Butternut, Hokkaido, Muskatkürbis, Spaghettikürbis, Bischofsmütze, Gelber Zentner, Patisson, Squash, Riesen-Kürbis – das große Kürbis-Universum ist ein einziges Wunderland! Das macht es für Gärtnerinnen und Köche schwer – weiß man doch oft nicht: ist das ein Kürbis für die Dekoration oder für die Küche? Und wenn für die Küche, dann essbar mit der Schale oder doch lieber ohne? Sehr vereinfacht kann man sagen: je wilder sie aussehen umso wahrscheinlicher sind es Deko-Kürbisse – aber wie immer: keine Regel ohne Ausnahmen – lassen Sie uns einfach mal einen Blick auf die gängigsten Kürbisssorten werfen (klar: das Saatgut haben wir natürlich auch) – fangen wir doch gleich mit dem Dicksten an. Der Riesen-Kürbis, Cucurbita maxima. Ein Kürbis perfekt für Gärtner-Wettbewerbe und für Babybrei – das klingt absurd aber in der Tat werden die Sorten dieser Kürbisfamilie von, im engeren Sinn des Wortes, größenwahnsinnigen Gärtnern zu gigantischen Kürbissen von bis zu 900 kg herangezogen. Bizzare Ungetüme. Gleichzeitig ist das Fruchtfleisch der Riesen-Kürbisse, zart in Geschmack und Textur, weitestgehend frei von Fasern und wir daher gerne in Suppen verkocht, in Konserven verarbeitet und an hungrige Kleinkinder verfüttert. Kochbar ohne Schale – nur das Fruchtfleisch. Dann wäre da noch der Butternut
Kürbis er ist an seiner typischen Birnenform gut zu erkennen, die Schale ist blassgelb und glatt, sein Fruchtfleisch ist fein, leicht süßlich und eben irgendwie „butterig“ in der Konsistenz. Man kann die Schale mitessen – aber besser ist es, den Kürbis zu schälen denn die Schale ist hart und benötigt länger zum Garen als das feine Fruchtfleisch. Ein sehr guter Speisekürbis! Der Hokkaido, kommt, man ahnt es schon – aus Japan. Genauer gesagt von der japanischen Insel Hokkaido. Dort heißt er freilich nicht Hokkaido sondern „Uchiki Kuri“. Diese Kürbissorte hat bei uns in den letzten Jahren einen rasanten Siegeszug hingelegt. Die große Beliebtheit kommt vermutlich daher, dass der Hokkaido mit 1-2 Kilo in jede Einkaufstasche passt und das er zackzack mit der Schale gekocht werden kann. Lecker ist er auch – was will man mehr? Klein und lecker und etwas ausgefallener sind die Patisson Kürbisse (auch UFO-Kürbis genannt), es gibt sie in vielen Färbungen aber allen gemein ist ihre flache Form mit den gewellten Rändern. Backen, füllen, grillen, gekocht oder roh Patissons sind ideal für die Küche und übrigens mit Schale essbar. Die Bischofsmütze wird oft nur als Zierkürbis verkauft, ist aber eigentlich ein recht guter Speise-
kürbis mit einem etwas mehligen, fein-nussigen Fruchtfleisch. Die Schale ist sehr hart und wird nicht gegessen. Der urige Muskatkürbis gehört zu der Familie der Moschus-Kürbisse. Diese sind meist eher flachrund und tief gerippt. Die Schale kann warzig oder glatt sein. Ihr Fruchtfleisch ist süßlich, eher faserig und von leuchtendem Orange. Duft und Geschmack erinnern ein wenig an Muskat. Die Schale ist essbar aber hart. Die Früchte bringen bis zu 20 Kilo auf die Wage. Uff! Die Französische Beere hingegen ist ein sehr guter Speisekürbis mittlerer Größe (bis 4 kg) mit einem hervorragenden, intensiven Kürbisaroma. Die Schale ist hart und sollte vor dem Kochen entfernt werden. Dann gibt es noch den Roten und den Gelben Zentner – beides klassische Speisekürbisse die in der Küche (ohne Schale) oft für Chutneys, Püree und Suppen verwendet werden. Wenn Sie jemanden gefunden haben, der Ihnen den Muskatkürbis trägt dann nehmen Sie den auch mit, wenn Sie sich einen Gelben oder Roten Zentner kaufen – diese Kürbisse bringen bis zu 40 Kilo auf die Waage. Wenn Ihnen ein Kürbis über den Weg
läuft, der wie ein verbeulter Rugby Ball aussieht, dann ist es vermutlich ein Hubbard Kürbis. Hubbard Kürbisse gibt es in vielen Farben und mit glatter und hubbeliger Schale. Sie sind nicht leicht zu knacken (hier erübrigt sich die Frage ob man sie mit oder ohne Schale essen soll) zeichnen sich dafür aber durch eine extrem lange Lagerfähig-keit von bis zu 3 Monaten aus. Sie haben ein sehr aromatisches Frucht-fleisch. Und dann wären da noch die Sweet Dumpling Kürbisse – knuffig und klein wie sie sind, mit ihrer wild gesprenkelten Schale geben sie den exentrischen Onkel in der großen Kürbisfamilie. Sweet Dumplings kom-men ursprünglich aus Mexiko. Wegen ihres putzigen Aussehens werden sie oft nur als Zierkürbis verwendet aber die Kleinen haben es faustdick hinter den Ohren, das Fruchtfleisch ist fest, zart sehr wohlschmeckend – und (yippy) auch den Sweet Dumpling kann man mit Schale verputzen.


