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03 / 2020

Nun denn ... bringen wir den Garten zu Bett!

Der Winter zieht auf ... ein Blick aus dem Fenster in trübes Licht und auf die sich türmenden Laubhaufen mag einen ungnädig stimmen - aber das ist der Lauf der Dinge, da läßt sich nix dran ändern. Also hopp: Pullover an, fix die sensationelle neue Golden Rabbit Gartenjacke darüber, Onoyoshi Schere in die Außentasche, die guten Showa-Handschuhe eingesteckt und raus an die Arbeit! Jetzt gilt es noch schnell ein wenig Platz zu schaffen damit Stauden mit schönen Samenkapseln im Winterbeet glänzen können. Die letzten Blumenzwiebeln setzen. Vielleicht auch schon ein paar Blumen aussäen .... riskant, aber wenn sie es schaffen, dann sind sind sie die Ersten und die Stärksten im Frühlingsbeet. Dann bleibt noch den Sensibelchen wie Rosmarin, Lorbeer, echtem Jasmin und Co. einen warmen Winterschutz zu verpassen, Sträucher zurück zu schneiden und offene Flächen überzumulchen. Und wenn dann alles, aber auch wirklich alles erledigt ist - nehmen Sie sich ein wenig Zeit, eine heiße Tasse Tee und ein Blatt Papier und setzten sich in aller Ruhe in Ihren schlummernden Garten. Ziehen Sie Bilanz. Was war gut, was war schlecht - was so lala? Zeichnen Sie sich einen Pflanzplan - der muß nicht perfekt sein aber er wird Ihnen im Frühjahr bei der weiteren Planung gute Dienste leisten. Denn sicher ist: in ca. 110 Tagen geht es wieder los!

Die Pudelmütze des Gartens: Mulch

Die Kundschaft des golden Rabbit teilt sich in zwei Lager: die einen Gärtner schwören auf das Mulchen und die anderen finden es unerträg-lich unordentlich. Was soll ich sagen: beide haben recht. Es gibt für die Bodenpflege kaum etwas besseres als das Mulchen. Eine Mulchschicht hält Unkraut in Schach, den Boden feucht, verhindert Erosion, wärmt oder kühlt den Boden je nach Jahreszeit und bietet den Bodenorganis-men ordentlich Futter an. Aber es stimmt eben auch: ein gemulchtes Beet ist selten eine Augenweide! Dennoch sollten Sie diesen Winter Ihre Beete mulchen. Denn die Mulchdecke schützt zarte Pflanzen vor dem

strengen Frost und Frühjahrsblüher vor dem Austrocknen. Wenn Sie ein Augenmensch sind, dann mulchen Sie die Beete dünn mit Laub, das sieht hübsch aus und was im Frühjahr nicht verrottet ist kann entweder untergearbeitet oder abgenommen werden. Zum Mulchen eignen sich viele Materialien: Laub, Stroh, Heu, Holzwolle, Rindenmulch, krautiger Grünschnitt oder schwarzer Kompost. Der schwarze Kompost ist im Frühjahr besonders gut, denn die dunkle Farbe zieht die Sonne an und

Mulchmaterial: Rindenmulch, Stroh, Blätter, Holzwolle, grober Grünschnitt

wärmt die Beete schneller durch. Vorsicht bei dem Einsatz von Rasen-schnitt. Er neigt dazu sich zu verdichten und bildet dann eine fette, luftundurchlässige Schicht unter der eher Fäulnis als Leben entsteht. Auch Rindenmulch hat seine Tücken. Er sieht zwar schön ordentlich aus aber beim Verrotten entzieht er dem Boden Stickstoff - wird mit Rinden-mulch gemulcht, dann sollte man Hornspäne beimischen. So zur Hand: mischen Sie unter das Mulchmaterial eine handvoll Steinmehl oder etwas Kompost - das beschleunigt die Verrottung. Auch wenn Sie nur Töpfe oder Pflanzsäcke auf dem Balkon haben ist Mulchen großartig um im Sommer die Feuchtigkeit länger in den Töpfen zu halten und die Gießabstände zu reduzieren.

