the golden Rabbit

Ein Duft der glücklich macht!

Da wir gerade bei der Liebe sind: Geht es Ihnen auch so, dass der Duft, den die ersten Regentropfen auf trockener Erde erzeugen, Sie glücklich macht? Es ist ein einzigartiger Geruch: frisch, erdig, dunkel, würzig und irgendwie tröstlich. Diesen Duft nennt man Petrichor (📣 Pet-ri-kuhr). Der Name ist ein Kunstwort, 1964 von zwei australischen Forschern geprägt. Er setzt sich zusammen aus dem altgriechischen Wort pétros „Stein“, und ikhōrder Bezeichnung des Saftes, der den Sagen nach in den Venen der Götter floss, „Stein-Blut“ sozusagen. Petrichor ist kein chemischer Stoff – der Duft entsteht in einem Zusammenspiel aus ätherischen Ölen und organischen Verbindungen, die Pflanzen während ihres Wachstums an Böden und Gestein abgeben, und aus einem einer chemischen Verbindung namens „Geosmin“. Geosmin (trocken auch C₁₂H₂₂O genannt) wird von einer Vielzahl von Bodenorganismen produziert und ist eine der wichtigsten Komponenten des Petrichor. Wenn Sie an Erde riechen – riechen Sie Geosmin. Ein erdiger, manchmal auch modriger Geruch. Trifft nun ein Regentropfen mit voller Wucht auf trockenen Boden, werden winzige Aerosol-Bläschen nach oben geschleudert. In ihnen: das in Staub gebundene Gemisch aus ätherischen Ölen, Harzen und Geosmin. Die menschliche Nase kann Geosmin extrem gut riechen. Das ist verwunderlich, denn eigentlich gehört der Mensch, was den Geruchssinn angeht, eher zu den Grobsensorikern. Geosmin aber riechen wir schon in der unglaublich niedrigen Konzentration von 0,00000001 Gramm pro Liter Wasser. Das wäre so, als könnte man einen zuckerwürfelgroße Menge Duft in einer Lösung von hundert Millionen Liter Wasser riechen. Unglaublich! Forscher erklären sich diese Ausnahme in unserem Geruchsunvermögen damit, dass dort, wo es nach Geosmin riecht, oft Feuchtigkeit zu finden ist. Feuchtigkeit heißt Wasser. Wasser heißt für den Menschen: Leben! Vielleicht macht uns der Duft von Petrichor deshalb so glücklich?!