann und der Wurm dann weiterlebt weil das abgetrennte Segment nachwächst, ist übrigens eine Legende. Wahr ist: alle Segmente ab dem 40. Körper-Segment können ersetzt werden. Der Regenwurm kann diese Segmente sogar

selber abwerfen. Er tut dies auch wenn ein Vogel ihn am Hintern zieht. Jede Verstüm-melung vor dem 40. Segment aber bedeu-tet den sicheren Tod. Denn auch Regen-würmer haben ein Herz-Kreislauf-System, das - ähnlich wie das unsere - auf größere Löcher an unglücklichen Stellen recht sensibel reagiert. Obwohl: Herzen hat der Regenwurm genug - in seinen Segmenten

7 bis 11 liegen insgesamt 10 Herzen. Freuen wir uns also, wenn wir eines der charakte-ristischen Wurmhäufchen im Beet finden. Zeigt es doch: diese Erde wird von einem Genossen mit viel Herz bewohnt!


Die Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Würmer.

Wußten Sie, dass der Regenwurm lange Zeit als Schädling galt? Jahrzehntelang haben Bauern und Gärtner versucht ihn um die Ecke zu bringen bis Charles Darwin kurz vor seinem Tod im Jahr 1882 endlich seine umfangreichen Forschungen zum Regenwurm vorstellte. Darwins These war, dass der Regenwurm für die Bildung einer lebendigen, gesunden Ackererde unverzichtbar sei. Er setzte alles daran das Leben dieser kleinen Würmer zu erforschen und scheute bei seinen, heute zum Teil skurril anmutenden, Experimenten keine Mühen: Er setzte die Würmer auf das Klavier, schrie und pfiff auf schrillen Pfeifen um zu ergründen ob Regenwürmer Ohren haben.

Er suchte die Augen und fand heraus das Regenwürmer zwar augenlos

sind aber dennoch zwischen hell und dunkel unterscheiden können. Er versuchte zu ergründen warum und wie tief die Würmer in der Erde leben und wo sie sich dort aufhalten. Wovon sie sich ernähren, wie ihre Fortbewegung und ihre Fortpflanzung funktioniert. Darwin vermutete, dass Regenwürmer auf die eine oder andere Weise Erde verstoffwechseln und so dafür sorgen, dass der Boden ständig umgeschichtet wird. Um das

Klassische Herbarien bei www.the-golden-rabbit.de

zu beweisen brachte er auf  Erdstücken eine Schicht Kreide und feinen Kieseln aus und stellte fest, dass beide mit der Zeit nach unten in den Boden hinein wanderte und zwar umso schneller, je mehr Regenwürmer im Boden lebten. Seine Experimente hat Darwin unter dem Titel "Die Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Würmer" veröffentlicht. Endlich ist dieses Buch, das trotz seiner alten Sprache wirklich sehr vergnüglich zu lesen ist, in einer sehr schön gemachten Neuauflage im Czernin Verlag erschienen. Ein "Must have" für jede Gartenbibliothek ......


Clog "Picasso" mit Stahlkappe
Clog "Picasso" mit Stahlkappe

Der ideale Gartenschuh kommt aus Schweden

Seit 1907 fertigt der kleine schwedische Betrieb Troetorp Holzclogs. Der Gründer der kleinen Manufaktur, August Johansson, war besessen von der Idee den komfortabelsten, den besten, den langlebigsten und ach überhaupt den aller-schönsten Clog Schwedens herzustellen. Und das ist ihm unserer Meinung nach auch ziemlich gut gelungen. Denn wie früher werden die Clogs aus elastischem Erlenholz hergestellt

und haben ein orthopädisch geformtes Fußbett. Das Leder

Clog "Van Gogh"
Clog "Van Gogh"

wird über einen feuchten Leisten gespannt, und nicht vulgär an den Clog getackert, sondern fein säuberlich genagelt. So weit so gut - aber warum halten wir "Picasso" oder "Van Gogh" für den idealen Gartenschuh? Das ist einfach: man kann leicht rein und raus schlüpfen, das stabile Leder schützt die Zehen, sollte einem einmal etwas Schweres auf den Fuß fallen. Dreck und Nässe können den Clogs nichts anhaben - die Füße bleiben trocken, auch barfüßig hat man in Clogs ein schönes Tragegefühl und - und das ist das beste Argument: die Clogs sind hinten geschlossen - das heiß, man hat nicht ständig das halbe Beet im Schuh. Lässig sind sie eh - auch zu Röcken oder Hosen in der Stadt getragen machen diese Clogs eine mächtig gute Figur!