Seidenhemdchen und Schweizerhose

"Forellenbirne" "Frauenschenkel", "Großer Katzenkopf" oder "Weinapfel" - die Namen alter Obstsorten sind ebenso sonderlich und vielfältig wie ihr Geschmack. Und höchst poetisch sind die Geschichten, die sich um sie ranken: wie die von der Birne, die zweimal per Schiff nach Amerika reiste. Die von der Kirsche, für die Friedrich der Große einen halben Monatslohn (wie - Sie wußten nicht, dass Friedrich der Große Lohnempfänger war?) zahlte. Oder die, von der Apfelsorte, die Newton zu seiner Gravitationstheorie inspirierte. Über fünfzig alte, heimische Obstsorten werden in diesem außerordentlich schön gestalteten Buch anhand von historischen Illustrationen beschrieben, mehr als hundert weitere mit kurzen Texten vorgestellt. Ein durch und durch vergnügliches Buch von Sophia Blind. Und nebenbei: ein großartiges Weihnachtsgeschenk, das Sie natürlich in unserem Onlineshop finden!

Des Gärtners Glückspilze

Nein, wir sind nicht unter die Drogenhändler gegangen - aber Glücks-pilze haben wir tatsächlich in unser Sortiment aufgenommen. Diese Pilze machen allerdings in erster Linie Ihre Pflanzen glücklich und die berau-schen dann mit ihrer Pracht den Gärtner. Das ist kein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz - versprochen!  Die Rede ist von Mikorrhiza - einer Gesellschaft von Bodenpilzen (myces = griechisch Pilz) die mit dem Gießwasser ausgebracht werden kann und die mit den Wurzeln (rhiza = griechisch Wurzel) der Pflanzen symbiotisch zusammenarbeiten. Mykorrhiza hilft der Pflanze dabei, sich Nährstoffe aus einem großen Umfeld zu besorgen und sie aufzuschließen. Im Gegenzug ernährt die Pflanze die muntere Pilztruppe. Eine Win-Win-Situation!

Mikkhoriza kann vielfältig eingesetzt werden: tauchen Sie Ihre Setzlinge in ein Mikkhoriza-Bad bevor Sie sie einpflanzen, gießen Sie junge Pflanzen mit Mikkohriza an, bringen Sie die Pilze in Ihre Topfpflanzen ein. So oder so: Sie werden sehen, die Pflanzen entwickeln sich deutlich stabiler und besser als ohne die Pilzgesellschaft. Es gibt allerdings ein paar Dinge die man nicht tun darf wenn man Mikkhorizza verwendet: Pflanzenschutzmittel killen die Pilze, chemischer Pflanzendünger stört die Symbiose (die Pflanzen nehmen dann den essfertigen Dünger und machen sich nicht mehr die Mühe mit den Pilzen zusammen zu arbeiten) und - die Pilze können sich nur in Böden gut ernähren in denen auch Bewuchs ist. Das heißt: die Beete müssen bepflanzt sein.

Lachen hilft ...

...auf jeden Fall oft. Ich bekomme ab und an nette Mitteilungen von meinen geschätzen Kunden, und gestern hat mir jemand diesen

feinen Witz zugesteckt - ich gebe

zu, ich mußte eine Weile darüber

nachdenken. Aber es sind harte

Zeiten und da kann ein guter Witz

nie schaden. Ich dachte also, ich

teile diesen einmal mit Ihnen.

