Warum sich Bewässerungssysteme lohnen.
Geht es Ihnen auch so? Früher hat man ohne nachzudenken stundenlang den Garten bewässert. Das hatte etwas Meditatives: Der Rasensprenger lief, man grübelte über die Welt und wenn man mal vergessen hatte, den Wasserhahn zuzudrehen, dann war das keine große Sache. Nicht nur die gestiegenen Wasserpreise haben in den letzten Jahren zu einem Umdenken beigetragen. Das Bewusstsein für die Kostbarkeit des Wassers ist gewachsen. Heute versuche ich, so selten wie möglich zu gießen, und komme dank geschlossener Pflanzflächen und gesundem Boden auch tatsächlich mit drei bis vier Gießeinsätzen pro Jahr aus. Einen großen Unterschied macht das richtige Gieß-Equipment. Es ist sinnvoll, sich einmal hinzusetzen, zu überlegen, welche Flächen im Garten wie oft und wie viel Wasser benötigen, und sich dafür ein passendes Gießsystem auszudenken. Einfach den Gartenschlauch aufdrehen und das wertvolle Nass mit der Düse über den Garten sprühen – das war gestern.
Aber fangen wir doch vorne an. Am Wasserhahn. Normalerweise ist der lange Gartenschlauch mit einem Hahnanschluß direkt am Wasserhahn angeschlossen. Viel cleverer ist es jedoch, den Wasserhahn mit einem doppelten Hahnanschluss mit Riegel auszustatten. So können Sie an den einen Anschluss den langen Gartenschlauch anschließen und an den anderen Anschluss ein kurzes Schlauchstück von einem Meter hängen. Mit diesem zweiten kurzen Schlauch können Sie wunderbar Ihre Gießkannen füllen, ohne die Wand zu fluten.
Sehr gut: Weiter zum Gartenschlauch! Die meisten Gartenschläuche, die in Deutschen Gärten rumliegen sind Schläuche mit einem Durchmesser von 1/2 Zoll. Zu wissen, welchen Durchmesser der eigene
Schlauch hat, ist wichtig. Denn alle Anschlußstücke sind auf den Schlauchdurchmesser ausgerichtet. Auch alle Schläuche, die wir in unserem Programm haben sind 1/2 Zoll Schläuche.
Achten Sie beim Kauf eines Schlauches unbedingt auf die Qualität. Nicht nur wegen der Haltbarkeit des Schlauches sondern vor allem wegen der chemischen Belastung des Gießwassers. Wenn mit Wasser gefüllte Schläuche in der prallen Sonne liegen, entsteht in so manchem Schlauch ein wilder Chemiecocktail, den man nicht unbedingt im Beet haben mag. Ein ewiges Problem sind die Schlauchanschlussstücke. Diese sind zwar genormt, aber da diese Teile in der Regel in Fernost gefertigt werden, sind sie ab und an nicht immer wirklich passgenau. Wir bemühen uns, nur hochwertige Messinganschlüsse aus Europa einzukaufen. Wasser ist ein schwer zu bändigendes Element. Es findet jede Ritze.
So, nun haben Sie einen Wasserhahnanschluss und einen Schlauch – jetzt fehlt noch das passende Gießgerät.
1) Die Spritzdüse ..
ist noch immer die Standardausstattung der meisten Schläuche. Sie ist sehr gut für die Autowäsche, für die Bewässerung des Gartens ist die Spritzdüse jedoch nicht allzu hilfreich. Der direkte Strahl ist in der Regel zu hart. Das Vernebeln des Wassers über Beeten ist wenig effektiv.
2) Die Pistolenspritze ..
ist das beste Standard-Gießgerät! Pistolenspritzen bündeln das Wasser und haben in der Regel einen schönen weichen Wasserfluss. Mit ihnen kann man direkt an der Pflanze gießen. Die meisten Pistolenspritzen lassen sich arretieren. Das ist sehr bequem. Man legt die Pistole einfach zwischen die Stauden, wartet bis der Bereich gut durchnässt ist, und zieht dann ein paar Meter weiter.