Kusakichi Hackbeil - der robuste Helfer im Garten bei www.the-golden-rabbit.de

Great Dixter  - wunderschön unperfekt

wer unseren Blog schon länger verfolgt, der weiß um unsere heiße Liebe zu Great Dixter House & Gardens, dem britischen Garten des legendären Gärtners Christopher Lloyd. Seit wir diesen, von Leben und Vitalität nur so strotzenden, Garten gesehen haben, träumen wir davon, unseren Kunden ein klein wenig Great Dixter anbieten zu können. Nun - nach vielen Jahren sind wir endlich so weit. Eine Saatgut-Kollektion der zehn Blumen, die in Great Dixter immer und immer wieder auftauchen, wartet jetzt darauf den Weg in Ihren Garten zu finden. In der Holzwerk-statt von Great Dixter werden wunderschöne, robuste und charmant verwitternde Staudenstützen aus Esskastanie gefertigt, die große Stauden in Schach halten und Wege abgrenzen. Auch von diesen haben uns ein kleines Kontingent für Sie unter den Nagel gerissen. Einfach zauberhaft!

Kupferwerkzeug im Garten?

An dem Einsatz von Kupferwerkzeug im Garten entfachen sich kleine Glaubenskriege. Unbestritten ist: Kupfer ist ein wichtiges Element für die Bodengesundheit, und essentiell für das gesunde Pflanzenwachstum. Ob die Spurenelemente, die durch die Arbeit mit Kupferwerkzeug im Boden verbleiben hierzu ausreichen, mag kontrovers diskutiert werden. Aber rund um den Globus schwören Gärtner auf Kupfergeräte und berichten über eine sichtbare Verbesserung von Pflanzengesundheit und Erträgen. Grund genug einmal näher hinzuschauen. Wir haben in Österreich einen Hersteller von wunderschönen, handgearbeiteten Kupfer-Gartengeräten gefunden und unser Sortiment um einige geniale, längst vergessene, Geräte erweitert: einen Krail, eine breite und eine spitze Feldhaue, einen Jätschling, eine kleine Topfkralle und eine Pendelhacke. Wie, Sie wissen nicht was eine Pendelhacke ist... na so was!

Pendelhacken sind  eher in den Gärten im Süden Deutschlands, in der Schweiz und in Österreich heimisch. Es sind im Prinzip so etwas wie "Tiefen-Schuffeln". Sie eignen sich perfekt für das Jäten von Beikraut in lockerem, bearbeiteten Böden. Pendelhacken haben einen "Hackring", dessen Blatt vorder- und rückseitig geschärft ist, und der leicht pendelnd aufgehängt ist. Daher der Name. Ziehen Sie diesen Ring durch die Erde dann hacken das scharfe Hackblatt beim Vor- und Rückbewegen die Wurzeln der Beikräuter ab - sie springen sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes "über die Klinge". Da der Hackring mit guten 10 Zentimetern recht tief ist, erwischt man mit der Pendelhacke viel Beikraut so tief, dass es nicht wieder aus der Wurzel remontiert. Ein superschönes und super-schlaues Jätewerkzeug! Der Jätschling ist das entsprechende Handgerät.