Leben wie ein Eichhörnchen im Périgord - Ferien im Baumhaus

Sobald das Leben wieder ein wenig in seine alten Bahnen gefunden hat, werden wir uns aufmachen ins schöne Périgord. Dort werden wir bei gutem Essen und hervorragendem Wein unsere Corona-Wunden lecken und unser Haupt im "Les Chateaux dans les Arbres" betten. Sechs der feinsten Spa-Hotels der Gegend, alle in hochherschaftlichen Schlössern untergebracht, haben sich zu "Chateau dans les Arbres" zusammen-geschlossen: jede Hotel hat auf seinem Anwesen  jeweils ein Baumhaus gebaut. Und was für welche! Kleine Schlösser hoch in der Krone von einer alten Eiche, oder auf einem verträumten See, oder im zarten Grün eines Buchenwaldes .... mit solch einem Ziel vor Augen kann man die kommenden dunklen Monate vielleicht aushalten ...

 

Les Chateaux dans les Arbres, Périgord

Ein Hoch auf Winkelspinnen & Kollegen

Da beißt die Maus keinen Faden ab: Spinnen haben keine Lobby. Ich kenne kaum jemanden, der diesen haarigen Tieren größere Liebe entge-gen bringt - ich bin da keine Ausnahme. Im Sommer kreuzen sich die Wege der Gärtnerin und der Spinne eher selten - aber jetzt haben die Spinnen die Koffer gepackt und sind in ihr persönliches Mallorca - vulgo unsere Küche - umgezogen. Nun treffen wir uns ab und an beim Abend-brot. Höchste Zeit sich die wild-grauslichen Mitbewohner mal etwas genauer anzuschauen und einen Blick auf die Arten zu richten, die uns im Winter öfter mal über den Weg laufen - als da wären:

Spaltenkreuzspinne - (Nuctenaea umbra-tica) ich stehe eher auf magere Spinnen. Spinnen mit dicken Körpern sind nicht so meins. Und die Spaltenkreuzspinne hat einen ziemlich dicken Körper. Sie gehört zur Familie der Webspinnen und zaubert großartige Netze in den Raum. Mit einer Körperlänge von 7 - 10 mm ist sie nicht soooo groß aber sie ist flink und schwer zu fangen... das aber wird in der Regel eh nicht notwendig sein, denn die Spaltenkreuzspinne macht sich tagsüber rar und sitzt nur des Nachts in Ihrer Wohnung in ihrem Netz und wartet auf Kundschaft.

Die Speispinne - (Scytodes thoracica) mit einer Körperlänge von 4 - 6 mm eher eine kleinere Spinne. Aber was für Eine. Die Spei-spinne ist - Verzeihung für diese lockere An-rede - eine coole Socke! Sie lebt so gut wie ausschließlich im Haus und erlegt ihre Beute indem sie sie mit bis zu 20 gezielten, zick-zackförmigen giftig-klebrigen Spuckattakten am Boden festklebt. Dann erst tötet sie ihr Opfer mit finalem Giftbiss und saugt sie aus. Die Spinne ist sehr kurzsichtig und erfühlt die Beute mit ihren Sinneshaaren. Für Menschen vollkommen ungefährlich

Große Zitterspinne - (Pholcus phalangioides) ist mein Favorit unter den Hausspinnen. Eine zarte - mit ihren bis zu 5 cm langen Beinen doch ziemlich ausladende Art. Bis auf ihre Unart die Räume, die sie bewohnt mit liederlichen Netzfäden zu überziehen, stört sie nicht weiter. Die Spinne ernährt sich sich von kleine Insekten und Asseln und hält so die Wohnung sauber. Zitterspinnen bringen, wenn sie sich bedroht fühlen, ihr Netz und sich so stark zum Schwingen, das es Feinden schwer fällt sie zu fixieren. Eine geniale Strategie.