3) Der Gießstab ..
ist kein Ersatz für die Pistolenspritze, sondern ihre geniale Ergänzung. Mit ihm können Pflanzen in tiefen Beeten direkt am Boden weich, zielgenau und ohne Streuverlust bewässert werden. Auch Gießstäbe kann man wunderbar geöffnet ins Beet legen, um einzelne Bereiche unter dem Blätterdach der Stauden zu bewässern. Gießstäbe gibt es in unterschiedlichen Längen und mit verschiedenen Gießköpfen. Kein Garten ohne Gießstab!
Boutté Regnersysteme
Bei Bewässerungssystemen hat sich der Grundsatz „Keep it simple“ bewährt. Das System der französischen Firma Boutté ist simpel und funktional. Hier werden unterschiedliche Düsen einfach auf ein Trägersysteme geschraubt. Es gibt einen Bodenspieß und einen runden Fuß. Beide sind aus schwerem Metall und liegen bzw. stecken stabil in oder auf der Erde. Man kann sie auch in Reihe schalten.
4) Die Jet-Düse ..
ist ein geniales Ding. Sie sprüht in eine Richtung und das sehr, sehr flach. Sie ist ideal für die verdunstungsarme Bewässerung nah am Boden und unter Blättern. Einzeln oder in Reihe geschaltet. Unser absoluter Favorit!
5) Der Sektor-Regner ..
ist ein Großflächenregner. Sie werden im Garten in der Regel für Rasenflächen eingesetzt. Der Radius der Sektoren lässt sich fein eingestellen. So wird das Wasser zielgenau verteilt. Für Beete eignet sich der Sektor-Regner nur, wenn diese wirklich groß sind. Der Regner wirft das Wasser unter vollem Druck sehr weit.
6) Die Zerstäuber Regnerdüse ..
ist ebenfalls eher ein Großflächenregner. Im Gegensatz zum Sektor-Regner erzeugt sie einen sehr feineren Regen. Sie eignet sich gut für die Beregnung von Rasenflächen aber wegen ihrer Sanftheit auch durchaus für flächige Gemüse- oder Staudenbeeten.
7) Die Kreisel-Regnerdüse ..
ist auch ein Rasenspezialist. Die Düse dreht sich kreiselartig und bewässert dabei einen Kreis rund um sich herum mit einem weichen Regen. Für die Bewässerung im Stauden- und Gemüsegarten ist sie nicht wirklich so gut geeignet. Denn die Kreisel-Regnerdüse muß immer im Zentrum der Beregnung stehen. Also mitten im Staudenbeet.
8) Der Viereckregner ..
ist der Klassiker im Garten. Viereckregner wurden für Rasenflächen erfunden. Und nach wie vor gehören sie zu den besten Beregnern für makelloses Grün. Aber was viele nicht wissen: Viereckregner können auch justiert werden. Dann beregnen sie nur eine Seite oder einen engen Ausschnitt. Das macht sie zu einer interessanten Alternative für die Bewässerung von langen Beeten.
Zusammengefasst: Schlauch + doppelter Hahnanschluß + Gießstab + Pistolenspritze sind die Grundausrüstung. Bewässerungssysteme nach Aufgabe wählen. Systeme bevorzugen die bodennah bewässern.
Nun werden Sie fragen: „Und warum finde ich bei Ihnen keine Tropfsysteme?“. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen sind wirklich gute und zuverlässige Tropfsysteme ziemlich teuer. Die meisten für den Garten angebotenen Systeme sehen auf den ersten Blick schick aus – aber was nützt ein Tropfsystem, dem man nicht über den Weg trauen kann? Man verlässt sich darauf, dass das System arbeitet wie es soll, aber 10 von 20 Düsen sind mit Kalk zugesetzt. Und wenn größere Beete bewässert werden sollen werden jede Menge Schläuche und Düsen benötigt, um jede Ecke zuverlässig zu versorgen. Wir bevorzugen daher über das Jahr die bewährten Varianten: „Hand am Arm“ und in Urlaubszeiten die Version „Nachbarn fragen“.
Für die Bewässerung von Blumentöpfen ist und bleibt die Gießkanne das Gerät der Wahl. Mit langem Gießrohr oder mit kurzem. Mit breitem oder mit schmalem Gießkopf.


