Rabbit en Route:

Giverny & der Jardin de Plume

In diesem Jahr sah es mit den Gartenreisen ein wenig mau aus. Aber das macht genau garnichts, denn wir haben noch eine wunderbare kleine Herbstreise in der Tasche. Eine Reise, die man in diesen Zeiten nicht nur unterneh-men kann - sondern die man geradezu unternehmen muß - solange der Virus Touristen aus China und der USA fernhält. Also: schnüren Sie Ihre Schuhe, packen Sie die geblümte Atemmaske ein, und besuchen Sie den wunder-baren Garten von Monet in Giverny, einem kleinen, reichlich verpennten Ort mit ganzen 494 Einwohnern, vor den Toren von Paris. Fahren Sie nicht durch, sondern fahren Sie hin. Bleiben Sie ein zwei Nächte, vertrödeln Sie in Giverny jede Menge Zeit. Sie werden belohnt mit dem großen Vergügen zu erleben, wie das Dorf aufatmet, wenn sich abends alle Touristen wieder auf den Heimweg gemacht haben. Sie sind die ersten im Garten, Sie können die allerletzte Ecke des Örtchens ausloten. Ich verspreche: Es lohnt sich - zu jeder Jahreszeit!

Der Weg ist das Ziel ....

Nach Giverny kommt man im Großen und Ganzen auf zwei Wegen: Entweder man fährt mit dem Zug nach Paris und von dort aus mit dem Vorortzug nach Giverny, oder man fährt mit dem Auto. Wählt man das Auto, und kommt man dann aus dem Rheinland (einer Richtung die uns am Herzen liegt), dann wirft sich einem das verlockende Hotel Royal Hainaut in Valencienne als Übernach-tungsstop nachgerade in den Weg. Das Hotel, unter Louis XV im Jahr 1751 als Spital gebaut, ist atemberaubend. Stellen Sie sicher, dass Sie rechtzeitig ankommen. Die Brasserie und das SPA in den alten Katakomben sind wirklich cool. Ansonsten ist in der alten Bergbaustadt Valencienne nicht allzuviel los - aber - und das gehört vielleicht zur kleinen Gärtner-Allgemeinbildung: Valencienne = Chicorée! Es war die erste Stadt Frankreichs in der Chicorée in industriellem Maßstab verarbeitet wurde. 1778 hatte ein gewisser Charles Giraud die grandiose Idee, dass Chicorée-Wurzeln schneller trocken, wenn man sie in kleine Chips schneidet. In seinen Fabriken konnte er so die Wurzel in großem Stil trocken, mahlen und zu einem, in der damaligen Zeit recht populären, Ersatzkaffee verarbeiten. Leider gibt es in Valencienne kein Chicorée-Museum. Da wären nach unserem Geschmack gewesen ...

Gustave Caillbot, Parterre de Marguerites, 1893
Gustave Caillbot, Parterre de Marguerites, 1893

Ein Geheimtipp - nur für Sie!

Wenn Sie in Giverny übernachten haben Sie schon einmal einen gewaltigen Vorsprung - aber Bustouristen sind Frühaufsteher und ab 10:00 bilden sich lange Schlangen vor dem Eingang des Gartens. Die Besitzerin des Hotels La Musardière hat uns einen unbezahlbaren Tipp gegeben den wir hier großzügig mit Ihnen teilen: Gehen Sie NICHT zuerst in den Garten - gehen Sie vielmehr an die Kasse des Musée des Impressionnismes - in das Museum wollen sehr viel weniger Menschen - an der Kasse kaufen Sie dann ein Kombi-Ticket Garten und Museum. Dann können Sie sich die kleine Sammlung des Museums anschauen (die zumindestens eine wunderbare Arbeit von Gustave Caillbot zu bieten hat) und - und das ist der absolut entscheidende Vorteil - dann den Park an allen Schlangen vorbei an der, versteckt in einem kleinen Seitenweg liegenden, hinteren Pforte betreten. Sie zeigen einfach lässig Ihr Ticket vor und voilà - der Garten liegt Ihnen zu Füßen.

Schlafen wie Monet in Frankreich...

In Giverny gibt es jede Menge Bed & Breakfast Unterkünfte - wenn Sie lieber im Hotel wohnen, dann würden wir Ihnen diese beiden an das Herz legen: La Musardière, das ist ein sehr nettes, etwas hemds-ärmeliges kleines Hotel am Ende der einzigen echten Straße die durch Giverny führt. Man ist mitten drin im kleinen Dörfchen. Das

Hotel hat ein Restaurant das nett ist. Und - etwas nobler und ein wenig abseits, das Hotel Jardin des Plumes. Eine wirklich sehr schöne Location mit sehr, sehr guter Küche. Ein kleines Hideaway im

touristischen Trubel des Ortes.