Die Große Winkelspinne - (Tegenaria atrica)vor dieser Spinne zittere ich auch ein wenig . Dabei ist die Große Winkel- spinne ein harmloser Genosse - aber sie ist eben mit ihren 10 - 16 mm Körpergröße und einer Beinspannweite von bis zu 10 cm wirklich arg groß. Die Spinne gehört trotz ihres abschreckenden Aussehens aber zu den Lämmlein unter den Spinnen. Sie ist etwas lahm und läßt sich leicht mit einem Glas fangen. Sie kann zwar beißen, aber der Biß bleibt ohne Wirkung. Die Winkelspinne webt an Decken und in Ecken mehrlagige Netze in denen sie matt von fetter Beute träumt. Auf dem Menü der Großen Winkelspinne stehen Asseln und Insekten aller Art.

Wollige Mauerspringerspinne - (Pseudeuo-phrys lanigera) ist winzig (zwischen 3 - 5 mm)   - sie gehört zu der Familie der Spring-spinnen und ist ein Einwanderer aus dem Süden. Ihren Namen verdanken Sie ihrer Jagd-technik: Springspinnen jagen nicht mit Netzen sondern lauern ihrer Beute auf und springen sie dann, gesichert durch Spinnfäden, an denen sie wieder zurückkrabbeln können, an. Ihr Lebens-raum sind warme Hauswände und Ritzen. Sie kommen mit der Trocken-heit in Wohnungen gut klar und ist deshalb dort auch oft zu finden. Ein fleißiger, kleiner Räuber, der viele Schadinsekten vertilgt.

Mr. William Morris

.... seineszeichens Mitbegründer der Arts and Crafts Bewegung und der sozialistischen Bewegung in England, Maler, Architekt, Kunstgewerbler, Ingenieur, Drucker und Schriftsteller. An William Morris muß ich oft denken, wenn heute so viel von "Heritage" und "Manufakturen" gesprochen wird. War Morris doch einer der wichtigsten Gründer-

väter dieser Bewegung. Er führte Ende des 19. Jahrhunderts das, in der industriellen Revo-lution arg unter die Räder gekommene, Handwerk wieder zu altem Glanz und hat nebenher jede Menge wundersamer und wunderschöner Textil- und Tapetendesigns geschaffen. Für viele der Tapeten sind die Druckstöcke noch vorhanden und sie werden auch heute noch von Hand gedruckt.

Das Victoria & Albert Museum in London hat eine umfangreiche Sammlung der Arbeiten von William Morris und sie haben einen schönen Film gedreht, der zeigt, wie kompliziert und aufwändig die Herstellung der handgedruckten Morris-Tapeten ist (hier geht es zu dem Film). Wer sich mit dem Weltbild von William Morris näher beschäftigen will, dem sei das im Nautilus Verlag erschienene Roman von William Morris empfohlen: "Kunde von Nirgendwo". Ein utopischer Roman, in dem Morris eine gerechte neue Welt mit einer gleichen und freien Gesellschaft imaginiert, in der jeder Mensch sich um die Herstellung von Schönheit bemüht, die Natur achtet, erhält und die Arbeit als reine kreative Lust empfindet. Wenn Sie einmal in London sind - machen Sie doch einen Abstecher zu seinem "Red House". Morris beschrieb sein Haus noch bevor der erste Stein gemauert war in einem Gedicht: Many scarlet bricks there were / In its walls, and old grey stone; / Over which red apples shone / At the right time of the year.

 

Red House, Red House Lane, Bexleyheath, DA6 8JF London


Auf das was fehlt kommt es an: Kiri-e

In Japan gibt es eine zauberhafte Kunstform namens Kiri-e 切り絵 - Kiri-e ist die Kunst des Scherenschnitts. Künstler wie Masayo Fukuda sind in Japan Berühmtheiten. Ihre Arbeiten sind zarte und hochkomplizierte Wunderwerke und zeigen Tintenfische, Wölfe oder Vögel - meist geschnitten aus Papier. Nicht mit Papier sondern mit Blättern arbeitet Lito . Er verwandelt die Blätter in "Mini-Geschichten-auf-einem-Blatt". Eine Arbeit für lange Winterabende und vielleicht eine schöne Bastelidee für Kids.