Der Garten von Monet

Über den Garten von Monet kann man jede Menge lesen - ich erspare Ihnen also einen langen Text und hänge nur ein kleines Album an. Gärten sieht man ja so oder so mit dem Herzen am allerbesten ...

Ein kleiner Spaziergang gefällig ?

...und wem die Bilder oben nicht reichen, der kann mit diesem schönen Video von der Royal Academie of Arts schon einmal ein wenig durch den Garten schlendern.

Elger Esser; Nocturnes à Giverny, Combray (Giverny I), 2010 / Combray (Giverny III), 2010

Giverny - ein Sehnsuchtsort

Viele Künstler haben dem wunderschönen Monet-Garten Arbeiten gewidmet. Wir finden: zur Einstimmung ist es viel schöner sich Bücher mit ihrer Sicht des Gartens zu kaufen, als einen trockenen Reiseführer.

Wunderschön ist der Katalog "Nocturnes à Giverny" von Elger Esser. Er hat die märchengleiche Schönheit und die geheimnisvolle Stimmung der Seerosenteiche meisterlich eingefangen. Und kaufen Sie sich unbedingt auch das Buch "The Gardens at Giverny: A view of Monet's World" des

Stephen Shore, The Giverny Portfolio, 2002 und Giverny, France, 1977 Collection MoMa, NY

amerikanischen Künstlers Stephen Shore. Natürlich ist Shore ein groß-artiger Fotograf - aber der Katalog ist vor allem auch deshalb interessant, weil Shore von 1977 an 6 Jahre lang Giverny besuchte und fotografierte. Seine Aufnahmen zeigen den Garten in der Zeit während und nach der Restaurierung. Denn wie viele große Gärten, war auch Giverny eine lange Zeit sich selber überlassen und mußte von Grund auf restauriert werden. Mich freuen solche Bilder immer, führen sie einem doch vor Augen, dass auch der allerschönste Garten einmal ganz klein angefangen hat.

Wo, Was?

Giverny ist wirklich ein kleines Dörfchen und die lustigen Dinge die man machen kann, außer Monets Garten zu besuchen, sind schnell aufgezählt - also los: früh-stücken nicht im Hotel sondern im La Capucine - ein netter Ort, der sich selbst als "Bistro / Cantine" umschreibt und unbeirrt von allen Touristen noch gut-französische schnelle Küche anbietet. Ein netter Mini-Garten-Shop und ein kleiner Feinkostladen ist Teil des Ganzen. Hier kann man gut Zeit verbummeln während einem die Hühner um die Füße picken. Man kann auch - wenn man sich echt langweilt - in das Musém de Mécanique Naturelle gehen.

Eine eher wilde Sache aber hinterher hat man eine Maschine gesehen, an der Holzschuhe hergestellt wurden. Wer weiß, wann man das im Leben nochmal braucht. Bürgerlich (wenn gleich schon etwas amerikanisiert) essen im Ancien Hotel Baudy - hier aßen, tranken, stritten und über-nachteten seinerzeit die Kumpels von Monet: Cézanne, Sisley, Rodin, Renoire. Damals auch ein Hotel - heute nur noch ein Restaurant, das aber innen wirklich sehr schön ist. Versteckt am Fluß direkt neben der Straße findet sich das La Guinguette de Giverny, eine Holzterrasse, weiße Sonnenschirme, Holzstühle, eine kleine Karte und eine plat du jour - was braucht man mehr? Im ganzen Ort sind viele kleine Galerien und Ateliers versteckt, zum Beispiel 62, rue Claude Monet - das von Pascale Benéteau, deren Tier-Bronzen wirklich schön sind.

Aller et Retour: Paris oder Rouen

Von Vernon, dem Nachbarort von Giverny, können Sie mit dem Zug rack zack nach Paris fahren. Ein kleiner Ausflug in die Hauptstadt - kein Problem: in 52 Minuten sind Sie am Bahnhof Paris St. Lazare. Ein Besuch der Kathedrale von Rouen? Wandeln auf den Spuren von Jeanne d'Arc oder sich passend zu Giverny noch einmal die Arbeiten von Monet, Sisley, Renoire, Pissaro, Caillbot im Musée des Beaux-Arts anschauen? Ja klar: Einfach Zugkarte buchen über die website von oui sncf, die Fahrt entlang der Seine genießen und in kurzweiligen 41 Minuten sind Sie in Rouen.

Le Jardin Plume

Wenn man Giverny nach einigen Tagen in- und auswendig kennt, kann man sich auf den Weg machen um sich noch einen anderen schönen Garten anzuschauen: den Jardin Plume in Auzouville-sur-Ry. Das ist eine Fahrt von schlanken 50 Minute, hoch in den Norden in Richtung See. Der Jardin Plume ist in den letzten Jahren ziemlich viel gelobt worden. Es lohnt sich auch  ganz unbedingt ihn anzuschauen, denn die

Handschrift von Madame und Monsieur Quibel ist in der Tat beeindruckend. Der Garten ist eine Mischung aus streng und formal und weich und  über-bordend. Er besticht durch den lässigen Wechsel zwischen Kontrolle und Laissez- faire. In seiner Struktur ist er klassisch französisch etwas old fashioned könnte man sagen, und hat doch, nicht nur durch den sehr gekonnten, spielerischen Einsatz von Gräsern, eine starke zeitgenössische Handschrift. Wir waren spät im Jahr zu Besuch, der Garten war nach einem heißen Sommer erschöpft und schon dabei sich zur Ruhe zu legen und die Quibels ließen ihn gewähren. Um ihn in voller Pracht zu sehen werden wir noch einmal wiederkommen müssen.


Andere schöne Gärten in der Nähe: Les Jardins Agapanthe in Grigneuseville, Le Jardin de Valérianes in Bosc-Roger-sur-Buchy, Les Jardins d'Angélique in Montmain, der Parc & Jardins Le Bois de Moutiers in Varengeville sur Mer, Les Jardins d'Étretat in Ètretat...

Frösche zählen oder noch schnell an den Atlantik ?

Wenn man so nah am Meer ist, dann muß man da auch hin. Wir haben uns vom Jardin Plume aus auf den Weg nach Madelaine sous Montreuil gemacht, einem wirklich reizenden Städtchen kurz vor Le Touquet. Madelaine sous Montreuil ist ein sehr hübscher Ort der, von Festungsmauern umgeben, auf einem Hügel thront - aber vor allem ist der Ort die Heimat von Alexandre Gouthier, einem sehr speziellen, sehr guten Koch, der hier mit "La Grenouillère" ein höchst eigenwilliges Hotel mitten in die verzauberte, wässerige Landschaft unterhalb der Stadt gesetzt hat. Im Bett hört man die

Frösche quaken, die man am nächsten Tag zum Mittag auf dem Teller findet. Das Hotel besteht aus einigen wenigen Zimmern und ein paar sehr eigenen, wirklich lustigen Nebengebäuden und Hütten in denen auch Gastzimmer untergebracht sind. Hierher wird (obwohl direkt um die Ecke) der Gast mit dem 2CV gefahren und zum Dinner abgeholt. Das Frühstück wird morgens von Geisterhand im Korb vor die Türe gestellt, man darf dann barfuß im eingenen kleinen Garten frühstücken. Das Restaurant ist ein gläserner Raum, die Equipe kocht in der offenen Küche. In der Mitte des Raumes lodert ein Feuer. Der Garten des Hotels ist ein kleines Piece für sich: er hat hunderte kleiner Ecken, Verstecke mit Liegestühlen, Kunst, Ideen... Ein wahrlich magischer Ort. Von dem man - so man ihn denn überhaupt verlassen möchte - einen schönen Ausflug nach Le Touquet machen kann.

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